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Turm

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
17 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Turm

Bd. 19, Sp. 832
Turm, Gebäude von prismatischer oder zylindrischer Grundform, dessen Höhe die Abmessungen seiner Grundfläche wesentlich übertrifft. Die Türme werden mit Kirchen, Schlössern, Rathäusern, Stadttoren, Befestigungswerken etc. zu einem architektonischen Ganzen verbunden, oder sie stehen isoliert. Die ältesten Turmbauten waren zweifellos Befestigungstürme und finden sich in der asiatischen, griechischen, phönikischen und etruskischen Befestigungskunst. Auch die ägyptischen Tempelpylonen können als Vorläufer der Turmbauten gelten. Die Römer bauten Türme wohl auch nur zu Befestigungszwecken. Eine hervorragende Rolle spielt der T. aber im ganzen Mittelalter, und zwar nicht nur als wehrhafter Befestigungsturm, sondern auch in der kirchlichen und friedlich-bürgerlichen Baukunst (s. unten). Bei der mittelalterlichen Burg diente der Hauptturm (Bergfried, s. d.) der Besatzung als letzter, bis zum äußersten verteidigter Zufluchtsort. Dem Bergfried verwandt ist der normännische Donjon (s. d.). Bei den Burgen des Deutschen Ordens bildete ein T. (Danziger) ein vorgeschobenes Außenwerk und diente der Besatzung zugleich als Abort, weshalb er gern über einen Wasserlauf gestellt wurde. Nach Erfindung des Schießpulvers entstanden aus den Türmen die Basteien (Rondelle, Bastione), während eigentliche Türme außer Gebrauch kamen. Erst später wandte sie Vauban unter dem Namen Bollwerkstürme wieder an. Montalembert verbesserte diese Türme und gab ihnen eine vielfach veränderte Gestalt. Sie sind kasemattiert und so eingerichtet, daß die innern Gewölbe auf innern Strebepfeilern ruhen- und in bedeckten Geschützständen mehrere Reihen Geschütze übereinander stehen. Ähnlich eingerichtet sind die sogen. Martellotürme (s. d.) zur Küstenverteidigung. Über gepanzerte Türme s. Panzerturm. Vgl. Panzerungen. Bewegliche, aus Holz konstruierte Angriffs- oder Wandeltürme, mit denen Festungen gestürmt wurden, kannten schon die alten Perser (vgl. Festungskrieg, S. 481). Die Türme zu einem wesentlichen Bestandteil der Kirchen und ihrer Architektur zu machen, war der christlichen Baukunst vorbehalten, indem man in der Zeit Konstantins die Gotteshäuser mit Glockentürmen zu versehen begann. Diese altchristlichen Kirchentürme standen, wie auch jetzt noch der italienische Campanile (s. d.) und das Minarett (s. d.) der osmanischen Baukunst, gesondert neben der Kirche; eine organische Verbindung des Turmes mit der Kirche wird erst im romanischen Stil Regel. Die vollkommenste architektonische Ausbildung erhielten die Türme aber erst in der gotischen Kirchenbaukunst. 400@@break Über den höchsten der hier angeführten Türme, den zurzeit höchsten T. der Welt, den Eiffelturm, s. d. und Tafel »Eisenbau II«, Fig. 7. Ein noch höherer T., der Watkinturm im Wembley-Park in London (335,5 m hoch geplant), ist zurzeit in Ausführung. Die schiefen Türme sind auf mangelhafte Gründung oder beabsichtigte Baukünstelei zurückzuführen. Bei dem berühmten schiefen Glockenturm zu Pisa (1174 erbaut, 4,8 m Lotabweichung) streitet man zurzeit noch über den Grund der Abweichung seiner Achse vom Lot, während die aus dem Anfang des 12. Jahrh. stammenden schiefen Türme von Bologna, der Torre Asinelli (83 m hoch, 1,23 m Lotabweichung) und der Torre Garisenda (47,510 hoch, 2,4 m Lotabweichung), nur Bauspielereien sind. Vgl. Sutter, Turmbuch, Turmformen aller Stile und Länder (2. Aufl., Berl. 1895,110 Tafeln); R. Schmidt, Die höchsten Bauwerke (Tafel, das. 1891); Bader, Turm- und Glockenbüchlein (Gießen 1903).
3498 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TURMstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    TURM stm. wirbel, taumel, schwindel. ein solches wort darf man wohl an die spitze der folgenden ableitungen stellen. vgl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    turmm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    turm , m. , s. thurm teil 11, 1, 1, sp. 466.

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Turm

    Goethe-Wörterbuch

    Turm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Turm

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Turm , Gebäude von prismatischer oder zylindrischer Grundform, dessen Höhe die Abmessungen seiner Grundfläche wesentlich…

  5. modern
    Dialekt
    Turm

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    Turm Band 13, Spalte 1647 Turm 13,1647

  6. Spezial
    Turm, von Babylonm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Turm , m von Babylon столпотворение , ср , вавилонское → FiloSlov Turmbau zu Babel, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit turm

196 Bildungen · 107 Erstglied · 89 Zweitglied · 0 Ableitungen

turm‑ als Erstglied (30 von 107)

