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Schmicke

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schmicke

Bd. 7, Sp. 1461
Schmicke das Wort mnd., nd. smicke, mit dem das ablautende Schmucke zu vergleichen ist, ist im ganzen Geb. bis zu der in Wk. VI 13 eingezeichneten NGrenze verbr. u. NBerg, Mörs (1 a) u. Klev-Calcar »Peitschenschnur«; doch unterscheiden sich deutlich drei Geb. hinsichtl. der Bed. in der Reihenfolge 1 c, 1 b, 1 a, wobei sich jedesmal eine andere Bed. ausschliesst; Rhfrk -ik-, –e-; Mosfrk -i-, –e- [im Geb. der tiefsten Senkung des i -ak, –ę-, –ǫ-, –u-, --]; sonst -e- [Berg -kə], Pl. -gə(n), –kə, Demin. -igχə, –e- (auch im Gebiet tiefster Senkung), -ekχə(n), –kskə f.: 1. Biegsames. a. biegsame Gerte, Rute, zum Schlagen NBerg in Lennep, Mettm, Barm, Elbf, Sol, Düss u. in Ess, Mörs, Kref, MGladb-Rheydt, Dür-Stdt, Bergh-Bedbg, May-Andernach Kehrig MüMaif Ruitsch Stdt, Koch-Bremm, im Geb. 1 b in Bitb-Mettend; Stock des Pflügers Prüm-Rommersh, Wittl-Bengel, Bernk-Zelting. — Bohnenranke, an der Stange sich emporschlängelnd Zell-Enk (im Nass. verbr.). — b. die gesamte Fuhrmannspeitsche (die Reit-, Kinderpeitsche Peitsch), bestehend aus dem Still (Stomp), dem Reme (Schnur), dem ledergeflochtenen Riemen, auch Schmeckendroht, –schlag, Hängel, Läufer, Rispel, Rüssel, Schlag, Schlängel, dem Frickel (Ongerdroht, –schlag, –hoch »-haken«, Fürgedrihts »Vorgedrehtes«), dem Mittelstück u. dem Schmeckekördche (-hau, –klicke, –schnur, Schmicke, Onnerhau, Flum(m), Flümme, –i-, Klicke, Schmiss, Spliss), der eigentl. Knallkordel; Verbr. nach Wk. VI 13 lrhn. n. einschl. Bitb-Neuerbg, Prüm-Philippsw Mauel Plütschd Huschd Balesf Mürlenb, Daun-NStadtf Tettschd Mehren, Koch-Ulmen, Aden-Kelbg Nürbg Siebenb Hanneb, May-Wassenach Kruft, Kobl-Wolken Waldesch, Goar-NGondershsn Rheinbay Hirzenach (resthaft in Bitb-Nattenh Ehlenz, May-Kirchesch Volkesf Rieden, innerh. Koch-Faid Stdt, Zell-Senh Hesw Trarb, in Koch-Bremm, Bernk-Erden Graach Lieser Maring Wehlen Zelting, Wittl-Reil, Trier-Stdt); rrhn. auf dem Westerw w. einschl. Neuw-Maischd Dernb Elgert, Altk-Helmeroth Oberhövels Friesenhg (verstreut Kirchen u. NFischb) bis n. einschl. Geld-Holt Wachtendonk, Kemp-Tönisbg, Mörs-Hohenbudbg Kaldenhsn, Düss-Angermund Lohsn Benr, Sol-Immigr Opladen Lützenk, Wippf-Kürten Wipperf, Gummb-Gimborn Pernze, Waldbr, Gummb-Homburgisch (sonst Berg Schnacke; Gummb-Schwarzenbergisch Schn. u. Schm. wie auch Düss), Dinsl-Aldenrade (urkundl. für smicken den knechten 3 alb. Lahnst 1444; hei leis si slain mit geisseln und smicken Seelentrost XV, smicke Andernach 1534, Aach 1609) [in Ahrw-Remag auch 1 c; in Sieg-Rhönd auch der ledergeflochtene Riemen der Schm.; in Altenk-Wissen, wo Gessel herrscht, Schm. 1 c u. 1 b, bes. aber die kleine Peitsche]; (de) Schm. schlage u. met der Schm. schl. (klatsche, krache) u. en de Schm. schl. (kl.) Allg., — bosse Monsch; de Schm. mackt kitsch katsch, bei