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schuppe

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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22 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schuppe f.

Bd. 15, Sp. 2012
schuppe, f. squama, kleine platte als körperbedeckung. eine dem deutschen eigenthümliche ableitung zu schaben, deren stark auseinandergehende und nicht durchweg klare formen sich am ehesten in einer grundform mit langem vocal vor langer consonanz vereinigen. letztere kann dann nur durch ein nachfolgendes j gewirkt sein (*skôbjô?); der infolgedessen zu erwartende umlaut fehlt in der regel, tritt indes doch häufig genug auf, besonders im plural, um eine solche annahme zu gestatten. die spätere sprache hat das wort durchweg erleichtert, indem sie entweder den langen vocal bez. diphthong oder die folgende doppelconsonanz gekürzt hat. unklar ist auch der stammausgang, zumal da hier das zeugnis des ahd. versagt; doch scheint schwache flexion das regelmäszige zu sein, vgl. Kluge5 338b. Weigand 2, 650 f. Grimm gramm. 3, 410. — die formen in den einzelnen dialekten sind folgende: ahd. scuopa, scúpa, scuobba squama (nur im nom. sg. belegt) Graff 6, 410; mhd. schuop, schuope, schueppe, schuobe, schuebe, schûp, schûpe, schupp, schuppe, schiep, schieppe, im plur. auch schüebe, schüppen, sogar schüpfen Lexer handwb. 2, 824; squama scuopa, schupe, schuppe, schuppen, schupp, schup, schube, schubbe, schope, schopp, schuopp, schieppen, schiep, schyben vel schippen, schoepel, eyn vischschup, -schuopp, -schuebe, -scpel, -schpel, -schupfel, -schiephel, -vlume .. eyn fische schupe, schuop, var. schiep .. sine squamis on schpen Dief. gloss. 549c; schüppel .. schuppel, schiep, vischhawpp. nov. gl. 346b, vgl. auch unten die belege. schon die Kölner handschr. des Wigalois aus dem 13. jahrh. schreibt schuppen 179, 1, schuoppen 3, worin kaum mit Weigand 2, 650 verschiedene formen zu sehen sind (in Heinrich v. Neustadts Apollonius steht mit den schüeben im reim auf üeben; die hdschr. haben fast durchweg schuopen oder schuppen, s. Strobls gloss. s. 251). mnd. findet sich schope, daneben mit umlaut: squama, ein viskvlome vel visk schepen. voc. Kiel. bei Schiller-Lübben 4, 118a, ferner schubbe 144a (vgl. das verb. schuppen). ersteres würde dem hd. schupfe entsprechen. das nl. hat nur formen mit bb: schobbe squama Kilian; schubbe von den visch. ebenda, jetzt schob, schobbe und schub, schubbe, vgl. Franck 851. — im ältern nhd. findet sich noch vielfach die form mit langem u und einfachen p: schup squama (dazu schpecht, entschpen, schpelen, aber auch schppechtige raud, lichen) Dasyp.; Maaler 362a hat schppen, die späteren wörterbücher meist schuppe; doch noch Kramer 2, 682a: schupe, schuppe, it. schube etc., schuppen etc. plur. scaglia, squamma; ferner: schupe, et schuppe, die, squama Stieler 1781; schupe (die, plur. schupen) squama Steinbach 2, 524; schuppe (quidam adhibent pro schupe) squama 525. unter den belegen aus der litteratur herrscht schupe bei Luther, Rollenhagen, Tabernaemontanus, Sebiz, Weckherlin, schüppen steht bei Kirchhof, ferner in den alten weisen und wiszbad. wisenbr. 2, 214; von den alten bibelübersetzungen haben die Ingolstädter (Eck) schuope, und schppe, die Züricher (1530) und die Wormser propheten v. 1527 schpe, s. Kluge von Luther bis Lessing s. 81. vereinzelt auch diphthongische schreibungen: die pferd werden offt reudig, .. also dasz von den rauden schueppen fallen. Sebiz roszarzn. 