Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schlaraffe m.
Schlaraffe m.
Schlaraffe m. ‘Faulenzer, gut lebender Müßiggänger’, mhd. slūraffe zuerst Geschlechtername (1347), eigentlich ‘herumschlendernder Müßiggänger’, schlauraff (15. Jh.), schluraff (16. Jh.), Schlauraffe (17. Jh.), dann (nach Verlagerung der Betonung auf die zweite Silbe des etymologisch undurchsichtig gewordenen Wortes) Schlaraffe (seit 18. Jh.). Ursprünglich ein Scheltname, zusammengesetzt aus mhd. affe (s. Affe) und mhd. slūr ‘das Schleudern, der Stoß, das Herumstreifen, Faulenzen, langsame, träge, faule oder leichtsinnige Person, Faulenzer’, das wie mhd. slier ‘Lehm, Schlamm’ (s. Schliere) mit r-Suffix zu der unter schlummern (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ gebildet ist. Daneben auch, mit Anlehnung an schludern (s. d.), schluderaffe (15. Jh.), Schlauderaffe (17. Jh.). – Schlaraffenland n. ‘Märchenland, in dem jeder ohne Arbeit in Wohlstand lebt, wo Milch und Honig fließen und einem gebratene Tauben in den Mund fliegen’; als Vorstellung bereits in der griechischen Antike ausgeprägt, z. B. in der ins Komische gesteigerten und übertriebenen Beschreibung von Elysion, dem am Westrand der Erde gedachten Land der Seligen (in der attischen Komödie des 5. Jhs. v. u. Z. oder in Lukians, geb. um 120, Beschreibung des Lebens der Frommen nach dem Tode). Schluraffen landt (Seb. Brant, 1494), Schlauraffen Landt (H. Sachs, 1530), Schlaraffenland (17. Jh.).