stütze,
f. ,
fulcrum. mnl. mnd. stutte,
mhd. stütze.
aus dem nd. entlehnt: dän. støtte,
schwed. stötta,
lett. stuta.
herkunft und form. 11) stütze
ist wahrscheinlich ableitung von stützen;
die abhängigkeit von diesem vb. besteht von anfang an: stütze
ist was stützt.
das subst. ist seit dem 13.
jh. bezeugt; (
s. u.A 1);
das vb. in der composition seit dem 12.
jh., das verbalabstractum stützung
seit dem 12.
jh. (
sp. 807),
das simplex stützen
jedoch später als das subst. stütze;
vgl. u. stützen (
sp. 773).
in den modernen mundarten zeigen stütze
und stützen
völlig gleiche verbreitung, s. sp. 773. —
herleitung von stütze
aus dem alten stutz, stutze, stutzen,
m. '
truncus' (
sp. 755)
liegt nahe; stütze
wäre dann ursprünglich '
ein oben abgeschlagener, stumpfer stamm, pfahl, klotz, auf dem etwas ruhen kann'
; die gleiche entwicklung zeigt auch stud (
sp. 256).
auf diese möglichkeit deutet, dasz stütze
mit masc. genus bezeugt ist (
s. u. 2),
sowie die bedeutung u. A 1.
jedoch ist stutz, stutze '
stumpf'
weithin auf das obd. beschränkt, während stütze '
fulcrum'
schon in frühester zeit im nd. auftritt. vielleicht wurde das vom vb. stützen
abgeleitete stütze,
besonders das postverbale stutze,
m. (
s. u. 2),
mit stutze '
stumpf'
vermischt, eben auf grund der bedeutungsnähe beider wörter (
s. o.). 22)
neben dem fem. stütze
ist seit alters die masc. form stutz, stutze, stutzen,
auch stütz
bezeugt. das masc. scheint auf das obd. beschränkt, z. b. bei Grimmelshausen, Seb. Franck, Turmair, Stainhöwel;
doch auch bei Luther; in der
neuzeit tritt das masc. immer mehr gegen das fem. zurück, erscheint jedoch gelegentlich im obd. noch im 19.
jh., z. b. u. A 4 c.
bedeutung und anwendung. AA.
körper, bauteil, pfahl, der vermöge seiner körperlichen eigenschaften trägt und stützt. A@11) '
pfahl, pfosten, pfeiler, säule'.
in den ältesten zeugnissen fehlt der grundsinn der stützfunction oder bleibt zumindest unausgesprochen, s. auch 2 a (
sp. 745).
diese zeugnisse stellen entweder das wort der bedeutung '
truncus' (
sp. 755)
dar, gehören dann also gar nicht hierher, oder sie zeigen, dasz '
fulcrum'
aus '
truncus'
erwachsen ist (
s. oben 1): ein dorf, darinnen eben ein metzger abstieg und sein pferd vor einem haus an einem armsdicken stützen bande, auf welchem ein immenstock ruhete; ... das pferd ... den stützen, woran es gebunden, unten am boden, da er zimlich faul und versporrt war, entzwey brach Grimmelshausen 3, 486
Keller; darumb das man sie (
die christen) mit reisach verprennet und umb ein halben plappart ein stutz kauffet, daran man sie bande S. Franck
chronica zeytb. (1531) 133
b; ir binden die christen an die galgen und stützen Hedio
chron. germ. (1530) 284
b; Bodilo ein geborner franck, der vormals ausz geheisz Hilderichs an ein stützen gebunden und gegeisselt war worden S. Franck
Germ. chron. (1539) 336
c. —
redensartlich in gleicher bedeutung wie auch keinen stumpen stehen lassen, mit stumpf und stiel vernichten (
sp. 432
ff.),
wahrscheinlich bildlich aus dem bereiche des hausbaus (
u. 2),
so dasz hier das fehlen der stützfunction secundär wäre: verbrenten die Ungern sant Florians closter ... liessen kain stutzen sten Turmair
bair. chron. 2, 257
L.; und die fackel prennet als ser und vast, daz si die stat Troi bisz in den grund verprent, noch in dem gantzen künigreich ein stütz nicht liesse steen noch beleiben
histori v. d. statt Troya (1499) 19
b; daz si (
die fackel) Troye unz an den grunt mit ir fiure brande, noch in des riches lande liez ein stütze niht bestan Konrad v. Würzburg
troj. krieg 5
Keller; si wuosten in dem lande an aller slahte urdrütze, sie leibten einer stütze nie vor keiner veste tor Reinfried v. Braunschweig 15556
Bartsch; und alles das so vorhin nit geschleitzt was, das verderpt man in grund, ... da bleib nit ein stütz uffrecht, es ward verbrennt Tschudi
chron. helvet. (1734) 2, 429; er wolle das schloss nit auf geben, dieweil ein stutz daran stande
qu. v. 1546
bei Fischer
schwäb. 5, 1941;
in besonderer nähe zu stutzen
truncus, etwa '
kleiner balken': darzu nit ein stützen holtz kommen ist, sunder der fels ist des gantzen closters dach Seb. Münster
cosmogr. 392. —
regelmäszig als glossierung von columen, palus, pila: ein saul, stütz oder pfeyler
columen Frisius
dict. (1556) 253
a;
palus pfol, stecken, stossel
vel stutzen, zam zune
voc. v. 1515
bei Diefenbach 408
b;
pila schairpost, stutte
teuth. 220
Clignett. A@22)
die eigentliche bedeutung des wortes, die function des stützens, findet ihre ausprägung gegenüber 1
im bereiche der architektur, wo stütze
jeden bauteil bezeichnet, der eine last zu tragen hat, s. Schönermark-Stüber
hochbaulex. 805. A@2@aa)
meistens '
senkrecht stehender träger, pfeiler, auf dem das dach oder die decke des gebäudes im schwerpunkt ruht': die säule ist die allereinfachste ... form der stütze Schopenhauer 1, 288
Grisebach; die naturgemäsze organische gestalt für pfosten und stützen, die etwas tragen sollen, ist deshalb der baum Hegel
w. 10, 2, 300; liesz sie mitteln in dem wyer ain wonung uff pföl und stuczen erbuwen Stainhöwel
de clar. mulier. 108
lit. ver.; dorumb der kunig macht von den höltzern thinis stutzen des hauses des herren und des hausz der kunigin
erste deutsche bibel 5, 287 (
1. kön. 10, 12)
lit. ver., so auch Luther in der
niederschrift von 1523: stutzen ym hause des herrn,
dann von ihm geändert in seulen,
s. bibel 1, 167
W., und in der letzten originalausgabe pfeiler,
s. bibel 2, 260
Bindseil, wie die anderen bibelübersetzungen des 16.
