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straube

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

straube f.

Bd. 19, Sp. 941
straube, f. , straub, m., von straub, adj., 'rauh, kraus'. 11) straube, f., als bezeichnung eines gebäcks, nach seinem krausen aussehen, vgl. kraus brot, nd. kruskoken (teil 5, 2090). mnl. struve, nl. struif 'pfannkuchen', mnd. struve, älternhd. strube, s. Franck et. wb. 679. — heute im bair.-österr. und alem. ein teig, der in siedendes fett gespritzt wird, eine art spritzkuchen, s. Fischer schwäb. 5, 1831; Seiler Basler ma. 282; Unger-Khull steir. 582a; Lexer kärnt. 243; Loritza Wien 127; 'art krauser mehlspeise, wozu der teig durch einen trichter in das heisze schmalz gelassen wird' Schmeller-Frommann bair. 2, 803; so auch mnd. struve 'dünnes, krauses backwerk' Schiller-Lübben 4, 444; dagegen anders: struven 'gebackenes von zucker-teige, platt und länglicht, dessen beide ende durch einen schnitt in der mitte durchgestecket und also die seiten kraus gedrehet werden' Richey id. Hamburg. (1755) 297; Schütze holstein. id. 4, 214. — anscheinend seit alters auf dem ganzen gebiet: ad cenam vero (datur) genus cibi quod vulgo struua dicitur urk. v. j. 1090 in nd. korr. bl. 13, 42; strube scriblita gemma gemmarum (1508) z 2d; strauben pastile, pistile voc. inc. theut. (1491) e e 5b; ein art kuchen oder gebackens, so in butter gebacken wird Hulsius dict. teutsch-fr.-it. (1616) 311b; und also schluogen sie ein fridmal an, vnd buochen struben vnd küchlin J. Pauli schimpf u. ernst 96 lit. ver.; 1 klein blechen trechterlin, dadurch man strauben becht a. d. j. 1556 bei Fischer schwäb. 5, 1832; mich verlanget zu todt, biss ich einen guten hammelschlOegel und strauben esse Moscherosch gesichte (1650) 1, 213; es hafft nit allein der politisch glauben auff kchl vnd krapffen und guten strauben, sonder auff bratens und guten fischen ... so kan man den glauben stercken fein Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 397; du bist kein mehl zum straubenbacken, du bist nichts nutz Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 998a; die knödel, das wildpret-ragout und die strauben ... blieben den erquickten geraume zeit noch unvergessen Steub drei sommer i. Tirol (1895) 1, 131; alle ... lieszen sich die strauben und den kaffee schmecken Rosegger schr. (1895) I 6, 355; eines tages befahl der schloszherr seiner köchin, auf mittag strauben zu kochen. als die köchin die strauben buk ... Zingerle kinder- u. hausm. (1852) 92. 22) strauben, pl., in der sprache des bergmanns 'stahlspäne, stücke, die vom werkzeug durch seine abnutzung am gestein absplittern'. die bezeichnung beruht auf dem rauhen aussehen der stahlstücke und des beschädigten werkzeugs. seit dem 16. jh. bezeugt: strauben, so heiszt der abschlag von den bohrern, der sich ... abbrechen läszt oder abspringt Jacobsson techn. wb. (1793) 7, 470a; strauben, fasern am ende des stempels, die entstehen, wenn das gestein solchen allzusehr zusammendrückt, dasz der stempel aussieht, wie ein pinsel bergm. wb. (1778) 334; strauben, sind die abgesprungenen stückgen eisen von dem gezähe Gottfr. Junghans auszgekl. gräubl. ertz (1680) E 4d; berg-schmiede sollen ... auch die von denen bergeisen und andre gezähe abgeschlagene strauben nicht vor sich behalten A. v. Schönberg berginformation (1693) 16; so sicht man, das offt das gebirg die kappen an thürstöcken und andern tragstempel gar in einander scheubet unnd gleich zusammen oder grosze strauben dran drücket Joh. Mathesius Sarepta (1571) 34b; das gebürge schiebet die tragstempel und drückt grosze strauben dran Minerophilus bergw. lex. (1730) 645; die strauben umbinden, die strauben an den eisernen gezähstücken wieder zusammenschmieden Veith bergwb. (1870) 471; wie er aber den stempel ausschlegt, findet er in strauben und spalten gediegen unnd zänicht weis silber Albinus meissn. bergchron. (1590) 80. — hierher auch: 'der bart oder rauhe teil an einem holze, stocke usw., welcher von stoszen oder schlagen herrührt' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 443a. 33) ein subst. fem. wie straube liegt vielleicht auch in dem namen einer hautkrankheit vor: struff 'serpigo' md. voc. d. 15. jh. bei Diefenbach gl. 530a, zu straub 'rauh' (sp. 938); vgl. das schweiz. fem. strūbi vom adj. strūb, in den bedd. 'struppigkeit, grasnarbe' u. anderen, s. Staub-Tobler 11, 1943; auch 2strupfe, struppe hautkrankheit am fusze des pferdes (teil 10, 4, 139).
4312 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Straube

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Straube , plur. die -n, Dimin. das Sträubchen, Oberd. Sträublein, ein straubiges, d. i. unebenes mit einer höckerige…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Straube

    Goethe-Wörterbuch

    Straube [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Straubef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Straube f. : 1. 'struppiges, widerborstiges Kopfhaar', Straub [ KU-Kaulb Kreimb ], Pl. Straube [ Christmann Kaulb 78]. —…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit straube

