Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch
Taufe
Taufe, f., selten n.
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daz sint siniu heilicmeinda, also diu toufi unde diu missaum 1000 Notker III 60
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wie er da die toufe enpfie1200/20 GottfrStraßb.(Weber) V. 4253
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hilge dage unde gebundene dage die sin allen lüden to vrede dagen gesat, dar to in iewelker weken vier dage: die dunresdach unde die vridach unde die sunavent unde die sundach. des donredages wiet man den kresemen, dar man uns allen mede tekenet to der cristenheit in der döpe1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 66 § 2 Textarchiv: SspLR. II 66
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wenn ... man ain kint teuffen wil, so suln mit der teuffin niht mer gan dann zwelf frawen von baiden tailn1276/1480 AugsbStR. S. 244 Textarchiv: AugsbStR. S. 244
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die siben heilikeit ... daz erste ist die heilige taufenach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 5
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da bi [geding] söllent ouch alle die sîn, die toͮff und bewarung nement by dem gotzhùs ze E.um 1322 Argovia 9 (1876) 11 [hierher?] Faksimile
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ycklich man [sal] czu eynem synem kinde czu towfin nicht mer habin wenne dry geuattirn1374 BreslUB. 240 Faksimile
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sacrament der tauff, daz sol geschehen mit wazzer daz einen smak vnd varb hat dez wazzers1390 (Hs.) BerthRechtssumme 1884
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gefatterschafft ist geistliche mageschafft, die da koͤmpt von der tauffe vnd firmunge, die hindert an der ehe1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. Verwandtschaftsbaum Dist. 19
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man sol niemandes in die acht thun, es geschehe denn eigentlich mit seinen rechten namen, der jhn in der tauffe oder firmung ist gegeben, oder er ist nicht darein komen mit rechte1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. VI 22, 3 Volltext (und Faksimile)
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es sol och nieman ze dehain toffi nicht mer denne ain schiling pfennig gebenum 1420 RavensburgStR. 209
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daz keyn wip geczuge nach geczug sy[n] sal in icheynen sachen, sundern die ee, die tauffe unde gevatterschafft1423 JenaUB. II 60 Faksimile
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der burger kijndere van C., die ghebaeren werden ind oire doepen ontfangen hebben buten der vriheyt der stat van C. ind nae bynnen der vriheyt voerschreven quemen woenen, die soilen burger werden ind oiren eet doen1426/40 KleveStR. Art. 24
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das er Gottes verlaugnet und das tauffe1447 Schöpf,TirolId. 733 Faksimile
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als dann etlich die toͤffinan der kinder mit kostung wyder alt harkomen beschwaͤren, das das fuͥrbasser nyeman wyter bruchen sol dann mit erung zweyer maß wins1505 BruggStR. 115 Faksimile
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den beladenen wagen, de sik up einem wege bejegenen, mot de leddige wage edder de weinigste beladen is, it were denne ein wage, dar ein dot mensche, ein kind, dat van der döpe keme, up fört, wiken, bi vormidinge eines unrechtenvor 1531 RügenLR. Kap. 101 § 5 Textarchiv: RügenLR. Kap. 101
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wo kame wi düdeschen den darto, dat me uns Gades wort wil in der döpe mit unbekander sprake vordecken?1531 Lübeck/Sehling,EvKO. V 355 Faksimile
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jch wil dir ein gleichnis setzen: wenn einer teuffet, da kein person were, die sich teuffen liesse, odder wenn ein fladen weyer eine glocken teuffete, die nicht sein kan die person, so getaufft mag werden, lieber, sage mir, were das auch eine teuffe? hie mustu sagen, nein1533/36 LutherGesAusg. I 38 S. 200
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köstere schölen ... im winter warm water tor hand hebben to der döpe1535 Pommern/Sehling,EvKO. V 333 Faksimile
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[nottauffe:] wen gleich die weiber, so teuffen, nicht from oder gottfurchtig sind, so ist dennochs die tauffe recht, den sie nicht ihre, sondern des herrn Christi1539 LutherGesAusg. I 47 S. 301
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welcher [inn gerichts haͤndlen] uß zorn oder boͤser leichtfertiger gewonheyt by gottes marter, ... crütz, tauff, sacrament ... was derglichen laͤsterliche schwuͤr weren, geschworen hette [fur ein yeden schwůr dryzehen schilling]1541 BaselKirchO. 59
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[dat nemant van pastorn schall] in den huseren, sunder nha olden christliken gebruke dat sacramente der hilligen dope in der kerken administreren1544 Neocorus,Ditm. II 148
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[daß] die heilige tauffe nicht im winckel oder heimblich, sondern in facie ecclesiæ, in oͤffentlicher gemeiner versamblung geschehen solle1569 BrschwLO. I 131 Faksimile
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de hilige döpe schal geholden werden mit den ceremonien, de im catechismo unde in der agenda beschreven sint, unde schal nemande gestadet werden, öffentlick vam exorcismo edder crützen, so im catechismo stan, to disputeren1569 Pommern/Sehling,EvKO. IV 386 Faksimile
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nach geschehener tauffe soll keine mahlzeit gegeben ... werden1573 CCMarch. V 1 Sp. 66 Faksimile
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dass sie [hebammen] ... die khindlein allhie [stadt] zu der tauff und nicht auf die törfer bringen sollen1585 MHungJurHist. V 2 S. 56
