lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Todt

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
55
Verweise raus
9

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Todt

Bd. 4, Sp. 615
Todt, -er -ste, adj. et adv. welche Grade doch nur in einigen der figürlichen Bedeutungen üblich sind, dagegen in der eigentlichen die Natur der Sache sie nicht verstattet; des Lebens beraubt, gestorben. 1. Im eigentlichsten Verstande, des natürlichen oder thierischen Lebens beraubt, von Körpern, welche mit demselben begabt werden; im Gegensatze des lebendig. Todt seyn, halb todt seyn, noch nicht ganz todt seyn, völlig todt seyn. Ein todter Körper, ein todter Leichnam. Ein todtes Thier. Man sagt ihn todt, man sagt, daß er gestorben, nicht mehr am Leben sey. Es sagte ohne alle Gnade Die ganze Stadt Nigrinen todt, Less. Todt niederfallen. Sich todt fallen. Hingegen sagt man in andern Fällen nicht sich todt arbeiten, sich todt trinken, u. s. f. sondern sich zu Tode arbeiten, zu Tode trinken. Sich todt lachen und zu Tode lachen, sich todt grämen und zu Tode grämen, sich todt hungern und zu Tode hungern, sind bey nahe gleich üblich, obgleich der Gebrauch des Beywortes der Sprache des gemeinen Umganges am gewöhnlichsten ist. Jemanden todt schlagen, stechen, schießen u. s. f. wofür doch die mit er zusammen gesetzten Zeitwörter edler sind, wenn man ihrer anders hat; jemanden erschlagen, erstechen, erschießen, erhenken, erwürgen. Todt schlagen und zu Tode schlagen, sind auch noch verschieden; ersteres bedeutet mit einem oder wenigen tödlichen Schlägen des Lebens berauben, letzteres aber so lange schlagen, bis man stirbt. Todt machen, im gemeinen Leben, gewaltsam tödten, besonders von Thieren und Insecten. Ingleichen, als ein Hauptwort, ein Todter, eine gestorbene Person, welche in Absicht des Begräbnisses eine Leiche heißt. Dieses Hauptwort wird nur von verstorbenen Menschen gebraucht, da es denn als ein Masculinum von beyden Geschlechtern üblich ist. Einen Todten im Hause haben, eine vor kurzem gestorbene Person. Einen Todten begraben. Einen Todten wieder ausgraben. Wenn die eigennützige Schmeicheley ein prächtiges Denkmahl über die Gebeine des vergessenen Todten aufrichtet. Von den Todten auferstehen, eine biblische nach dem Griechischen gebildete R. A.[] Von dem Tode auferstehen, ist der Analogie der Deutschen Sprache angemessener. 2. Figürlich, wo es theils dem lebendig, theils dem lebhaft in ihren figürlichen Bedeutungen entgegen gesetzet wird. (1) In der Theologie ist geistlich todt, des geistlichen Lebens beraubt, und darin gegründet. Todt in Sünden seyn. Todte Werke, sündliche Handlungen. (2) Des vegetabilischen Lebens beraubt. Ein todter Baum, ein abgestorbener, vertrockneter. In einem etwas andern Verstande hat man auch todtes Fleisch in den Wunden. (3) Zuweilen wird es auch von Dingen gebraucht, welche kein eigentliches Leben haben können, für leblos. Ein todtes Bild, ein todtes Holz. (4) In einem andern Verstande wird im Forstwesen das Nadelholz todtes Holz genannt, weil es, wenn es einmahl abgetrieben worden, aus dem Stamme und den Wurzeln nicht wieder ausschlägt; im Gegensatze des lebendigen oder Laubholzes. (5) Eine todte Befriedigung, welche aus einer Mauer, einem Zaune, einer Planke u. s. f. bestehet, im Gegensatze einer lebendigen, d. i. einer Hecke. (6) Eine todte Sprache, welche nicht mehr die gewöhnliche Sprache einer ganzen Völkerschaft ist, wie z. B. die Hebräische, Alt-Griechische, Lateinische u. s. f. im Gegensatze einer lebendigen. (7) Das wahre Rothe Todte, im Bergbaue, eine röthliche völlig taube Erd- oder Steinart, welche die Grundlage der Flötzgebirge ist, und den ursprünglichen Boden ausmacht, auf welchem sich die Schichten der Flötzgebirge angesetzt haben. (8) Die todte Hand, in dem Deutschen Staats- und bürgerlichen Rechte, ein Nahme immer fortdauernder Stiftungen und Anstalten, doch nur in Rücksicht auf die unbeweglichen Güter, welche sie besitzen, und ohne Plural; im mittlern Lat. Manus mortua. Etwas an die todte Hand verkaufen, an eine Kirche oder an ein Kloster. Vermittelst dieses Ausdruckes werden dergleichen Anstalten lebendigen Personen entgegen gesetzt, weil die an sie veräußerten Grundstücke nie wieder zur Veräußerung oder in Handel und Wandel kommen; folglich für den Staat todt und abgestorben sind, daher der Verkauf zur todten Hand oder an die todte Hand in den meisten Ländern weislich eingeschränket ist. (9) Todte Asche, todte Kohlen, im Gegensatze der glühenden, die man auch wohl lebendige zu nennen pflegt. (10) Eine todte Farbe, eine matte, welche weder Glanz noch Lebhaftigkeit hat; im Gegensatze einer lebhaften. Todte Augen, matte, welche weder Geist noch Leben verkündigen. (11) Ein todter Ort, wo es sehr stille und einsam ist, im Gegensatze eines lebhaften. Es ist hier sehr todt. Eine todte Gasse. Wie todt ist die Stille! (12) Eine todte Kraft, in der Mechanik, welche keine Bewegung hervor bringet, welche von einer andern in der Ruhe erhalten wird; zum Unterschiede von der lebendigen. (13) Eine todte Erkenntniß, todte Wissenschaft, welche keinen Einfluß auf den Willen hat. Ein todter Glaube, welcher sich nicht durch Werke thätig beweiset. Beydes im Gegensatze des lebendig. (14) Ungültig, unkräftig, nur noch zuweilen, besonders in den Rechten. Die Handschrift soll todt und ab seyn. Anm. Bey dem Kero tot, bey dem Ottfried dot, im Nieders. dood, im Angels. dead. Es ist das Mittelwort der vergangenen Zeit von dem veralteten noch im Niederdeutschen gangbaren Zeitworte toden, doden, sterben, so daß es aus todet zusammen gezogen ist, und eigentlich gestorben bedeutet; woraus zugleich die Richtigkeit des dt erhellet. Da dieses Zeitwort ehedem auch toen, Nieders. doen, lautete, so läßt sich auch die alte Schreibart tot, für toet rechtfertigen. Die Zusammensetzungen mit diesem Worte werden mit den, wo das Hauptwort Tod die erste Stelle einnimmt, nicht bloß im gemeinen Leben, sondern selbst von Sprachlehrern häufig verwechselt, obgleich nur wenig Aufmerksamkeit nöthig ist,[] die wahre Schreibart zu finden. S. Todfeind, Todkrank, Tödlich, Todschlag.
5920 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Todt

