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Besem

mhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Besem m.

Bd. 1, Sp. 724
Besem, Besen m.: 1. 'Kehrbesen', Bes(e)m, Bess(e)m, Besen, Bese, Besse, Base, Basse u. a., s. F. [allg., zur Verbr. s. K. 35] Nach dem Material unterscheidet man Birken-, Brimmen-, Heide-, Reisstroh-, Wurzelbesen; nach der Verwendung: Abkehr-, Kehr-, Schrubberbesen, harte Besen sind Fortschnicks-, Fortschritts-, Strappes-, Sturraksbesen; einen kurzen Stiel hat der Handbesen, im Stall wird der Stallbesen gebraucht. RA.: e. B. ufbinne 'im Scherz unwahre Dinge erzählen' [KU-Dietschw]; iwwer de B. hupse losse 'verprügeln' [KU-Hachb Sand ZW-Stamb]. Er is gebotzt (geputzt) wie e schtumpe B., von einem, der sich nicht zu kleiden versteht [RO-Odh]. Do steht er wie e Kind beim B. 'wie der Ochs am Berg' [Hebel 16]. Was gebt's heit se esse? Zuckergebackenes dorch de B. gestritzt [KB-Bennhs]. Rotznas, putz dei Nas met em stumbe B.! rufen die Kinder dem Truthahn zu [NW-Frankeck]. Fluch: Wann de nor e struppige B. iwwerzwerch im Hals stecke hescht! [Hebel 34 PfId. 20] 's kemmt deck e B. uf de Mischt (in der Nacht zum 1. Mai), Drohung des Burschen einem Mädchen gegenüber [WD-Niedkch]. SprW.: Neie Besem kehre gut [KU-Schmittw/O, allg.]. Wann 's Sach u(n)wert isch, soll mer's mit zwee Bese zammekehre, Mahnung zur Sparsamkeit in den Zeiten des Überflusses [»Volk und Heimat«, 20. 8. 1926]. Volksgl.: Alter Besem derf mer kener mitnemme, wammer ziegt [Fogel Beliefs Penns Nr. 686]. VR.: Frä, käfen ehr Bessem? Jo, kumm erei! Henn ehr schun zu Mittag gesse? Jo, grad alleweil! Riwlekees un Riwlesupp, hän ma heit mittag zusammegeß! Frä, käfen ehr Bessem? Jo, kumm erei! [BZ-Annw]. Kumm ich drausrum in e Haus, um e G'schäft zu mache, pack ich all mei Berschde aus un weis de Leit mei Sache, Klääder-, Wichs- un Uffdragsberschde, Besse un Kardätsche. Fa die Buwe e Schnorresberschd, e Hoorberschd fa die Mädche [Feierowend 1950 Nr. 2]. a. 1521: Item 1 lb. 14 hlr. vor heffen deckel körbe keßkar leffel vnd beßem [GgHospR.]. a. 1535: 9 hlr. dem hirten In bubenhaußen vor beßem [ZweibrLSchR]. a. 1539: vndt dieselbe frucht, die soll mann schön machen mit dem besem vndt nierst [PfWeist. I 127 (RO-Bistschd)]. a. 1634: 4½ batzen vor drey dutzet Bäsem [WerschwSchR Bl. 116 r]. — 2. 'langer, dürrer Palmwisch', Bese [BZ-Stein]. — 3. 'unordentliches Frauenzimmer, das sich überall herumtreibt' [verbr.]; häufiger dafür die Zs. Dorf-, Kirchweih-, Sau-, Stadt-, Straßenbesen. — 4. Uzname für die Bewohner von KU-Neunkch und LU-Iggh. — F. vgl. K. 35. In der WPf und teilweise in der nördl. VPf fast allg. bEs(ə)m (bEz(ə)m); KU-Schmittw/O A'glan u. Rothsbg haben bēs(ə)m (bēz(ə)m). Die letztere Form ist weithin herrschend bei den Auslandspfälzern; vgl. bes. PSA K. 36. Im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich bEs(ə)m, die Form bEsə verdrängend, in der Südostecke der WPf bis zur lothringischen und elsässischen Grenze verbreitet. Andererseits aber haben etwa 10% der westpfälzischen Orte ihre alte Form bęs(ə)m durch bęsə oder bęz(ə)n ersetzt. Sonderform ist bęsəm, von der Gewährsperson Bäᵉsem geschrieben [KB-Lauth]. Die VPf hat im nördl. u. mittl. Teil bEs(ə)m bEz(ə)m, im Süden bęsə (bEzə) bzw. bEsə (bEzə), jenes im westl., dieses im östl. Teil des Gebietes (s. Karte); bEsə bzw. bęsə haben sich seit 1931 auf Kosten von bEs(ə)m um ein geringes weiter nach Norden ausgebreitet. Die Formen bāsə [PS-Hirschth u. Schönau] und basə [GH-Neubg] entsprechen den in diesen Orten geltenden Lautgesetzen; in PS-Bundth u. Bruchw wurde seit 1931 bāsə durch bęs(ə)m abgelöst. — Rhein. I 625 ff.; Saarbr. 18 Bäsem; Lothr. 38; Els. II 97; Bad. I 159/60.
3565 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    besemst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    besem , st. M. nhd. Besen, Kehrbesen, Rute, Zuchtrute Vw.: s. hūs- Hw.: s. beseme Q.: Lucid (1190-1195), DvAPat, Ot, Min…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BesemDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Der Besem , des — en, Mz. die — en, O. D. für Besen.

