Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
unbescheiden part. adj.
1. nicht zugewiesen, worüber nicht verfügt ist. mühlh. rb. 43.
2. ohne bescheid. eʒ ist mir zorn daʒ wir umbescheiden hinnen sollen scheiden Herb. 12211. des bleib er umbescheiden Pass. 306,26. si sol mich niht lân als unbescheiden ohne rath under wegen Iw. 69. ausg. 2. vgl. Lachmann z. 1659. doch haben die hss. unbescheidenlîche auf eine so unbillige weise, wie Benecke zu der st. richtig erklärt.
3. nicht wissend, was sich gebührt, rücksichtslos. ein unbescheiden man Iw. 186. wie sol ein unbescheiden man bescheiden des er niht enkan Walth. 83,17. ein unbescheiden helt, lîp Parz. 287,5. 343, 23. wê dir, unbescheiden Tôt, du nimest manegen schœnen lîp Wigal. 11387. er ist der helle hunt, der dâ niht fuoge gert, hiure unbescheiden unde vert Mart. 122. b. der winter ist grimme und unbescheiden MS. 1,204. a. wôren alsô unbescheiden — dô branten si di wedime abe zitt. jahrb. 16, 17. — hie sint die unbescheiden Tundal. 57,39. — ein unbescheiden site büchl. 1,1589. unbesch. strît, tât Jerosch. 62. a. 71. c. daʒ wær valsch und unbescheiden, wolt ich andern liuten leiden, des ich selber vlîʒec wær Teichn. 218. — ir klage was unbescheiden masslos kl. 1976. 2428 Ho.