jh. lasz mich des tempels stützen zerbrechen, verderbend sie alle, mich fürchterlich rächen Körner 2, 141
Hempel; damit jhr dieselbige mit newen vesten, pfeylern, seulen und stützen untersetzt Fischart
binenkorb (1588) a 3
b; dasz das undergestützte haus sich wider seine eigene stützen und pfeiler, von denen es seine auffenthalt hat, setzet und strebet Fischart
Garg. 341
ndr.; und auf die stützen alt ersten grunds, mit der zeit, setzen sie meisterlich ein new und reich gebäwd Tobias Hübner
die andere woche (1622) 347; mich dunkt, ich sehe vor augen einen Pachomium in der wüsten, welcher allda ... seine wohnung aufgeschlagen, so mehrist in vier krumen stützen ... bestehet Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 140; viele gefahr, welche die handwercksleute gehabt, ... da das gantze gewölbe fast mit unzehligen stützen unterbauet wurde Göthe 38, 205
W.; diese fehler sind wie flüchtige stützen eines gebäudes, die man nicht wegnehmen darf, ohne vorher eine feste mauer unterzuziehen
ebda 22, 160; reisz ich zusammen dies verfluchte dach. um! aus! ihr morschen stützen! Fouqué
held des nordens (1810) 3, 25; die balken hätten auf stützen geruht, um die mauer nicht berühren zu müssen Herman Grimm
Michelangelo (1890) 1, 279;
in älteren zeugnissen ist häufig das innewohnen der stützfunction vorauszusetzen, ohne dasz diese ausdrücklich hervortritt, dann 1
nahe: soll pfähl oder stützen von weiden, felbingern oder wilgen hawen für die hagen zum halter, gelänt und schwibogen Sebiz
feldbau (1579) 50; seulen ... das sind stützen, pfeiler oder sonsten auffgerichte denckmäle Harsdörfer
d. teutsche secret. (1656) 1, K k k 8
b; sein wir nit lange zeit ... der wald gewesen, darausz elle lender seulen, stender oder stützen, das ist hilff und sterck zu erhaltung irer gerechtigkeit, haben holen müssen? Kirchhof
wendunmuth 1, 36
lit. ver.; was sie (
die schiffbrücken) erfordern ... an ... höltzern, nageln, stricken, seilern, stützen, pfälen Fronsperger
kriegsbuch 1 (1578) n 6
v. A@2@bb)
weniger häufig '
strebe',
die schräg gegen die mauern eines gebäudes steht und dieses halten hilft: stützen, die zu mehrerer haltung an eine mauer angebracht ... werden Vitruvius
de architectura (1800)
anh. 7
Rode; man musz dieser mauer eine stütze geben Castelli
ital.-d. (1741) 1, 28
b.
wegen der gemeinsamen allgemeineren bedeutung des stützens meistens kaum von a
abgehoben: so wor en buwen idher graven wil bi sinen nabure, dat mach he don uppen sinen, erst he sinen nabur nen scaden dho; mach sinen nabur dhur scade afkomen, dhen scal he bewaren mit stutten edher mit anderen dingen
qu. v. 1303
bei Schiller - Lübben 4, 455; darumb dasz die stärcke eines einstigen stützens, dem bruch und einrisz ... nit allein helffen, und die mawr vor dem einfallen auffhalten kan
N. Machiavelli kriegskunst (1623) 121; wenn ein haus zusammenfällt, ... da ist es thörig, dasselbe halten zu wollen mit steifen und stützen und untermaurung Alexis
Roland 3, 94; gebrechlich ist mein haus, bedarf gar sehr der stützen, soll es mir ferner nützen v. Droste-Hülshoff 3, 98
Schücking; ebensowohl zu a
gehörig: hat er die stützen mit fewer angesteckt, und die undersprissen mawr eins mals ernider geworffen Xylander
Polybius (1574) 262; welltent si sich nit ufgeben, so welltent si di stud und stützen anstoszen, das si alle in der vesti muosden vervallen und verderben H. Fründ
chron. 190
Kind; do leten si den torn houwen unde understutten unde vureden (
anzünden) do die stutten, dat die torn neder veel Lappenberg
gesch. des erzstiftes u. der stadt Bremen 126; man meynet dehn (
turm zu Babel) mit stützen zu erhalten J. Böhme
schr. (1620) 6, 169. A@33)
in über den hausbau hinausgehenden anwendungsbereichen ist der stützende körper von weniger eindeutiger art. A@3@aa) stütze,
auf der etwas in seinem schwerpunkt ruht: denn dasz die körper schwer sind, und daher, wenn ihnen die stütze entzogen wird, fallen, muszte ihm doch zuvor durch erfahrung bekannt werden Kant 3, 28
akad.; da sie nuon zeit daucht ... die stützen, damit sie den deckel undersetzt hetten, auszschluogen Montanus
schwankb. 366
Bolte; habe ... die knüttel verlangt, sie ... als stützen unter den deckel (
des kastens) gestellt Göthe I 24, 61
W.; am zwölfften tag aber hatten wir bald vergessen, das wir dem fisch stützen unter dasz maul setzten, damit ers nicht zuletzt zu schnapte Gabr. Rollenhagen
indian. reysen 109; erstlich die gebeyn, gleich als ein fundament und stütz, darauff der leib gebauwen ist Ryff
anatomi (1541) c 2
a; es ist auch einer da (
in der prozession) gangen mit einer hüpschen stüzen mit ainem hüpschen seidenthuech, wann man still hat gehabt, das der pfarrherr das sacramendt oder monstrantz darauf setze. die stüzen hat den der gehebt, der sie tragen hat
qu. a. d. 16.
