Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Unke f.
Unke f.
Unke f. Kröte mit dunkler Färbung und gelben bis roten Flecken am Bauch, ‘Feuerkröte’. Ahd. unk m. (8. Jh.), unko m. (11. Jh.) ‘Schlange’, mhd. unc, unke m. ‘Schlange, Basilisk’, mnl. unc, unck ‘Eidechse, Chamäleon’ steht schwundstufig neben verwandtem lat. anguis ‘Schlange’, mir. escung ‘Aal’, lit. angìs ‘Schlange’, aruss. užь, russ. už (уж) ‘Natter, kleinere Schlange’, poln. wąż ‘Schlange’, apreuß. angis ‘Schlange’ und den unter Engerling (s. d.) genannten, mit r-Suffix gebildeten Wörtern. Auszugehen ist von ie. *angu̯(h)- bzw. *angu̯(h)i- ‘Schlange’ (wozu auch Formen ohne Nasal, s. Eidechse). Entsprechend bezeichnet Unke ursprünglich nur Schlangen und schlangenartige Tiere; im 17. Jh. aber, als Schlangen in Deutschland seltener werden, geht der Ausdruck auf die in einem ähnlichen mythischen Zusammenhang stehenden Kröten über. Deren alter Name ahd. ūhha f. (9. Jh.), mhd. ūche f. ‘Kröte’, daneben (j-Stamm) mnd. ūtze f. ‘Kröte’, aengl. ȳce f. m. ‘Kröte, Frosch’ (wohl lautnachahmenden Ursprungs nach dem Ruf in der Laichzeit) wird (bis auf mundartliche Reste) im 17./18. Jh. aufgegeben und durch Unke (mit nunmehr fem. Genus) ersetzt (doch vgl. noch Unke für ‘Schlange’ bei Bürger). In übertragener Verwendung steht Unke für ‘Stubenhocker’ (Mitte 18. Jh.) und für ‘Schwarzseher, wer (ständig) Unheil voraussagt’ (um 1800). – unken Vb. ‘jammern, Unheil vorhersagen’ (19. Jh.), älter (nach Schlangenart) ‘zischen, pfeifen’ (Ende 17. Jh.), auch ‘sich verborgen halten’ (18. Jh.).