lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

tölpisch

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
16

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

tölpisch

tölpisch

Tölpel m. ‘einfältiger, ungeschickter Mensch, Dummkopf’. Die seit dem 16. Jh. bezeugten Formen Tölpel, Dölpel (vielleicht schon im 15. Jh. für Tölp vorauszusetzen, s. unten) gehen durch Assimilation hervor aus mhd. törpel, dörpel, die selbst dissimilierte Formen von mhd. dorpære, dörper, törper ‘bäuerischer, roher, nicht höfisch gebildeter Mensch’ (eigentlich ‘Dorfbewohner’) sind. Mhd. dorpære (mit unverschobenem -p-), das neben lautgesetzlich entwickeltes mhd. dorfære tritt, ist wie andere Wörter der höfisch-ritterlichen Kultur (s. Ritter, Wappen) aus dem Fläm. übernommen, vgl. mnl. dorper(e), doorper, doerper, nl. dorper (zu mnl. dorp ‘Acker, Hof, Dorf’, s. Dorf). Die mnl. Bildung gibt afrz. vilain ‘Landmann, Bauer, Nichtadliger, Mann niederen Standes’ wieder (wovon mhd. vil(l)ān), das in Ableitungen und in adjektivischer Verwendung früh pejorativ im Sinne von ‘gemein, grob, ungebildet’ gebraucht wird; es ist entlehnt aus mlat. villanus ‘Bauer, Land-, Dorfbewohner’, adjektivisch ‘zum Land(gut), Dorf gehörig’ (zu lat. vīlla ‘Landhaus, Landgut’, s. Villa). – tölpisch Adj. ‘einfältig, unbeholfen, ungeschickt, tölpelhaft’ (16. Jh., daneben bis ins 17. Jh. auch dölpisch, dolpisch), wohl gebildet zu dem Ende des 15. Jhs. belegten, möglicherweise aus als Deminutivum aufgefaßtem Tölpel (s. oben) entstandenen Tölp, Dölp ‘täppischer Mensch, Tölpel’ (zunächst fiktiver Personenname), doch vgl. auch mhd. dörpisch ‘bäurisch’ (s. dörfisch). tölpelhaft Adj. (Anfang 18. Jh., älter tölpelhaftig, 1700). Tölpelei f. ‘Ungeschicklichkeit, Dummheit’ (Mitte 17. Jh., daneben Tölperei, 1691, Tölperlei, 1749); voraus geht mhd. dörperīe, häufiger dörperheit, törperheit, auch dörpelheit ‘bäurisch rohes Benehmen’.
1715 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tölpisch

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Tölpisch , -er, -ste, adj. et adv. von dem veralteten Tölp, für Tölpel, wie tölpelhaft, aus Schwerfälligkeit oder Dummhe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tölpisch

    Goethe-Wörterbuch

    tölpisch [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    tölpisch

    Elsässisches Wb.

    tölpisch [têlpi Roppenzw. ] Adj. plump. Das Kommod is t t. g e schafft die Kommode ist grob, roh gearbeitet.

  4. Sprichwörter
    Tölpisch

    Wander (Sprichwörter)

    Tölpisch Wer dölpisch ist und nichtsen kann, der ist ein Land-Edelmann. – H. Sachs, Schlaraffenland.

Verweisungsnetz

24 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 17 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toelpisch

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von toelpisch

toelp + -isch

toelpisch leitet sich vom Lemma toelp ab mit Suffix -isch.

toelpisch‑ als Erstglied (1 von 1)