238; für die schueppen 254; alle rauden, krätze, schieppen, mAegre. Thurneisser von wassern 187. — in neuern mundarten ist schuppe besonders auf oberd. und nd. gebiete bezeugt: schweiz. schuepe, pl. schüepe, tschüepe Hunziker 232; bair. die schueppm, pl. schüeppm Schm. 2, 438; ebenso österr. Schöpf 651, schüappn (pl.) Castelli 251; cimbr. schipa mit umlaut im sing., cimbr. wb. 228a. das schweigen der andern hd. idiotiken deutet wol an, dasz die mundart zu der schriftsprache stimmt. das heutige nd. zeigt dasselbe merkwürdige auseinandergehen der formen wie das ältere, wir finden neben einander schuppe Woeste 234a, schubbe Stürenburg 235b. Frischbier 2, 319a (aber das verb. schuppen 322b), und schüwwe Strodtmann 209. bedeutung. 11) kleines festes plättchen, wie sie den körper der fische und amphibien bedecken, squama Nemnich, eigentlich das, was vom fische abgeschabt wird, wenn man ihn kochen will, vgl. auch Oken 4, 92. 337. 341. 6, 14. öconom. lex.2 2654. Behlen 5, 557; schppen, die, squama, erhebt schppen, adstantes squamae Maaler 362c; schuppe am fisch, f. escaille de poisson Hulsius 291a; schuppe, f. squama Schottel 1410; schuppe, squama, der fische und der schlangen, tegmen naturale piscium et serpentum Frisch 2, 234b. 1@aa) hauptsächlich von fischen: die fische haben schupen, pisces squamis obducti sunt; was schupen, wie die fische hat. Steinbach 2, 524; die vische die aber ân schbe sint, die ligent allewege an dem grunde und koment selten über dc waʒʒer. Grieshaber pred. 1, 146; seine (des Leviathans) stoltze schupen sind, wie feste schilde, fest und enge in einander. Hiob 41, 6; wir Deutschen schufen auch einmal .. aus den sonst weggespülten schuppen der bärsche etwas das eine blume heiszen sollte. Möser patriot. phant. 4, 46; die schuppen des seegewaltigen (lachses) glänzten. Scheffel Ekkeh. 293; als von den schuopen noch ein visch vil schône wirt gescheiden. Konrad v. Würzburg Engelh. 6346; als ein visch, der nindert blect, sô in die schuppen habent bedect. Ottokar reimchron. 69255; Hansel am bach hat lauter gut sach, hat fischlein gefangen, hat die schuppen heim bracht. wunderhorn 2, 609 Boxberger; aber die köchin verlangt noch hechtlein, den abt zu bewirten, welche, blau mit den schuppen gekocht, in die schwänze sich beiszen. Voss 141, 16 Sauer. 1@bb) daher alles was schuppen hat u. ähnl. als zusammenfassende umschreibung für die fische oder meeresthiere: und daʒ ist wider aller tier nâtûr, die vedern habent oder schuopen oder schaln. Megenberg 283, 23; alles was flosfeddern und schuppen hat in wassern, im meer und bechen, solt jr essen. alles aber was nicht flosfeddern und schupen hat .. sol euch eine schew sein. 3. Mose 11, 9. 10; ähnlich 5. Mose 14, 9. 10; also was leben hat, mit schupen, federn, haar, beklaidet, burger ist des meers, luffts und der erden. Weckherlin ged. 227 (ps. 104, 34); auch geradezu schuppen für fische: so viel die erde grasz, das welt-meer schuppen trägt. Günther 702. 1@cc) ebenso werden den menschenähnlichen wesen, womit sage und dichtung das wasserreich bevölkern, meermenschen, nixen, sirenen u. s. w. schuppen zugeschrieben: enzwischen gürtel und houbet was si geschaffen als ein man. breite schuopen wâren dran gewahsen herter denne ein stein. Wigal. 