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Todt , -er -ste, adj. et adv. welche Grade doch nur in einigen der figürlichen Bedeutungen üblich sind, dagegen in der e…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    todt

    Goethe-Wörterbuch

    todt [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Todt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Todt , Karl Gottlob, geb. 1803 zu Auerbach im Voigtlande, 1832 Bürgermeister in Adorf, seit 1837 Oppositionsmann in der …

  4. Sprichwörter
    Todt

    Wander (Sprichwörter)

    Todt 1. Besser auf einmal todt, denn allzeit schweben in noth. – Henisch, 323, 56. »Soll's Herz verbluten, so mag's gesc…

Verweisungsnetz

43 Knoten, 36 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Hub 1 Kompositum 36 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit todt

482 Bildungen · 477 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

todt‑ als Erstglied (30 von 477)

todtag

DWB

tod·tag

todtag , m. was todestag: am todtage eines geliebten menschen. J. Paul flegelj. 2, 88 .

todtbrief

DWB

todt·brief

todtbrief , m. urkunde, durch die etwas für todt ( ungültig ) erklärt, auszer kraft gesetzt wird ( s. todt II, 2, l ) Frisch 2, 395 b . Schm…

Todte (der)

Wander

todt·eder

Todte (der) 1. A Toda is no net z'ruck kema. ( Wien. ) 2. A Todten trugt män nit zurück. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) Nämlich vom Friedhof. 3…

Todte Hand

Herder

todt·e·hand

Todte Hand , Sterbefall etc., s. Besthaupt; so viel als mortuarium , s. d.

todtenacker

DWB

todt·en·acker

todtenacker , m. was todes-, leichenacker: dann laszt .. die grünbelaubten bäume und gras und blumen vergessen machen, dasz wir uns auf eine…

todtenähnlich

DWB

todt·en·aehnlich

todtenähnlich , adj. mortuosus, vgl. todähnlich , todtenartig , -haft: die augen lagen weit aufgesperrt und stier in einem todtenähnlichen g…

todtenallein

DWB

todt·en·allein

todtenallein , adj. und adv. so allein, so verlassen wie die todten: er fühlte sich todtenallein. J. Paul uns. loge 2, 74 .

