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that

as. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

that f.

Bd. 21, Sp. 307
that, tat,f. das verbalnomen zu thun: goth. dêþs dêds in den zusammensetzungen ga-, missa-, vailadêds, ahd. tât dât (gen. tâti, plur. tâti tâte), mhd. tât (gen. tæte tât, plur. tæte; daneben ein fem. tæte), alts. dâd, ags. dæd dêd, altn. dað (auch tüchtigkeit, tapferkeit Möbius 56); nhd. that tat mit schwachem plur. thaten, nur vereinzelt noch starkformig: der alten Teutschen tat und krieg. Aventin. 5, 2, 3 (res gestas Germanorum annal. 1, 328, 23); bösz that haben keinen rath. Frank sprichw. 1, 50b; dasz du viel wunder habst gethan und grosze thate sehen lan. Ulenberg, Kehrein kirchenl. 2, 169, 1. in ahd. glossen wird mit tât das lat. actio, actus, actum, effectus, factum, gestum übersetzt (Graff 5, 326), die that ist also im allgemeinen eine handlung (das thun sowol als das gethane) und zwar eines wesens, das freien willen hat, sie ist das verwirklichte wort, der ausgeführte gedanke, plan, vorsatz, entschlusz oder rat: that heiszt eine handlung, sofern sie unter gesetzen der verbindlichkeit steht, folglich auch sofern das subject in derselben nach der freiheit seiner willkühr betrachtet wird. der handelnde wird durch einen solchen act als urheber der wirkung betrachtet, und diese, zusammt der handlung selbst, können ihm zugerechnet werden, wenn man vorher das gesetz kennt, kraft welches auf ihnen eine verbindlichkeit ruht. Kant 5, 23. 11) in verbindung mit oder gegensätzlich zu wort, wille, gedanke, vorsatz, plan, rat und dergl.: (dasz er) mit dâtin odo mit wortonmir wolti widarwerton. Otfrid 3, 16, 26; ehre vater und mutter mit that, mit worten und gedult. Sir. 3, 9; laszt uns nicht lieben mit worten noch mit der zungen, sondern mit der that und mit der warheit. Joh. 3, 18 (wan mit den werken. cod. Tepl.); das alle ir (der Wittenberger) schrift und that von der messen nichts gelte und verleumbdet werden. Luther 3, 50a; an worten ist er mönch, an thaten ist er hahn. Logau 3, 6, 2; das wort in that verwandeln. Göthe 46, 346; der worte sind genug gewechselt, laszt mich auch endlich thaten sehn. 12, 6 (Faust 2, 15 Weim.); wenig nur, doch etwas, nicht mit worten, mit der that wünscht' ichs zu sein. 9, 139 (Tasso 2, 1); das wort ist frei. die that ist stumm. Schiller 12, 28 (Wallenst. lager 6); wenn auf das wort die that nicht folgt. 107 (2, 5); kühn war das wort, weil es die that nicht war. 215 (Wallenst. tod 1, 4); stets ist die sprache kecker als die that. 80 (Picc. 1, 3); und das lebendige wort zeuget lebendige that. Geibel juniusl. 364; dein wille (ist) meine that. Fleming 107; er nam den willen für die that. Waldis Es. 41, 76; so trifft doch jetzt die that nicht mit dem willen ein. Günther 1056; der wille lockt die thaten nicht herbei. Göthe 9, 154 (Tasso 2, 3); der flüchtge wille wird nie eingeholt, wenn nicht die that sogleich mit geht. Tieck Macb. 4, 1; entschlusz ist vorsatz, that. Lessing 2, 284 (Nathan 3, 8); einen groszen charakter nennt man, wenn .. plane und thaten zum vorschein kommen. Göthe 54, 101; er erzählte von seinen heutigen thaten und vorhaben. 17, 23; nach fröhlichem erkenntnis erfolge rasche that. 3, 258; aus der idee kann ohne die that gar nichts werden. Schiller an Göthe 784 (6, 37); einen gedanken zur that werden lassen und dergl., s. gedanke II, 17, a; da wir, wenn er kaum reift, schon den gedanken sehn, und die werdende that. Klopstock od., krit. ausg. 1, 92; (es kommt) aus gedanken die that. Hölderlin 1, 43; gieb den gedanken, die du hegst, nicht zunge, noch einem ungebührlichen die that. Schlegel Hamlet 1, 3. am häufigsten in verbindung mit rat: sîn rât, sîn tât ist reine. Mai u. Beaflor 126, 6; langer rât und snel getât. Thomasin w. gast 13162; und hielten da ein groszen rath, wie man doch handlet mit der that. Murner En. (1559) e 6a; (gott ist) gros von rat und mechtig von that. Jer. 32, 19; thu nichts on rat, so gerewets dich nicht nach der that. Sir. 32, 24; und halt zuvor im hertzen raht, auf das dich nicht gerew der that. Ringwald laut. warh. 43; bösz that haben keinen rath. Frank sprichw. 