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Segnen

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Segnen v., trs

Bd. 4, Sp. 382a
Segnen, v. trs. 1) Einen Segen sprechen, durch Hersagung gewisser Formeln, wobei man mit dem Finger das Zeichen des Kreuzes macht, gewisse übernatürliche Wirkungen hervorzubringen suchen. Das Feuer, das Fieber segnen, es durch eine Segensformel besprechen, zu vertreiben suchen. Daß Vieh segnen, es durch einen gesprochenen Segen von Krankheit zu befreien, oder vor Krankheit zu schützen suchen Dann, feierlich die göttliche Gnade, und überhaupt alles Gute, Glück  anwünschen und ankündigen, womit man das Zeichen des Kreuzes verbindet. So segnet der Geistliche die Gemeine in der Kirche Davon daß dieser dabei das Zeichen des Kreuzes macht, welchem man vorzügliche Kraft zuschrieb und zuschreibt, kam es, daß man das Kreuzmachen für einen vorzüglichen, wenn nicht den vorzüglichsten Umstand dabei ansah. Daher man das Machen des Kreuzes auch allein schon segnen nennt. Sich kreuzigen (kreuzen) und segnen, das Zeichen des Kreuzes mit dem Finger vor sich machen, sich vor Schaden, Übel  dadurch zu bewahren. So macht man das Zeichen des Kreuzes auch, bei Erschei= nungen, welche in Furcht und Schrecken setzen  Daher die Redensart, man muß sich kreuzigen (kreuzen) und segnen, für, man muß sich sehr verwundern, entsetzen. Х Sprichw. Wer das Kreuz hat, segnet sich, eigentlich von Geistlichen, wer die Gelegenheit und Macht dazu in Händen hat, der bereichert sich, versetzt sich in Wohlstand, verschafft sich die ihm erreichbaren Vortheile. So sagt man auch z. B. im Osnabrückschen, er hat sich gut gesegnet, er hat sich bereichert, auch, er hat gut gegessen und getrunken, daher, er ist gesegnet auch so viel heißt, er ist betrunken. — Der Vater segnete den Sohn und starb, d. h. er ertheilte ihm seinen Segen. »Und Gott segnete sie, und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch « 1 Mos. 1, 28. I noch weiterer Bedeutung, Gutes wünschen überhaupt. »Man schilt uns, so segnen wir.« 1 Cor. 4, 12. So auch, Gutes wünschend von jemand Abschied nehmen, in welchem Sinne segnen und gesegnen in der kristlichen Kirche ehemahls so viel war und zuweilen noch ist, als förmlich Abschied von etwas nehmen, dasselbe verlassen. Die Welt segnen oder gesegnen, sie verlassen, sterben. S. Gesegnen. »Segne Gott und stirb,« entsage Gott. Hiob 2, 9. Der Mensch stirbt zeitlich oder spat, Sobald er nur gesegnet hat, So wird er in den Sand versenket. Opiz. Ehemahls gebrauchte man segnen und gesegnen auch für, mit dem Zeichen des Kreuzes danken, wie auch für danken überhaupt. Theuerdank gesegnet sie freundlich. Theuerdank K. 106. I ähnlichem Sinne gebraucht man es noch in der höhern Schreibart, für preisen, wobei der Begriff der Anwünschung des Guten für diejenigen, von welchen das Preiswürdige herrühret, noch mit zu Grunde liegt. Segnet diesen Mann, der unser größter Wohlthäter war. »Laß uns das Glück segnen, welches uns mit den Empfindungen der Tugend bekannter macht.« Dusch. »Segnet sein Grab, streuet Rosen darauf.« Zachariä. Ungewöhnlich ist segnen aber in der Bedeutung, Böses wünschen, fluchen, lästern, ob diese Bedeutung gleich natürlich aus der ersten allgemeinen, nämlich durch feierliche Hersagung gewisser Worte etwas, besonders etwas Übernatürliches zu bewirken suchen, fließt. »Er wird dich ins Angesicht segnen.« Hiob 1, 11. »Du hast Gott und dem Könige gesegnet.« 1 Kön. 21, 10. 2) Segen geben, Segen, d. h. alles Gute, als glücklichen Erfolg, Gedeihen, Überfluß, Wohlstand  ertheilen, wo es eigentlich nur von Gott gebraucht wird. Gott segnete seinen Fleiß, er ließ denselben von erwünschtem Erfolge sein. Gott segnet Alles was da lebt mit Wohlgefallen. Gott hat uns eine gesegnete Ernte gegeben, eine reiche. Gott segne ihr Bemühen, ihren Eingang und Ausgang , lasse es von guten, glücklichen Folgen sein. Einen gesegneten Erfolg haben, einen guten, glücklichen. Mit zeitlichen Gütern, mit Gesundheit, mit Kindern gesegnet sein. Ihre Ehe war nicht mit Kindern gesegnet. Gesegnetes Leibes sein, schwanger sein. Ein Gesegneter. Der Gesegnete des Herrn, ein von Gott vorzüglich gesegneter Mensch. So wird Jesus zuweilen vorzugsweise der Gesegnete Gottes genannt. — Sie kannten ihn nicht, den König sie nannten, Und den Gesegneten Gottes zu sehen, war ihr Auge zu dunkel. Klopstock. Uneigentlich und in Scherz wird segnen zuweilen auch von Dingen gebraucht, welche nicht als ein Gut betrachtet werden können, z. B. mit Fehlern gesegnet sein, viele Fehler haben. 3) Segnend sagen, als Segen wünschen. »Dein Herz bleibe der Weisheit! segnete Primerosa lächelnd.« Benzel=Sternau. D. Segnen. D. — ung.
4532 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sëgnen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    sëgnen s. sëgenen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sêgnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sêgnen , verb. regul. act. mit dem Zeichen des Kreuzes als einem Ankündigungs- und Erwerbungsmittel übernatürlicher Wirk…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    segnen

