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schote

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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23 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schote f.

Bd. 15, Sp. 1606
schote, f. längliches samengehäuse bei pflanzen (besonders bohnen und erbsen); die grundbedeutung des wortes ergibt sich als 'deckende hülle'; verwandt sind altn. skauð, scheide, skjóða, beutel, tasche, ags. skeáþ, scheide. zweifelhaft ist das verhältnis zu goth. skaudaraip, ἱμάντα; man faszt es als 'hüllenden riemen', J. Grimm in der zeitschr. f. deutsches alterth. 8, 13 (vgl. oben unter flachs 2, theil 3, sp. 1701) bringt es in zusammenhang mit dem von Graff 6, 425 aufgestellten fem. skota, bündel, fasciculus, das er als skōta ansetzt (schôt, schœt, n. bei Lexer mhd. handwb. 2, 773, mit kurzer wurzelsilbe im mhd. wb. 2, 197a, vgl. Schm. 2, 487; indessen ist diese maszbezeichnung, die sich zunächst auf getreide, heu, flachs u. ähnl. bezieht, wol mit dem in schütten vorliegenden stamme zu verbinden (vergl.schottach, spreu bei Lexer a. a. o. 774); in den bei Lexer a. a. o. angeführten schlesischen urkunden ist eine münze gemeint, s. Ducange unter scotus, ein anderer einfall über skaudaraip gramm. 12, 346; mhd. schôte mhd. wb. 2, 2, 197a. Lexer mhd. handwb. 2, 774, mnd. schode Schiller-Lübben 4, 108a (schode, n. scheide am pferde). im heil. Georg des Reinbot von Turn 4594 erscheint das wort als m. die schreibung des wortes schwankt in älterer sprache: escanea, schott o. arbais scheid, eyn erbeysz schote, eritschode, schut Dief. 210a, folliculus, schotte 241b, siliqua 534a, escanea, schat nov. gl. 156b; mit kurzer stammsilbe: es warn vier hawer in die schotten gesant. Uhland volksl.2 313 (162, 2); und streichelt mit der hand uff die spannische schotte. Maynhincklers sack D 1a; schotten, hulsen, siliqua, theca et involucrum seminis Schottel 1408; schoten et schotten Stieler 1859. ebenso hat schotte neben schote Kramer im deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644b, Steinbach 2, 500 dagegen nur schote, ebenso Frisch 2, 221c; durch hochd. einflusz ist nd. schâte zu erklären, das Schambach 181a bezeugt. 11) schote bezeichnet zunächst ganz allgemein eine längliche fruchthülse, sie besteht aus zwei theilen, die mit ihren der länge nach verlaufenden rändern an einander gewachsen sind; pflanzen mit solchen fruchthülsen heiszen daher schotenpflanzen. im engeren sinne wird das wort auf die erbse (auch bohne) und ihre frische frucht bezogen: erbsen, bonen in schoten. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644b. unterscheidung durch zusammensetzung feld-, zuckerschoten. dabei wird bald die grüne frucht der erbse, bald die pflanze selbst durch schote bezeichnet: die schoten reifen; in die schoten gehen (sprichwörtlich: er wird mir schon wieder in meine schoten kommen, er wird mir schon wieder in die hände laufen Frommanns zeitschr. 3, 243, 70); der schottebätz ist ein gespenstischer hund im erbsenfelde, vor dem man die kinder warnt. quellen u. forsch. 51, 103. schoten pflücken; zurechtmachen für die küche: schoten pulen Frischbier 2, 313b, ausbulstern Hupel 212, schoten kochen, siliquas pisorum coquere Steinbach 2, 500; die schoten sambt den schalen seynd beyde nicht gesund, sonderlich die haut, so über der erbsen ist, denn sie machet viel winde, blehet den bauch, und bringet das winden im leib. Colerus öconom. (1680) 1, 68b; die schothen würden selbst verderben, und noch als junge täschgen sterben. Picander 2, 401; reiner flieszt das blut bey kohl und magern schoten. Wieland Oberon 8, 10; als die schote nun allgemach sich dehnt' in die breit' und länge. Bürger 61a; ackergewächs in üppigen ähren und schoten. Voss 2, 46; zuckererbsen und schoten, gepflückt von der rank' in den tiegel. 234; es wachsen fast dir auf den tisch die spargel und die schoten. Schiller 11, 214; (wir hielten uns) so sicher in unserm boote, wie die kicher in ihrer schoote. Rückert (1882) 11, 462; unnützer .. als eine schoote ohne saame. 472. 22) der schotenklee (lotus corniculatus) wird auch gelbe schote genannt, vgl. Tabernaemontanus kräuterb. 893 K, Nemnich unter lotus corniculatus; vielleicht ist, wie J. Grimm vermutete, diese pflanze schon im heil. Georg des Reinbot v. Turn gemeint: die keiserin clar, licht gemal, die wug glich der rosenfar, so pruve ich den keiser dar tzu des gelwen schoten, der formet nach den toten. 4594. esula (wolfsmilch, hundsmilch) wird glossiert mit grosz o. kleinschottel, scodeke Dief. 211a, lupinus mit wolfesschoten 339c u. ähnl.; miszbildungen von pflaumenfrüchten werden schoten, taschen der pflaumen genannt. eine schneckenart (nautilus legumen) bezeichnet man mit schote, erbsenschote Nemnich. 33) obscön für cunnus: (sie streichelt sich) mit der hand uff die spannische schotte. Maynhincklers sack D 1a.
4644 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHOTEf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SCHOTE f. bündel flachs. ahd. scota Graff 6,425. baier. schött Schmeller 3, 417.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schotest. M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    schote , st. M. Vw.: s. schȫte (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schote