1, 50b; langsam rat, schnell sei die that. 2, 119a; nach der that wer findt nit rath! 168a; halt raht, darnach greiff zur that. Lehmann 600, 101; nach der that kommt der raht zu spat. 601, 110; nach der that erscheint, wo man im raht gefehlt hat. 600, 99; rath ohne that. Logau 2, 4, 32 überschrift; vergebens ist all rat und that. Spee trutzn. 53, 9 B.; hilf, hilf, gib rat und that! 14, 64; das ist mein aller bester radt: beweist den glauben mit der tadt. Vehe 39, 18; dem bösen feind ich widersag, seim eingebn, raht und that. Kehrein kirchenl. 1, 3, 4; behülflich, wach, zu rath und that bequem. Göthe 9, 324 (nat. tochter 3, 4); sie tröstet ihn mit rath und that. Voss ged. 1, 188; wie ich dir aber helfen kann mit rath und stiller that, das erwäge. Freytag ges. werke 8, 133. 22) in verbindung mit oder gegensätzlich zu werk (als wirkung, folge der that), vgl. 7: wer kan die groszen thatten des herrn ausreden? und alle seine löbliche werk preisen? ps. 106, 2; das werk des meisters ... ... ist, wie des helden that, unsterblich! Klopstock od., krit. ausg. 1, 107; aber des meisters werk, nur das bleibt da, wie's ist: in nebel hüllt die geschichte die that des meisters. 2, 19. auf diese unterscheidung bezieht sich ganz besonders der inhalt der oden: der nachruhm (2, 39) und der gränzstein (2, 48). 33) that bezieht sich der zeit nach (wie schon durch den ablaut des präteritums ausgedrückt ist) auf die vergangenheit, dann aber auch auf die gegenwart oder zukunft; s. auch bei 1 und 4: bekänntliche (eingestandene) that. Carolina 20b; zu geschehenen thaten ist nicht mehr zu rathen. Lehmann 273, 13; die auszgeübten thaten (der soldaten). Logau 1, 10, 47; denn hier sind kläger die menge, viele bewiesene thaten. Göthe 40, 60; frische, wahre that (facinus, crimen flagrans), s. frisch 5 und handhafte that, handthat: wenn du mich findst an waarer that (in flagranti). fastn. sp. 882, 24; bald man (ihn) ergrieff an warer that. H. Sachs 8, 684, 34; dieweil sie (das eheweib) gar an frischer that vorhin kein mensch ergriffen hat. 15, 169, 14; warum hat man dich nicht erwürgt auf frischer that? Gryphius trauersp. 25 P.; es scheint, man habe den verfasser .. hier auf frischer that ertappet. Liscov 231; diesen mann ergriff ich über frischer that, wie er dem hut den ehrengrusz versagte. Schiller 14, 356 (Tell 3, 3); doch sterben soll auf frischer that, wer meiner braut sich frech genaht. Lenau 2, 51; vor der that halte rath. Simrock sprichw. 555; in meiner brust war meine that noch mein. Schiller 12, 216 (Wallenst. tod 1, 4). 44) that ohne nähere bezeichnung, vgl. auch 1 und 6. 4@aa) als subject, z. b.: diese (gewalt-)that verhetzet die gemter noch mehr. Wurstisen 215; da fieng er (Jesus) an die stedte zu schelten, in welchen am meisten seiner thaten (wunder) geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert. Matth. 11, 20 (in den manig seiner kreft waren getan. cod. Tepl.); vil tausent mal geschicht die that, das einer eins freunds weib lieb hat. H. Sachs 12, 19, 14; und dein leben sei die that. Göthe 23, 6; die that allein beweist der liebe kraft. 9, 384 (nat. tochter 5, 9); im anfang war die that. 12, 66 (Faust 1237 Weim.); und schnelle eil' erfordert meine that. Stolberg 14, 214. that auf that, that um that: dasz that auf that sich drängt. Eckermann gespr. 3, 258; du im leben nichts verschiebe, sei dein leben that um that. Göthe 23, 7. 4@bb) als object, z. b.: mit gott wollen wir thaten thun, er wird unser feind untertretten. ps. 60, 14; haben wir nicht in deinem namen viel thaten gethan? Matth. 7, 22 (taten wir nit manig kreft in deim namen? cod. Tepl., goth. mahtins mikilôs gatavidêdun); so wil ich ein that thun, dasz es dem gantzen morenlandt ein lob musz sein. buch d. liebe 226a; musz man euch dann, ihr soldaten, lassen gehen alle thaten? Logau 1, 8, 13; soldaten müssen haben sold, sollen sie thun thaten; sie müssen thaten thun für sold, wollen sie sein soldaten. 