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schmächtig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmächtig adj.

Bd. 15, Sp. 890
schmächtig, adj. , die umlautlose form ist der neueren schriftsprache fremd, begegnet dagegen in älteren quellen, s. die stelle aus Mathesius unter 2: schmachtig, famelicus Schottel 1403, smachtich, esuriens Dief. nov. gl. 157a, vgl. mhd. wb. 2, 2, 423b (Nic. v. Jeroschin, die stelle s. unten), mnd. smachtich und smechtich Schiller-Lübben 4, 255b, 259b, nnd. smagtig brem. wb. 4, 855. Dähnert 433a. Schambach 196b. Danneil 197a. Stürenburg 225a. ten Doornkaat Koolman 3, 220a; wo daneben in nd. mundarten die umgelautete form gebraucht wird, beschränkt sie sich auf die bedeutung des schriftdeutschen schmächtig, s. z. b. Danneil a. a. o. Schambach 197b. Mi 81b; in hochd. mundarten schmächtig, wie in der schriftsprache Schm. 2, 542. Hunziker 225. Spiesz 218. Frommanns zeitschr. 2, 562, 10 (Elsasz). 11) im eigentlichen sinne (s.schmacht und schmachten 1), hungrig, hunger leidend, vor hunger vergehend, gierig nach speise (seltener auf peinigendes durstgefühl bezogen) Dähnert 433a. Danneil 197a; nd. de smechtigen syn gesediget. quelle bei Schiller-Lübben 4, 259b; so smagtig as een wulf. brem. wb. 4, 855; een smagtigen deef, ein niederträchtiger hungerleider. ebenda; vgl. noch ten Doornkaat Koolman 3, 220a; schmachtig, famelicus, fame et sordibus attenuatus Schottel 1403; den kaum genugsam fische die grosze Mittelsee und Nilus hat geschickt, die gehn jetzt schmächtig her. Opitz 3, 41 (die vorhin das niedlichst aszen, verschmachten jtzt auf der gassen. klagel. Jer. 4, 5); freier: waʒ vâr, waʒ angist und waʒ nôt sich mit ungemache bôt in smachtigin gebristen den brûdrin und den cristin. N. v. Jeroschin 15237; de zeven smale are betheken zeven smachtighe iar. quelle bei Schiller-Lübben 4, 255b; et is 'ne smachtige tîd. Schambach 196b; 't is hier in der smagtigen harbarge, hier ist nichts zu beiszen und zu brechen. brem. wb. 4, 856; wie karg, ärmlich: schmächtig leben, armselig leben Adelung; ihr nüchternen, die ihr .. das volle leben abtheilt karg und schmächtig. Leuthold ged. 190. 22) die bedeutung 'hungerleidend' leitet über zu: durch hunger, elende umstände geschwächt, dann überhaupt entkräftet, schwach, kraftlos, elend: er ist sehr schmächtig, vires ejus tenerae sunt et fragiles Stieler 1862; ich bin so schmächtig (hier also fast wie verschmachtet), dasz ich kaum reden kan, fauces arent, vixque via vocis in illis Steinbach 2, 456; übertragen: ob wir wol madt und schmachtig sindt, unnd fülen zittern, zagen, schrecken, banggigkeyt und unruhe in unser betrübten seelen. Mathesius eine trostspr. für eine betrübte matron (1565) R 3b; diese anwendung ist der entwickelten schriftsprache fremd; den übergang zu der heute gewöhnlichen bedeutung des wortes vermittelt die anwendung im sinne von 'abgemagert, schlecht genährt', vgl. Spiesz 218. Frommanns zeitschr. 2, 562, 10. dann überhaupt im sinne von 'mager, schwächlich' Dähnert 433a. Stürenburg 225a; een smachtigen junge, magerer jüngling von schwächlichem aussehen brem. wb. 4, 855; hê is to smachtig (zu klein oder zu schwach) blefen um dênen to könen. ten Doornkaat Koolman 3, 220a. dieser sinn wirkt auch im begriff der schriftsprache nach: Campe erklärt schmächtig als schlank, soweit es der person ein ansehen von schwäche gibt: schmächtig werden, macescere, ad tenuitatem redigi Frisch 2, 203c; nur dasz sie durch den zwang der kleidung eher schmächtiger, als stärker scheinet. Lessing 1, 378; den zärtlichen magen einer schmächtigen marquisin zu schonen. Schiller 2, 344; dame von 18 jahren. blasz und schmächtig. 3, 8; eine so frische jugend durch inneres und äuszeres leiden so frühzeitig blasz und schmächtig zu denken. Göthe 29, 182; der gelassene war stämmig und stark, der wüthende ... hager, lang, schmächtig und rührig. 30, 186. freier: ein schmächtiger knabe, puer gracilis Steinbach 2, 456; der harnisch, der des pygmäen schmächtigen körper zwingt, solte der einem riesenleib anpassen müssen? Schiller Fiesko 3, 2; ein junges schmächtiges, fast noch jungfräulich aussehendes weib. J. Paul Titan 2, 52. der bedeutung von 'schlank, dünn' sich nähernd: schmächtig wie eine katzenzunge. Wander 4, 253; vielleicht, sprach das pferd weiter, würde ich flüchtiger seyn, wenn meine beine höher und schmächtiger wären. Lessing 1, 132; schmächtige halme, schmächtiges reis; die wenigen blumen, und schmächtigen blumenstöcke. Göthe briefe 5, 174 Weim. ausgabe. 33) nach schmachten, in sehnsucht sich verzehren: und mir ist's wie dem kätzlein schmächtig, das an den feuerleitern schleicht, sich leis' dann um die mauern streicht. Göthe 12, 192; in dieser anwendung in elsässischer mundart Frommanns zeitschrift 4, 115, ii, 5.
4702 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmächtig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schmächtig , -er, -ste, adj. et adv. 1) * Von dem vorigen schmachten, oder vielmehr von dem veralteten Hauptworte Schmac…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmächtig

    Goethe-Wörterbuch

    schmächtig 1 dünn, schmal a von geringer Dicke bzw Breite; mBez auf Gegenstände [ betr Ausg.l.H. ] Im Publicum fängt es.…

  3. modern
    Dialekt
    schmächtig

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schmächti g [maχti K. Z. ] Adj. mager, schlank, dünn, vor Hunger abgezehrt. — Bayer. 2, 542.

  4. Sprichwörter
    Schmächtig

    Wander (Sprichwörter)

    Schmächtig Schmächtig wie eine Katzenzunge. Sehr dünn.

  5. Spezial
    schmächtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schmäch|tig adj. 1 (mager) megher (megri, megra), magherlin (-s, -a), scarmetin (-s, -a) 2 (dünn) sotí (sotis, sotida) 3…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmaechtig

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schmaechtig

schmacht + -ig

schmaechtig leitet sich vom Lemma schmacht ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schmaechtig 2 Komponenten

schma+echtig

schmaechtig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmaechtig‑ als Erstglied (2 von 2)

schmächtig II

RhWB

schmächtig II -E- = ranzig s. schmäckig bei schmacken II.

schmächtigkeit

DWB

schmaechtig·keit

schmächtigkeit , f. zum vorigen gebildet: schmächtigkeit des körpers, dünnheit, schlankheit, schwächlichkeit des körpers. entsprechend der a…

Ableitungen von schmaechtig (1 von 1)

verschmächtigen

DWB

verschmächtigen , verb. schmächtig, dünn werden: der leib ist walzenförmig, in den vorderen theilen sehr dick, von da an bis zum schwanze ve…