  3. modern
    Dialekt
    Besem

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Besem Band 2, Spalte 2,310–312

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit besem

88 Bildungen · 86 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von besem

be- + sem

besem leitet sich vom Lemma sem ab mit Präfix be-.

besem‑ als Erstglied (30 von 86)

Besembinse

SHW

Besem-binse Band 1, Spalte 719-720

Besembreme

SHW

Besem-breme Band 1, Spalte 719-720

Besemkraut

SHW

Besem-kraut Band 1, Spalte 719-720

Besemlitze

SHW

Besem-litze Band 1, Spalte 719-720

Besemreis

SHW

Besem-reis Band 1, Spalte 719-720

Besemstiel

SHW

Besem-stiel Band 1, Spalte 719-720

besemambahte

KöblerMhd

besem·ambahte

besemambahte , st. N. nhd. „Besenamt“ Q.: RbBasel (1337) E.: s. beseme, ambahte W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 212 (besemambet)

Besembinder

PfWB

besem·binder

Besem-binder , Besen-binder m. : 1. 'Besenmacher', Besem-, Besebinneʳ [verbr. (1930), mit dem Gewerbe schwindend]. RA.: Der kann Lescht (sch…

Besembrimmen

PfWB

besem·brimmen

Besem-brimmen Pl. : ' Ginster (Sarothamnus scoparius) ', Besempremme [ RO-Imsw ]; vgl. Brimmbesenstrauch . Syn. s. Brimme .

besemele

BMZ

bese·mele

besemele swv. vermische mit semmelmehl oder semmeln? sô man si zetrîbet in besemmalten souge arzneib. D. 219.

besemelīn

KöblerMhd

beseme·līn

besemelīn , st. N. nhd. kleiner Besen Q.: Tuch (1464-1475) E.: s. beseme, *līn? (2) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 69 (besemlîn)

besem als Zweitglied (1 von 1)

hūsbesem

KöblerMhd

hūs·besem

hūsbesem , st. M. nhd. „Hausbesen“, Besen Q.: Aberglaube (3. Viertel 13. Jh.) E.: s. hūs (1), besem W.: nhd. (ält.) Hausbesen, M., „Hausbese…

Ableitungen von besem (1 von 1)

bëseme

Lexer

bëseme , bësme swm. , bësem stm. BMZ kehrbesen Freid. zuchtrute als strafmittel Gudr. Walth. Freid. Renn. 17364. besma Spec. 37. der zühte b…