179, 1; ûʒ des meres grundegienc ein ungehiureʒ wîp: si truoc an ir lîbevon schuopen eine hût. Wolfdietrich A 470; wo den schilf'gen strom hinabwärts schwimmt der nix mit flosz' und schuppe. Immermann 12, 108 Hempel (Tulif. iii, 6); (im bilde): nun, nun, ich mag keine lobrede auf eine sirene hören, die ihre häszlichen schuppen so klug unter dem wasser zu halten weisz. Lessing 1, 345 (misog. 1, 2). 1@dd) ferner haben reptile schuppen, daher auch die drachen der sage: item 1496 jar da kom her gen Nürmberg ein track, hiesz idra, .. und was als grün schupen. d. städtechron. 11, 586, 15; dô daʒ tier sô wildedes herren helfe ersach, âhî, waʒ starker schuopener von dem wurme brach! Wolfdietr. D viii, 88; der hüter (des schatzes) aber ist ein drach .. der schuppen jed' ist ihm ein aug', und kralle jedes glied. Grillparzer5 2, 212. so im bilde: Pharao du könig in Egypten, du grosser drache, ... ich wil dir ein gebis ins maul legen, und die fissche in deinen wassern an deine schupen hengen, und wil dich aus deinem strom heraus ziehen, sampt allen fisschen in deinen wassern, die an deinen schupen hangen. Hesek. 29, 4. ferner vom teufel, s. 2. schuppen des nashorns: das nasehorn ist mit beinern schuppen bekleidet (angethan). Comenius sprachenthür 192. 1@ee) schuppe in vergleichen: wie das dorf hier so friedlich im mittagsschlummer daliegt, als wär's ein groszes wasserungeheuer, ... die strohdächer sind wie grosze schuppen. Auerbach dorfgesch. 3, 5. 22) hieran schlieszen sich freiere verwendungen. 2@aa) so wird in einem kühnen bilde von den schuppen des meeres geredet: die königin des lichts läszt ihre letzten stralen des meeres blaue schuppen mahlen. Uz 1, 233. 2@bb) bildlich vom menschen (vgl. 3 und 4): das musz einen befestigen, dasz man mit allem guten bleibender und näher wird, das andre wie schaalen und schuppen täglich von einem herunter fällt. Göthe briefe 5, 1 Weim. ausgabe; vom geiste fallen mir täglich schuppen und nebel, dasz ich dencke er müsste zulezt ganz nackend dastehn, und doch bleiben ihm noch hüllen genug. 88. 2@cc) ferner gehört hierher die bei Luther und andern autoren des 16.—17. jahrh. sehr gewöhnliche verbindung der teufel und seine schuppen u. ähnl.; dasz damit wirklich die schuppen des als drache gedachten teufels gemeint sind, zeigen folgende stellen: widerumb, die schlange sampt jrem samen und schupen nicht lenger könne, jre hohen klugen gedancken verbergen. Luther 8, 3b; yhe reicher und grosser gnade uns gott hie anbeut, yhe unsynniger die fürsten, bischoff, und alle breyte schüpen des Behemoth sich da widder streuben. 12, 147, 15 Weimarer ausg. (auch briefe 2, 374); wie vermöcht ich mit kurtzen worten allhie beschreiben, was massen der leidige teuffel nun lenger denn dreyssig jar lang umb der bekannten warheit willen gegen disz land seine zen gebleckt und seines trackenschwantzes schüppen, es zuo hassen, gleich wie mit sporen und geiszlen angetrieben. Kirchhof wendunm. 1, 282 Österley (1, 228). 2@dd) gewöhnlich ist indes die bedeutung ganz abgeblaszt, sodasz die schuppen des teufels nichts als seine anhänger, diener bedeutet: gott wolle .. auch dem teufel, und seinen schuppen, so dis werck hindern wollen, allzeit steuren und wehren. Luther 1, vorrede 5a; es ist ein gros thewer zeichen eines rechten glaubens und lerens bey uns, das uns der satan durch seine schupen, so bitter und manchfeltiglich angreifft. 