2, 7, 2: welche thaten thäte dort oben der herrliche? Klopstock od., krit. ausg. 1, 153; (wir stehn) die waffen in der hand und wollen thaten thun. Gleim kriegsl. 13 (4, 20) neudr.; eine that üben Fleming 491. Freytag ges. werke 8, 145, wagen 8, 164, betreiben Schlegel forml. 1, 5, beschlieszen Schiller 11, 278, rathen Stolberg 14, 127, vollbringen 189, vollziehen 13, 189, verkünden 180, preisen, erheben Ringwald l. w. 104, verrathen Frank sprichw. 1, 18b, rächen Ayrer 1329, 19, verurtheilen Tiedge Urania 5, 477, leugnen Lessing 5, 377, im drama vorstellen Göthe 19, 181; that brauchen, thätlich werden, siehe brauchen 1, k. 4@cc) im genetiv oder dativ, der that geständig, schuldig sein, der that beistimmen, gedenken u. s. w.: ther selbo ni gihengita .. iro tâtin (non consenserat actibus eorum). Tatian 212, 3; du bist der thatt (des totschlags) schuldig. Zimm. chr.2 2, 38, 29; denn man sagt: der ist schuldig der that, der zu strafen gewalt hat. Göthe 40, 116; gedenkt man der thaten deines zeugers, so schrumpfst du ein. Rückert Hamasa 1, 66. 4@dd) that abhängig von einer präposition: 4@d@aα) an der that, an thaten: an wahrer, frischer that, s. 3; wenn er wer schuldig an der that, .. so .. müst wir ihn straffen drumb. Ayrer 873, 9; (nie) hab' ich gesehen einen mann wie er an kraft und thaten. Stolberg 13, 41; wir sind noch jung an thaten. Tieck Macb. 3, 4. 4@d@bβ) auf der that, auf that: man trifft gott gleichsam auf der that mit seegen in der hand. Claudius 5, 205; wenn man ihn nicht auf der that (= auf frischer that 3) erwischt. Gotthelf schuldenb. 81. auf that (acc.) s. 4, a. 4@d@gγ) bei der that: bei dieser that bin ich ... gewest. Götz v. Berl. 16 neudruck; bei der that ist sie gehascht. Stolberg 14, 43; beschämt, als hätte ihn sein feind bei einer that .. ertappt. Wieland 9, 46. 4@d@dδ) durch die that, durch thaten: das glaube ich durch die that bewiesen zu haben. Wieland 33, 119; wenn ich durch keine that diesz allgemeine wohl verletze. Uz 112 (49, 14) neudr.; ob gott versucht habe hinein zu gehen und im ein volk zu nemen ... durch seer schreckliche thaten. 5 Mos. 4, 34. 4@d@eε) in 4@d@e@aaαα) mit dativ: er wird ergriffen in der that. Sandrub kurzweil 37 (23, 18) neudruck; hitz im rath, eil in der that bringt nichts als schad. Simrock sprichw. 438; er ist mir zu schlecht in den thaten, er heiszet wol Simplicius. H. Sachs 14, 161, 11; in allen meinen thaten lasz ich den höchsten rahten. Fleming 287; wenn sich der adel nicht in unsern thaten weist. Günther 667; in keiner einzelnen that. Schiller 10, 513; ohne artikel in that, in thaten: lehre, die sie (äsopische fabel) in that zeigt. Herder lit. 12, 67; der, .. sowohl wie man herrschen, als wie man gehorchen soll, in that und beispiel gezeigt hat. Schiller 9, 187; was ich in that und wahrheit bin, ist dein und meinem armen land. 13, 121 (Macbeth 4, 6); erprobte männer in tat und reden. Rückert Ferdosis königsbuch 164; in thaten sind die jungen, in räthen die menner .. berümpt. Frank sprichw. 1, 7a; in reden, gebärden und in thaten. Ayrer 957, 3. adverbial in der that, de facto, re vera, wirklich (wofür nie in der handlung gesagt werden könnte), vgl. thatsächlich: das solt du in der that erfaren. H. Sachs 13, 62, 13; dasz du erwiesen hast, du seiest in der that der mutter rechter sohn. Opitz 2, 23; du must von dir selbsten mehr nicht auszgeben, als es in der that ist. pers. baumg. 5, 11; dem ansehen nach waren wir zweene, und in der that mehr nicht, als einerlei wille. Butschky kanzl. 374; so verhält sichs doch in der that ganz anders. Leibnitz 1, 381; (das gewünschte) in der that würklich zu leisten. Zigler Banise 7 Bobert.; in der that fanden sich leute, die .. Liscov 86; auch ist es (portrait) in der that nicht mehr geschmeichelt, als die kunst schmeicheln musz. Lessing 2, 117; in der that hat der dichter einen groszen schritt voran, welcher eine bekannte geschichte .. behandelt. 