Turmfalke

SHW

Turm-falke Band 1, Spalte 1895-1896

Turmfarbe

SHW

Turm-farbe Band 1, Spalte 1895-1896

Turmgockel

SHW

Turm-gockel Band 1, Spalte 1895-1896

Turmgückel

SHW

Turm-gückel Band 1, Spalte 1895-1896

Turmhahn

SHW

Turm-hahn Band 1, Spalte 1895-1896

Turmknopf

SHW

Turm-knopf Band 1, Spalte 1895-1896

Turmkraut

SHW

Turm-kraut Band 1, Spalte 1895-1896

Turmkreuz

SHW

Turm-kreuz Band 1, Spalte 1895-1896

Turmmann

SHW

Turm-mann Band 1, Spalte 1895-1896

Turmmauer

SHW

Turm-mauer Band 1, Spalte 1895-1896

Turmspitze

SHW

Turm-spitze Band 1, Spalte 1895-1896

Turmuhr

SHW

Turm-uhr Band 1, Spalte 1895-1896

turmässig

RhWB

turm·aessig

tur-mässig Sieg-Ägid Ittenb Adv.: in einem fort, regelmässig sich wiederholend.

turmalin

DWB

turm·alin

turmalin , m. , mineral von rhomboëdrisch-hemiëdrischen, säulenförmigen kristallen; nach seiner chemischen zusammensetzung ein silikat von a…

Turmalinfels

Meyers

turmalin·fels

Turmalinfels ( Schörlfels, Turmalinquarzit ), ein im ganzen wenig verbreitetes Gestein, aus Quarz und schwarzem Turmalin (in Körnern oder Na…

Turmalinität

GWB

Turmalinität [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Turmarmbrust

Meyers

turm·armbrust

Turmarmbrust ( Flaschenzugarmbrust ), sehr große, mittelalterliche Kriegsmaschine in Armbrustform, bis 10 m lang, für den Festungskrieg.

Turmatsche

RhWB

tur·matsche

Tur-matsche -matš (s. auch Tul-) Aach-Stdt Merkst , Eup-Stdt f.: Aushilfefrau.

turmatschen

RhWB

tur·matschen

tur-matschen -madšə Eup-Stdt schw.: t. goəhne Aushilfedienst leisten, taglöhnern.

turm als Zweitglied (30 von 89)

Bildersturm

RDWB1

Bildersturm m иконоборчество, реже иконоклазм

Schneesturm

RDWB1

Schneesturm m вьюга, метель, буран, снежная буря, пурга

Schuldturm

RDWB1

Schuldturm m долговая яма (не имеет отношения к слову "башня") идиом.

anesturm

KöblerMhd

anes·turm

anesturm , st. M. nhd. Ansturm Q.: Schürebr (um 1400) (FB anesturm) E.: s. ane, sturm W.: nhd. Ansturm, M., Ansturm, DW 1, 494, DW2 2, 1435 …

Anke(n)sturm

Idiotikon

Anke(n)sturm Band 11, Spalte 1492 Anke(n)sturm 11,1492

bildsturm

DWB

bild·sturm

bildsturm , m. was bildersturm: gleich als wenig ich zu ainichem bildsturm ervordert worden bin. Schertlins brief vom 26 jan. 1537 in Herber…

Bire(n)sturm

Idiotikon

Bire(n)sturm Band 11, Spalte 1494 Bire(n)sturm 11,1494

Blüemlisturm

Idiotikon

Blüemlisturm Band 11, Spalte 1494 Blüemlisturm 11,1494

Char(r)e(n)sturm

Idiotikon

Char(r)e(n)sturm Band 11, Spalte 1493 Char(r)e(n)sturm 11,1493

chatzeⁿsturm

Idiotikon

chatzeⁿsturm Band 11, Spalte 1500 chatzeⁿsturm 11,1500

chatzsturm

Idiotikon

chatzsturm Band 11, Spalte 1500 chatzsturm 11,1500

Chirsisturm

Idiotikon

Chirsisturm Band 11, Spalte 1493 Chirsisturm 11,1493

chotzsturm

Idiotikon

chotzsturm Band 11, Spalte 1500 chotzsturm 11,1500

chutzsturm

Idiotikon

chutzsturm Band 11, Spalte 1500 chutzsturm 11,1500

Chüechlisturm

Idiotikon

Chüechlisturm Band 11, Spalte 1493 Chüechlisturm 11,1493

Füerturm

MeckWBN

fueer·turm

Wossidia Füerturm m. Leuchtturm, s. Schagerack. Zu Tuurn 1 .

füdlo(ch)sturm

Idiotikon

füdlo(ch)sturm Band 11, Spalte 1500 füdlo(ch)sturm 11,1500

Fǖrsturm

Idiotikon

Fǖrsturm Band 11, Spalte 1492 Fǖrsturm 11,1492

Generāl-Sturm

Adelung

general·sturm

Der Generāl-Sturm , des -es, plur. die -Stürme, im Kriegswesen, ein Sturm, der von dem ganzen belagernden Corps auf einen Ort unternommen wi…

glockenturm

DWB

glocken·turm

glockenturm , glockturm , m. , ein turm, der zur aufhängung von glocken dient, mhd. glock(en)turn, mnd. klocktorn. gewöhnlich 1) ein kirchtu…

Glogge(n)sturm

Idiotikon

Glogge(n)sturm Band 11, Spalte 1492 Glogge(n)sturm 11,1492

hagelsturm

DWB

hagel·sturm

hagelsturm , m. sturm der hagel mit sich führt: sihe, ein starker und mechtiger vom herrn, wie ein hagelsturm, wie ein schedlich wetter, wie…

hauptsturm

DWB

haupt·sturm

hauptsturm , m. : weil das geschrei kam, wie der feind einen allgemeinen hauptsturm wolte anlaufen lassen. Zigler Banise (1700) 549 .