2, 93b; so wollen wir .. dem teufel mit seinen schuppen und gliedern trotz bieten. 3, 98b; das Christus stercker ist, denn der leidige satan (sampt allen seinen schuppen). 402b. 405a; es sey dem teufel und allen seinen schuppen lieb oder leid. 6, 9a; so müssen wir auch den gast haben, den teufel mit seinen schupen, der uns den schaden thut. 45a; so lasst uns doch auch trotzen wider den teufel, und seine schuppen. 7, 49a; bisz sie alle zum schemel seiner füsse gelegt sind, trotz dem teuffel und alle seinen schupen. tischr. 72a; (das evangelium) ist ein gemein ertzney, so man brauchen sol wider alle bisse und stechen der gifftigen würme, das ist, des teuffels und seiner schupen und diener. 126b; da er widerumb seine göttliche krafft, wider den teufel und seine schuppen, sehen lassen und beweisen wird. 202a; so machet der teuffel seinen schuppen und hexen-gesindlein solchs weiss, dass sie auch mit feuer als feuer-wische auf besen und dergleichen, in und durch die lüfften fahren. Simpl. 1, 274 Keller (1, 2, 18). 2@ee) dann auch vom papst; wol beeinfluszt durch die zahlreichen darstellungen des sog. bapstesels, der gewöhnlich mit schuppen an armen und beinen ausgestattet ist, s. eine solche bei Luther 2, 290a, in der deutung desselben: auffs siebend, sind fisch schupen an den armen, beinen und hals .. bedeuten die weltlichen fürsten und herrn, denn das meer in der schrifft, bedeut diese welt, fisch, bedeuten die weltlichen menschen .. so bedeuten die schupen, das ankleben und anhangen, wie gott spricht, Job. 39. ein schupen klebt an der andern, das nicht ein lüfftlin dazwischen gehen kan. 291b; kom herr Christe bald, und stürtze durch deine herrliche zukunfft in den fewrigen pful, den widersacher und ertzfeind den antichrist zu Rom, sampt allen seinen schupen, gliedern, und anhengern. 3, 94b; des bapsts und seiner schuppen ernste meinung. 6, 10a; das die mordbrenner, bapst, Meintz, Heintz, sampt jren schupen solchs nicht gleuben. 8, 1a; denn wir wissen, das der bapst und seine schupen nicht zu bekeren sind. 251a. 2@ff) selten werden die schuppen (des teufels) anders verstanden, so von den sünden: dazu lereten sie (die papisten) allein die schupen, die gemeinen groben sünde bedencken, aber die starcken, rechten grewel und teufelsköpffe, und gifftigen geistlichen drachenschwentze, nemlich, unglauben, murren wider gott .. kenneten sie nicht. Luther 5, 236b. ein ganz ähnliches bild begegnet bei Wieland: das ist wohl die dickste und häszlichste von allen schuppen, kein gemeiner mensch seyn zu wollen, wenn man im grunde doch nur ein gemeiner mensch ist. 25, 304; wir waren alle nur gemeine menschen. — mehr oder weniger häute. schlechtere oder buntere schuppen, machten den ganzen unterschied. 305. 33) weiterhin wird dann schuppe auch von den kleinen blättchen gesagt, die sich von der haut des menschen und anderer säugethiere loslösen, abschilferungen der epidermis, zumal der kopfhaut (grind): schüppen am leyb, furfures Maaler 362c; schupen auf dem kopf (kopf-schupen), scaglie cioè forfore Kramer dict. 2, 682b; schupe .. it. porrigo et furfures capitis. haubtschupen Stieler 1781; schuppen des haupts, furfures Dentzler 2, 257a; schupe auf dem haupte Steinbach 2, 524; schuppen auf dem kopf, furfures, von grind am leib, porrigo, schäbigkeit Frisch 2, 234b; meist als krankheit, grind, räude: denn du .. bist .. grindig an deinem gemecht ... unnd deine haut ist voller schppen. alte weisen 84b; die schupen zuvertreiben, wäschet das haupt bisz aufs blut mit ochsenbruntz. Sebiz feldb. 