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Spille

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
20 in 16 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Spille

Bd. 8, Sp. 345
Spille das Wort, ahd. spilla, mhd., mnd., mndl. spille < ahd., asächs. spin(n)-ila, mhd. spin(e)le, ndl. spil (zu vergl. Spelte »Stecknadel«), ist Rhfrk nur vereinzelt in Saarbr, WMosfrk geschlossen an der Mos von Trier bis Bernk (weiter nach O. noch in Koch-Lutzerath, Kobl-Winning u. Vorderhunsr. in Goar), WEif in Wittl, Bitb, Prüm; rrhn. vereinzelt in Neuw, Altk; geschlossener wieder Rip in Sieg, MülhRh, lrhn. Schleid, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür; im Nfrk geschlossen, doch fehlen Belege aus dem OBerg in Waldbr, Wippf, im SNfrk aus Geilk, Erk; in mannigfach abgestufter Bed., u. zwar -i·l., –e-, –il [in Trier, Bitb vielfach -ø-; Kemp-Kaldenk -ī-], Pl. -ə(n), Demin. -·l.χə(n), –·l.əkə, -ltšə, –ltjə f. [Klev auch m.]: 1. bearbeiteter Stock, b.s Eisen zu besonderen Zwecken. a. Spindel des Spinnrades (soweit noch bekannt) Bitb-Dudeld, Kobl-Winning, Eup, Aach, Heinsb, Kemp, Geld, Klev [susa quam vulgariter spille appellamus Prüm 893; einer Magdt den kost thun, also langs die spill gehet Koch-Valwig 1598; ihr spiell undt ihr spinnrocken Malm-Bülling XVI]. — b. spindelartiges Stahlstängchen, das die Garnröllchen an der Windemaschine trägt; Aufstecker für die Spule im Hauptspulrad, beim Webstuhl Barm, Elbf, Kref, MGladb. — c. die frühere Holzachse des Wagens, die durch die Eisenachse verstärkt wurde; heute der kegelförmige Teil der Wagenachse, um die sich das Rad dreht WMosfrk in Trier, Bernk, Bitb, Prüm, Mörs-Vennickel; Achse des Vorderpfluges Dinsl. — d. die Achse, Welle des Wasserrades der Mühle Prüm, Schleid, Rheinb. — e. die Königsachse, senkrecht stehende Antriebachse, die den Läuferstein in Bewegung setzt Saarbr-Nassw, Schleid-Ahrhütte, Mettm, Düss, Heinsb, Neuss, Geld, Mörs, Klev. — f. Spindel an einer Drehbank, Geläufe im Schraubstock Remschd, uWupp. — g. dicke hölzerne Schraube der alten Kelter Trier u. Bernk (Mos), Sieg-ODollend; Dorn eines Gewindes Rees-Isselbg. RA.: En de Sp. gohn verlorengehen Koch-Lutzerath. — h. Balken, in dessen Loch ein Drehstock, um den durch Drehen das Seil über den hintern Wiesbaum gewunden wird Goar, Bergh-Blatzh. — i. Welle, zum Ein- u. Ausschroten der Fässer Köln-Stdt. — k. eine Winde mit vierkantigen Löchern, in die Holzstangen (Speke »Speichen«) gesteckt wurden u. so der Anker hochgewunden wurde (heute dafür Räderwerk) Rheinschiff. — l. daumenartiger Fortsatz am Innenende der Pflugschar, zur Stütze derselben; ein Stückchen Holz, mit dem der breitere Teil des Pflugriesters mit dem Pflug befestigt wird Neuw-Datzeroth Etschd Kurtschd, Altk-Mehren, Sieg, MülhRh, Mettm-Haan, rrhn. Rheinb, Bo, Bergh, Dür, Grevbr, Kref-Fischeln, Geld-Wachtendonk. — m. Stange. α. im Rauchfang (Femm), woran Fleisch, die Würste zum Räuchern aufgehängt werden, Worssp. Kemp, Klevld. Frouw, gott na achtern (no de Horste), dor hange de Sp.ə met Worste usf. im Fastnachtsheischeld. Geld, Klev. Willeke, W. hängt de Worst an't Spilleke; Bertram, B. sieht sich de Trichinen an! Spottr. Rees-Wesel. RA.: Dönn wie en Sp. Kref-Strümp. Dor let (liegt) hej met de Sp.ə in de Ass (Asche)! da hat er das Unglück Mörs-Wallach. — β. um Tabak darauf aufzureihen, Tubakssp.ə Mörs, Klev, Rees. — γ. Hühnersitzstange Hunnerdersp. Klev-Niel, Ruhr, Mettm, Düss. — δ. Dachsparre, Daksp. Klev-Stdt, Emmerich, Düss-Lintorf. — ε. Wendeltreppe zum Kirchturm MGladb-Viersen 1873. — 2. übertr. a. sachl. α. Eiszapfen Issp. Dinsl-Gahlen Gartrop Hünxe Walsum, Düss-Angermund. — β. Spedel, Zwickel in einem Kleidungsstück Kemp-Kaldenk, Lennep-Hückeswg, Gummb-Bergneustdt. — γ. ein Stück Magerfleisch vom Oberschenkel des geschlachteten Rindes Sieg-Siegbg. — δ. verächtl. αα. Halme; et Kore schütt (schiesst) all en de Sp.ə Kemp-Stdt (selten). — ββ. Pl. t. dünne Beine Klevld. — γγ. Pl. t. Kleinigkeiten, Habseligkeiten, aul Sp.ən altes Gerümpel; de het bloss en paar Sp.ən Sol, Mettm, Barm, Elbf. — b. persönl. verächtl. magerer, dürrer Mensch, bes. Weib Elbf, Kref-Stdt, Mörs, Rees.
4012 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SPILLE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SPILLE s. ich SPINNE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spilleF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    spille , F. nhd. Spindel, Hauptarbeitsgerät der Frau, weibliche Erbfolgelinie, weibliche Verwandtschaft, weibliches Gesc…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Spille

