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getreulich

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

getreulich adjectiv und adverb.

Bd. 6, Sp. 4523
getreulich, adjectiv und adverb. die adjectivische verwendung blieb freilich immer vereinzelt und ist in neuerer zeit auf ausnahmefälle beschränkt, da für das adjectiv die einfachen formen getreu, treu vorgezogen werden; der adverbiale gebrauch, der in der älteren sprache in besonderen formen und bildungen zum ausdruck kam, beherrscht in der neuhochdeutschen periode den ganzen verwendungskreis unserer form. ähnliches ist in der niederländischen sprache zu beobachten; mittelniederländisch ist getrouwelijc noch adjectiv neben dem adverb getrouwelike. Verwijs und Verdam 2, 1761; holländisch ist gedrouwelijk nur noch adverb. woordenboek der nederlandsche taal 4, 1858. 11) das adjectiv. Graff 5, 465; mhd. wb. 3, 107a. Lexer 1, 948; getreôve-lîc Leo angelsächs. gloss. 385, 36; ih tuôn imo iêmer genâda. unde mîn benêimeda ist imo getriúwelih. Notker psalm 88, 29 (testamentum meum fidele ipsi), ebenso Windberger psalmen; mein bund sol jm feste bleiben. Luther; mein bundt ihm treulich Eck; — der vil getriwelich geheiz der ist nu so ervullet uber alle wêrlt, daz ouch wir suntâre wir da geladet pirn ze dem heiligem gloubin. speculum ecclesiae 18 Keller; mit getrouwelîcher besihte. genesis 77, 21 Diemer; als tet diu künegin sîn wîp. diu enpfienc gâwânes lîp und ander sîne geselleschaft mit getriulîcher liebe kraft. Parzival 671, 4. ähnlich 765, 22; des ensol si nieman schelten.solt er des engelten, der rehter triwen kunde pflegen,der hæte schiere sich bewegen daz er mit rehten dingenmehte nicht volbringen dehein getriwlîchen muot. klage 73; si gâben unde nâmen mit getriuwelîchem sinne in selben unde der minne willigen zins unde zol. Gottfried v. Straszburg Tristan 12375, dô sprach der bote biderbe'iu enbietet an den Rîn getriwelîchen dienestder grôze voget mîn, dar zuo allen friundendie ir muget hân: ouch ist disiu botschaftmit grôzen triuwen getân. Nibelungen 1133, 2. ebenso 1324, 1, ir gebet wart vil manecvalt und getriulich der segen den sî tete über den degen. Hartmann v. Aue Erec 5375; daz ir durch mich geruocht die Stîrherren bitten, daz sie getriulichen siten gegen uns iht entwichen. Ottokar reimchronik 227 Seemüller, vgl. 416; dô si ir sun niht langer sach .. dô viel diu frouwe valsches laʒ ûf die erde, aldâ si jâmer sneit sô daʒ se ein sterben niht vermeit. ir vil getriulicher tôt der frouwen wert die hellenôt. Parz. 128, 23; abir Marîa nam ein pfund salbin tuores getrûwelichen nardi und salbite die fuoze Jhêsû und wischete sîne fûze mit iren lockin, und daz hûs ist irfullit mit dem ruche der salbin. Beheims evangelienbuch Johannes 12, 3; beschaid ich uns der mære getreulicher ân gevere, unsere bort, werck, und gepære mich Wolkenstainer versêret. O. v. Wolkenstein 24, 4, 6 Weber; mein getreulich dienen. dekameron 503, 19 Keller; getreulich, fiducialis, hoc e. inde adverbium. vocab. incipiens teut.; getrewlich idem quod getrew Henisch 1587. der adjectivgebrauch wird von Heynatz Antibarbarus 2, 50 heftig getadelt. es liegt aber schon in der eigenart unserer sprache, dasz sie die grenzlinie zwischen adjectiv und adverbium nicht scharf gezogen hält. in verbindung mit verbis wie bleiben u. a. werden auch solche, die den adjectivgebrauch meiden, an unserm worte keinen anstosz nehmen: dennoch blieb Sywald freundlich und getreulich bei seinem amt. Fouqué ausgewählte werke 11, 29 (adler u. löwe). 22) das adverb. Graff 5, 465. mhd. wb. 3, 107a. Lexer 1, 948, nachtrag 204. 205. 