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Schote , plur. die -n, in der Schifffahrt, eine Art Seile an den Ecken der Segel, vermittelst welcher man sie so …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schote

    Goethe-Wörterbuch

    Schote 1 botan: aus zwei Fruchtblättern gebildete, durch eine innere Scheidewand gekennzeichnete Samenkapsel versch Pfla…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schote

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schote (auch Schaute gesprochen, hebr.), Narr, Tor, alberner Mensch.

  6. modern
    Dialekt
    Schotef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schote f. : 1. 'Hülse (der Bohne, Erbse, Linse)', Schot (šōd), meist Pl. Schode (šōdə) [verbr. (außer SOPf SWPf, s. K. 5…

  7. Sprichwörter
    Schote

    Wander (Sprichwörter)

    Schote 1. Gibst du mir Schoten, so geb' ich dir Bohnen. 2. Jeder isst junge Schoten lieber als alte. 3. Schoten am Wege …

  8. Spezial
    Schote

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Scho|te f. (-,-n) ‹bot› (Hülsenfruchtkapsel) cose (cosi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schote

104 Bildungen · 90 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

schote‑ als Erstglied (30 von 90)

Schote I

SHW

Schote I Band 5, Spalte 735-736

Schote II

SHW

Schote II Band 5, Spalte 735-736

schōtebēker

MNWB

schote·beker

schōtebēker , m. , Schoßbecher, Becher für das den Schoßherren beim Schoßempfang geschenkte Bier? (Quickborn 1927, 60 [Lüneburg]) .

schotebolle

MNWB

schote·bolle

° schotebolle (scotebolle) Bezeichnung einer kleineren Kerze, (Verteilung von Kerzen:) „nuncio minorem (candelam) dictam scotebolle ” (Werd.…

Schote II

RhWB

Schote II das Wort, nd. schōte, ags. scêata, ndl. schoot, ist als šōt, –ū:-, Pl. -tə in der Rheinschiff allg. f.: Befestigungs- u. Haltetau …

schotele

BMZ

scho·tele

schotele swv. schüttele mich, werde erschüttert. Schmeller 3,417. die erd schotelt snel Megb. 108,13.

schōtelêⁱt

MNWB

schote·leit

schōtelêⁱt , m. , eidliches Gelöbnis den Schoß in angemessener Höhe zu erlegen.

