Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
T
a. anlaute, vgl. tâht, dâht; dult, tult; dûme, tûme. das nhd. hat bisweilen t wo mhd. d: vgl. dôn und tôn, tungen und düngen; bisweilen umgekehrt: betûren bedauren.
b. inlaute nach w und liquidis überhaupt. vgl. milte und milde, auch in dem te der schwachen präterita, wie mande, nande, erkande, rûmde für mante u. s. w. umgekehrt findet sich auch dulten für dulden, lebentic für lebendic. vgl. auch den wechsel von d und t in starken verbis auf îd und ied: mîden, wir miten; sieden, gesoten. — wenn in zusammenziehungen durch wegfall des tonlosen e tt oder dt zusammentreten, so setzt das mhd. einfaches t, wie in den präteritis rihte, wante, sante, oder bisweilen d (sande), vgl. Hahn 1,31 fg. — sonst erscheint t für d
a. bisweilen im anlaute bei dem demonstrativen pronomen und verwandten partikeln: vert tâ Parz. 4,1. verlôs ten das. 161,4. daʒ ter das. 161,17. vgl. gesch. d. d. spr. 367.
b. bei inklinationen, wie bistu für bist du.
c. im auslaute: vgl. walt, waldes; hant, hende. — unorganisch wird t zugesetzt in mehreren wörtern, namentlich nach n: vgl. ellenthaft, degentlich, gezogentlich für ellenhaft u. s. w.; dann wîlent für wîlen, niemant für nieman. bisweilen auch nach s: sust für sus, palast für palas. Hahn 1,33. — t fällt weg in lussam, angeslîchen, ernslîchen für lustsam u. s. w. ferner in guns für gunst U. Trist. 187. diens für dienst Parz. 608,3. 618,20. über den wegfall des t in der dritten person plur. des präsens s. Grimm zu Vrid. 77,7. über t in der zweiten person des präteritums starker verba statt e, ahd. i, s. Grimm altd. gespräche s. 22.