2@aa) formen. catriulihho, fideliter Keronische glossen (triulihhu in den Hrabanischen glossen) Steinmeyer-Sievers 1, 156; confidenter 1, 24; getriûwelicho fidelis bei Notker Hattemer 2, 531b; getriuweclîche Konrad v. Würzburg Engelhard 222 und and.; ghetrouwighlick Kilian K 3b; getruwentlik Reinke de vos 2762 Lübben; getrûweliche Rolandslied 25, 25 W. Grimm; getriuwelichen speculum ecclesiae 10 Kelle. passional 204, 78 u. a. Köpke; getriulichen Nibelungen 808, 4; getreulichen Zimmerische chron. 2, 473; getrûwelîch passional 29, 25 Köpke; getreuleich öst. weisth. (15. jahrh.) 6, 18; getreulich Hupfuff 93. Henisch 1587. Castelli (1700) 139. dictionaire du voyageur (1703) 144. Rondeau-Buxtorff 253. Bayer (1733) 288. Schwan (1782) 740 u. a. der superlativ erscheint für das adverbium gerne in präpositionalverbindungen: auff das getreulichste. Ayrer 1, 10 Keller; dasz er (Josaphat) an mannlichkeit vnd gottseligkeit seinem uranberrn, dem könig David, zum getreulichsten nachgefolgt. Josephus deutsch (Francfurt 1571) 143a. das einfachere treulich, das schon in den Hrabanischen glossen (Steinmeyer-Sievers 1, 156) neben der präfigierten form erscheint, wird von Luther sichtbar bevorzugt; es tritt bei ihm namentlich in den späteren redactionen der bibel an die stelle der präfigierten form, so z. b. von der ausgabe von 1539 ab in 1 Macc. 8, 27 u. a. bei den prosaschriftstellern des 17. und 18. jahrhunderts läszt sich die abnahme des freien gebrauches des adverbiums und die einschränkung auf bestimmte gebrauchsformen beobachten. Adelung (2, 639) erkennt die präfigierte form nur noch für wenige bestimmte verwendungen an und Heynatz a. a. o. tadelt auch diese. der wirkliche sprachgebrauch hat jedoch bis in die neueste zeit an einzelnen gebrauchsformen für die volle form festgehalten, und in anknüpfung daran den verwendungskreis derselben eher erweitert als verengert. 2@bb) wie eben angedeutet, stehen sich im gebrauche des adverbiums losere, vereinzelte verbindungen und gewohnheitsmäszige, bis zur formelhaften erstarrung sich verengende wortgruppen gegenüber. auch die bedeutung wird in diesen gegensatz natürlich hereingezogen, sonst ist für diese im allgemeinen hervorzuheben, dasz sie starr bleibt und der entwicklung sich verschlieszt: die parallele mit fideliter bleibt durch alle sprachperioden in geltung; die glosse catriulihho, confidenter der Keronischen sippe bleibt vereinzelt und ohne einflusz. 2@b@aα) die losen, lockeren verbindungen gehören, wie schon erwähnt, im wesentlichen der älteren sprache an. 2@b@a@11)) vereinzelt nur ist die interjectionelle verwendung; hier überwiegen adverbiale weiterbildungen des substantives, wie traun (s. d.): 'sitzet balde uf uwer pfert und vlihet uf uwer straze. swaz ir des haldet maze, daz ist getruwelich mir leit, wand ir zu todes iamerkeit vallen muget wol bi mir'. pass. 256, 11 Köpke. vgl. dazu β, 2)). 2@b@a@22)) lose verbindung mit verbis. hier bleibt die grundbedeutung des adverbiums in vollster frische erhalten. 2@b@a@2@aa)) bei intransitiven verbis ist die verbindung lockerer, der einflusz des zusammenhanges geringer als bei transitiven. 2@b@a@2@a@aα)) dô lebte in Burguntrîche vil getriuweclîche ein herre von gebürte fri. Engelhard 3143; der gûte bischof Bertolt dem was daz volc gemeine holt, wan er was tugende rîche. vil getrûwelîche riet er vor den cristentûm. livl. reimchr. 532 L. Meyer; waz si freuden triben in dem himelrîch, die dâ getriulich beliben werhaft an der ê und konschaft. Ottokar reimchr. 1890 Seemüller; den freund dir bringen thut erbfal, geschenck und heyratgut. hastu aber derselben keins, so wil ich zeigen dir noch eins. fach an und arbeit emsiglich mit deiner hand gantz getrewlich! oder treib einen kauffmanns-handel. H. Sachs (derpfenning der best freund) 21, 222 Keller-Götze. 