Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schulen
schulen
Schule f. ‘Erziehung und Unterrichtung’ (besonders von Kindern und Jugendlichen) sowie die ‘Wissen und Bildung vermittelnde Einrichtung’, auch ‘wissenschaftliche oder künstlerische (von einem Meister ausgehende) Richtung’, ahd. scuola (9. Jh.), mhd. schuol(e), mnd. schōle sind wie mnl. scōle, nl. school, aengl. scōl, engl. school Entlehnungen aus lat. schola, griech. scholḗ (σχολή) ‘Rast, Muße, (gelehrte) Unterhaltung, Vortrag, Ort des Vortrags, Auditorium, Schule’. Die Aufnahme ins Dt. muß etwa im 6. Jh. aus sekundär gedehntem spätlat. schōla erfolgt sein, wie der Stammvokal ahd. -uo- ausweist. Griech. scholḗ ist eine Bildung mit l-Suffix zum Aorist griech. sché͞in (σχεῖν) von griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’. – schulen Vb. ‘ausbilden, unterrichten, unterweisen’ (18. Jh.), ‘schelten’ (17. Jh.). Schulung f. ‘intensive Ausbildung, durch Übung erreichte Fertigkeit’ (19. Jh.), heute auch ‘zeitlich begrenzter Kurs, Spezialunterweisung’. Schüler m. ‘wer zur Schule geht, Lernender’, ahd. scuolāri (9. Jh.), mhd. schuolære, schüelære, schüeler, Nomen agentis zum Substantiv, wohl unter Einfluß von spätlat. scholāris ‘zur Schule gehörig’; fahrender Schüler ‘von einer Universität zur anderen ziehender Student’ (farender scholer, um 1400), mlat. (Plur.) scholares vagi bzw. vagantes (s. Vagant). Scholar m. ehemals ‘(Latein)schüler, (umherziehender, fahrender) Student’ aus (16. Jh.) gleichbed. mlat. scholaris, einer Substantivierung von spätlat. scholāris Adj. (s. oben).