95; wermuth in wasser gesotten und das haupt damit gewäschen, heylet den grind und vertreibt die schiepen. Tabernaemontanus 9 D; das haupt offt damit gewäschen, nimbt die milben und schüppen. 685 D; (kressensamen) mit gänszschmaltz vermenget, und übergestrichen, vertreibet die schüppen und grinde auff dem haupt. 842 I; so heylet es den fliessenden grind (milwen und schuppen). 1018 G; vom auszsatz der schuppen der haut nach der Indianer lehr. Coler traumb. (1680) 16b, cap. 98; die schuppen des haupts nennen die gelehrten furfures, von den kleyen, dasz sie gleich seynd, als wann die haut des haupts mit kleyen beschütt wäre. hausb. 2, 83a. 44) so denkt man sich auch den star (blindheit) als schuppen, die das auge verdecken, daher die redensart es fallen einem die schuppen (es fällt einem wie schuppen) vom auge, einer wird sehend; schon mhd. s. Germ. 9, 178: als schîre so er ime die hant ûf sine huobet gelegete, sô vielen ime von ougen als schuoeben und wart gesehende. Leyser pred. 83, 17; und zu hant vîl von sînen ougen alse schûpen und wart sehende. d. mystiker 1, 74, 30; dô vielen alsam die schûpen von sîner ougen grûpen. pass. 182, 65 Hahn; sehit, dô vîlin eme zcustunt di schûpin von sîme lîbe. Rothe passion, s. Germ. 9, 178 (nach ap.-gesch. 9, 18); und also bald fiel es von seinen augen, wie schupen, und ward wider sehend. ap.-gesch. 9, 18; jetzt meist auf geistiges übertragen, zur einsicht kommen u. ähnl.: wehm die schuppen von den augen nicht seyn gefallen, wie St. Paulo; der gibet keinen gutten christen, und sihet nicht, was gutt und böse ist. Butschky Pathmos s. 281 (auch bei Lehmann 54, 35, s. Wander 4, 391); aber kaum drey tage hatte ich in diesem paradiese gelebt, dreymal nur die sonne aufgehen sehen, als mir die schuppen von den augen fielen. Thümmel reise 7, 220; wie schuppen fällt es ihm von den augen, dasz er ein thor gewesen, die bisher angebetete für die einzige zu halten, die eine solche huldigung verdiene. Göthe 6, 192; es fiel mir wie schuppen von den augen. alle vorhergegangene güte, gnade, zutrauen stellte sich mir lebhaft wieder vor. 48, 192; o dasz ihrs begreiffen lerntet! dasz euch die schuppen fielen vom auge! Schiller 2, 22 (räuber 1, 1 schausp.); er erwacht wie aus einem traume; es ist ihm, als ob die augen ihm aufgingen, schuppen von denselben fielen. Gotthelf Uli d. knecht 114 Vetter; heiszet ihn Paulus, denn auch er ist schnaubend von wuth und mord gegen die jünger des herrn ins land gezogen, bis dasz ihm die schuppen von den augen fielen. Scheffel Ekkeh. 246; wem hier, wem itzt die schuppen nicht vom auge fallen ... doch sey blind, wer will! Lessing 2, 249 (Nathan 2, 5); von seinen augen fällt die graue schuppe hin. Uz 2, 73; wie schuppen fällt's herab vom starren blick. Göthe 13, 266 (des Epimen. erw.); aber plötzlich fällt's wie schuppen, offnen sinnes eilt er hin. Grillparzer5 1, 154; so fiel's wie schuppen ab von meinen augen, und all mein ehrgeiz war mit eins geheilt. (könig Ottokar 3); dem's vom auge fiel wie schuppen, seit du mich von fern erblicktest durch der liebe goldne luppen. Platen 198b. einem die schuppen vom auge nehmen: allein die wahrheiten, die ich sah, als mir ein ehrenmann .. gestern die schuppen von den augen nahm. Gutzkow ritter vom geist 5, 472; die weiszheit bricht ja schon viel hundert augen auf, und reiszt durch manchen strahl von ihrem hellen lichte der deutschen langsamkeit die schuppen vom gesichte. Günther 384; der heilende verstand benahm die schuppen uns als augenarzt. Platen 302a. vgl. auch: Ekkehard wuszte nicht, wie ihm geschehen. er fuhr mit der hand über die augen, als lägen schuppen davor. Scheffel Ekkeh. 