2@b@a@2@a@bβ)) dar zuo kom ouch Giselher, der schœnen Uoten kint. dô er ir rede gehôrte, er sprach getriulichen sint. Nibelungen 808, 4; in eines jeden hause sprach ich getreulich vor, bis in des letzten klause mein geist sich ganz verlor. Hebbel (nächtlicher grusz) werke 72, 95; auf dich, herr, dessen gnaden-thron stehts unserm zugang offen, kan und will ich ohn forcht und hohn allzeit getrewlich hoffen. G. R. Weckherlin (psalm 31, 8) 2, 111 Fischer; ob ir ie veterlîche zuht gewunnet unde friundes muot, sô lânt iuch kint, wîp unde guot getriuwelîche erbarmen und lœset mich vil armen. K. v. Würzburg schwanritter 1229; jr werdet einen oder den andern error zu tadeln meiner getrewlich verschonen. Krafft reisen (litt. ver. 61) 1. 2@b@a@2@a@gγ)) dô munt engegen munde getriuweclîche strebete. K. v. Würzburg Engelhard 3143. 2@b@a@2@bb)) bei den transitiven verbis sind die factoren, die den bedeutungsgehalt des adverbiums beinflussen, vermehrt; hier liegen auch mancherlei ansätze zur formelbildung vor: daz er ir wale und ir spur wente uf einen guten man, der sin lob al dar an getruelich suchte an aller macht. pass. 9, 73 Köpke; ir ieclîcher sîn gebet nâch im getrûwelîchen tet mit vil gûter andâcht. livl. reimchr. 736 L. Meyer; getreulichen uszjeden, exstirpare radicitus. oberrh. stadtrechte 1, 1, 10 Schröder; ain yeder müller solt ... ainem jeden ... seinen getraid ... mit vleisz bewarn, getreulich maln und beraitten. württemberg. müllerordnung, Heumann opuscula 249; von dem kayser Ottnit, was er bisz an sein ende erstritten und auszgericht, auff das getreulichste der hystori nach in 6 actus gebracht mit 35 personen. register zu Ayrers dramen (1618) 1, 10 Keller; sie sollten nämlich so viel schlüsselblumen als möglich sammeln und solche getreulich mit zur stadt bringen. Göthe (W. Meisters wanderjahre 2, 12) 22, 193; jetzo geht wieder alles ganz gut. der hertzog ist wohl .. und wir führen unsere sachen getreulich und ordentlich weiter. Göthe briefe 4, 200; glaub mir, ich fühl' dein leid so tief als meines. getreulich wälzest du den schweren stein, der rück sich rollend immer wiederkehrt. Grillparzer (Medea 3, 1) 55, 138; auf diesem wege hat Preuszen seinen antheil an Polen getreulich im schlepptaue geführt und Posen erzogen zur gesittung und humanität. W. Jordan am 24. juli 1848 in der Paulskirche, stenogr. berichte 2, 1147; machten allen unfug getreulich und lebhaft mit. G. Keller (grüner Heinrich) 1, 275. 2@b@bβ) formelhafte verbindungen. 2@b@b@11)) mit der präpositionalverbindung ohne gefährde (th. 4, 1, 2075) geht das adverbium innerhalb des kanzleistils engsten zusammenhang ein: auch werden unser herrn von Nürmberg irs rats freund darzu geben zu unserm geschworen ziler pei dem zil und gemainclich gleich und gemain zu sein und iedlichem sein gepürlich recht zu geben getreulich und on alles geverd und umb des willen, das die sach alle dester löblicher und richtlicher gehalten werd. einladung der schützenmeister von Nürnberg an die schwäbischen städte zu einem festschieszen 1457, d. städtechron. 10, 232; dasz dieselben innungen alle durch zwen aus obgedachten kingklicher und furstlicher gnaden commissarien .. rechtlich und endtlich entscheiden werden, und die partheien demselben entscheid on alle wägerung nachkomen und geleben, dawider auch weder mit noch on recht nichtz handlen, noch fürnemen sollen, alles getreulich und ungefärd, auch allen falsch und betrug hierin ausgeschlossen. Augsburger protokoll in sachen des bankerottes der brüder Höchstätter 1530, d. städtechron. 