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tenne

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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26 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tenne f.

Bd. 21, Sp. 253
tenne, f. area, pavimentum. ahd. tenni denni tenne n., mhd. tenne n. und f. m., nhd. tenne f., früher und noch mundartlich auch n. m. (wetterauisch das denn Alberus dict. Hh 4a; der und das tenn Kehrein volksspr. in Nassau 1, 403, schweiz. das tänn, tenn Maaler 397c. Stalder 1, 275, bair.-östr. der tenn tennen Schm.2 1, 608. Lexer kärnt. wb. 57), ursprünglich wol ein boden von dielen zum dreschen und worfeln des getreides (vergl. das zweite tann und diele 2); geschichte der d. spr. 405 wird damit griech. θείνειν, sanskr. dhan schlagen verglichen und darnach als ursprüngliche bedeutung ein ort, wo geschlagen, gedroschen wird, angenommen, vergl. Curtius grundz. nr. 312. Fick2 774. Schade2 926a. 11) der als dreschplatz dienende geebnete (lehm-, bretter-)boden im freien oder in der scheune (dresch-, scheunen-, stadeltenne), auch die scheune selbst ob ich etewenne korn ûf dem tenne mit drischeln ûʒ gebieʒ. meier Helmbrecht 316; wenn ich hett ein hennen, die mir all tag an meinem tennen zwei solche eir legen tet. fastn. sp. 212, 20; die heben im heu zu obirst an, fassen sich in die arm gar schan, walgen herab pisz an den tennen. 386, 11; das (heu) mag abgeschätzt werden auf einem tenn oder auf einem stadel, wo es ligt. östr. weisth. 1, 293, 39 (vom j. 1498); ein stadel mit ain tenn. 6, 288, 9 (1542); so soll er viech und wagen hinein stellen auf den then. 357, 8; swenne er das fuder an den tennen bringet. weisth. 1, 307 (vom jahre 1500); man tröschet das korn im tenn. Maaler 409a, in den dennen. Dasyp. 249b; ein thenn soll an eim hohen und trucknen ort gemacht werden, damit es frei den wind entpfahen künde. Herr feldbau 26b; wie man die tenne machen und zubereiten soll. Colerus 2, 161a (in der überschrift vom tenne); eine thenne schlagen, aequare aream Weismann lex. bipart. 2, 373b; das die tennen vol korns, und die keltern uberflus von most und ole haben sollen. Joel 2, 24; (du sollst ihm geben) von deiner tennen, von deiner kelter. 5 Mos. 15, 14; die Philister .. berauben die tennen. 1 Sam. 23, 1; der ein stig zu obrist auf den kornstock und warf garben rab auf das thenn. Wickram rollw. 170, 3 Kurz; das brinnendt liechtlin fiel .. uf das stro und zünt das an, das der tenne und auch das haus in alle macht bran. Zimm. chron.2 4, 54, 28; wie die sprewer vom thennen eben ein starker ostwind thut verweben. H. Sachs 15, 240, 21; auf dem tenne kann man gut dreschen. Steinbach 2, 812; auf dem tenne in der scheune. Stoppe Parnasz 515; (der schatzgräber) durchbricht der scheuern harte tennen, durchgräbt den garten und das haus. Gellert 1, 112; sie war mit dem stillen begleiter durch den garten gekommen, bis an die tenne der scheune, wo die wöchnerin lag. Göthe 40, 311; auf, dir die tenne zuerst mit mächtiger walze geebnet, und mit knätender hand aus zähem thone gehärtet. Voss Virg. landbau 1, 178; wie der wind hinträgt die spreu durch heilige tennen. Il. (1793) 5, 499; wie von der breiten schaufel herab auf geräumiger tenne hüpfet der bohnen frucht. 13, 590. Bildlich (biblisch): da die kirche vergleicht wirdt einem tennen, darin die engel das gute korn von den sprewen sondern. Luther 5, 96a; und er hat seine worfschauffeln an der hand, er wird seine tenne fegen und den weitzen in seinen schewren samlen, aber die sprew wird er verbrennen mit ewigem fewr. Matth. 3, 2 (und er gereiniget seinen tennen. cod. Tepl., ahd. inti gisûbirit sîn tenni. Tat. 13, 24, sîn denni Otfrid 1, 27, 65); derselbig hat auch an dem endt die werfschauffel in seiner hendt, und wirt den seinen tennen fegen. H. Sachs 11, 200, 36; es kann wohl sein, dasz der mensch durch öffentliches und häusliches geschick zu zeiten gräszlich gedroschen wird; allein das rücksichtlose schicksal, wenn es die reichen garben trifft, zerknittert nur das stroh, die körner aber spüren nichts davon und springen lustig auf der tenne hin und wieder, unbekümmert ob sie zur mühle, ob sie zum saatfeld wandern. Göthe 49, 82. — tenne in sprichwörtern: es ist gar ain bœse henn, die kosen wil bi ainem tenn und wonen wil bi ainem han und sich nit wil füglen lan. teufels netz 2218; man sagt, wie das ein han im dennen kan versehen wol zehen hennen. Ayrer 1305, 18; im lehrn thenn, frisch gworffen auf, findt man selten ein ameiszhauf. Waldis Es. 4, 78, 95; wer auf der tenne drischt, dem wachsen schwielen in die hand. Freytag ges. werke 8, 86; nicht durch éinen wurf fällt auf der tenne die spreu aus dem weizen. 201. 22) hausflur, hausgang, haustenne (weil in alter zeit auch am eingang des hauses auf der diele gedroschen ward, s. drischaufel theil 2, 1420) Schm.2 1, 608. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 115b: der pfaff der kam und thet lang ausen am tennen vor der kammr ummausen. H. Sachs 9, 279, 17; bleibt da am thennen stille stahn! 17, 12, 5; (ich) musz fegn stuben, stiegn und dännen. Ayrer 781, 2; hausflur als lager-, packraum: so sackten sie die wolle auf dem tenne und sollen sie morgen gen Liegnitz führen. Schweinichen 1, 372; eine tenne, grosz, geräumig wie wir sie in alten kaufhäusern sehen. Göthe 23, 27; kärnt. der über der hausflur befindliche raum des ersten stockwerkes Lexer 57; schweiz. das tenn, der erste und geräumigste ort einer sennhütte Stalder 1, 275. 33) der fuszboden in den pochwerken Adelung. 44) überhaupt ein (abgegrenzter) boden, platz, fläche: si setzten sich unden an die tennen (auf den marktplatz) auf helfenpainen sessel. Aventin. 4, 321, 27; da sie nun an die tenne des dornbusches kamen, welche jenseit dem Jordan lieget, hielten sie eine sehr grosze und bittere klage. Zesen Assenat 322; so habe ich denn auch das meer mit augen gesehen, und bin auf der schönen tenne, die es weichend zurückläszt, ihm nachgegangen. Göthe 27, 139.
5762 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TENNEstn. stf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    TENNE stn. tenne. stf. H. zeitschr. 7,337. ahd. tenni Graff 5,429. Gr. 3,417. Schmeller 1,446. area sumerl. 25,10. 36,39…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tenneAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    tenne , Adj. Vw.: s. tēnen* (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tênne