jh. im Freiburger diöcesanarchiv 19, 143; die globul der zweyen elementen mag nicht fallen, nicht darumb dass auf stützen lig, oder darumb das wunderbarlich hange ... sondern ... umb sie gehet das element aër Paracelsus
op. (1616) 2, 109
Huser; die erde, das undenklich, unerforschlich, schwere gewicht, in dem mittel hanget, auf kein stützen stehet, und in sich selbsten, dasz sie beständig stehet, gegründet Conr. Dieterich
weish. Sal. (1627) 2, 449.
ähnlich, doch schon B
nahe: aber diese mitle stett hab die erden nicht ohne alles gefähr oder zufälliger weisz bekommen, sonder disz sei jhr natürlicher, eigenthümblicher, und nothwendiger stütz Schweickhart graf v. Helfenstein
Basilius magnus (1391) 8; — nun entziehn sie den schiffen die stützen, und säubern die graben und ihr heimverlangend geschrei erreichet den himmel grafen zu Stolberg
ges. w. 11, 49; es wird ... ein langer ... streifen rinde ... abgelöst und ... auf niedrige stützen gestellt v.
d. Steinen
naturvölker Zentralbrasiliens 46; denn bank an bank gedränget sitzen, es brechen fast der bühne stützen, herbey geströmt von fern und nah, der Griechen völker wartend da Schiller 11, 243
G.; stützen, marmortheile, welche der bildhauer bis zur gänzlichen vollendung einer figur unter einem erhobenen arm, zwischen den gespreizten beinen
etc. stehen lässt, um jene glieder zu stützen Bucher
kunstgewerbe 390
b; die tiere stützen sich ... auf die eingeschlagene faust ... wogegen die grosse ... zehe als wesentliche stütze des leibes dient Brehm
tierl. 1, 46
P.-L.; da wir keine stöcke hatten, so muszte der abstieg fast durchweg sitzend zurück gelegt werden, wobei die rollen der glieder tauschten, die hände zu festen stützen und die füsse zu voraus tastenden fühlern wurden H. v. Barth
Kalkalpen 205; guszgefäsz in gestalt eines primitiven vogels ... unten statt der füsze drei kleine stützen Furtwängler
vasenbeschr. 15.
im bergbau dem architektonischen bereich am nächsten: so pflegt der bergmann, der im schachte steckt, wo er sich bahn macht, stützen anzulegen A. W. Schlegel
Athenäum 2, 261; daher es geschicht, das die stützen, die weich werden, zerfallendt, oder die undergebäuw, so verbrandt, der berg mit seinem grossen last in einander falle Ph. Bech
Agricolas bergwerkb. (1621) 91; —
in gleicher juristischer anwendung wie schon mnd. (2 b,
sp. 745): ein grundstück darf nicht in der weise vertieft werden, dasz der boden des nachbargrundstückes die erforderliche stütze verliert, es sei denn, dasz für eine genügende anderweitige befestigung gesorgt ist Ehmcke
wb. d. bürgerl. gesetzb. 2, 995; der tollste vorschlag ging dahin, die ganze kirche mit erde zu füllen, um eine einstweilige feste stütze für das gewölbe zu gewinnen H. Grimm
Michelangelo 1, 33. A@3@bb) stütze,
die als lehne, halt, versteifung dient: di satler sollen von ihrer arbeyt, wie volgt, nhemen: ... ein gemeiner reidtsatel für 1 marg. ein satel mit zweien stuczen fur 2 marg (1521)
acten der ständetage Preuszens 5, 686; darnach trafen sie einander mit iren schilten als hart, das keyser Carle des stegreyffs losz wardt, jedoch bleyb er auf den stützen sitzen
Aymont v. Dordon (1535) s 2
a;
pflock in der hobelbank, gegen den das bearbeitete holz gelegt wird, s. Prechtl
techn. encykl. 7, 477,
vgl. dagegen die gleiche anwendung u. 1stutzen
stumpf; in der botanik, auch mit stutz, stutzen '
stummel' (
sp. 755)
verwechselt: stützen nannte Linné alle diejenigen theile, die einer pflanze nützen, die sie aber auch meistens verlieren kann, ohne dadurch zu grunde zu gehen: ... die afterblätter, deckblätter, hüllen, blumenscheiden, den dorn, stachel, die ranke usw. Röhling
Deutschlands flora (1823) 1, 87; ich habe deshalb von scheidenknospen und trieben nur da gesprochen, wo die doppelnadel (stütze) noch vorhanden war Ratzeburg
waldverderbnis 1, 105; blattansätze, stützen, stipulae ... umhüllen und bedecken die blätter, wenn diese noch klein und zart sind Illiger
thier- u. pflanzenreich (1800) 361. —
korsettstange Amaranthes
frauenzimmerlex. 224;
steifer draht beim herstellen einer haube ebda 745; zum brennen von gefässen mit schwierigen formen müssen ... stützen ... angewandt werden Muspratt
chemie (1905) 1160;
unter aufgabe der hauptbedeutung '
senkrecht stehend': ich bemerkte aber, dasz zwischen diesen beiden fingern eine art von stütze ... gelassen worden Winckelmann
bei Justi 2, 322; wenn vom scheitel eines winkels ein kreisbogen zwischen den beiden schenkeln gezeichnet wird, und wenn von einem ende des kreisbogens auf den entgegengesetzten schenkel eine senkrechte linie gefället wird, so heisst diese die stütze (sinus) des winkels oder des bogens Bürja