6, 448; in der that, ein hübscher wohlgewachsner mensch! Wieland 19, 294; die evangelische religion, obgleich durch die gesetze unterdrückt, war in der that doch die herrschende. Schiller 8, 29, verstärkt in der that und wahrheit Lessing 9, 55. 4@d@e@bbββ) mit accusativ, in die that, in that: (der christ) soll fleiszig bringen in die that (ausführen), was er dem herrn (im taufgelöbnis) verheiszen hat. Ringwald laut. warh. 16; das wort in that verwandeln, s. 1. 4@d@zζ) mit der that, mit that, s. auch bei 1: mit der that, mit gewalt östr. weisth. 1, 207, 31. 34. 35. Chemnitz schwed. kr. 2, 724b; damit er mit der tat auch still stee gegen gemelten graf. Chmel urk. Max. nr. 39; du (gott) bist gros, und dein name ist gros und kansts mit der that beweisen. Jer. 10, 6; als Holofernes mit der that Betuliam belägert hat. Schwarzenberg 109b; als Paris vorlängst mit der that di schön Helenam geraibet hat. 116b; seit du es mit der that beweisen wilt. H. Sachs 8, 208, 4; beweist den glauben mit der tadt. Vehe 38, 15; dadurch sie gewiszlich mit der that den himmel wol verdienet hat. ganskönig E 4a; ein jeglicher, gut oder böse, nimmt sich seinen lohn mit seiner that hinweg. Göthe 9, 33 (Iphig. 2, 1); (weil ich) die that mit that vergalt. Stolberg 13, 223; mit rath und that, s. 1. 4@d@hη) nach der that, s. 1; nach thaten: mein geist dürstet nach thaten, mein athem nach freiheit. Schiller 2, 48 (räub. 1, 2). 4@d@thθ) rath ohne that Logau 2, 4, 32; nahmen sonder that. Gryphius trauersp. 67 P. 4@d@iι) von thaten: der grosze Ferdinand, der nun und ewig wird von thaten sein bekand. Opitz 2, 92; wer (vor alter) nichts mehr vermag von thaten. Logau 1, 7, 43; ein volk, zwar klein von zahl, jedoch sehr grosz von thaten. Rist dichtungen 151 Gödeke. 4@d@kκ) vor der that, s. 3: hüt dich vor der that, der lügen ist schon rath. Aler 1888b; da Sophocles uns das hohe innere seiner helden auch vor der that zeigen wollte. Eckermann gespr. 3, 143. 4@d@lλ) zu der that, zu that; zu den thaten, zu thaten, s. auch bei 1 und 3; schnell, rasch zur that. Schiller 11, 248; zur that fähig. Göthe 20, 213; gebildet ist ihr geist, doch nicht zur that. 9, 286 (nat. tochter 2, 1); besser im stillen reift er (der jüngling) zur that oft, als im geräusche wilden schwankenden lebens. 40, 270; wenn das eingegrabne wort ... dich zu lieb' und that entzündet. 5, 5; verstand darf man zum rahten, glück und hertz zun thaten. Lehmann 750, 15; höre, wie zu lust und thaten altklug sie rathen! Göthe 12, 83 (Faust 1629 Weim.); in Europa treibt der wein zu noch weit andern thaten. Lessing 2, 263 (Nathan 3, 2); ich ziehe fort zu thaten und gefahren. Lenau 2, 357. 55) that mit einem genetiv 5@aa) der person, oder statt dessen ein pron. possess. oder adjectiv: gotes tât minnôta ih, mennischen tât haʒʒêta ih. Notker 100, 3 (statt dessen auch göttliche, menschliche that); thie gotes dât (wunder), sô siu thâr giscriban stât. Otfrid 3, 26, 6; er tæte gerne rîters tât. Parzival 66, 21; der jungen that, der menner rath. Frank sprichw. 1, 7a; deiner (gottes) that kann keine stärke wehren. P. Gerhard 215 Gödeke; was schelten wir doch viel des bösen Nero thaten. Rist dichtungen 141 Gödeke; die thaten des Alexanders. Lessing 6, 450; sänger, der die thaten des hauswirths rühmt. Freytag ges. werke 8, 170; nicht die jahre allein zählen wir, auch die thaten des mannes. 9, 115. 5@bb) eines abstractums statt des adjectivs oder genetivs der person: die thaten der ehre. F. Schlegel ged. 299, des geistes Immermann schriften 2, 323, des hasses Freytag ges. werke 14, 299; die thaten der tugend. Klopstock od., krit. ausg. 2, 179; wer kann sie zählen die thaten der ehernen unscham? 2, 91; des mordes schwere that (vollbringen). Schiller 11, 244. 5@cc) der zeit: die thaten des siebenjährigen krieges. Göthe 25, 103; die thaten der vorzeit. Schiller 2, 29. 