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Tênne , plur. die -n, Diminut. das Tennchen, ein geebneter und fest geschlagener Theil der Erdfläche, gewisse Verric…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tenne

    Goethe-Wörterbuch

    Tenne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tenne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Tenne , s. Scheune .

  6. modern
    Dialekt
    Tenne

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Tenne Band 3, Spalte 3,1182f.

  7. Sprichwörter
    Tenne

    Wander (Sprichwörter)

    Tenne Gute Tenne, gute Drescher. Dän. : Hvor en god lo er maa være en god tærsker. ( Prov. dan., 388. )

  8. Spezial
    Tenne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ten|ne f. (-,-n) (Dreschtenne) ara (ares) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tenne

89 Bildungen · 57 Erstglied · 30 Zweitglied · 2 Ableitungen

tenne‑ als Erstglied (30 von 57)

tennebanse

KöblerMhd

tenne·banse

tennebanse , st. M. nhd. weiter Scheunenraum zur Seite der Tenne E.: s. tenne, banse W.: nhd. DW- L.: Lexer 452b (tennebanse)

Tennecker

Herder

tenn·ecker

Tennecker , Christian Ehrenfried Seifert von, geb. 1770 zu Bräunsdorf bei Freiberg, 1791 im sächs. Militär, stieg bis zum Cavalleriemajor, w…

Tennefru

MeckWB

Tennefru f. Marketenderin; Name eines als Frau verkleideten Knechts, der auf dem Schimmel ( s. Schimmel 2 c und Schimmelrider ) ritt Bartsch…

tennegras

DWB

tenne·gras

tennegras , n. , s. denngras th. 2, 952, tenngras, denngras schweiz. idiot. 2, 797 (' thatsache ist, dasz diese pflanze auf hartgetretenem b…

tennekanne

KöblerMnd

tenne·kanne

tennekanne , F. nhd. Zinnkanne, zinnerne Kanne Hw.: s. tinnenkanne, tinkanne E.: s. tin, kanne W.: vgl. nhd. Zinnkanne, F., Zinnkanne, DW 31…

Tennemann

Herder

tenne·mann

Tennemann , Wilhelm Gottlieb, ein Philosoph der Kant'schen Schule, geb. 1761 zu Kleinbrembach bei Erfurt, lehrte zu Jena, von 1804 an zu Mar…