23, 233; und bestetten auch wissentlich mit dem brief, was wir in ze recht daran bestetten süllen oder mügen, in solcher mass, daz dieselben dorfrecht hinfür under in gehalten werden, als vor geschriben stat und als die von alters her sint komen getriwlich und âne geverd mit urkund ditz briefs. konfirmation der waldungen und wasser in Partschins 1407, österr. weisth. 5, 31; dem will ich also nachkommen, getreulich und ohn alles gefährde. Ayrer histor. procesz. (I, 6) 140; getreulich ohne gefährde, lat. fideliter oder bona fide absque dolo Chomel 4, 1026; dasz er alles getreulich und ohne gefährde erzehlete. lebensgeschichte Robert Pierots 3, 222 (1742 ff.); 'getreulich und ohne gefährde', eine gewöhnliche clausel in allen verträgen. Adelung 2, 639; 'alles getreulich und ohne gefährde' steht oft am schlusze der verfänglichsten gerichtsinstrumente. Schmeller2 1, 741. 2@b@b@22)) ebenfalls dem älteren kanzleistil gehört die verbindung mit leid sein an: wie ihnen .. solche uneinigkeit zwischen uns getreulich leid als billig sei. bair. landtagshandl. 6, 127 Krenner; solt er sich fürter der gestalt gegen andern vom adel: wie gegen meinem lieben sun seligen geschechen halten: were mir fürwar für allen frümen adel und ritterschaft getreulich laid. ausschreiben Ludwigs und anderer von Hutten gegen herzog Ulrich bei Böcking Hutten 1, 59. 2@b@b@33)) bei den formelhaften verbindungen mit verbis liegt in erster linie eine handlung, die in das rechtliche oder moralische gebiet eingreift, zu grunde. jüngerer entwicklung entspringt auch hier die beziehung auf nachahmung, wiederholung oder künstlerische wiedergabe. 2@b@b@3@aa)) für den ersten fall liegen auch ältere verbindungen vor, die später wieder ausgestorben sind. 2@b@b@3@a@aα)) zu gote was vil reine ir andacht und ir gebet, daz si mit allem vlize tet und dran getrulichen vacht (thätig war). pass. 180, 88 Köpke; der von Prûzen tet alsam getrûwelîch, als ez im gezam. livländ. reimchron. 8556 L. Meyer; 'ich wirt mit ym reden alz ich pesst wirt chunnen'. do ist sein genugt an, wenn der man tuet, woz er chon, getreuleich. italien.-deutsches sprachbuch des 15. jahrh. 60b Brenner. 2@b@b@3@a@bβ)) diz ist diû gemeina gelouba sowér diê fásto unde getriûwelicho ne hábet (fideliter ac firmiter). Notker (fides Athanasii) 2, 531b Hattemer; also daz sy dit testamentum ende dise besatzunge sollent getruwelichen vollen furen unde hanthaben. Lüneb. urk. von 1371, monum. germ. vernac. IV, 1, 121, 51 u. a.; dasz sie die obgedachten unser burger zu Afflenz an den mehr gemelten ordnungen, betrachtungen und statuten fürbasz kain ihrung noch hinternusz thuen noch den ihren zu thuen gestatten in kain weisz, sondern sie getreülich hanthaben, schüzen, schürmen. österr. weisth. 6, 83 (Afflenz); männiglich, so in dieser stadt einig getreidig kaufft und verkaufft, gleichergestalt derselben ordnung in allen und jeden punkten und artikeln getreulich und ohnfehlbar, bei vermeidung gebührender ernstlicher strafe nachzukommen. Hamburger kornordnung von 1609 bei Naudé (Schmollers forschungen 8, 5) s. 136; sein dienst getreulich zu geben nach inhalt seiner gnaden urbar. österr. weisth. 6, 41 (St. Gallen 16. jahrh.); item es sollen alle zehnt getreulich geben und geraicht werden. (Pürg 16. jh.) österr. weisth. 6, 24; der zechend ist denen kirchen, seelsorgern und anderen zechendherren getreulich alljährlich abzugeben. (Kufstein 17. jahrh.) österr. weisth. 2, 44; ich habe es ihm getreulich wiedergegeben. Adelung 2, 639. 