grössenlehre (1799) 79. A@44)
leichtere hölzer, stöcke, latten, pfähle als stützen. A@4@aa)
im gartenbau. A@4@a@aα)
pfahl, stock, an den eine ranke, pflanze oder ein dünner stamm gebunden wird, um ihn zu stützen. am ältesten zum stützen der reben: stütz, räbstäck Frisius
dict. (1556) 1240
a; rebstäck, pfal, stütz Calepinus
undec. ling. (1598) 1379
a; die lantzen freuen sich, den reben pfahl und stützen abzugeben J. Chr. Günther
ged. (1735) 947; wenn die hopffenrebe, oder der weinstock an einen faulen pfahl geräth, so hält sie sich an denselben, und beginnet in die höhe zu klimmen, es währet aber so lange, bisz ein sturmwind entstehet, der wirfft sie mit samt ihrer stützen übern hauffen Chr. Scriver
seelenschatz (1737) 1, 231
b; ... ohne freund seyd ihr der reb im garten zu vergleichen, mit der kein pfahl als stütze sich vereint J. D. Gries
Ariostos rasender Roland (1804) 1, 262; ein groszes hölzernes kruzifix, das einem jungen weinstock als stütze diente Heine 3, 240
Elster; dasz ein frauenzimmer ihren beschirmer nicht weniger zu lieben, als epheu seine stütze ... zu umarmen verbunden ist Lohenstein
Armin. 2 (1689) 922
b; selbst von der wurzel getrennt, lasse ich (
der epheu) nicht von dem, was ich umarmte, und grüne und lebe klammernd an meine stütze Cl. Brentano
ges. schr. 5, 219; gleichwie man etwa sieht, dasz sich ein schwacher baum durch stützen aufwärts zieht B. Neukirch
ged. (1744) 158; an dieser hinfälligen stütze spinnt sich der zarte schöszling hinauf Schiller 6, 317
G.; ich habe die lang gewachsenen georginenstämme an stützen gebunden Stifter 4, 1, 208
Sauer; ich war ein reis, dem seine stützen sanken Heine 2, 61
Elster; es sey die gröste statsthorheit, einen fallenden baum stützen: denn die stützen ... verfaulen Butschky
Pathmos (1677) 410. A@4@a@bβ)
pfahl, der fruchtbehangene zweige von unten her tragen hilft: oder sieht, wo ein baum schwer trägt, dasz er ein stütz jm untersteckt Fischart
lob des landlustes 124
Kurz; (
im oktober musz man) die stützen und stangen, damit man die schwerträchtigen bäume unterstützen müssen, wieder ausziehen v. Hohberg
georg. cur. 1, 134; gedrücket von der last der früchte, biegt sich der baum, so dasz man ihm auch stützen gab v. Cronegk
schr. 2 (1766) 366; stellte die stützen zurecht, auf denen beladen die äste ruhten des apfelbaums, wie des birnbaums lastende zweige Göthe 50, 213
W.; die fruchtbäume muszten stützen erhalten, damit sie unter ihrer last nicht zusammenbrachen Rich. Voss
zwei menschen (1922) 210. A@4@bb)
am oberen ende mit einer zinke versehener stab zum aufhängen und stützen von netzen und leinen. in der entsprechung von gabel,
furca meistens '
gabel mit denen in der jagd das fangnetz aufgestellt wird': ein stütz mit zweyen zinggen
furca Maaler (1561) 394
a; stützen, gabeln, stöcke, damit man das garn auffspannet Bas. Faber
thesaurus (1587) 45
a; stutzen, netzgabel
ames Aler
dict. (1727) 2, 1863
b; stütz
hamis qu. a. d. 15.
jh. bei Fischer
schwäb. 5, 1941; Reynhart vil der heyden mit eyner furcken oder stützen erschlug
Aymont v. Dordon (1535) b 3
b.
in weiterem gebrauch als gerät des seilers, s. Jacobsson 4, 350; die (
betten) binden sie zwischen zweien lättlein oder stützen an, und hencken sie under dem lufft auf, und schlaffen also darin
N. Höniger (1579) 9.
heute weit verbreitet: stange zum stützen der wäscheleine, s. Brendicke
Berliner wortsch. 178; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 621. A@4@cc)
stab, stock usw. der den menschen in aufrechter haltung stützt: statt deiner geziemt mir in der zitternden hand jetzt eine stütze, der stab Herder 26, 110
S.; und schnitt mir einen derben stecken aus einer hasel, mehr zur stütze als zur wehr Watzlik
pfarrer v. Dornloh (1930) 25; aber dennoch brach die stütze, als er sich an sie steifte, und der arme fiel in den bach A. G. Meiszner
skizzen (1778) 1, 179; die keule ... dient ihm zur bequemen stütze Göthe 49, 129
W.; wo es schwierig ging, schwang er sich leicht hinüber, und mir reichte er den stutz zum anhalt und zur sicherung C. Baumgarten-Crusius
reise aus dem herzen (1819) 1, 119; bey meiner bettstatt steht ein spanisches rohr — ich nenne es die stütze des lebens, weil es mir mein vater ... vermacht hat Bäuerle
kom. theater 4, 11; und neben ihr mit leichtem trippeln geht die kleine zofe, ihres armes stütze v. Droste-Hülshoff
ges. w. 2, 223
Schücking. BB.