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Spille , plur. die -n, von spalten, eine Art gelber Pflaumen, S. Adelung Spilling .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spille

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Spille , starke Welle, vorn quer über das Schiff so gelegt, daß sie leicht um ihre Achse bewegt werden kann, dient haupt…

  5. modern
    Dialekt
    Spille

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Spille das Wort, ahd. spilla, mhd., mnd., mndl. spille < ahd., asächs. spin(n)-ila, mhd. spin(e)le , ndl. spil (zu vergl…

  6. Sprichwörter
    Spille

    Wander (Sprichwörter)

    Spille 1. Die Spille muss der Hacken folgen. Wenn der Mann arbeitet, darf das Weib nicht müssig gehen. Frz. : Le fuseau …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spille

128 Bildungen · 116 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

spille‑ als Erstglied (30 von 116)

Spille(n)bei(n)

Idiotikon

Spille(n)bei(n) Band 4, Spalte 1303 Spille(n)bei(n) 4,1303

Spille(n)chorb

Idiotikon

Spille(n)chorb Band 3, Spalte 454 Spille(n)chorb 3,454

Spille(n)drāt

Idiotikon

Spille(n)drāt Band 14, Spalte 1445 Spille(n)drāt 14,1445

Spille(n)holz

Idiotikon

Spille(n)holz Band 2, Spalte 1261 Spille(n)holz 2,1261

Spille(n)ma(nn)

