segnen das Zeitw. ist allg., u. zwar Rhfrk nach der Schriftspr.
sēχnə, nur in der Formel:
Gott sEn dich! in mdl. Lautung; Mosfrk, Rip, Sol
zE:nə(n); Eup, Aach, SNfrk
zE·ə.nə, hE zę·n.t; doch Neuss, Kref, Kemp
zE(ə)jənə, zēə-; in der Selfk
zę·ŋ.ə(n), –E- [Kemp-Waldniel
zęŋərə; Amern SAnton
zēəŋələ; Breyell
zEəŋərə]; Berg
zEjənən; Klevld
zEynə schw.: 1. etwas, einen
s. a. durch Segenspendung in kirchl. Sinne weihen,
z. B. den Palm-, Krautwisch, Kerzen, Brot, Hubertusplätzchen, Trauringe; der Geistliche
däht fir dem Amt de Leit met Weihwasser s. Mosfrk, Allg.; der Bauer segnet Maria Lichtmess seine Peitsche u. macht ein Kreuz aus Wachs auf seinen Pflug; er segnet sein Vieh u. lässt einige Tropfen Wachs drauf träufeln WEif; nachdem durch den Pfarrer die Leiche
engesent ist,
s. zuerst die männl., dann die weibl. Leidtragenden, sie treten vor das Grab u. verrichten ein stilles Gebet; nach der Totenmesse gehen die nächsten Anverwandten wieder auf den Friedhof
s. Trier-Ld ö. Stdt. RA.:
Et regent, et segent, de Panne wörde nat usf. Mörs, Allg.
Den Herrgott rent on sent zegleich Saarbg-NZerf.
Der Hemmel r., der Herrgott s. Schleid-Hellenth.
Et regent, et Wer es gesegent wenn bei Gewitter der Regen kommt, ist nach dem Volksgl. die Gefahr vorbei Klevld, Kemp, Erk, Geilk-Würm.
De hat sech der Kopp s. loəte ist schwer bezecht Eup. Der Küster zum Pastor, als die Bittprozession an einem Acker mit schlechtem Saatenstand vorbeizog:
Här, he moss gesent werde! Der Pastor:
He bat (nützt)
ke S., he moss Mes (Mist)
dren! Em zehn Uhr es et Bett gesent! Zeit zum Schlafengehen Sieg-ODollend.
Dat gäht eran (herein)
wei gesent Licht geht glatt hinunter Bitb-Geichl.
Dem os mot er gesenter Kerz net mih ze helfen mit keinem Mittel mehr Saarl, Prüm, —
meat g. Wasser Merz-Losh;
dem ka känen met g. Rot (Rat)
beisteihn Merz-Saarhölzb, Bernk.
Loss deng Föngere va g. Sache! sagt das Mädchen zu dem Burschen, der sie knutschen will Rheinb-Hilberath. —
Enem der Canisius s. ihn gehörig ausschelten, ihn gehörig zurechtweisen, heranholen Schleid-Dollend, —
der Kristian s. Aach-Würselen, Kemp-Dülken, —
der Löbbes s. Schleid-Baasem, —
de Heules s. Ahrw-Remag, —
der Kanes s. Schleid-Dotteln, —
et Weər s. Heinsb-Lümb, —
de Grimmele s. Prüm, Bitb, Wittl, —
de Worm s. Rip, Eup, SNfrk, Klevld, Düss, Sol, Trier-Stdt;
enem de Hutt (Haut)
s. ihn verprügeln Sol-Langenf, —
de Dof (Taufe)
s. Daun-Scheuern.
Gott geseən em de hellige Dauf! wird gesagt, wenn einer
Ferke oder
Bies genannt wird Aach-Stdt. —
Gott sēn (gesēn) dich! wünscht man den Niesenden; auch einfach
G. sēn u.
senn! Allg.;
G. segen et ow! Klev;
G. sen dich met hondertdusend Daler on met et nüədige Kleigeld, dat di Vadder mich weəssele kann Aach-Würselen u. so ähnlich MGladb, Erk, Neuss, Düss-Rating, —
dech met 100 000 Daler un jede Daler en ene Dusendmarksching engewickelt Köln-Stdt, —
dech met en Bratsch (Korb)
voll Äppel on met en Teller v. Klätschkies! Neuss-Stdt, —
dech, mei Fröschelche, met honderdausend Gröschelche! Ahrw-Remag, —
segent ow met h. Daler, wej (wenn du)
grot sit, en met den Hemel, wej dot sit! Rees, —
ow, G. sall ow lohne met h. Krone en met ene guje Mann, en min sovöl, da'k ow wessele kann! Emmerich.
G. sen die honnert Johr, wenn de äller (älter)
werscht, sen dich selwer! Goar-OGondershsn (darauf die Antw.:
Gott dank dir, — lohn ow!). Auch beim guten Appetit wünschen:
Gott gesēn ech! Prüm-Oos, —
sengent üch (de Meddag)!, — dech an der Koffie! Selfk, Kemp.