übertragen: was die function des stützens (
1stützen A 2)
vermöge seiner stellung und inneren eigenschaft hat. B@11)
tragender pfeiler, säule, häufig sogar '
grundlage, fundament',
auf dem architektonischen bereich (A 2)
beruhend: diser artikel ist ein stütz, daruf der nächst darvon grundlich gebuwen ist Zwingli
deutsche schr. 1 (1828) 195; (
das amen) sich gründet, steiffet und stützet auf eine unbewegliche basin, stütze, seul und unterhalt Dannhawer
catechismusmilch 6, 753; dann der teuffel hatt wol gefület den losen grundt des primats, das er in die lenge nicht besthen köndte, darumb hat er so manche stütze untersetzen wollen Nigrinus
papist. inquis. (1582) 44; wie wüst jrret der, desz grundt mossig ist, der alle tag unterstützen musz, damit er sein erdichten grund erhalt: nemlich die stützen sind voller sophisterey und blandimenten Paracelsus
op. (1616) 1, 33
Huser; A 1
nahe: es heiszen aber die buchstaben also, als stäbe und stützen des buches, darinn sie lang und kurtz, grosz und klein stehen B. Scheräus
sprachenschule (1619) 232.
im bilde des hausbaus: denn, wenn das gebäu eines reiches einfallen wolte, müste der erste der beste seine achsel unterschieben, und zu denen stützen nicht disz oder jenes holtz ausschüssen Lohenstein
Armin. 1 (1689) 28
b; die geometrie und arithmetik sind, so zu sagen, die stützen dieses grossen gebäudes Th. Abbt
verm. w. 5, 90; ihren gemahl wird sie für den treusten freund und die vornehmste stütze ihres ganzen hauses halten L. A. Gottschedin
br. 2, 257
v. Runkel; du solltest sein eine stütze für mein altes haus Fr. Reuter 3, 238
Seelmann. auch im weiteren bereich tritt das bildhafte immer wieder hervor: als Luther das principium der kirchenautorität umwarf, fielen die drei stützen des gerüsts, auf welchem die scholastiker disputiert haben, Aristoteles, concilien und kirchenväter Herder 20, 214
S.; die vernunft aber ist ... eine stütze des himmels Bettine
Günderode 1 (1840) 42; sie (
die welt) ruht demnach auf festen stützen Gottsched
anmuth. gelehrs. (1751
ff.) 4, 114; ihre natur ist ewig, wie der verstand gottes, und die stützen meines daseyns (nicht meiner körperlichen erscheinung) sind so vest als die pfeiler des weltalls Herder 13, 16
S.; stütze der kirche,
zunächst noch im bilde des architektonischen, dann ausschlieszlicher auf die function zielend: in allen dingen ein stütz und seyl unserer kirch was Hedio
chron. germ. (1530) f 5
a; ouch die sülen und stützen vil der vätern, als Augustinus und Hieronymus, in jrem schryben wider einander sind Zwingli
dt. schr. 1 (1828) 130; die bettelorden, sagt er, seyen die stützen der kirchen gewesen, aber jetzo seyen sie fast verfaulet Zinkgref
apophth. (1628) 227; Gregorius der grosz genant, der vier leerer einer, und stütz der rhömischen kirchen S. Franck
chronica zeytb. (1531) 284
a; machen sie sich nur gefasst, mich für nichts geringeres, als für eine stütze unserer kirche ausgeschrieen zu hören Lessing 17, 343
L.-M.; in ähnlichem doppelsinn stütze des throns: umb ihn sind wolcken und dunckle, das recht und das billich sind stützen seines stuols
Züricher bibel (1531) f f 1; ohne sie (
die gelehrsamkeit) stehen die throne gleichsam auf verfaulten stützen Ettner
med. maulaffe 61; der himmel verleyhe euch gesundheit, dasz ihr eine stütze des königlichen throns lange zeit bleiben möget
schauspiele d. engl. com. 79
Creizenach; diese 'stütze des thrones' war später minister und inhaber hoher und einfluszreicher ämter Bismarck
ged. u. erinn. 1, 44
volksausg.; seit alters als abstracte functionsbezeichnung stütze des staates, des reiches: wente he (
der könig) is des rykes stutte, so is dat wyslik unde nutte, dat men der vrouwen neme ware meister Stephan
schachbuch (1889) 5566; von Narsete und Belisario, den trewen helden und stützen des reichs S. Franck
Germ. chron. (1538) 56; dasz nit ein stützen jhres reichs gemindert möchte werden Paracelsus
op. (1616) 2, 616
Huser; so fielen achtung und zutrauen, die stützen dieses und jedes reichs, allmählich weg Novalis
schr. 2, 27
Minor; dasz also ein potentat mehrmals so viel feinde und verächter, auch wohl verräther, als vermeinte stützen seines stats hat
pedant. irrthum d. schulfuchses (1673) 147; sagt der presendent und kloppt ihm auf die schulter, 'sie sünd eine stütze des staats!' Fr. Reuter 4, 93
Seelmann; Preuszen, die mächtige stütze Deutschlands, ging hier zu grabe Karl Jul. Weber
Deutschland (1828) 3, 205; meine herren, ich trinke noch besonders auf das wohl der starken stützen unsrer ostmark Viebig
d. schlafende heer 1, 147; damit sind aber die wesentlichsten stützen einer sogenannten staatsautorität zerschlagen worden Adolf Hitler
mein kampf (1933) 579.