35 Bildungen · 29 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von straube 2 Komponenten

stra+ube

straube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

straube‑ als Erstglied (29 von 29)

straubelhaar

DWB

straubel·haar

straubelhaar , n. , wirres, ungekämmtes haar, dass. wie strobelhaar , zu 2 sträubeln ' emporstarren ': gantz mager unnd dürr, mit einem lang…

Straubels

RhWB

straub·els

Straubels -ǫ·u.wəlts OMosfrk in Daun-Utzerath Sg. t. n.: Königskerze, Verbascum.

straubemühle

DWB

straube·muehle

straubemühle , straubermühle , f. , wassermühle mit straubrädern, zu sträuben ' emporrichten ': straubemühle Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8…

straubemünze

DWB

straube·muenze

straubemünze , f. , am rande aufgebogene münze, zu straub adj. ( sp. 938), vgl. auch straubenpfennig: straubemünze bractéate Schaffer dt.-fr…

strauben

FWB

1. ›etw. aufrichten‹ (speziell: die Haare); ›sich aufrichten‹ (von den Haaren); speziell: ›etw. mit einer Winde hochziehen bzw. senken‹; in …

straubenbäcker

DWB

strauben·baecker

straubenbäcker , m. , der spritzkuchen ( 2 straube 1, sp. 941) bäckt: scriblitarius ein straubenbecker nom. lat.-germ. (1634) 380; auch Camp…

Straubengeiß

Campe

strauben·geiss

Die Straubengeiß , Mz. — en , das kretische oder hochgehörnte Schaf (Ovis strepsiceros L .). S. Schaf .

Straubengrund

PfWB

strauben·grund

Strauben-grund m. : FlN, amtl. Straubengrund [KL-Matzb ( Zink FlN 134)]; vgl. Straubhecke . —

straubenhorn

DWB

strauben·horn

straubenhorn , n. , schnecke mit gewundenem gehäuse, von 1 straube, wie straubschnecke: strombus straubenhorn Faber thes. (1587) 807 a .

Straubenkirbe

PfWB

strauben·kirbe

Strauben-kirbe f. : 'Kirchweih in BZ-Sarnst zu Pfingsten, bei der die Strauben 2 gebacken werden', Strauwekeʳwe [ BZ-Sarnst ]. —

straubenkrapfen

DWB

strauben·krapfen

straubenkrapfen , m. , gebäck, zu 2 straube 1: die taffel ist bedeckt und besetzt mit ... gerben-krapffen, straubn-krapffen, butter-krapffen…

straubenkringel

DWB

strauben·kringel

straubenkringel , m. , gebäck in Hamburg, s. Richey id. Hamb. (1755) 297 ; Schütze holst. id. (1800) 4, 214 . —

straubenleib

DWB

strauben·leib

straubenleib , m. , gebäck: das bündel mit dem brote und dem straubenleib Rosegger schr. (1895) I 8, 253 .

straubenlinie

DWB

strauben·linie

straubenlinie , f. , spirale, von 1 straube: gewundne oder straubenline Maaler (1561) 181 a ; strubenline ebda 393 b .

straubenlöffel

DWB

strauben·loeffel

straubenlöffel , m. , teiglöffel zum backen, von 2 straube 1, s. Unger-Khull steir. (1903) 582 b ; machte den taig in einer dicke, damit er …

straubenmehl

DWB

strauben·mehl

straubenmehl , n. , mehl um strauben ( 2 straube 1) zu backen: straubenmehl farina da far cialde Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 998 a .

straubenpfennig

DWB

strauben·pfennig

straubenpfennig , m. , aus dünnem blech geschlagene, am rand aufgebogene münzen, zu straub ' emporstarrend, rauh ' ( s. sp. 938) im gegensat…

straubenteig

DWB

strauben·teig

straubenteig , m. , besonders dünner teig zum backen von strauben ( 2 straube 1): einen dünnen straubenteik kochenmeysterey ( a. d. 15. jh. …

straubentrichter

DWB

strauben·trichter

straubentrichter , m. , blechröhre, durch die der teig in das schmalz gepresst wird, von 2 straube 1: nehmet einen straubentrichter, oder ..…

straubert

DWB

straub·ert

straubert , m. , straupert, rotwelsche bezeichnung für ' kopfhaar ' vnd ' bart ', dasselbe wie strauber 2, s. Fischer schwäb. 6, 3228 ; zs. …

straub(e)schnecke

DWB

straube·schnecke

straub(e)schnecke , f. , schneckenart, deren gehäuse das aussehen einer spirale hat, von straube ' schraube ', s. sp. 940: die straubschnAec…

straubete

DWB

strau·bete

straubete , f. 1) schmalzgebäck, so wie 2 straube 1. alemannisch, heute schwäb. strubete, auch straubeze, straublete und andere formen, s. F…

straube als Zweitglied (6 von 6)

fuchstraube

DWB

fuchs·traube

fuchstraube , f. 1 1) vitis vulpina, eine traubenart mit kleinen schwarzen beeren von stinkendem fuchsartigen geruche. 2 2) solanum nigrum, …

mehlstraube

DWB

mehl·straube

mehlstraube , f. : mehlstrauben, sind ein buttergebackens von mehl. öcon. lex. 1582. vergl. straube .

wolf(s)traube

DWB

wolfs·traube

-traube , f. , pflanzenname für nachtschatten, solanum nigrum Fischart onomastica (1574) 261 ; Holl (1833) 260 a ; v . Perger (1858) 1, 175 …

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Cotta, M. (2026). „straube". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/straube/dwb?formid=S51136
MLA
Cotta, Marcel. „straube". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/straube/dwb?formid=S51136. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „straube". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/straube/dwb?formid=S51136.
BibTeX
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