2@b@b@3@a@gγ)) so sollen auch die verpflichte gerhaben, curatoren und beistender auf ire verpflichte principalles guetes aufmerken haben, das selbige auch die übergebne narungs-personen getrulich und fleissig erhalten und inen das alles geben und geraicht werde, was ire brief und sigl in sich halten vnd vermügen. österr. weisth. 2, 33 (Kufstein 17. jahrh.); da ain mensch in ainem closter ist, der ... seinen orden getreülichen haltet. Geiler v. Keisersberg has im pfeffer A a 3d (1510); schwur jr, er wolte sein trew und gelübd getrewlichen halten. buch der liebe 264, 2; getreulich wort halten vgl. Hebbels briefwechsel 1, 278; mitten im gewimmel fremden volksthums bewahrten die tapferen stämme der Alpen und des Donauthales getreulich ihre deutsche art. Treitschke deutsche geschichte 1, 10. 2@b@b@3@a@dδ)) zum ersten hat Schilher geschickt fierczehen schock groschn und dy getreulich befolhen einem weisen rat zu ewigen zeiten. stadtbuch von Falkenau (1488—1528) 38 Rietsch; waren sie freudig und lustig, solchem bevehl getreulich nachzusetzen. Josephus 9. 2@b@b@3@a@eε)) dô wurben sie ir botschaft gar getrûwelichen als in gezam. livländ. chron. 317 Meyer; darnâch er flîziclichen bat etlich hern von Österrîch, daz si getriulich wurben an die Stîrære, daz in ir gunst niht verbære. Ottokar reimchronik 1774, vgl. 2010 u. a.; sælich sit ir geborn. ob ir in riu (ihn aus reuigem herzen) so getriwelichen zuo iu geladet. daz er des geruochet daz er sih iu genahet. speculum ecclesiae 21 Kelle. 2@b@b@3@a@zζ)) wand die iuncvrowe gut was von gote wol behut, der getruwelich ir pflac. passional 29, 25 Köpke; nym war wie gar getreülich ain gelid das ander begert zu beschirmen, und sein selbs nit schonet, sunder sich verachtet. Geiler v. Keisersberg pred. 112a (1510); wann unser richter, es wer zu Jrenigkch oder andersbo oder wellicher der der herschaft ainer ist von Gemnigk, so sol albegen ainer dem anderen getreuleich bei besten und auch albegen gar veraint und geordent mit einander sein. österr. weisth. 6, 18 (Donnersbach 15. jahrh.); der im an seinen letzten zeiten getreulich beistand. visio Tundali (1476); ir zeit daz tragend kind czegeberen komen was, des ir des ritters muotter getreülich halff und nicht lang vergieng einen schönen knaben gebar. dekam. 604, 11 Keller; aber man musz die unverstendigen und neidigen leut .. bei ihrem höchsten unverstand und befurderung zu irem entlichen verderben bleiben lassen, auch zu zeiten darzu getrewlichen helfen. Zimmerische chronik 3, 291; so die Jüden krieg haben würden, sollen jnen die Römer getrewlich helffen. Luther 1 Macc. 8, 11 (in den ältesten ausgaben; von 1539 ab treulich s. o.); so sollen die Juden den Römern getreulich hülffe thun, darnach es die noth fordert. 8, 25, ebenso 8, 27 (so soll daz volck der Juden in geholfen sein .. mit einem vollen hertzen in der älteren bibel); darumb bitten wir unsern lieben vater, das er uns wolle getreulichen helffen streiten. P. Schultz katechismus (1527) neudruck 43; die gantze gesellschaft (ward) fröhlich. der schaltkönig war ihr vorgänger. seine liebe Assenat half ihm getreulich. Zesen Assenat (1679) 420; getreulich helfen führt auch Adelung 2, 639 noch an. 2@b@b@3@a@hη)) do wart von gote sin gedacht und er an daz rechte bracht, wand er mit guter andacht im davor manigen tac getruwelichen dienen pflac. passional 204, 78 Köpke; daz wir von besundern genaden vnd gunst, die wir zu dem vorgenanten burggraf Johann ze Nürnberg haben, vnd och durh der dienst willen, die er vns vnd dem riche bis her getriwlich getan hat vnd och noch tuon sol, vnd von vnserm keiserlichen gewalt, in, sin erben, sin selbscholn vnd och sin borgen ledig vnd los gesagt haben aller der schuld vnd des geltz. urkunde kaiser Ludwigs von 1343 monum. Zollerana 3, 109; daz ist im nun gehalten worden, und hat getrewlichen gedienet und wol gekochet. Zimm. chron. 