mit neubelebung des bildes: das regiment ist auf eine faule stütz gebawet, da ein ungeschickter regieret Friedrich Wilhelm
sprichw. register (1577) g 1
a; das gantze hochlöbliche haus zu Osterreich, welches gott in diesem abnemenden alter der welt zur stütze und grundfeste der bawfälligen römischen monarchi ... verordnet H. Rätel
chron. d. herzogt. Schlesien (1607) 266; ich sorge dafür, dasz die fundamente bleiben und bin eine stütze von land und thron Fontane I 6, 84; die eigene macht Mithradats war vollständig zerschmettert und eine nach der andern brachen ihre noch übrigen stützen zusammen Mommsen
röm. gesch.4 3, 60;
in weitem bereich in fortschreitender abstraction: ein gelehrter, der ... so viele zu guten bürgern, zu gelehrten männern, und zu berühmten stützen des gemeinen wesens hat erziehen helfen Gottsched
anmuth. gelehrsamk. (1751) 1, 717; dasz deine gegenwart ... die stützen der bürgerlichen wolfahrt befestigen möge Chr. Weise
polit. redner (1677) 144; zeigen die ernsthaften wissenschaften, welche man im engern verstande die gelehrsamkeit nennet, von nichts als von dem elende und verderben der menschen, von der mühseligkeit ihres lebens, diese beweinenswürdigen stützen der gesellschaft Lessing 4, 388
L.-M.; eine ... zahl von völkern, die fast in demselben sinne wie die Arier selbst als stützen der indischen kultur gelten können Ratzel
völkerkunde 2, 224; turner, unsrer zukunft stützen, ... schwenken fahnen, hüt und mützen Hoffmann von Fallersleben
ges. schr. 5, 170; er nennte mich einen groszen, berühmten, gründlichgelehrten mann, eine stütze der wissenschaften, seinen mäcenaten Rabener
s. w. 2, 102; in sachen des vortrags sah er Voltäre als die letzte stütze des geschmacks an, der unter Ludwig xiv. gewesen war Herder 17, 31
S.; religion und ihre stütze, die furcht vor der zukunft Klinger 3, 13; dasz fürs erste die äuszere neutestamentliche stütze seiner christologie ... unrettbar unterlag D. Fr. Strauss
schr. 6, 30; was soll ... aus der truppe werden, ... wenn ihre stützen, die länger dienenden unteroffiziere und feldwebel, wachtmeister abgehen? Wilhelm i.
milit. schr. (1897) 2, 76.
die stütze im sinne von '
die wichtigste stütze, tragende säule',
übertragen aus dem architektonischen bereich (A 2 a): ja ich, ich bin die rechte hand und die stütze dieses königreichs Ziegler
asiat. Banise (1689) 136; ich, der ich die stütze der macht bin A. Olearius
staat d. königr. Persien 5; man lasse daher dem pöbel seine irrthümer; man lasse sie ihm, weil sie ein grund seines glückes und die stütze des staates sind Lessing 2, 99
L.-M.; stolz auf das vaterland, dessen intellectuelle einheit die feste stütze jeder kraftäuszerung ist A. v. Humboldt
kosmos 1, 40; der stolz und die stütze Preuszens, das heer C. O. Hoffmann
revolution und contrerevolution (1849) 1, 32; die stütze und der grund aller speisen ist das brod v. Hohberg
georg. cur. 3 (1715) 113
a; die ... derjenigen gesundheit der seele entgegen steht, die der grund und die stütze der wahren tugend sind Ramler
einl. in d. sch. wiss. (1758) 1, 389. B@22)
beistand, hilfe, halt, unterstützung, hauptsächlich auf dem bilde des gestützten baumes (A 4 a
α)
beruhend. B@2@aa)
alt und am reichsten bezeugt vom menschen, der einem andern beisteht und hilft: der gut stützen an seinen freunden hat, der wol gefreundet ist Frisius
dict. (1556) 591
a; aber gut ist es, recht freund, so in nöten dein stütz und trost sind, haben S. Franck
sprüchw. (1545) 1, 89
a; selig ist die seel desz gottsförchtigen. auf wen verläst er sich? wer ist sein stützen? Albertinus
hirnschleiffer (1664) 197; eine gute stütze an jemand haben Weismann
lex. bipart. (1698) 367; wie späth kömmt der verstand! bey mir sollte er damals schon längst gekommen, und ich meines vaters beste stütze geworden seyn U. Bräker
s. schr. (1789) 1, 169; dasz mutter und schwester, die an dem verstorbenen bruder eine treue stütze gehabt, sie auch an diesem finden können Göthe IV 30, 174
W.; ich esse alle tage bei den guten Roons, die dir eine rechte stütze sein werden Bismarck
br. an s. braut 515; die frau vergosz ... aus besorgnisz, ihre letzte stütze zu verlieren, manche stille thränen Christoph v. Schmid
ges. schr. 1, 223; so lehnte sich seine tugend selbst wieder an die freundschaft, als an eine schwesterliche stütze W. v. Humboldt
ges. schr. 1, 293; stunnen de drei döchter üm ehres vaders lager herüm un weinten un klagten sachten vör sick hen un wullen de stütt hollen, de sei so lang hollen hadd Fr. Reuter 2, 160
Seelmann; wie ich alle meine schwindenden kräfte zusammenraffen muszte, um diesen verzweifelten stütze und stab zu sein Gutzkow
ritter vom geiste (1850) 3, 398; sey deines vaters stab, sey deiner bürger stütze Gottsched
deutsche schaubühne 4, 6; wenn wir, in raschen muthigen momenten auf unsern füszen stehen, strack und kühn als eigner stütze froh uns selbst vertraun, dann scheint uns welt und himmel zu gehören Göthe 10, 264