66) die eigenschaft der that, besonders ausgedrückt durch ein adjectiv (oder durch composition); construction wie bei 4. 6@aa) grosze, harte, schwere, kühne, mutige, männliche, ritterliche, gewaltige, berühmte, gute, schöne, edle, weise u. s. w. that: der tumbe gedanke verdenken kan mit wîslîcher tât (ihnen durch vernünftiges handeln ein ende macht). Iwein2 1501; und sî mannes herze hât: so üebet sî manlîche tât. 3004; vrechheit und ellenthaftiu tât, daʒ was sîns hôhen herzen rât. Parzival 542, 3; die begiengen dâ (im kampfe) vil werde tât. 357, 13; die sich dürsten lân nâch ritterlîcher tât (nach zweikampf). H. v. Freiberg Trist. 1311; Argos die mechtig stadt wird Metellus mit mannlicher that bringen under das römisch reich. Murner En. (1559) V 7b; er (gott) hat ein herrliche that gethan, ross und wagen hat er ins meer gestürtzt. 2 Mos. 15, 1; welche haben in mancher schlacht grosz rum, lob und ehr darvon bracht mit ihren ritterlichen thaten. H. Sachs 8, 10, 25; zehle her die schönen thaten dein. Hayneccius H. Pfriem v. 2254; zum ersten war er (der deutsche krieg) löw, verübte kühne thaten. Logau 1, 3, 80; die weltberühmten thaten, die thaten, da ihm krieg' und siege durch geraten. Rist dicht. 131 Gödeke; du sinnst auf eine grosze that. Günther 125; (wenn du) deines ganzen lebens edlere thaten nunmehr gethan. Klopstock od., krit. ausg. 1, 63; o wäre sie, der besseren thaten schale, so schwer, dasz sie überwöge. 1, 66; hat laut sein herz geschlagen, brennend nach kühnerer that gedurstet. 1, 107 (vgl. 4, d, η); lust und liebe sind fittige zu groszen thaten. Göthe 9, 31 (Iphig. 2, 1); zu einer schweren that beruft ein gott den edeln mann. 9, 34 (2, 1); gepriesen sei mir der zufall, er hat gröszere thaten gethan als die klügelnde vernunft. Schiller 3, 484 (kab. 5, 2); kommt der tag für harte that, dann rufe ich euch. Freytag ges. werke 8, 66. 6@bb) rasche, schnelle, hastige that, s. auch bei 1: die groszen, schnellen thaten der gewalt. Schiller 12, 87 (Piccol. 1, 4); in der noth dient schnelle that. Freytag a. a. o. 8, 142; fest ist dein griff, mit dem du die herrschaft erwirbst, doch hüte dich, dasz sie dir nicht bei hastiger that entgleite. 9, 11; rasche that, s.rasch 5. 6@cc) kleine, niedrige, schlechte, böse that in den verschiedensten abstufungen: anlasz, sich durch kleine thaten zu beschimpfen. Lessing 2, 95; treu leben nach gottes geboten und jede niedere that meiden. Freytag ges. werke 8, 222; der kunde ouch wol verkrenken alle valschlîche tât. Parzival 751, 14; wenn jemand seines bruders weib nimpt, das ist eine schändliche that. 3 Mos. 20, 21; (du) must doch umb die schendtliche that verlieren erst dein junges leben. H. Sachs 8, 22, 6; (sie) beschlossen ein mördtliche that. 678, 15; heuchler .. sind gantz frech zu frevlen thaten. Logau 2, 2, 77; als er verklagt war .. von wegen der unerbaren that. Sandrub kurzw. 98; (um) dein böse that vor fremden augen zu beschönen. Weckherlin 171 Gödeke; man fand ihn rein von arger that. P. Gerhard 34 Gödeke; diese grausame that würde euch vor der nachwelt verhaszt machen. Klinger theater 1, 91; erfuhr er, dasz man ihn suchte wegen schelmischer that. Göthe 40, 22; alles das hab ich gethan, die böse that zu verhindern. 81; bis er vollkommen ablasz der sündigen thaten erlangt hat. 92; (also) stärkt man sie nur in sträflicher that. 224; o blutige, entsetzensvolle that! Schiller 12, 391 (Wallenst. tod 5, 10); ach! wer steht ein für diese blutge that? Schlegel Hamlet 4, 1; o, enthüllt die schmachvollsten der thaten nicht! Stolberg 13, 239; der eremit begann mit scheuem munde von einer schwarzen that und ihrem rächer zu geben mir die schaudervolle kunde. Lenau 1, 300. 77) that selten für werk, vgl. 2: dem dunkeln schoosz der heilgen erde vertrauen wir der hände that. Schiller 11, 313. vgl. mhd. hanttât, hantgetât geschöpf Lexer 1, 1179. 1174.
19858 Zeichen · 456 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    thatKonj.