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ausserhalb dieses processes [ban], soll keinem diener deß goͤttlichen worts frey stehen, iemandts von der tauff oder dem hochwirdigen sacramente deß altars abzuweisen1591 EiderstPolO. I 6 § 4 Volltext (und Faksimile)
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beuehlen wir hiemit vnsern pastorn, cappellanen vnd koͤstern, daß sie ... keinen kindern die tauffe verreichen, sie haben sich denn erkuͤndigt, bey den gefattern vnd leuͤten, so die kinder zur tauffe bringen, wer solcher kinder vater vnd mutter, vnd ob sie ehelicher oder vnehelicher geburt sein1591 EiderstPolO. I 13 § 2 Volltext (und Faksimile)
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dat niemandt de doepe syner kinder boven ses wecken thom hoegesten vertrecke1595/1680 OstfriesBauerR. 9
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sollen prediger ..., wenn sie aber keinen verzug leiden, niemanden von der heiligen tauff vndt abendmal abweisen1632 DZKirchR. 11 (1902) 470
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[man soll jeden an die hals-eisen stellen,] so entweder vor oder nach der tauffe in die bier- oder wein-haͤuser mit dem kinde gehet und unfug treibet1661 CAug. I 1583 Faksimile
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sieben sacramenta des neuen gesetzes seynd: ... die tauffe, firmung, das sacrament des altars, die busse, letzte oelung, die priester-weyhe und die ehe1720 Lünig,TheatrCerem. II 347 Faksimile
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wird allen akkouscheurs und hebammen unter einer strafe von eintausend dukaten oder halbiaͤhriger gefaͤngniß die taufe der judenkinder ... untersaget1786 HdbchÖstGes. XIII 639 Faksimile
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sind die aeltern von verschiedener religionspartey, so gebührt die taufe bey söhnen der regel nach dem pfarrer des vaters, ... bey töchtern dem pfarrer der mutter1794 PreußALR. II 11 § 447
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[zu den persoͤnlichen gemeinen vorrechten des geschlechtsadels gehoͤrt] das recht der ... taufe im hause1798 RepRecht I 221 Faksimile
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die taufe ist entweder die ordentliche oder die nothtaufe, oͤffentliche oder haustaufe1806 Roman,BadKirchR. 63 Faksimile
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fündlinge werden nicht eher getauft, als bis man sich ... von der bereits geschehenen taufe nicht überzeugen kann1807 Göbell,RhWKO. II 31
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swaer dez andern chint gehebt hat uz der tauffe, der enchan weder dem, dez chint er gehebt hat, noh dem, den er da gehebt hat, an sinen lip gespraechen, noh an keiniu siniu ewaerck1276 AugsbStR. Art. 67 § 1 Textarchiv: AugsbStR. Art. 67
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[artickel die do halten die Hussen:] daß man die kerzen, aschen ... auch die taufe und ander ding segen, sei ein gelechterlicher spot1488 NürnbChr. III 174 Faksimile
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eynes bedirmannes hausfraue hat eyner andirn frauen und irem manne eyn kyndt auß der taufe gehoben, und ... nu fugete es sich, das der frauen man, die gestorben was, nam die fraue zu der ehe, die seyner ersten frauen irkint gehabin hatte auß der taufe, und ehe sich die czwe nomen, begingen sie alle recht, geistlichen yn der kirchen und gewonlichen kegin der werlde, also sete ist und gewonlich in dem landeum 1490 RechterWeg I 76
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wie woll an vielen oerten der prauch nymmer ist, die kynd yn die tauff gar zu stossen und tauchen, sondern sie allein mit der hand auß der tauff begeust1519 LutherGesAusg. I 2 S. 727
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de coster ... schal reine water in der döpe holden1531 Travemünde/Sehling,EvKO. V 383 Faksimile
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es soll auch der pfarrer niemand kein kind aus der tauf heben lassen, der in öffentlichen schanden und lastern ligt1579 Grafschaft Castell/Sehling,EvKO. XI 686 Faksimile
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ist noch eine art kinder, welche man auß der tauff gehoben, diese heist man die geistlichen kinder1597 Schubeus,Erbsch. C ijv Volltext (und Faksimile)
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[es] sollen die tauff-stein eroͤffnet, die tauff darein gethan, mit einem deckel, das gefaͤß, darinn selbiger tauff-brunn vorhanden, verwahret, und hernach den evangelischen frey gelassen seyn, sich des tauff-steins sowohl als die catholischen zu gebrauchen1663 Struve,PfälzKHist. 669 Faksimile
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[Frage an die Hexereibeschuldigte:] ob sie der teufel nit anders getauft ... ob er ir nit einen andern namen geben und wer sie aus der tauf gehebt17. Jh. ArchUFrk. 2, 3 (1834) 10
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wann ain frembder gesell ... herkhombt ..., der soll seinen namen bestätten mit 16 dn (wellichs sy hievor die tauff gehaissen haben), und wellicher also die 16 dn auflegt, der mag die helfen vertrinken oder haimgehen1660 BayrJbVk. 1958 S. 118
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nachdeme der freygesagte jung von dem zunfft-vatter auff den gewöhnlichen handtwerkhß schimmel gesezt vnd mit trumel und pfeiffen zu der sogenanten tauff gebracht, ... manierlich begossen [worden]1720 Unger,SteirWsch. 145 Faksimile
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die bey einigen handwerckern uͤbliche aͤrgerliche so genannte predigten und tauffen bey loßsprechung ihrer lehrjungen [sollet ihr bey 10 fl. verbieten]1722 Reyscher,Ges. VIII 564 Faksimile
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daß keiner vor diß gerichtt trette mitt waffen oder wehren ... bey der straff der dauff1564 ThürSächsZ. 12 (1922) 19