lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Türken

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
4

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Türken

Bd. 19, Sp. 812
Türken (Turkvölker), einer der drei Zweige der altaischen Völkerfamilie, der sich gegenwärtig vom Mittelmeer bis zur Lena in Sibirien erstreckt. Die westlichsten Turkstämme, die Osmanen, haben durch starke Vermischung mit Ariern und Semiten ihren Rassentypus fast ganz verloren und sind ein Mischvolk im vollsten Sinne des Wortes, während die östlichen sich in Sprache und Typus den Mongolen nähern. Die Urheimat der T. liegt zwischen Irtisch und Jenissei, wo sich im 5. Jahrh. das große Nomadenreich Türk bildete, das die Chinesen Tuküe nennen und als aus dem Reiche Hiungnu (s. Uiguren) hervorgegangen bezeichnen. Schon von den Römern gekannt, haben die T. ganz Europa in Schrecken versetzt und die Throne Chinas, Persiens, Indiens, Syriens, Ägyptens und des Kalifenreichs in Besitz genommen. Man hat zu den T. die jetzt nicht mehr existierenden Petschenegen, Kumanen, vielleicht auch die Chasaren und weißen Hunnen zu rechnen. Heute gehören zu ihnen die Jakuten, die sibirischen Tataren, Kirgisen, Uzbeken (Özbegen), Turkmenen, Karakalpaken, Nogaier, Kumüken, basianischen T., Karatschai, die sogen. kasanschen Tataren, Osmanen (die von den frühern Seldschuken abstammen), Dunganen und Tarantschi. Sprachlich sind hierher auch zu rechnen die Baschkiren, Tschuwaschen, Meschtscherjäken und Teptjaren im südlichen Ural und an der Wolga. Mit Ausnahme der Jakuten sind alle T. Mohammedaner. Alle sind trotz der vielfachen Eroberungen, die Reiche mit prunkvoller Hofhaltung (Usbeg, Tamerlan, die Osmanen) entstehen ließen, nomadisierende Hirten geblieben, die sich bei Gelegenheit in räuberische Kriegshorden verwandelten. Jetzt versteht man unter T. gewöhnlich die Osmanen (Osmanly), die im 11. Jahrh. die heutige Turkmenenwüste bewohnten, im 14. Jahrh. aber nach Europa vordrangen und dessen ganze Kulturentwickelung eine Zeitlang in Frage stellten. Man bezeichnet die von ihnen eroberten und beherrschten Länder als Türkei oder Türkisches Reich. Vgl. Vambéry, Skizzen aus Mittelasien (Leipz. 1868) und Das Türkenvolk in seinen ethnologischen und ethnographischen Beziehungen (das. 1885); Radloff, Ethnographische Übersicht der Türkstämme Sibiriens und der Mongolei (das. 1883); Aristow, Bemerkungen über die ethnischen Bestandteile der türkischen Stämme und Völkerschaften (russ., Petersb. 1897); O. Franke, Beiträge aus chinesischen Quellen zur Kenntnis der Türkvölker (Berl. 1904).
2391 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TürkenDer

    Campe (1807–1813)

    † Der Türken , — s , o. Mz. s. Türkenkorn .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Türken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Türken ( Turkvölker ), einer der drei Zweige der altaischen Völkerfamilie, der sich gegenwärtig vom Mittelmeer bis zur L…

  3. modern
    Dialekt
    Türken

    Elsässisches Wb.

    Türke n [Térkə Rädersd. ; Tìrkə Str. ] f. 1. Türkin. ‘Min Lissel als e Dürke!’ verkleidet Schk. 161. 2. böse Frau. Du he…

  4. Spezial
    Türken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Tür|ken m. (-s) (Mais, Türkenkorn) sorch m. , mais m. ▬ weißer Türken sorch blanch m. ; gelber Türken sorch ghel m.

Verweisungsnetz

9 Knoten, 4 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 4 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuerken

87 Bildungen · 85 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von tuerken 2 Komponenten

tuer+ken

tuerken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tuerken‑ als Erstglied (30 von 85)

türkenalmanach

DWB

tuerken·almanach

türkenalmanach , m. : türken-allmanach von Matth. Rohlfs auf das 1771. jahr Christi, worin beygefügt von den kriegen der Türken ( buchtitel …

türkenbecken

DWB

tuerken·becken

türkenbecken , vb. , ' kleine löcher in die erde stupfen, in welche die maiskörner gelegt werden ' Schöpf Tirol 35 ; —

türkenbirne

DWB

tuerken·birne

türkenbirne , f. , sommer-apothekerbirne schweiz. id. 4, 1498; die bergamotbirne, in Tirol u. a. türkenbir genannt anz. f. dt. altert. 24, 3…

türkenblau

DWB

tuerken·blau

türkenblau , n. , sanft röthlich schimmerndes blau Mothes ill. baulex. (1881) 4, 381 : der mantel, der von der linken schulter abfällt, ist …