drei Schlägen kitsch katsch kōtsch OBerg. RA.: Dat (de Ärbet) geht wie en Schm. geht schnell voran; jet konne (können) wie en Schm. Allg. Du bes esu lang wie en Schm. Dür-Weisw. He süht (so mager, armselig) us wie de Schm. vam Dudewage Rip, SNfrk. Et Förke (Futter) mott de Kar trecke (ziehen), net de Schm. Heinsb-Lümb. Er kann nüs als de Schm. drage er hat nur Sinn für das Fuhrmannsgewerbe Monsch-Zweifall. Der hät seinem Schwoger (Schwager) de Schm. gegewe hat ihm sein Geschäft übergeben Altk-Flammersf. Den hat de Schm. (om Haus) die Herrschaft, das Kommando Prüm-Ihren, Allg., — luter en de Hänge (Hände) er befiehlt viel Sieg. We zu fohren kriet, de kr. de Schm. wer Herr im Hause wird, hat zu befehlen Wittl-Bruch; wen de Schm. hat, de kracht dermot Malm-Dürler. Mer moss mache, dat mer de Schm. en der Hand behält soll die Gewalt nicht niederlegen; mer soll de Schm. net us der H. gen, als bis et nüdeg es, als mer net mih met dem Perd gohn kann Rip, Allg. Der Dut hät em de Schm. aus der Hand genumme Neuw. Der hat de Schm. nidder-, fortgeleg, an den Nagel gehange, en de Eck gesatz er hat sein (Fuhrmanns)geschäft niedergelegt, ist gestorben Allg. Dat ös e schlechte Fuhrmann, der sei Schm. vergisst gesagt, wenn jmd. etwas vergessen hat Altk-Bachenbg. Dau kreis de Schm. ze bekore du bekommst Prügel mit der Peitsche ebd. De geht op de Schm. tut, wie man will, ist folgsam SNfrk, Eusk-Dirmerzh, Prüm-Mürlenb. Loss mer noch ene op de Schm. drenke! noch einen Schnaps vor der Abfahrt, von Fuhrleuten gesagt Bergh, Dür, Jül, Aach, Koch. Der geht met der Schm. ist Fuhrmann; der es ze lang m. der Schm. gegange ist zu lange F. gewesen u. hat das eigentl. Arbeiten verlernt Rip, Allg. Men mott ömmer met de Schm. henjer (hinter) öm siən (sette, stoəhn) Selfk, Allg.; er plog (plagt) sich, als wenn se met de Schm. henger em wöre Jül, Allg.; es ene met der Schm. henger dir? zu dem, der etwas schnell tut Dür, Allg. Mot ener gude Schm. ka mer klatschen bei gutem Werkzeuge, mit gutem Helfer kann man schon arbeiten Prüm-Reuth. Ne ale Fuhrmann hüərt nouch ens ger met (en) der Schm. kl. (schlonn) von der Macht alter Gewohnheit Dür, Grevbr. De hät och et längs met de Schm. geklatsch er ist dem Tode nahe Erk-Lövenich. Enne Fohrmonn geht et les (letzt) gonz noə de Schm. vom breit ausholenden Gange des Fuhrmanns Heinsb-Myhl Schaffr, Eup. De geht no de Schm. er ist folgsam Dür-Golzh. Enem no der Schm. danzen nach seinem Willen handeln Neuw-Rodenb. Der Fuhrmann ös no der Schm. gewasse zur Kennzeichnung seines eigentüml. Ganges Bergh-Kerpen. Ich loss en ens övver de Schm. sprenge nehme ihn vor, um ihn zu prügeln Dür-Ellen. Wann der mir ens för de Schm. köt! dann kriegt er Schläge damit; mit dem stehe ich schlecht Rip, Allg. — Im Kinderld. Hannes, Pannes, Fuhrmann, an de Schm. ös genn Schnor dran, Perd on Wagel düəge (taugen) net; H., spann dech selver an! MGladb. — Im Rätsel. Am Dag schleht (häut) et Flesch; nachs hängk et wie en Schlang an de Wand? Sieg, MülhRh, Schleid-Urft Reifferschd, Heinsb. Et geht jet no de Heck on heit on h. on brengt doch nicks los? Altk-Bachenbg. — Volksbr. Der Landmann segnet im Frühjahr seine Schm. Malm. Ist das erste Kind eines Ehepaares ein Mädchen oder folgen nur M., so versammeln sich die jungen Burschen vor dem Hause der Wöchnerin u. klatschen dort mot de Schm.