G. segen ons jo! Ausr. des Unwillens: was bist du dumm! Rees-Schermbeck;
den es för G. segen ons bewahrt er ist gerade nicht der Hässlichste, wenn auch nicht schön Geld, Klev. — b. einen
s., sich
s. lassen, Segens-, Heilsprüche über ihn sprechen Allg.
Ech s. dich, so mäncher Fam (Faden)
an der Schörze es, em Namen Goddes des Vaters, des Sohnes u. des hl. Geistes! über eine Kuh, die vom jungen Klee aufgelaufen ist, dreimal gesprochen, nachdem man ihr eine blauleinene Schürze dreimal um den Bauch gezogen hat Waldbr-Wildbg. —
Gott sen dech (Antw.
Gott luhn dech)
! Grussformel beim Niesen Allg., auch
G. sen! Allg. (
G. sen dich, mi Fräschelche! Sülzt, —
met hunnertdausend Daler! Verbr., —
met h. on mech sovöll, dat ech dech wessele kann Kref-Lank, —
met en Million jong Bagge (Ferkeln)! Geilckreuzr, —
kotz neəve dech! Geilk-Stahe). — c. sich
s., das Kreuzeszeichen machen;
sech bedde on s. Allg. RA.:
He sent sich net on bedd sich net hat keine Religion Rip, mit der Forts.
on der Düvel deht em doch nüs Rheinb-Meckenh.
Do kanns de dich s.! Gott danken Schleid-Hellenth.
Vör dem mott mer sech krütze un s. vor ihm sich in acht nehmen Sieg, MülhRh, Köln, Bergh, Aach
(krützigen), MGladb
(bekrütze). De hät en Stiər (Stirne),
de kann sich bes en de Nack s. er hat eine Glatze Jül-Langw.
We et Krütz en der Hangk (Hand)
het, segnet sek et earscht wer etwas in Händen hat, wird schon vollen Gebrauch davon machen; jeder ist sich selbst der Nächste Elbf, NFrk, Rip;
wie den Quast (Weihwasserwedel)
het, segent sich et erst Klev;
de de Wesch en de Hänn hat, sent sich Kobl.
He sennt sech et örscht sorgt zunächst für sich Eup, Allg.
Den Här (Pastur, Pap) sent sech selwer, — s. sech fir't erscht Mosfrk, Allg.
Wer beim Weihwasser stiht (et irsch am W. es), de sent sich dermet (derirscht) Mosfrk, Köln-Stdt, Kref-Stdt.
We et noddste (nächste)
a gen Schottel sett, sennt sech et örscht Eup.
Fir dem Deiwel kann mer sech s., äwwer net fir bəise Legden (bösen Leuten) Prüm-Ihren.
Sich mat Kreizer s. ganz erstaunt sein Bitb-NWeis.
Ech könnt mech mäət Füst (Fäusten)
s.! mich ins Gesicht schlagen, wenn einem etwas nicht nach Wunsch gegangen ist Malm, Prüm-Mürlenb, —
met de dubbel Fus s.! Heinsb-Dremmen;
et is get, för sech met gen Föut (Füssen)
te s.! zum Verzweifeln Eup;
do sütt (sollte)
mer sech krücksen un s.! aus Furcht vor dem Ausgang der Sache Bergh, Rip.
Jong, du kas dech s., wann de hem küs! du kannst dich auf Schimpfe, Hiebe gefasst machen;
ich sag üch, da kunnt deə sich s.! Rip, Nfrk;
höt (hüte)
on sen dich! Warnung an ein Kind oder einen Untergebenen, zu folgen oder etwas richtig zu machen Malm. — 2. mehr übertr. a.
sich s. seinen Teil von einer Sache in allzu grossem Masse nehmen;
den hot sich (dodrun) orndlich (gout) gesent Saarbg, Mosfrk, Rip;
der sent sich domet er ist unverschämt, bereichert sich damit Rip;
wenn ich dat gess hon, sen ich gesent habe ich wirklich genug Goar-Weiler;
er hat sech g. (es g.) ist bezecht Merz-Büschf, Trier-Mettnich, Bernk-Gonzerath;
mer sein dis Johr got g. met Erdäppel Westerw, RRip;
en es met allem g. mit allen Unarten u. Fehlern behaftet Saarbg. — b.
en gesenten Honger (Appetit) han gut bei Appetit sein Allg.;
en g. Hand hun der alles gelingt Saarbg; gross, breit;
ungesente Tatzen Prüm-Burb;
et es u. kalt Koch, May. — c.
ungesent verdriesslich, nörgelnd Prüm-Mürlenb u. Daun-Neroth 1860 Strohn. — Abl.:
die Senerei, dat Gesens (das lästige Segnen u. Gesegnete; auch das, wovon man wenig hat, sehr kleine Menge Rheinb-MüEif, Dür;
he geht dermöt öm, als wenn et jet G. wär).