W.; kommt, sie mit ehrfurcht zu grüszen! zur stütze reicht ihnen freundlich die helfende hand! Schiller 6, 179
G.; stütze des alters: erzeygen wir uns erstlich danckbar gegen unseren eltern, welchen wir an unser statt junge stützen jres alters schaffen Fischart
ehzuchtbüchlein 191
Hauffen; kinder und kindes kinder sind stützen und stebe desz alters Petri
d. Teutschen weish. (1604) 2, L l 6; ich hab euch schuldlos vieles weh bereitet, des alters stütze euch geraubt Schiller 12, 568
G.; er gibt dich widerum, o meines hauses zier, o stütze meiner jahr, er gibt dich wieder mir! A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 1, 1012; —
bildhaft, in stärkerer anlehnung an die eigentlichen anwendungen: dann dise sind der eltern schönster wintermeyen, leydvergesz und wendunmut, des vattern auffenthaltung, leytstäb, krucken und stützen, inn welchen sein alter wider plüsam wird Fischart
Gargantua 97
ndr.; weiber und reben dürffen ... zu ihrem wohlstande einen ulmenbaum oder stütze Lohenstein
Armin. 1 (1689) 313
a; und jetzt sinkt mir die letzte stütze nieder, die meines glückes rebe aufrecht hielt H. v. Kleist 3, 59
E. Schmidt; as hei markte, dat de schauler nich schont sin wull, let hei em sinen willen und säd to sick as de gärtner: 'den lat man so stahn, de brukt kein stütt un keinen pahl' Fr. Reuter 2, 121
Seelmann. B@2@bb)
im besonderen sinne von '
anhalt, halt, an den man sich hält, anklammert': dasz das fräuliche geschlecht von natur zaghaffter und furchtsamer, auch dannenhero fertiger ist, etwas als einen sichern stutz und stab zu ergreiffen Th. Undereyck
der närrische atheist (1722) 317; de heilig schrift is, richtig lesen, hir unn jug einzigst stütt und staf Fr. Reuter 7, 85
Seelmann; lasz neben dem triebe edler güte, das verlangen nach dem wohlgefallen der guten immer auch mitwirken, immer eine stütze — wenn du willst, eine krücke menschlicher tugend seyn Lavater
physiogn. fragm. 1, 168; geben sie mir einen anhalt ... ich breche zusammen. eine stütze. alles in mir bricht zusammen G. Hauptmann
einsame menschen (1891) 128; tritt der glaube an das ewige hervor in unserer seele ... als die einzige stütze, an die wir uns noch halten können, nachdem wir alles andere aufgegeben Fichte 2, 292;
concreter: sie fasste ... das halsband des hundes, um halt und stütze zu haben Fontane I 1, 978; an die stützen, die wir wanken fühlen, klammern wir uns doppelt fest v. Ebner-Eschenbach 1, 70; sie war gekommen, rat und beistand zu holen, und sah wieder eine stütze, einen lebensinhalt dahin sinken G. Keller
ges. w. 5, 329; freundlich dankt er; und beschwörts: dasz er nur auf gott gebauet, auf das wesen, dem kein christ bis hieher umsonst getrauet. eine solche stütze sänke unter einem arme nicht, unter dem der menschen hülfe wie ein morsches rohr zerbricht v. Schönaich
Heinrich der vogler 80; die dichtung einer oper hat den bestimmten zweck, dem musikalischen ausdruck eine entsprechende grundlage und stütze zu geben O. Jahn
Mozart 3, 89.
weniger bildhaft: um sie dem drohenden einflusz Frankreichs zu entziehen, und weil Teutschland nicht heil noch stütze bot Görres
ges. schr. 2, 32; und ihm (
dem kinde) im glauben und religion eine stütze bilden, dasz es nicht falle Bettine
d. buch gehört d. könig 1 (1843) 53; an Karl wird sich der innere mangel an trost immer auf eine solche art offenbaren, weil er an nichts festhält, greift er fast blind nach allem, wo er stütze hoffen kann Wilhelm Grimm
an Jacob br. (1881) 87; die see ging sehr hoch, und das schiff, welches nun in den segeln gar keine stütze mehr fand, taumelte wie betrunken Moltke
ges. schr. u. denkw. 1, 198; das echt weibliche bedürfnisz, in einem ihr wahrhaft ergebenen mann halt und stütze zu finden O. Jahn
Mozart 4, 420; beides aber würde auch in dem geltenden buchstaben der kirchlichen lehre keine stütze finden Schleiermacher
s. w. I 4, 57; (
das) gereicht der meinung, dasz er hier nur als heros oder halbgott aufgeführt sey, noch mehr zur stütze Fouqué
gefühle, bilder 1, 200; eine der gröszten stützen für die Kantische philosophie ist die gewisz wahre betrachtung, dasz Lichtenberg
verm. schr. (1800) 2, 92. —
älter bezeugt stutz, stütze halten '
beistand leisten, halt bieten': für allen dingen bewarb er sich umb reuter, damit er der Deutschen fahne möcht stutz halten G. Klee
berühmter leute leben (1589) 1, 14; von welchem (abgott Stuven) man lieset, das jhn die heidnischen leute gegen der Werra ... auf dem Stuvenberg ... geehret haben, und bei jhm als bei dem, der, wenn es jrgend not gewinnen wollen, stuven und stützen halten köndte, rhat gesucht C. Spangenberg
Bonifacius (1603) 30
b. B@2@cc)
im besonderen sinne von '
rückhalt': jeder flecken, auch ganz abseits vom wege, wenn er ihn nur bezwingen kann, wird ihm (