131. 55) die schuppenbedeckung der fische und reptilien wird nachgeahmt in einer art panzer, der aus kleinen metallplättchen biegsam zusammengefügt ist; diese plättchen heiszen daher ebenfalls schuppen (und die rüstung schuppenpanzer, s. daselbst): schüppen, als an harnisch und prägendiner. Maaler 362c; der brustpantzer war schupicht, und die schupen waren von feigbonen gemacht. Rollenhagen ind. reisen 76; endlich giengen wir durch, ob wir schon gleich wie ein fisch gnugsam mit schuppen bekleidet waren. Olearius baumg. 64b (5, 2); (Apollonius) hete dô geleit an den harnasch mit den schüeben (: üeben). Heinr. v. Neustadt Apollon. 7482; auch vom helm: der helm mit schuppen was gemacht. 12539; da hebt sich aus dem grunde ein ritter jung und fein, er prangt in goldnen schuppen und spielt im sonnenschein. Uhland ged. (1864) 177. im wortspiel mit schuppen im eigentlichen sinne: er warf sie (herzog Leopold und seinen knappen) in den see: 'nun trinket, liebe herren, ihr erstecht kein schiffmann mehr! he, zwen fisch ich heute im see gefangen habe; ich bitt nur um die schuppen, das fleisch ist schlechte gabe'. wunderhern 1, 380 Boxberger (vgl. Wander 4, 391). 66) schuppe heiszen auch noch andre körper wegen der ähnlichkeit der gestalt, so 6@aa) bei pflanzen die kleinen plättchen, welche die kätzchen bedecken und anstatt des kelches dienen Campe: die scheibe (unterlage der blume) theilt sich auch manchmal in schuppen und fäden, welche wahrscheinlich verkümmerte oder veränderte staubfäden sind. Oken 2, 53; diese pflanzen haben einen kurzen schaft mit schuppen oder wurzelblättern; der kolben steckt entweder in einer scheide, oder hat viele schuppen zwischen den blüthen. 3, 583 (überschrift: schuppenblüthen); ähnlich: was ist das? eine frucht, versetzte der vater, und nach den schuppen zu urtheilen, sollte sie mit den tannenzapfen verwandt seyn. Göthe 21, 4 (wanderj. 1). 6@bb) bei den kammmachern, die schiefern des horns Jacobsson 4, 63b. 6@cc) schüppen von glüenden eisen, strictura (schlacke) Dentzler 2, 257a. 6@dd) bei mineralien: wenn bey crystallinischen gestalten zwey ihrer dimensionen gegen die dritte vorherrschen, so erscheinen sie als blättchen oder schuppen. Oken 1, 83. 6@ee) schuppe, fischschuppe, eine art bohrmuscheln die mit den schuppen der fische viel ähnlichkeit haben, anomia squamula Nemnich. 6@ff) in der anatomie ein platter theil des hinterschädels, squama, pars squamosa, auch schuppentheil Campe. Meckel anat. 2, 88. 90.
19758 Zeichen · 350 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHUPPEswstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHUOPE , SCHUOBE , SCHUPPE swstf. schuppe. gehört wohl zu schaben, vgl. Haupt zu Engelh. s. 277. Schmeller 3,377, obgle…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schuppeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    schuppe , F. Vw.: s. schüppe

