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treulich

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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14

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

treulich

treulich

treu Adj. ‘unveränderlich fest (in der Gesinnung), anhänglich, zuverlässig’. Der ja/jō-Stamm ahd. (8. Jh.), asächs. triuwi, mhd. triuwe ‘treu, getreu, wohlmeinend’, mnd. trūwe, mnl. trūwe, trouwe, nl. trouw, aengl. trīewe, trēowe, engl. true (‘wahr, richtig, echt’) hat neben sich den a/ō-Stamm anord. tryggr ‘treu, vertrauensvoll’, schwed. trygg ‘sicher, geborgen’, got. triggws ‘treu, zuverlässig’. Das Adjektiv gehört zusammen mit den unter Treue (s. unten), trauen und Trost (s. d.) genannten Formen zu dem unter Teer (s. d.) dargestellten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, und ‘baumstark, hart, fest, treu’ (s. auch Trog und Truhe). – Treue f. ‘unverändert feste Verbundenheit, beständige Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit’, ahd. triuwa ‘Treue, Zuverlässigkeit, Vertrag, Bündnis’ (8. Jh.), mhd. triuwe, triwe, triu ‘Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Versprechen, Gelübde’, asächs. treuwa ‘Treue, Frieden, Bund’, mnd. trūwe, trouwe ‘Treue, Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Eheversprechen, Verlobung’, mnl. trouwe, trūwe, nl. trouw ‘Treue, Heirat, Trauung’, aengl. trēow ‘Treue, Wahrheit, Glaube, Versprechen’, got. triggwa ‘Bund, Bündnis’ (germ. *trewwō), ablautend aengl. trūwa ‘Treue, Glaube, Vertrauen’, anord. trū ‘Treue, Gelöbnis, Glaube, Religion’, schwed. tro ‘Glaube, Treue’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘gegenseitige feste Abmachung, Bündnis’ entwickelt sich ‘das Einhalten eines Vertrages’; in mhd. Zeit wird Treue zu einem Tugendbegriff der ritterlich-höfischen Ethik. In nhd. Zeit überwiegt der Sinn des Steten, Festen, Dauernden. Die feste präpositionale Wendung (Dativ Plur.) mhd. in triuwen ‘in Wahrheit’, verschmolzen zu einem Wort mhd. entriuwen, mnd. entrūwen, entwickelt sich unter Schwund der unbetonten Präposition zu mhd. triuwen, trouwen, (md.) trūwen, mnl. trouwen, nhd. traun Interjektion ‘fürwahr!, wahrhaftig!, ganz gewiß!’; doch bereits Adelung vermerkt: „in den gemeinen Sprecharten veraltet“. – Treubruch m. ‘Verrat’ (um 1700), zuvor bereits treubrüchig Adj. ‘die Treue, den Treueid brechend’, spätmhd. triuwebrüchic ‘wortbrüchig, meineidig’. Treuhänder m. ‘wem etw. zu treuen Händen übergeben worden ist, Verwalter fremden Eigentums’, mhd. triuwehander, -hender, Rechtsausdruck nach Fügungen wie mhd. die triuwen hende, ze triuwer hant, ze triuwen handen. treulich Adj. ‘mit Treue, zuverlässig’, mhd. triuwelich. treulos Adj. ‘ohne Treue, nicht treu, verräterisch’, mhd. triuwelōs. Die ursprünglich rechtliche Bedeutung ‘vertragsbrüchig gegenüber einem Bündnis, gegenüber Abmachungen’ wird in mhd. Zeit zu ‘verräterisch, bertrügerisch’ erweitert, später auch ‘unzuverlässig’ (16. Jh.), ‘lügnerisch’ (18. Jh.), ‘(vom Gedächtnis) unbeständig, ungenau’ (19. Jh.); Treulosigkeit f. ‘treuloses Verhalten, Treubruch’ (Mitte 16. Jh.). betreuen Vb. ‘in Obhut nehmen, pflegen, für jmdn., etw. sorgen’, mhd. betriuwen ‘in Treue erhalten, schützen’. Betreuung f. ‘Zuwendung, Pflege, Bearbeitung’ (17. Jh.), zuvor ‘Zusicherung, Übereignung’ (Ende 15. Jh.).
3016 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treulich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Treulich , adv. welches von treu und der Ableitungssylbe -lich zusammen gesetzet ist, auf treue oder getreue Art, in all…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    treulich

    Goethe-Wörterbuch

    treulich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    treulich

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    treulich Band 4, Spalte 4,460f.

  4. Sprichwörter
    Treulich

    Wander (Sprichwörter)

    Treulich Trewlich vnnd ongefehrlich, wie mann alle eyd schwert. – Franck, II, 188 a; Gruter, I, 67; Kirchhofer, 154; Eis…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treulich

10 Bildungen · 4 Erstglied · 3 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von treulich

treu + -lich

treulich leitet sich vom Lemma treu ab mit Suffix -lich.

treulich‑ als Erstglied (4 von 4)

treulichkeit

DWB

treulich·keit

treulichkeit , f. , synonym mit treue: mit warer rechter treulichkeit ( a. d. 16. jh. ) Soltau volkslieder (1836) 362 ; waserley für treulig…

treulich als Zweitglied (3 von 3)

getreulich

DWB

getreu·lich

getreulich , adjectiv und adverb. die adjectivische verwendung blieb freilich immer vereinzelt und ist in neuerer zeit auf ausnahmefälle bes…

mißtreulich

DRW

mißtreulich, adj. pflichtwidrig vgl. mißfällig (III) unordentliches, unfleissiges, auch faszt misztreuliches pflügen und sehen [der Scharwer…

untreulich

DWB

untreu·lich

untreulich , adj. adv. , gs. zu treulich; vgl. untreu , untreuisch , ungetreulich . ags. untreówlice; engl. untruly; an. útrúligr, -liga; ad…

Ableitungen von treulich (3 von 3)

getreulich

DWB

getreulich , adjectiv und adverb. die adjectivische verwendung blieb freilich immer vereinzelt und ist in neuerer zeit auf ausnahmefälle bes…

untreulich

DWB

untreulich , adj. adv. , gs. zu treulich; vgl. untreu , untreuisch , ungetreulich . ags. untreówlice; engl. untruly; an. útrúligr, -liga; ad…