ən, bis der Vater sich die Ruhe durch eine Geldspende erkauft Schleid-Lommersd. — Volksgl. Wenn man mit der Schm. knallt, so schlängert sich der Schmess um eine arme Seele, die dann vor Schmerz aufschreit; deshalb soll man nur im äussersten Notfalle mit der Schm. knallen Neuw-Dattenbg. — c. gezwirnte Kordel, an das Ende (Vorschlag; S. bei Schmiss 2 a) des ledergeflochtenen Riemens (Hängel, Hauchriemen, Läufer, Rick, Rickel, Rüssel, Schnur, Seil, Schlag-, Springseil) gebunden, ca. 30—40 cm lang, mit ihr wird durch energisches Schlagen in der Luft der Peitschenknall erzeugt; damit sie sich beim Zuschlagen nicht zu schnell zerschleisst, wird sie am freien Ende mit einem oder mehreren Knoten versehen; e Schm. drähe; eich hon de Schm. alt ganz verklakt; dau mosst dem Perd net su deck (oft) de Schm. gen. Verbr. ist diese Bed. nach Wk. VII 38 südl. des Geb. 1 b im Geissel- u. Klitsche-Geb. An der Saar, in Trier u. z. T. Wittl m. (nicht f.); da, wo hier -ak m. gilt, heisst der Pl. -ek; in Ottw-Stdt, Wend-Ausw Gronig Oberth, Birkf meist neben -i-, Bernk-Gösenr Kempf Langw -u- f.; im Geb. von Daun, wo -ek (f.) »Peitsche« gilt, lautet Schm. 1 c -uk, –o- f. Boxbg Darschd Katzwinkel Rengen Sarmersb Utzerath Waldkönigen Stdt; -a- 1 b; -i- 1 c Brück Neroth; -e- 1 c Neunk Pützborn Steinborn; in Bernk, wo Schmeck 1 b gilt, heisst 1 c -egəlχə oder -egəzE:lχən; Trier-Stdt 1 b -øk, 1 c -øgəlchə; in Saarbr, Saarl, wo -ik f. gilt, daneben oder allein šnęr, –E-, šnęrfisEl, in Saarl auch šnor(fisEl); in Bitb, Prüm (im Geissel-Geb.) vielfach neben -ak auch kuərt (Korde). RA.: Dat gäht wie en Schm. so flott u. gut Bitb. Gut eingefahrene Tiere gohn op de Schm. Wittl-Bruch. Gef noch enen op de Schm.! gib noch einen aus Wittl-Meerf. Äne fir de Schm. hollen vors Gericht ziehen Bernk-Neumag. — Peitschenschnur Klev-Calcar (abseits). — 2. übertr. a. sachl. α. scherzh. Zigarette Kobl-Bend. — β. verächtl. en lang Schm. langes, schmales Feldstück Ahrw-Rodder, Bo-Liessem, Dür-Pier. — γ. eng Schm. For schweres Bündel Futter fürs Vieh Aach-Merkst. — δ. Wagenbremse May-Andernach. — b. persönl. α. verächtl. en lang (düən) Schm. hageres, schmales Weib Sieg-Süchterschd, Aach-Merkst. — β. (du) Schm. vum Dudewage verächtl. lange u. hagere Person, dabei blass, traurig aussehend Köln, Sieg, MülhRh, Aach-Walh, MGladb-Rheind, Heinsb-Erpen. — γ. Goldschmeek, –iekche Goldkäfer Wend-Thalexw, Ottw, Merz-Harl, Neuw-Thalhsn; -igərt Ottw-Stennw.
8658 Zeichen · 218 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchmickeDie

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Die Schmicke , Mz. — n , im N. D. 1) die Schmitze an der Peitsche. 2) Ein Bissen zur Probe, wo es zu schmecken gehört.

  2. modern
    Dialekt
    Schmickef. m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schmicke f. , Schmick m. : 1. 'zusätzliche Schnur der Peitsche, am Ende des Lederriemens befestigt, ermöglicht das laute…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmicke

55 Bildungen · 55 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schmicke 2 Komponenten

sch+micke

schmicke setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmicke‑ als Erstglied (30 von 55)

Schmickeis

RhWB

schmick·eis

Schmick-eis -ik-, –ek-, –ø- (zu vgl. ist Schmuck- ) Verbr. Rhfrk in Birkf-Eiw , Wend-Alsw Gronig Marping Oberth Remmesw Sotzw Urw Urexw Wint…

Schmickelbillen

RhWB

Schmickel-billen -ekəbe·l.ən Kemp-Süchteln Pl. t.: Fleischreste.

Schmickelbrock

RhWB

Schmickel-brock -ekələ- Heinsb-Waldenr m.: verächtl. ein Kind, das um Leckereien bettelt.

Schmickelbrocken

RhWB

Schmickel-brocken -ikəlbrǫkə Kobl-Stdt ; -ekəl- Köln-Stdt , MülhRh ; -ekəlts- Sieg-ODollend ; -ekə- Eusk , Bo Pl. t.: Reste, Überbleibsel ei…

Schmickelbröcker

RhWB

Schmickel-bröcker -ekələ- Heinsb-Aphv m.: verächtl. Schmeichler.

Schmickenauge

RhWB

schmicken·auge

Schmicken-auge -ō:x (s. S.) Dür-Heistern , Kref n.: Öse am Peitschenstiel, in der der P.riemen hängt.

Schmickenbeschlag

RhWB

schmicken·beschlag

Schmicken-beschlag Sieg , MülhRh , Köln , Bergh , Neuss-Lüttenglehn , MGladb , Erk , Kemp , Kref , Geld-Hinsbeck m.: Schmicke 1 c.

Schmickendraht

RhWB

schmicken·draht

Schmicken-draht -dr:t, –dr:tχə (s. S.) Neuw , Kobl-Bend , Schleid-Scheven , Eusk-Metternich , Rheinb , Bo , Dür-Embken Pissenh m. (n.): Pe…

Schmickenflümme

RhWB

Schmicken-flümme -fly·m., –ø-, –ȳ:-, –u-, –i- (s. S.) Sieg , MülhRh-Langel , Schleid , Eusk-Dorw , Dür-Disternich f.: dass.

Schmickenklang

RhWB

schmicken·klang

Schmicken-klang -a- Kref-Linn ; -ę- Wippf-Bechen Kürten Olpe , MülhRh-BGladb , Köln-Stdt m.: Schmicke 1 c.

Schmickenkordel

PfWB

schmicken·kordel

Schmicken-kordel f. : = Schmicke 1, Schmickegoʳdel [ KU-Schmittw/O Trahw ], Schmiegoʳdel [ KB-Kerzh Lauth ]. Rhein. VII 1466 .

Schmickenläufer

RhWB

schmicken·laeufer

Schmicken-läufer -lēfər (s. S.) im Geb. von Schmicke 1 b von Bernk , Zell , Prüm , Daun , Schleid-Berk , Aden-Borler , Ahrw-Neuenahr m.: Pei…

Schmickenmann

RhWB

schmicken·mann

Schmicken-mann Schleid-Hellenth m.: scherzh. Händler, der Peitschen verkauft, aber auch Lederwarenhändler.