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    that , Konj. nhd. dass, damit ne. that, so that ÜG.: lat. (ne) MNPs, nequando MNPs, quia LW, quod LW, ut MNPs, LW Hw.: v…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    That

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die That , plur. die -en, von dem Zeitworte thun, und dessen vergangenen Zeit, wo es doch nur in engerm Verstande gebrau…

  3. Sprichwörter
    That

    Wander (Sprichwörter)

    That 1. An der That liegt die meiste Macht. – Petri, II, 15. 2. Auf frischer That curirt's am besten. Wirkt's am meisten…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit that

155 Bildungen · 128 Erstglied · 23 Zweitglied · 4 Ableitungen

that‑ als Erstglied (30 von 128)

thatbegier

DWB

that·begier

thatbegier , f. die begier, thaten ( besonders grosze ) auszuführen, vgl. thatendrang , -durst, -eifer: wie flammen rings um dich die hohen …

thatbeginn

DWB

that·beginn

thatbeginn , m. : wir schmähn nicht mit dem wort, nur mit dem thatbeginn. Rückert Hamasa 1, 238 .

thatbericht

DWB

that·bericht

thatbericht , m. der bericht über eine begangene oder in untersuchung genommene that, species facti Campe.

thatbestand

DWB

that·bestand

thatbestand , m. bestand einer that, was über eine that ermittelt vorliegt ( corpus delicti ): wenn man .. den thatbestand mit zeugen beweis…

Thatbeweis

Campe

that·beweis

Der Thatbeweis , — es, Mz. — e , der Beweis oder ein Beweis mit der That, durch die That. Moerbeek. Ob die Vermählten selbst, was sie gesuch…