2, 473; darzuo euren fründtlichen und guoten willen, alles unsers vermögens, fründtlich und getreulich verdienen. L. v. Hutten bei Böcking 1, 59. 2@b@b@3@a@thθ)) allen heiligen zu lobe, uf daz si got vur uns dar obe getrulichen wolden biten. pass. 577, 3 Köpke, vgl. 546, 8; so ist hertzog Wilhelm von Bayern auch bei meinem herrn könig und auch andere viel hern, die wöllen mir auch getreulich helffen bitten, das mir der gefanngen werde. Flersheimer chronik 21 Waltz (1429); nochtant stunt he unde bat se allen, dat se vor em bidden scholden also getruwentlik, alse se wolden. Reinke de vos 2762 Lübben; doch er stand und bat, sie möchten alle getreulich für ihn bitten, so gut sie vermöchten. Göthe 40, 96; hat gute seidenwaar' euch stets gesandt und euch getreulich ins gebet geschlossen. Uhland Fortunat 2. 2@b@b@3@a@iι)) di hern dar toe râden solden, râden und getruwelichen wisen. Veldeke Eneide 1795, variante der Berliner, Münchener u. Wiener handschr.; do neigete sich so hinzu ir eine die in des beschiet und im getruwelichen riet, daz er nicht enbete. pass. 366, 10 Köpke; eben dieser herr wird sich einmal erinnern, dasz seiner gnaden ich getreulich gerathen habe, dasz sie zu einem inspector der öconomi annehmen wollen, einen verdorbenen kauffmann, der hiebevor grosse dinge gethan habe, und zurück kommen sei. Schuppius 29 (Salomo 4); wo sie (die fürsten) aber einander getreulich meinten. Wilwolt v. Schaumburg 107; secht bei solchen herrlein ist gut wohnen .. da gehts andechtig zu, die meinen einander getreulich. Fischart Garg., neudr. 71; was wir auch täglich lesen und hertzlich glauben, das der eer gottes abprüchig, auch uns und den unsern im gwissen beschwerlich und der seligkait geferlich sei, das doch nit desterweniger von e. f. g. oder iren geistlichen predigern allhie unentsetzt geprediget .. wirdet unangesechen, das unsere predicanten ire irthuomb clarlich anzeigen, meniglich getreulich davor warnen. eingabe des Augsburger rathes an den bischof 1533, deutsche städtechron. 23, 345; dweil auch ainem jedem regenten oder obern durch das ampt seiner oberkait auffgelegt und eingepunden wirt, allen vleisz fürzuokeren und darob zuo sein, dasz sein unterthanen nit allein mit dem wort gottes getreulich gewaidet, sunder auch solhem .. gelebt. mandat des Augsb rathes 1534, ebend. s. 390. 2@b@b@3@bb)) die auf nachahmung und wiederholung beruhenden verbindungen. 2@b@b@3@b@aα)) nun das soll mein vrteyl durchausz vor jn sein, jetz wil ich sy mit jren früchten vnd heiligen wercken all nach ordnung getrewlich, sovil die chronick von jn zeügen, vnd man mir nachsehen mag, erzölen. S. Franck chron. (1543) 2, 16b; er hat mir alles getreulich wieder erzählet. Adelung 2, 639; steht ein hauptmann ihm zur linken, und ein andrer ihm zur rechten, schildern ihm den ort getreulich, wo es gilt, den kampf zu fechten. Lenau Joh. Ziska 4; und er trug mir auf, zum präsidialsekretär dieser hofkammer zu gehen und ihm zu sagen, der finanzminister habe mir urlaub erteilt; wenn er daran zweifle, möge er kommen und sich anfragen, wo er den mündlichen bescheid erhalten werde. ich setzte das getreulich ins werk. Grillparzer (selbstbiographie) 195, 95; die landleute standen nicht etwa über den katholischen, als hinwegsehend über verdummte menschen, sondern sie glaubten alle mährchen derselben getreulich mit. G. Keller (grüner Heinrich) 1, 73; erzählet mir nun den verlauf dieser schlimmen geschichte recht getreulich. 212. 