einem feldherrn) zu einer wichtigen stütze werden L. Boltzmann
populäre schr. (1905) 26; eine starke stütze fanden die Franzosen noch an der parkmauer, welche sie mit grosser gewandtheit in kürzester zeit zur vertheidigung hergerichtet hatten Moltke
ges. schr. u. denkw. 3, 360; wenn wir die deutsche frage dadurch noch mehr verwirren, dass wir ... den Frankfurter souveränitätsgelüsten ... die stütze unserer zustimmung leihen Bismarck
reden 1, 91
Kohl; wenn der orden früher nicht selten eine stütze gegen die Litthauer an Polen gefunden hatte Ranke
s. w. 25, 71; nicht so wohl aus wahrer zuneigung, als weil er eine stütze gegen seine nachbarn suchte
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 3, 39; dieser adel ohne stütze in der regierung würde vergehen wie märzenschnee Lagarde
deutsche schr. 37; um einer fremden willensgewalt gegenüber an den dingen eine stütze zu finden Immermann 18, 119
Hempel; dies system ... hat eine neue stütze in dem allgemeinen enthusiasmus der nation, in der energie des heeres ... gefunden Meinecke
leben d. generalfeldm. v. Boyen 2, 6; das völlige verlöschen der neuen sterne ... schien dieser meinung eine festere stütze zu geben A. v. Humboldt
kosmos 3, 269. B@2@dd)
im allgemeineren sinne von '
hilfe, beistand, unterstützung': wehe dem glauben, dem man also mus stutzen und hülffe suchen und betteln Luther 18, 149
W.; darausz dem gemeinen wesen nicht ein geringe hülff und stutz erfolgt H. Lewenlkaw
neuwe chron. türck. nation (1590) 73; wenn gott einen gottlosen herrn stürtzen wil, so hilfft keine hülff noch stützen, kein bund noch knopff Mathesius
Sarèpta (1571) 84
b; das er (
der könig) gern hette der herschaft von Osterrich wyder gehept, das der eidgenossen was und das von inen bracht, wie er hette können, und das des die von Zürich ein guote stütz zuo einre syten warent H. Fründ
chronik 95
Kind; hiemit (
mit Werners tod) war den widerwertigen keyser Conrads ein gute stütz abgebrochen Stumpf
Schwytzerchron. (1606) 327
a; der dolmetscher ist eine stütze und hülfe für den fremden Jac. Grimm
kl. schr. 5, 166; gedult ist ain stütz zuo aller tugent G. Mayr
sprüchw. (1567) e 2
β; die meinung des fürsten steht nur auf einem fusz, hat sie aber anderer räth beyfall und stützen, so stehen sie desto steiffer Lehmann
flor. polit. 2 (1662) 694; es ist jetzt recht schwer mit deinem vater auszukommen, und ich bedarf deiner freundlichen stütze mehr als je Spielhagen 2, 338; eine sprudelnde fülle von reliquienkästchen, heiligenbildchen, weihbrunnenkesselchen und anderen kleinen stützen der andacht und der auferbauung Steub
drei sommer in Tirol (1895) 1, 152; ich weiss vor der hand nichts anders, als das lineal zu ergreifen, und zu sehen, wie weit ich mit dieser stütze in der baukunst und in der perspecktiv kommen kann Göthe IV 1, 178
W.; eine vernünftige gesetzgebung erhält gewiss keine geringe stüze dadurch, wenn das gesetz immer zugleich grund und beweis angiebt W. v. Humboldt
ges. schr. 1, 23; die bewegung .... sieht in beiden religiösen bekenntnissen gleich wertvolle stützen für den bestand unseres volkes Adolf Hitler
mein kampf (1933) 379; die zerbrechlichen philosophischen stützen desjenigen ..., was als ehrwürdige wahrheit galt Justi
Winckelmann 1, 110; aber wo ist auch eine solche hilfe und stütze, wie der treffliche Diez; es ist nicht zu sagen, wie dieser treue, fromme, gott und menschen dienstbare mann tag und nacht für seine leidenden nebenmenschen arbeitet Cl. Brentano
ges. schr. 9, 97. B@2@ee)
hausstandsgehülfin, die der hausfrau in allem zur hand geht, jedoch nicht speciell die niederen arbeiten verrichtet; in den lit. zeugnissen doch meist stark an die eigentl. bedeutungen des wortes angelehnt: dabei keuchte sie so ausnehmend, dasz ich ihr den freundschaftlichen rath gab, sich doch eine jüngere stütze beizulegen, da sie in ihrem alter der ruhe bedürftig sei Heinr. Seidel
vorstadtgesch. 110; des leibes wirtin, die hauptseele, und eine andere, die bei ihr als stütze und gesellschafterin in stellung ist Timm Kröger
schuld (1898) 65;
in fester wendung stütze der hausfrau: die ... stellungen als 'stütze der hausfrau' oder 'gesellschafterinnen' suchen, höchst unglückliche zwischenstellungen, die als mittelspersonen zwischen hausfrauen und dienstboten meist versagen
gartenlaube 1915
beil. 710;
auch ironisch gemeint. noch im eigentlichen sinne von '
hilfe, beistand' (d): besonders eine erwachsene tochter, die stütze seiner wirtschaft Musäus
physiogn. reisen (1788) 2, 74; wäre diesem dürftigen und zusammensinkenden haushalte nicht eine stütze in der blonden Lisbeth erwachsen Immermann 1, 65
Hempel. kaum schon i. j. 1609
hierher: viertzig fadem (
garn) wol zu der stundt binden sie (
mägde) allweg in ein bundt, welches sonsten die Mercksche stützen pflegen zu nennen eine pfützen A. Tharäus
in schr. d. ver. f. d. gesch. Berlins nr. 33
s. 55
b.