Thatdenkmahl

Campe

that·denkmahl

Das Thatdenkmahl , — es, Mz. — e , und — mähler , ein Denkmahl zur Erinnerung an große denkwürdige Thaten. — — die Thatendenkmahle der Vorwe…

thaten

DWB

thaten , verb. , abgeleitet von that, etwas ( beschlossenes ) ausführen, thun: dasjenig helfen thaten und handeln. Dief.-Wülcker 873 ( vom j…

thatenahndung

DWB

thaten·ahndung

thatenahndung , f. : ein begeisterndes getöse, eine thatenahndung, .. die seele schwillt mir! Schiller 2, 391 .

thatenarm

DWB

thaten·arm

thatenarm , adj. arm an ( groszen ) thaten, vgl. thatenleer , thatenlos : ihr Deutschen, auch ihr seid thatenarm und gedankenvoll. Hölderlin…

thatenbahn

DWB

thaten·bahn

thatenbahn , f. : dem manne bewahrt sie ( natur ) den körper, der auf der längern thaten- und ideen-bahn mit zu dienen hat, rüstig in tiefe …

thatenberg

DWB

thaten·berg

thatenberg , m. : prahlt der held noch, der auf aufgewälzten thatenbergen in des nachruhms sonnentempel fleugt? Schiller 1, 179 .

thatenbild

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thaten·bild

thatenbild , n. eine bildlich dargestellte that: unten an den pfeilern .. gewahrt man noch verschiedene thaten-bilder des Herkules. H. Meyer…

thatenbund

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thaten·bund

thatenbund , m. zur gemeinsamen ausführung von ( groszen ) thaten geschlossener bund: muthig wandeln wir zum gleichen ruhme einst, wenn zum …

thatenchor

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thaten·chor

thatenchor , m. n. chor, menge von thaten, vgl. thatenheer : ihn ( den thätigen ) umschirmt sein thatenchor in dem todesstreite, und gibt ih…

thatendenkmal

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thaten·denkmal

thatendenkmal , n. ein denkmal zur erinnerung an grosze thaten: die thatendenkmale der vorwelt. Sonnenberg bei Campe.

thatendrang

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thaten·drang

thatendrang , m. , vgl. thatbegier, thatendurst, -eifer: soll der mensch sein leben lang still, wie pflanzen, blühen? oder soll ihm thatendr…

Thatendürstend

Campe

thaten·duerstend

◬ Thatendürstend , adj . nach Thaten dürstend, Thatendurst empfindend und an den Tag legend. — mein thatendürstend Herz. Collin.

thatendurst

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thaten·durst

thatendurst , m. , vgl. thatbegier, thatendrang, -eifer, -hunger: er glühete .. von thatendurst. J. Paul Tit. 2, 99 ; so zähmte harrend Epam…

Thatendurstig

Campe

thaten·durstig

◬ Thatendurstig , adj . u. adv . Thatendurst empfindend. »Darum tröste dich, schöne, edle, thatendurstige Seele!« E. Wagner.

thateneifer

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thaten·eifer

thateneifer , m. : ( Gustav Adolph ) verband alle bürger zu einem glühenden thateneifer ... gegen den gemeinschaftlichen feind. Schiller 8, …

Thatenentwurf

Campe

thaten·entwurf

○ Der Thatenentwurf , — es, Mz. — entwürfe , ein Entwurf von oder zu Thaten, welche ausgeführt werden sollen. Alle sahen auf des Höllenersch…

thatenernst

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thaten·ernst

thatenernst , m. : sei mir gegrüszt du römischer thatenernst! Kinkel ged. (1857) 105 .

thatenfaden

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thaten·faden

thatenfaden , m. : bunt ziehn durchs zeitgewebe thatenfäden, doch wer entwirrt beginn und end' für jeden? A. Grün ges. werke 2, 56 .

thatenfeld

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thaten·feld

thatenfeld , n. : wenn von der ruhmverkünderin begleitet heroischer gesang den geist entzündet, auf thatenfeldern hin und wieder schreitet. …

that als Zweitglied (23 von 23)

edelthat

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edel·that

edelthat , f. an seine grösze denkt, an seine milde, an alle edelthaten seines lebens. Schiller 392 a ; versöhnest dir durch neue edelthat d…

frevelthat

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frevel·that

frevelthat , f. scelus, Stieler 2553 : ein bösewicht, der wenig glaubte und seinem frechen götterhasz die gröszte frevelthat erlaubte. Haged…

gewaltthat

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gewalt·that

gewaltthat , f., nomen actionis , das wie gewalt thun, gewalt anthun ( vgl. sp. 5088) ausschlieszlich den begriff der violentia in anspruch …

Gräuelthat

Adelung

graeuel·that

Die Gräuelthat , plur. die -en, eine gräuliche, abscheuliche That. Seinen Gräuelthaten bauet er ein Denkmahl, Geßn.