schotelen

Lexer

schot·elen

schotelen swv. BMZ intr. sich schütteln, erschüttert werden, zittern Mgb. 108,13. schottlen Zimr. chr. 1. 511,2; 4. 207,1. — stn. Mgb. 143,1…

¹schōtelgelt

MNWB

schotel·gelt

1 schōtelgelt , n. , Geld zur Bezahlung der Bürgersteuer (als Zuwendung). Vgl. schotgelt .

schotelig

PfWB

schotelig Adj. : ' närrisch, verrückt '; schotlich Dinges 'unsinniges Zeug' [ HB-Breitft ]; vgl. schotig .

schōtellach

MNWB

schotel·lach

schōtellach , schottel- , n. , Bewirtung der Schoßherren zur Zeit des Schoßempfangs.

schōteltins

MNWB

schotel·tins

schōteltins , schottel- , m. , Abgabe die je nach besonderer Vereinbarung mit dem Rate von den zu frommen Stiftungen fundierten Zinsen und R…

schoteltît

LW

schotel-tît, die Zeit, wo man Abgabe bezahlt.

schotenapfel

DWB

schoten·apfel

schotenapfel , m. so nennt Oken 2, 94 äpfelartige früchte, bei denen die scheidewände weich bleiben und viele samen tragen ( z. b. kürbisse …

schotenartig

DWB

schoten·artig

schotenartig , adj. ( s. erstes schote): vielblätterige stielblumen mit schotenartigem gröps. Oken 3, 1344 .

schote als Zweitglied (13 von 13)

erbīzschote

KöblerMhd

erbīzschote , st. F. Vw.: s. areweizschōte*

geschote

MWB

geschote Subst. Bed. unklar, Käsemaß oder -menge? (vgl. SchwäbWb 3,493): in Lindurne 28 caseos, geschote est unus. feodum Liebun 6 caseos, e…

houbetschote

Lexer

houbet·schote

houbet-schote swm. tanz, bei welchem mit dem haupte geschüttelt wird Neidh. XXII, 16. vgl. Schm. 3,417.

klapperschote

DWB

klapper·schote

klapperschote , f. ein ostindisches, amerikanisches schotengewächs mit klappernder frucht, crotalaria. Adelung.

Marsschote

Adelung

mars·schote

Die Marsschote , plur. die -n, in der Seefahrt, Schoten, d. i. Seile, welche an den Ecken des Marssegels befestiget werden, dieselben damit …

Steuerschote

Adelung

steuer·schote

Die Steuerschote , plur. die -n, auf den Schiffen, von Schote, ein Seil, eine Art Seile an den Ecken der Segel, zum Unterschiede von den Mar…

upschote

KöblerMnd

upschote , M.? Vw.: s. upschōt*

²vȫrschote

MNWB

voer·schote

2 vȫrschote , f. , l. vȫrschörte Schürze? „ 1 rothe atlaschen Vorschote mit silbern verguldeten spangen ” (Pratje Bremen 1, 177, vgl. aber M…

vȫrschote

KöblerMnd

vȫrschote , F. nhd. Schürze? E.: s. vȫr (4), schote L.: MndHwb 1, 916 (vȫrschote) Son.: langes ö

wolf(s)schote

DWB

wolfs·schote

wolf(s)schote , f. , pflanzenname für 1) lupinus, feigbohne; Diefenbach gloss. 339 c ; ml. hd.-böhm. wb. 174; Stieler (1691) 1859 ; Holl (18…

zuckerschote

DWB

zucker·schote

zuckerschote , f. , zuckererbse Göthe IV 33, 141 W.; L. Richter lebenserinn. e. d. malers (1895) 80 ; Adelung. —

Ableitungen von schote (1 von 1)

geschote

MWB

geschote Subst. Bed. unklar, Käsemaß oder -menge? (vgl. SchwäbWb 3,493): in Lindurne 28 caseos, geschote est unus. feodum Liebun 6 caseos, e…