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strömen

mnd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

strömen

strömen

Strom m. ‘großer breiter Fluß, Strömung’, ahd. stroum (8. Jh.), mhd. stroum, strōm, strām ‘Fluß, Strömung’, asächs. strōm, mnd. strōm(e), mnl. nl. stroom, afries. strām, aengl. strēam, engl. stream, anord. straumr, schwed. ström (germ. *strauma-), Bildungen mit dem Suffix ie. -mo- gegenüber griech. rhé͞uma (ῥεῦμα) ‘das Fließen’, russ. (älter) strúmen’ (струмень) ‘Bach’, lett. straume ‘Strom’ mit dem Suffix ie. -men-; alle lassen sich mit aind. srávati ‘strömt, fließt’, griech. rhé͞in (ῥεῖν, aus *ῥεϝειν) ‘fließen, strömen’, lit. sravė́ti ‘gelinde fließen, rieseln, sickern’, aslaw. ostrovъ ‘Insel, Bach’, russ. óstrov (остров) ‘Insel’, eigentlich ‘Umflossenes’, verbinden und mit diesen auf ie. *sreu- ‘fließen’ zurückführen, eine Erweiterung der Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’, die in lat. serum (s. Serum) und griech. hormā́n (ὁρμᾶν) (s. Hormon) vorliegt. Die germ. (teilweise auch die slaw. und balt.) Formen zeigen t-Einschub zwischen s und r. Die im Mhd. bestehenden Vokalschwankungen (s. oben) setzen sich im Nhd. fort, bis sich im 17. Jh. Strom durchsetzt. Strom bedeutet zunächst ‘schnell fließendes Wasser’ ohne Beachtung seiner Größe, dann (frühnhd.) ‘großer Fluß mit starker Strömung’ (als Synonym neben Fluß), danach (18. Jh.) ‘großer breiter Fluß’ (ohne Berücksichtigung der Art seiner Strömung). Daneben bleibt bis ins 19. Jh. die Verwendung im Sinne von ‘Strömung’ erhalten. Seit dem 18. Jh. begegnet übertragener Gebrauch für eine ‘sich in einer Richtung bewegende Menschen- und Volksmenge’, in der Physik für die fließend vorgestellten magnetischen Kräfte bzw. galvanischen, elektrischen Ladungen. Allgemeinsprachlich steht Strom für ‘Elektrizität’. Vom Substantiv abgeleitet strömen Vb. ‘breit und gewaltig dahinfließen’ (16. Jh., geläufig erst seit dem 18. Jh.). Strömung f. ‘gleichmäßig fließende Bewegung des Wassers’ (Ende 17. Jh., geläufig gegen Ende des 18. Jhs.), übertragen ‘historisch bedingte geistige Grundhaltung, Einstellung oder Bewegung, Tendenz’ (Mitte 19. Jh.). Stromlinie f. ‘Stromverlauf’, in der Physik eine Linie, die den Verlauf einer Strömung angibt (19. Jh.). Stromlinienform f. Konstruktionsprinzip für Fahrzeuge zur besseren Überwindung des Reibungswiderstandes (20. Jh.).
2251 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    strö̂menswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    * strö̂men , swv. , „ wenn nu ein windt dar strömet her ” (l. störmet ?, Hamb. Gesangb. 111).

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strömen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Strömen , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich von flüssigen Körpern gebraucht wird…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    strömen

    Goethe-Wörterbuch

    strömen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    strömen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    strömen strömen: dat Blot dat sall di strömen Wo. V. 2, 1124. — Zs. rinströmen .

  5. Spezial
    strömenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    strömen , v устремляться/устремиться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stroemen

12 Bildungen · 1 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von stroemen 2 Komponenten

stro+emen

stroemen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stroemen‑ als Erstglied (1 von 1)

stroemen als Zweitglied (7 von 7)

abströmen

DWB

abströmen , defluere, nnl. afstroomen: das wasser strömte von allen seiten ab; strömte vom dach ab; thränen strömten ab von ihren wangen; di…

anströmen

DWB

anströmen , affluere, nnl. aanstroomen; das wasser strömt an; das volk strömte in haufen an; in die zeit zurück, da uns der weltgeist noch j…

ausströmen

DWB

aus·stroemen

ausströmen , effluere, nnl. uitstroomen, sich ergieszen: tönender schon, mit hellerer saite, lauterem donner ihrer posaunen, strömt ein chor…

beströmen

DWB

beströmen , circumfluere, alluere, beflieszen: beströme mich mit gütigem erbarmen. Canitz 28 ; beströmte inseln. Brockes 1, 213 ; ängstliche…

durchströmen

DWB

durch·stroemen

durchströmen , als strom durchflieszen, perfluere Stieler 2230 . 1 1. untrennbar. 1@a a. zwischen etwas dahin strömen. der Rhein durchströmt…

überströmen

DWB

ueber·stroemen

überströmen , v. 1 1) in untrennb. verbindung. 1@a a) trans. etwas überströmen, es strömend bedecken: wir sahen den ... Tyber, wie er ... da…

zuströmen

DWB

zuströmen , v. , im 18. jh. aufgekommen, wie zustrom. die macht und die menge betonend, von wasser, luft, gasen, bes. in lebensvorgängen: di…

Ableitungen von stroemen (4 von 4)

beströmen

DWB

beströmen , circumfluere, alluere, beflieszen: beströme mich mit gütigem erbarmen. Canitz 28 ; beströmte inseln. Brockes 1, 213 ; ängstliche…

entströmen

DWB

entströmen , effluere, nnl. ontstroomen: und es entströmte mir heiszeres blut. Klopstock ...; dies ist der bittere quell, welchem ihr elend …

erströmen

DWB

erströmen , inundare. Stieler 2213 .

verströmen

DWB

verströmen , verb. , poetische bildung, erst bei Campe gebucht. 1 1) von Klopstock aufgenommen, vorher bei Gryphius bezeugt in der bedeutung…