Gutthat

Adelung

gutt·hat

Die Gutthat , plur. die -en, welches im gemeinen Leben für Wohlthat üblich ist, S. dieses Wort. Womit soll ich deine Gutthaten belohnen? Wir…

heldenthat

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helden·that

heldenthat , f. facinus nobile, memorandum, incredibile. Stieler 2353 : wan das darzu kommet, das solcher geborne adel, literis et armis, du…

lasterthat

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laster·that

lasterthat , f. verbrecherische oder lasterhafte that: lastertahten, die vom kaiser Tiber in den römischen geschichtbüchern zu finden. Butsc…

Meinthat

Campe

mein·that

✱ ✱ Die Meinthat , Mz. — n , eine treulose That, Missethat. — — — die hongsuize wort habent und meintat unde mort I ir herzen sint begraben.…

missethat

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misse·that

missethat , f. fehlthat, delictum. 1 1) goth. missadêds, ahd. missatât, missitât, missetât, mistât, mhd. missetât, alts. altnfr. misdât, ags…

mordthat

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mord·that

mordthat , f. that eines mordes, begangener mord: mordtaht, caedes, homicidium, trucidatio Stieler 2353 ; der ich durch ewer heimliches wolg…

Rêchtswohlthat

Adelung

rechts·wohlthat

Die Rêchtswohlthat , plur. die -en, ein in den Rechten als eine Gunst oder Wohlthat verstattetes Rechtsmittel.

schandthat

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schand·that

schandthat , f. schändliche that, unthat, gemeines verbrechen, scelus, flagitium. Stieler 2353 . Frisch 2, 161 b : wie denn herzog George zu…

Thorenthat

Wander

thoren·that

Thorenthat Thorenthat schon manch Land bezwungen hat. – Freidank.

übelthat

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uebel·that

übelthat , f. , vbeltat, missetat, poszheit, maleficium, nephas voc. theut. (1482) hh 5 b ; maleficium Diefenbach gloss. 344 b ; vgl. Graff …

überthat

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ueber·that

überthat , f. , verbrechen, ausschweifung. aus dem nd. ( mnd. overdât, s. Schiller-Lübben 3, 255 a ; mnld. overdaet, s. Verwijs-Verdam 5, 21…

unthat

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unt·hat

unthat , f. , ags. undâd; afries. undād; an. údáð; isl. ódæði; ahd. mhd. untât; mnd. undât; mnl. ondaet; nl. ondaad; dän. udaad. wie mhd. un…

Wohlthat

Adelung

wohl·that

Die Wohlthat , plur. die -en, eine That oder Handlung aus bloßem Wohlwollen, welche unser Bestes befördert, und die Sache selbst, welche uns…

Wunderthat

Adelung

wunder·that

Die Wunderthat , plur. die -en. 1. Eine außerordentliche, unbegreifliche That. Noch häufiger, 2. in engerem Verstande, eine That, welche die…

zuthat

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zuthat , f. , mhd. nicht belegt, mnd. tôdât Schiller-Lübben 4, 558 . 1 1) das thun zu einem zwecke, für eine person: das durch meyn willen, …

Ableitungen von that (4 von 4)

gethat

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gethat , f. , eine bildung, in der zweierlei functionen des präfixes ge zusammengeflossen sind: eine ältere, mittelst welcher das verbalsubs…

Mißthat

Campe

✱ Die Mißthat , Mz. — en , so viel als Missethat, eine unerlaubte, unrechte, schlechte That. Stieler. »Die Mißthaten der einzelnen Menschen.…

unthat

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unthat , f. , ags. undâd; afries. undād; an. údáð; isl. ódæði; ahd. mhd. untât; mnd. undât; mnl. ondaet; nl. ondaad; dän. udaad. wie mhd. un…

urthat

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urthat , f. , that mit ur- C 4 c. 1 1) veralteter ausdruck der rechtssprache in der verbindung zu u., urthâte, zu rechter, ewiger u. mhd. ur…