todtenamt

DWB

todt·en·amt

todtenamt , n. exequiae, vgl. seel-, traueramt , todtenmesse : das todtenamt und die vigilien sprechen. Keisersberg post. 59 b ( Frisch 2, 3…

todtenangesicht

DWB

todt·en·angesicht

todtenangesicht , n. vergl. leichenangesicht, todtengesicht: und all mein todtenangesicht dein licht, o herr, belebe! Herder ged. 1, 490 H.;…

todtenartig

DWB

todt·en·artig

todtenartig , adj. , vgl. todtenähnlich, -haft: das war ein grelles, seltsames licht, mit dem der blitz über die angesichter der beiden stre…

todtenasche

DWB

todt·en·asche

todtenasche , f. die überreste eines ( ursprünglich verbrannten ) verstorbenen, die erinnerung an ihn oder an den tod, s. asche th. 1, 579 f…

todtenauge

DWB

todt·en·auge

todtenauge , n. : die blassen gestalten, die ihre todtenaugen noch einmal gegen uns aufheben. J. Paul Hesp. 4, 75 ; die weiber sagten, das g…

todtenbahre

DWB

todt·en·bahre

todtenbahre , f. feretrum, todtenpare voc. 1482, gg 6 b , loculus Dief. 335 a , der todtenbaar Maaler 403 c , vgl. todesbahre , leichenbahre…

todtenband

DWB

todt·en·band

todtenband , n. schwarzes band, wie es leichen erhalten: der rosenschlaifen stelle nahm ein schwarzes todenband ( var. todtenband) Schiller …

todtenbank

DWB

todt·en·bank

todtenbank , f. bank, tisch für leichen: was neu sich bildet in dem drang der zeit, verachtet ihr, weil ihr's nicht fassen könnt, nicht präp…

todtenbau

DWB

todt·en·bau

todtenbau , m. mausoleum: er sah den todten-bau der Artemisie Günther 608 .

todtenbaum

DWB

todt·en·baum

todtenbaum , m. 1 1) schwäb.-alem. sarg der aus einem baumstamm gehöhlt ist (eichner trog oder todtenbaum Alem. 16, 223 b v. j. 1527, in den…

todtenbeere

DWB

todt·en·beere

todtenbeere , f. lonicera coerulea Pritzel-Jessen 219 ( aus Kärnten ).

Todtenbegängniß

Campe

todt·en·begaengniss

Das Todtenbegängniß , — sses, Mz. — sse , das Begängniß eines Todten, das Leichenbegängniß. Stieler. Auch Todtenbegräbniß , welches M. Krame…

todtenbein

DWB

todt·en·bein

todtenbein , n. , mhd. tôtenbein, os mortui, reliquiae ( Maaler 403 e , todtenbein der heiligen Denzler 287 b ), vgl. todtengebein, -knochen…

todtenbeinhaus

DWB

todtenbein·haus

todtenbeinhaus , n. , vgl. carner , kerner : wie siehst du denn aus! als hätt'st du verlassen das todtenbeinhaus! Langbein ged. (1854) 1, 22…

Todtenbeliebung

Adelung

todt·en·beliebung

Die Todtenbeliebung , plur. die -en, bey den Handwerkern, eine Beliebung, d. i. freywillige Anstalt, arme Mitglieder ihrer Zunft auf gemeins…

todtenberaubung

DWB

todt·en·beraubung

todtenberaubung , f. : todtenberaubung ist das werk eines niederträchtigen. Wander sprichw. 4, 1259 .

todtenberg

DWB

todt·en·berg

todtenberg , m. berg, worauf sich ein gottesacker befindet. Schubart ged. (1839) 1, 315 .

todtenbeschau

DWB

todt·en·beschau

todtenbeschau , f. das behördliche beschauen einer leiche, leichenschau, vgl. todtenschau : ein junger doctor, der wegen einer todtenbeschau…

todt als Zweitglied (4 von 4)

Mausetodt

Adelung

mause·todt

Mausetodt , adj. et adv. im gemeinen Leben, völlig todt, im höchsten Grade todt. Und stellt sich mausetodt, Haged. Man siehet leicht, daß an…

Passmichzutodt

Wander

Passmichzutodt Um zwei Pfenni Pass-mi-zu-toudt. ( Nürnberg. )

Ableitungen von todt (1 von 1)

untodt

DWB

untodt , adj. , nichttot; mnl. ondoot: im todten ist die seel untod Keisersberg trostspiegel (1510) h h 1 d ; die todte und untodte natur Ca…