    Goethe-Wörterbuch

    segnen bis 1786 auch seeg-; wiederholt subst (auch Kleinschr) zB B5,235,23 1 relig: über jdn/etw den göttlichen Schutz u…

  4. modern
    Dialekt
    sëgnen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    sëgne n [sáknə S. Krüth Su. Hlkr. ; sájnə Dü. Mütt. ; sákə Dollern ; sájə Co. M. U.; sǽjə Str. ] segnen. Gruss eines Ein…

  5. Sprichwörter
    Segnen

    Wander (Sprichwörter)

    Segnen 1. Die sich zu viel segnen wollen, stossen sich mit dem Kreuz in die Augen. – Winckler, III, 69. 2. Wer genug ges…

  6. Spezial
    segnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    seg|nen vb.tr. 1 (den Segen erteilen) benedí (-dësc ), dé la benedisciun 2 (weihen) consacré (-crëia) 3 (bekreuzigen) si…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit segnen

9 Bildungen · 0 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von segnen 2 Komponenten

seg+nen

segnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

segnen als Zweitglied (5 von 5)

besegnen

DWB

besegnen , 1 1) cruce signare, bekreuzen, ahd. biseganôn O. V. 3, 15; beschwören und besegnen. bienenk. 20 b ; paternoster zu vergebung der …

einsegnen

DWB

ein·segnen

einsegnen , consecrare, benedictionem impertiri, einweihen, nnl. inzegenen. 1 1) kinder, sterbende einsegnen; verlobte, eheleute einsegnen: …

gesegnen

DWB

gesegnen , verstärktes segnen ( s. d. ), ahd. ga-, giseganôn, mhd. gesegenen, geseigenen ( myst. 1, 194, 37) und zusammengezogen gesegen ( a…

Niedersegnen

Wander

nieder·segnen

Niedersegnen Sie ist noch nicht niedergesegnet und schläft schon. »Eine Wöchnerin in Oberösterreich wird, bis sie «fürageht» (hervorgeht), t…

Taufsegnen

DRW

tauf·segnen

Taufsegnen, n. wie Taufweihen vgl. Taufe (II) das taufsegnen, öl, salz und kot verdunkeln nur die wesenlichen stück der tauf ... und dienen …

Ableitungen von segnen (4 von 4)

besegnen

DWB

besegnen , 1 1) cruce signare, bekreuzen, ahd. biseganôn O. V. 3, 15; beschwören und besegnen. bienenk. 20 b ; paternoster zu vergebung der …

entsegnen

DWB

entsegnen , devovere, verfluchen.

gesegnen

DWB

gesegnen , verstärktes segnen ( s. d. ), ahd. ga-, giseganôn, mhd. gesegenen, geseigenen ( myst. 1, 194, 37) und zusammengezogen gesegen ( a…

versegnen

DWB

versegnen , verb. , zum schaden segnen, verhexen, verfluchen: devotionibus suis diras invocare. Stieler 1669 ; das versegent, eine angehexte…