2@b@b@3@b@bβ)) zu obgedachtem ende solle nit nur ein ordentliches waisenbuch bei der stadt verfast und alles getreulich mit allen umständen eingetragen. (Oberwelz 1715) österr. weisth. 6, 253; ich weisz, der zustand seines geistes ist ihnen wichtig, und seine handlungen, weisz ich, sind ihnen nur wegen jenes wichtig. darum schrieb ich alles auch getreulich nieder, was mir aus dieser unterredung im gedächtnisz geblieben ist. Schiller (geisterseher) 4, 312; von der ersten regung, durch eine wachsende neigung, bis zum unentbehrlichen der gewohnheit, war der ganze lebenslauf dieser leidenschaft getreulich aufgezeichnet. Göthe (gute weiber) 15, 283; und auch ich bitte meine leser um verzeihung, dasz ich dem guten baron F ... so getreulich nachgeschrieben habe. Schiller (geisterseher, anm.) 4, 312; ein auffallenderes beispiel dieser art ist mir kaum jemals vorgekommen, als die art, wie Massieu diese, getreulich von mir übergetragene periode, in seine sprache übersetzt hat. Wieland Lukian 4, 310 (1798); der sonst-rheinbündner liesz nicht locker, übersetzte anfangs zwar getreulich, machte aber zuletzt den witz, dasz der schwarze sich zugleich in zwei spanische frauen verliebt habe. F. L. Jahn 1, 506; und man verhört den gottesstreiter, getreulich schreibt es der notar. Lenau (Savanarola) 2, 299. 2@b@b@3@b@gγ)) den pilger wird das bild seiner heimath, so wie er es in der scheidestunde mit thränendem auge auffaszte, getreulich auf seinen wanderungen begleiten — und dieses ist es, zu welchem der heimkehrende sehnsüchtig aufsieht, dessen ähnlichkeit er um so viel mehr vermissen wird, als sein auge eine jugendliche färbung festhielt. Gaudy (Ludwiga) 5, 125; ich kopierte getreulich die ländlichen schweineställe, holzschuppen und derlei dinge. G. Keller 1, 271.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    getreulichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    getreulich , Adj. Vw.: s. getriuwelich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Getreulich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Getreulich , adv. auf eine getreue oder treue Art, doch nur in einigen Fällen. 1) Mit Treue, d. i. möglichster Beobachtu…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    getreulich

    Goethe-Wörterbuch

    getreulich adv, in a und b je einmal attr a treu, gewissenhaft, zuverlässig, teilw zugl iSv bemüht; einmal scherzh von e…

  4. modern
    Dialekt
    getreulich

    Bayerisches Wörterbuch

    getreulich Band 4, Spalte 4,461

  5. Spezial
    getreulich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|treu|lich adv. 1 fedelmënter 2 (fleißig) lezitentamënter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit getreulich

1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von getreulich 3 Analysen

ge- + treulich

getreulich leitet sich vom Lemma treulich ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+treu+-lich getreu+-lich

Ableitungen von getreulich (1 von 1)

ungetreulich

DWB

ungetreulich , adj. adv. , gth. v. getreulich. mhd. ungetriuwelich, -lîche(n); mnl. ongetrouwelike. adj. privatbr. 1, 54 Steinhausen; städte…

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Cotta, M. (2026). „getreulich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/getreulich/dwb?formid=G12805
MLA
Cotta, Marcel. „getreulich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/getreulich/dwb?formid=G12805. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „getreulich". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/getreulich/dwb?formid=G12805.
BibTeX
@misc{lautwandel_getreulich_2026,
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