Tennemeister

Campe

tenne·meister

Der Tennemeister , — s, Mz . gl. in der Landwirthschaft mancher Gegenden, derjenige unter den Dreschern, welcher die Aufsicht über die ander…

Tennenrisel

SHW

Tennen-risel Band 1, Spalte 1471-1472

Tennenwand

SHW

Tennen-wand Band 1, Spalte 1471-1472

tennenboden

DWB

tennen·boden

tennenboden , m. der boden der tenne, bildlich: die rauhen scenen schottischen lebens sieht er ( Rob. Burns ) nicht im arkadischen lichte; a…

tennenbosz

DWB

tennenbosz , m. körner, welche beim abladen des getreides auf die tenne fallen ( vgl. tennereis) Schm. 2 1, 608.

Tennengebirge

Meyers

tennen·gebirge

Tennengebirge , Gebirgsstock der Salzburger Kalkalpen, zwischen der Salzach (im W.), Lammer (N. und O.) und dem Fritzbach (S.), fällt nament…

tennenhall

DWB

tennen·hall

tennenhall , m. hall der tenne beim dreschen: ( klänge ) wie sensendengeln, wie tennenhall! A. Grün ges. werke 4, 186 .

tennenmeister

DWB

tennen·meister

tennenmeister , m. horrearius Aler 1877 b ; tennenmeister oder scheunknecht Zink öcon. lex. 2896 , der vordrescher oder scheuerknecht Schm. …

tennenpatsche

DWB

tennen·patsche

tennenpatsche , f. patsche zum festschlagen und ebnen des tennenbodens Aler 1877 b , tennenbatsche Zink öcon. lex. 422 . vgl. tennschläger .

tenne als Zweitglied (30 von 30)

Antenne

Pfeifer_etym

ant·enne

Antenne f. Vorrichtung zum Senden und Empfangen elektromagnetischer Wellen. Lat. antemna, spätlat. antenna ist in viele europ. Sprachen eing…

dreschtenne

DWB

dresch·tenne

dreschtenne , f. wie dreschboden dreschdiele ein festgestampfter platz in einer scheuer oder im freien, das getreide darauf zu dreschen, nie…

mültenne

KöblerMhd

mültenne , st. F. nhd. „Mühltenne“, Mühlboden Q.: Voc (1477) E.: s. mül, tenne W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 2226 (mültenne)

Obtenne

BWB

Obtenne Band 3, Spalte 3,1561

Rehmtenne

BWB

Rehmtenne Band 3, Spalte 3,1561

reittenne

DWB

reit·tenne

reittenne , f. tenne, auf der das korn durch vieh aus den halmen getreten wird. Jacobsson 3, 398 b .

scheuntenne

DWB

scheu·n·tenne

scheuntenne , f. tenne, fuszboden der scheune, meist tenne schlechthin genannt. Adelung. Jacobsson 3, 580 b .

spieltenne

DWB

spiel·tenne

spieltenne , f. tenne, wo musik und tanz stattfindet, tanzboden; mundartlich als masc.: das der alt Kogler ain ehafteiding herfur gesessen s…

stadeltenne

DWB

stadel·tenne

stadeltenne , f. dreschtenne in einem stadel, vgl. Jacobsson 4, 245 b ; ich musz doch hinausz gehn, auff glaubn, dasz sie nicht auf mein sta…

tränktenne

DWB

traenk·tenne

tränktenne , f. , dass. wie tränkherd ( s. d. ), näher beschrieben im allg. haushalt.-lex. 3, 618: item werden ( für vögel und wildpret ) be…

vogeltenne

DWB

vogel·tenne

-tenne , f. : aucipium, vogeltenne Diefenbach gloss. 59 b ; vogelherd, vogeltenne, aia, uccellaia Kramer 2, 1205 c (1702) ; Schöpf tirol. 79…

waldtenne

DWB

wald·tenne

waldtenne , f. waldvogelherd. Zinke ökon. lex. (1753) 3091 . Adelung.

wattenne

KöblerMnd

watt·enne

wattenne , Adv. nhd. was dann, obschon, wenngleich, wiewohl Hw.: s. wattan E.: s. wattan L.: Lü 559b (wattan)

Weißtenne

BWB

Weißtenne Band 3, Spalte 3,1183f.

Worftênne

Adelung

worf·tenne

Die Worftênne , plur. die -n, die Tenne, worauf das Getreide geworfelt wird.

Ableitungen von tenne (2 von 2)

getenne

DWB

getenne , n. , verstärkte bildung zu tenne ( theil 11, 253), vielleicht mit collectivbedeutung; sie erscheint in einem mitteldeutschen gedic…

Tennee

PfWB

Tennee (Kinderspiel) s. Tenee ;