Idiotikon

Spille(n)ma(nn) Band 4, Spalte 279 Spille(n)ma(nn) 4,279

Spille(n)macher

Idiotikon

Spille(n)macher Band 4, Spalte 54 Spille(n)macher 4,54

Spille(n)mugg

Idiotikon

Spille(n)mugg Band 4, Spalte 131 Spille(n)mugg 4,131

Spille(n)muggeleⁿ

Idiotikon

Spille(n)muggeleⁿ Band 4, Spalte 131 Spille(n)muggeleⁿ 4,131

Spille(n)spitz

Idiotikon

Spille(n)spitz Band 10, Spalte 696 Spille(n)spitz 10,696

Spille(n)trog

Idiotikon

Spille(n)trog Band 14, Spalte 654 Spille(n)trog 14,654

Spille(n)truckeⁿ

Idiotikon

Spille(n)truckeⁿ Band 14, Spalte 863 Spille(n)truckeⁿ 14,863

spillebalke

MNWB

spille·balke

° spillebalke Balken auf dem die Achse des Mühlsteines ruht (Lüb. Ub. 8, 318).

spillebold

DWB

spille·bold

spillebold , m. , wie schillebold ( theil 9, 146) bezeichnung einer libellenart mit eigenthümlich schieszendem fluge. vgl. Dähnert 448 a . v…

(spille)bômen

MNWB

spille·bomen

(spille)bômen , spil- , adj. , in der Vbdg. s. holt Holz des Spindelbaumes (Euonymus europacus L.).

spil(le)bôm

LW

spil(le)-bôm, fusarius (evonymus europaeus?).

spillebōm

KöblerMnd

spillebōm , M. nhd. Spindelbaum? ÜG.: lat. fusarius (euonymus europaeus?) Hw.: s. spinnenbōm E.: s. spille?, bōm W.: s. nhd. (ält.) Spillbau…

spillebōmen

KöblerMnd

spillebōmen , Adj. Vw.: s. spillebȫmen*

spillebȫmen

KöblerMnd

spillebȫmen , Adj. nhd. vom Spindelbaum stammend, Spindelbaum… E.: s. spillebōm, spille?, bȫmen R.: spillebȫmen holt: nhd. Holz des Spindelb…

Spillegast

Wander

spille·gast

Spillegast E' Spillegast hott aach sei Last. ( Kinzigthal in Kurhessen. ) Spille gehen heisst besuchen.

Spilleke

Meyers

spill·eke

Spilleke , August Gottlieb , Schulmann, geb. 2. Juni 1776 in Halberstadt, gest. 9. Mai 1841 in Berlin, bekleidete nach seinem Studium in Hal…

spillekære

KöblerMnd

spillekære , M. nhd. Drechsler, Spindelhersteller E.: s. spille L.: MndHwb 3, 376 (spil[le]ker) Son.: nach MndHwb 3, 376 nur als PN gebrauch…

spillemachære

KöblerMhd

spillemachære , st. M. nhd. Spindelmacher, Dreher Hw.: vgl. mnd. spillemākære* Q.: LexerHW (1476) E.: s. spindel, macher W.: nhd. DW- L.: Le…

spille als Zweitglied (11 von 11)

bōsmansspille

KöblerMnd

bōsmansspille , Pl. Vw.: s. bōtesmannesspille*

bōtesmannesspille

KöblerMnd

bōtesmannesspille , F. nhd. Winde E.: s. bōtesman, spille L.: MndHwb 1, 331 (bôsman/bôsmansspille)

Göpelspille

Adelung

goepel·spille

Göpelspille , plur. die -n, derjenige dicke Baum in der Mitte des Göpels, woran sich der Göpelkorb befindet, und welcher das Hauptstück des …

mȫlenspille

KöblerMnd

mȫlenspille , F. nhd. Mühlenspindel, Achse des oberen Mühlsteins, Eisen das den oberen Mühlstein in Drehung setzte ÜG.: lat. trille, vertebr…

richtspille

DWB

richt·spille

richtspille , f. bei den drahtziehern eine kleine rennspindel, mit der man löcher in die zieheisen bohrt. Jacobsson 3, 415 a .

trotespille

KöblerMhd

trote·spille

trotespille , F. nhd. „Tretspille“, Spille oder Schraube an der Kelter ÜG.: lat. spira VocOpt, torcula VocOpt Q.: VocOpt (1328/1329) E.: s. …

Ableitungen von spille (1 von 1)

Gespille

RhWB

Ge-spille -e·l., meist Pl. - l.ər n.: Dachsparre.