Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schwulst m.
Schwulst m.
Schwulst m. ‘überschwengliche, hochtrabende Rede- und Schreibweise, überreicher Schmuck, Überladenheit’, ahd. swulst f. ‘Geschwulst’ (Hs. 12. Jh.), spätmhd. swulst f. ‘Schwiele, Schwellung, geschwollene Körperstelle’ ist (wie früher bezeugtes Geschwulst, s. d.) mit st-Suffix ablautend zu dem unter 1schwellen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Es wird jedoch in dieser Bedeutung bereits von frühnhd. Zeit an durch Geschwulst verdrängt; Reste des alten Gebrauchs reichen kaum über das 18. Jh. hinaus. Dagegen ist Schwulst seit dem 18. Jh. in der übertragenen Bedeutung ‘Aufgeblähtheit, Überladenheit’ geläufig, zuerst bei Hagedorn (1757), dann bei Lessing, Wieland, Winckelmann, Schiller, Herder, die auch das heute in dieser Verwendung übliche maskuline Genus durchsetzen. – schwulstig Adj. ‘krankhaft geschwollen’ (16. Jh.). Daneben übertragener Gebrauch wie bei umgelautetem schwülstig (16. Jh., ab 18. Jh. in diesem Sinne allein üblich) ‘aufgeblasen, hochtönend, formal überladen, überreich verziert’.