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schuppe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schuppe , plur. die -n, Dimin. das Schüppchen, Oberd. Schüpplein, ein dünner flacher fester Körper, so fern er in Ve…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schuppe

    Goethe-Wörterbuch

    Schuppe pl außer in Pkt 3 1 in großer Anzahl u bestimmter Form u Anordnung die Oberfläche eines Tierkörpers bildendes Ho…

  5. modern
    Dialekt
    Schuppef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schuppe , Schüppe 1 f. : 1. 'Kopf-, Hautschuppe', Schupp (šub), gew. Pl., Schuppe (šubə) [verbr. WPf östl. NPf nördl. VP…

  6. Spezial
    Schuppe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schup|pe f. (-,-n) 1 scrofia (-ies) f. 2 (auf dem Kopf) scrofia dl ce f. , scaia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schuppe

120 Bildungen · 118 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schuppe 2 Komponenten

sch+uppe

schuppe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schuppe‑ als Erstglied (30 von 118)

Schuppebrok

MeckWB

schuppe·brok

Schuppebrok m. Ökel name eines Fischers: dee schuppte sick ümmer an de Brok ( s. Brauk 2 , Bd. 1, 1122 ) Ro Warn .

Schuppe II

RhWB

Schuppe II das Wort ist mit Ausnahme der Geb., wo Schupe, Schüpe, Schülbe, Schülpe gilt, allg. für »Fischschuppe« nach dem Nhd.; für »Kopfsc…

Schuppeleⁿwurzeⁿ

Idiotikon

Schuppeleⁿwurzeⁿ Band 16, Spalte 1752 Schuppeleⁿwurzeⁿ 16,1752

schuppelig

RhWB

schuppelig -op- Altk-Wissen Adj.: holperig, vom Wege.

schuppeln

RhWB

schupp·eln

schuppeln schw.: 1. -ub- absol. den dicksten Wurfklicker werfen, Nachwerfen spielen Trier-Karthaus ; überhaupt rollen, wälzen, z. B. eine Ku…

Schuppen1

PfWB

Schuppen 1 'Haarbüschel' s. Schupp .

schuppen2

PfWB

schuppen 2 'stoßen, betrügen' s. schuben .

schuppenartig

DWB

schuppen·artig

schuppenartig , adj. nach art von schuppen: schuppenartiger kalkstein, glanzmarmor Jacobsson 5, 681 a ; am schwanze zeigen sich schuppen- un…

schuppenbalg

DWB

schuppen·balg

schuppenbalg , m. ein pelzwerk, das den dachsbälgen an steifheit und farbe der haare ähnlich ist. Jacobsson 4, 63 b . vgl. schuppenpelz und …

schuppenbedeckt

DWB

schuppen·bedeckt

schuppenbedeckt , adj. : schuppenbedeckt, abscheulich! ungeheuer, ich fluche dir! Grillparzer 4 6, 264 ( Melus. 2).

schuppenbein

DWB

schuppen·bein

schuppenbein , n. , in der anatomie, ' der schuppige theil des schlafbeins ' Nemnich. vgl. schuppe 6, f.

schuppendecke

DWB

schuppen·decke

schuppendecke , f. aus schuppen bestehende decke Campe. speziell in der botanik die spreuartigen deckblättchen des blütenstiels ( vgl. schup…

Schuppendienst

DRW

schuppen·dienst

Schuppendienst, m. zu Schupp (eintägige) Dienstpflicht mit Hacke und Schaufel, insb. für den Festungsbau [Übschr.:] verzeichnis der gemeiner…

schuppeneidechse

DWB

schuppen·eidechse

schuppeneidechse , f. mit schuppen bedeckte eidechse Campe, vgl. Oken 6, 597 ; auch eine art säugethiere, den ameisenfressern verwandt, die …

Schuppenfelle

Meyers

Schuppenfelle ( Rakunfelle ), die dichtwolligen, dunkler oder heller graubraunen Felle des Waschbären (Schupp), kommen aus Nordamerika und K…

schuppenfisch

DWB

schuppen·fisch

schuppenfisch , m. mit schuppen bedeckter fisch, zum unterschiede von den schuppenlosen Adelung. öcon. lex. 2 2654.

schuppenflechte

DWB

schuppen·flechte

schuppenflechte , f. benennung von flechten, die aus vielen kleinen blättchen bestehen, die schuppen- oder ziegelförmig über einander liegen…

schuppenflosser

DWB

schuppenflosser , m. eine art fische, klippfisch. Oken 6, 209 .

schuppenförmig

DWB

schuppen·foermig

schuppenförmig , adj. , wie schuppen gestaltet; in der botanik von blumendecken, squamiforme Campe ( vgl. schuppe 6, a ): es blitzt nicht nu…

schuppe als Zweitglied (1 von 1)

fischschuppe

DWB

fisch·schuppe

fischschuppe , f. squama, voc. 1482 kk 5 b ; halten so dicht zusamen wie die fischschupen. Decimator gewissensteufel a 4 a . s. schuppe .

Ableitungen von schuppe (1 von 1)