Türkenbluet

ElsWB

tuerken·bluet

Türke n bluet n. Türkheimer Rotwein Str. ‘Un was sinn nit d'Wyn so guet? Eschereesler, Dirkebluet’ Pfm. V 8. Vgl. auch Brand 10. — Vgl. Schw…

türkenblut

DWB

tuerken·blut

türkenblut , n. : türkenblut ist zu vergieszen, schont nicht der ungläubigen Göthe I 3, 214 W. übertragen: türcken-blut, n., sangue turco, m…

Türkenbohnen

RhWB

tuerken·bohnen

Türken-bohnen (s. S.) Koch , Kobl , May-Hatzenport Löf , Daun-Basbg , Bitb , Prüm , Schleid , Mörs-Birten Wallach [ tyrəkə- Prüm-Steffeln Re…

türkenbrot

DWB

tuerken·brot

-brot , n. , ' maisbrot, mit oder ohne zusatz von roggen, auch weizenmehl ' schweiz. id. 5, 987; —

türkenbruder

DWB

tuerken·bruder

türkenbruder , m. : umme veler der lozen bouen ( buben ) willen, turkenbroder gheheten efte ok sijk segghen to wesende turkenbroder unde nee…

türkenbüchlein

DWB

tuerken·buechlein

türkenbüchlein , n. , name kirchlich-reformatorischer volksschriften: new türckenbüchlin, dergleichen vor diser zeit nie getruckt worden ...…

türkenbund

DWB

tuerken·bund

türkenbund , m. , dasselbe wie türkenhut ( s. d. ), verdeutschung für den charakteristischen türkischen turban; vgl. türkischer bund, unter …

türkenbutz

DWB

tuerken·butz

-butz , m. , ' vogelscheuche in mais- (türkenkorn-) äckern ' ebda 4, 2009; —

türkenfahne

DWB

tuerken·fahne

-fahne , f. , diminutiv: -fän(e)li ' die männlichen rispen am blühenden türggen, d. i. mais ' ebda 1, 831; —

türkengebet

DWB

tuerken·gebet

türkengebet , n. , gebet für die errettung aus der türkengefahr ( s. türkenglocke); türcken-gebet, n., preghiera contro li turchi Kramer t.-…

türkengeld

DWB

tuerken·geld

türkengeld , n. : szo solt man dieweil vom turgkengelt ... nemen v . d. Planitz berichte 495 Wülcker; nichts dest weniger musz er ( der arme…

türkengeschrei

DWB

tuerken·geschrei

türkengeschrei , n. , aufgebot zum türkenkrieg schweiz. id. 9, 1456: was oder wie vil zu ergangnem türkengeschrai bewilligt (16. jh. ) Blare…

Türkengewanne

PfWB

tuerken·gewanne

Türken-gewanne f. : FlN in NW-Deidh, amtl. Bez. Türkengewann. a. 1673: in der Türkengewannen [St-Arch. in NW-Deidh, Güterbuch]. —

türkenglaube

DWB

tuerken·glaube

türkenglaube , m. , creanza ò superstitione turchesca ò de' turchi Kramer t.-ital. 2 (1702) 1163 a : ouch ym turcken glauben Luther 34, 2, 6…

türkenglocke

DWB

tuerken·glocke

türkenglocke , f. 1) diejenige kirchenglocke, deren regelmäsziges geläut zu bestimmten tagesstunden die gemeinde zum türkengebet ( s. d. ) r…

Türkenglow

MeckWB

Türkenglow m. Aberglaube: dat is Türkenglow H. Schröd. Buerh. 2, 67; Staud. Ernst. 76.

türkenheit

DWB

tuerken·heit

türkenheit , f. , vereinzelt, der inbegriff aller Türken: Machomet hat platz in gantzer türckenheit H. v. Rüte faszn. (1532) E 3 .

tuerken als Zweitglied (1 von 1)

Kruzzitürken

Wander

Kruzzitürken Kruzzitürken. ( Wien. ) Ein Fluch, der aus der Zeit der bösen Einfälle der Kuruzzen und Türken stammt; erst ein Drohwort für un…

Ableitungen von tuerken (1 von 1)

vertürken

DWB

vertürken , v. : die Griechen ... sind fast zu sehr vertürkt Zschokke sämtl. ausgew. schr. 40, 256 . —