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Schlaráffe

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schlaráffe

Bd. 3, Sp. 1507
Der Schlaráffe, des -n, plur. die -n, eine Person, welche ihr Leben in einem hohen Grade des trägen Müßigganges zubringet, welche sich einer wollüstigen und üppigen Muße widmet; in welchem Verstande es noch hin und wieder üblich ist, und von beyden Geschlechtern gebraucht wird. Pictorius erkläret Schlauraff durch einen sehr schläfrigen Menschen, und Gobler im Rechtsspiegel durch einen müßigen Menschen in einer Stadt. Daher Schlaraffenland, ein erdichtetes Land, dessen Einwohner ihr Leben in der wollüstigsten und trägesten Muße zubringen, welcher Ausdruck durch Brands Narrenschiff und Mori Vtopiam vorzüglich gangbar gemacht worden. Hans Sachs schreibt schon 1530 unter dem Nahmen Schlauraffenland ein Gedicht, welches sich mit diesen Worten endiget: Wer also lebt wie obgenandt, Der ist gut ins Schlauraffenland, Das von den Alten ist erdicht, Zur Straff der Jugend zugericht, Die gewönlich faul ist und gefreßig, Ungeschickt, heiloß und nachleßig u. s. f. In weiterer Bedeutung verstehet man unter einem Schlaraffen eine Person, welche in einem hohen Grade das Gegentheil von demjenigen ist und thut, was andere vernünftige Menschen sind und thun. Wann her, wann her, (woher?) ihr Schlauraffen, Das ir das Hinter kert herfür? Hans Sachs. Die letzte Hälfte dieses dunkel scheinenden Wortes ist, nach Frischens Vermuthung, unser Affe, welches in mehrern Zusammensetzungen eine Art eines Scheltnahmens ist, wie Maulaffe, Zieraffe u. s. f. Die erste Hälfte Schlar, ehedem Schlaur, scheinet von dem Nieders. sluren abzustammen, welches liederlich verschleißen, nachlässig mit seinen Sachen umgehen, schlottern, bedeutet.
1624 Zeichen · 14 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlaráffe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schlaráffe , des -n, plur. die -n, eine Person, welche ihr Leben in einem hohen Grade des trägen Müßigganges zubring…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlaraffe

    Goethe-Wörterbuch

    Schlaraffe Bewohner des Schlaraffenlandes; im Vergl u Bildzshg Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen,|Deßwegen …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlaraffe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schlaraffe (ältere Formen Slûraffe, Schlauraffe , zusammengesetzt aus mittelhochdeutsch slûr = Faulenzerei, und Affe), g…

  4. modern
    Dialekt
    Schlaraffef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schlaraffe f. : 1. a. 'Fastnachtsmaske', Schlaraff (šlaˈraf) [BZ-Billh Dernb, PfId. 123 Stoll 43, 185/86]; Pl. -e [ebd.]…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlaraffe

13 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schlaraffe

schlaraff + -e

schlaraffe leitet sich vom Lemma schlaraff ab mit Suffix -e.

schlaraffe‑ als Erstglied (13 von 13)

schlaraffengesicht

DWB

schlaraffen·gesicht

schlaraffengesicht , n. verzerrtes, lächerliches gesicht, wie es in der baukunst dargestellt wird. Jacobsson 7, 229 a , auch gesichtsmaske, …

schlaraffenland

DWB

schlaraffen·land

schlaraffenland , n. das erdichtete land der schlaraffen, älter Schluraffen-, Schlauraffen-, Schlaweraffenland, mnd. Sluraffenlant. vgl. sch…

schlaraffenleben

DWB

schlaraffen·leben

schlaraffenleben , n. leben, wie es die Schlaraffen führen, müsziges genuszleben, leben ohne sorgen, in Wien mit schlimmer nebenbedeutung da…

schlaraffenschiff

DWB

schlaraffen·schiff

schlaraffenschiff , n. : das schluraffen schiff, titel eines capitels von Brants narrenschiff bei Zarncke 104 b ( cap. 108). zu der form ver…

Schlaraffentraum

GWB

schlaraffen·traum

Schlaraffentraum im Bild Der Handel mit dem Auslande stockt und selbst der innere Verkehr..so mögen die Einzelnen denn..aus dem S., in dem s…

schlaraffenwelt

DWB

schlaraffen·welt

schlaraffenwelt , f. welt der Schlaraffen, erdichtete welt des genusses, in bildlicher verwendung: das mädel sezt sich alles teufels gezeug …

Schlaraffenzeit

GWB

schlaraffen·zeit

Schlaraffenzeit für eine Zeit sorglosen Genusses u Überflusses [ Goethes Ersuchen während der frz Besatzung, ihm das Haus am Frauenplan zu ü…