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schaefer

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Schäfer

Bd. 7, Sp. 811
Schäfer bes beim jungen Goethe noch im Kontext der Rokoko-Anakreontik u ihrer Idealisierung des Schäferlebens, wobei nicht selten der Dichter selber in der Rolle eines Schäfers auftritt 1 allg; mehrf in Anlehnung an die bukolische Dichtung als Inbegriff der Naturverbundenheit, Schlichtheit, Authentizität, Sanftmütigkeit, auch: körperlicher Schönheit a Hirte, Hüter der Schafe, mehrf neben ‘Herde’; auch als Vertreter des armen, einfachen, unverbildeten Volks; je einmal (iron) als typisches Gestaltungselement, Accessoire empfindsamer Gartenkultur sowie als Übs von ital: pastorello [Reiter zu Elisabeth:] wir ritten in Haslacher Wald. Und da war's curios: wie wir so in die Nacht reiten, hütt' just ein S. da, und fallen fünf Wölf in die Heerd' und packten weidlich an GWB8,23,13 Götz2 I Mehrere S. mochten ihre Heerden vereinigt haben, um sie in Wäldern oder sonst abgelegenen Orten sicher zu verbergen GWB33,22,21 Camp [Askalaphus:] Wir haben [in unserm Park] ..Einsiedler in Löchern, S. im Grünen GWB17,38,6 TriumphEmpfindsamk IV GWB44,11,28 Cell III 2 GWB12,140 ScherzLR 470 [Zit s v Schalmei] 10,232 Tasso 3142 in Anlehnung an sprichwörtl Gebrauch Es war ein fauler S.,|Ein rechter Siebenschläfer,|Ihn kümmerte kein Schaf GWB4,100 Es war ein fauler[] Schäfer 1 als Sujet u Figur in bildkünstlerischer, literarischer u theatralischer Darstellung, auch (‘ThS’) im Hinblick auf Kostümierung bei einem Maskenfest [betr Plastiken im Schloß Pallagonia] das [Stück] von mittlerer Größe stellt gewöhnlich einen S. oder eine Schäferin..vor GWB31,112,11 ItR Ich besitze eine verdienstvolle Federzeichnung, wo, bei Anbetung der Hirten, Mutter und Kind, Joseph und die S., ja Ochs und Esel, doppelt und dreifach durch einander spielen GWBN11,284,15 Purkinje,Sehen subj GWB31,126,8 ItR GWB36,234,21 BiogrEinzh Luisenf 1778 GWB51,7,3 ThS I 1 b in Vergl u Bild, auch als literar Projektionsfigur; wiederholt ‘S. an der Pleiße’ zur Kennzeichnung lokaler Mentalität (in Leipzig) [auf der Schweizer ‘Geniereise’] Die guten harmlosen Jünglinge, welche gar nichts Anstößiges fanden, halb nackt wie ein poetischer S., oder ganz nackt wie eine heidnische Gottheit sich zu sehen [beim Baden] GWB29,134,27 DuW 19 In Jena und Halle war die Rohheit auf's höchste gestiegen, körperliche Stärke, Fechtergewandtheit..war dort an der Tagesordnung..Das Verhältniß der Studirenden zu den Einwohnern jener Städte..kam doch darin überein, daß der wilde Fremdling keine Achtung vor dem Bürger hatte und sich als ein eigenes, zu aller Freiheit und Frechheit privilegirtes Wesen ansah. Dagegen konnte in Leipzig ein Student kaum anders als galant sein..und so glaubten jene wilden Jäger von der Saale über die zahmen S. an der Pleiße ein großes Übergewicht zu haben GWB27,60,23 DuW 6 [betr Dichtungen im Stile des Rokoko] Indem ich..als ein S. an der Pleiße, mich in solche zarte Gegenstände..vertiefte GWB27,104,5 DuW 7 GWBB1,213,11 KSchönkopf 1.6.69 ‘Idäischer S.’ für Paris GWB48,109,6 Polygnot c (im Sinne der anakreontischen Idyllendichtung) als Typus des galanten, leidenschaftlichen, schmachtenden Liebhabers; einmal ‘süßer S.’ Der du mit deinem Mohne|Der Götter Augen zwingst,|Und Bettler oft zum Throne,|Zum Mädchen S. bringst GWB4,153 An dSchlaf 4~GWB37,38 Annette An dSchlaf 4 Kannst du die Melodie, Alter, rief Philine, der S. putzte sich zum Tanz? GWB21,207,11 Lj II 11~GWB52,66,12 ThS IV 13 Der allersüß'ste Ton, den auch der S. hat,|Es ist doch nur ein Ton, und Ton, den wird man satt GWB9,48 Mitsch3 121 Ach wem gehört ihr|ihr lieben Finger|Sage dein Herz dir|O süßer [ Süßlicher Var] S. GWB53,474 TheatrAbenteuer 56 Var GWB37,28 Annette Triumph dTugend I 24 als typisierende Bezeichnung für Eridon (‘Die Laune des Verliebten’) [Egle:] Und wenn euch der Liebste mit Eifersucht plagt,|Sich über ein Nicken, ein Lächeln beklagt,|Mit Falschheit euch necket, von Wankelmuth spricht;|Dann singet und tanzet, da hört ihr ihn nicht.|..Egle, hernach Eridon mit einer Flöte und Liedern..[Egle:] Schon lange wünscht' ich mir|Gelegenheit und Glück, den S. zu bekehren GWB9,29 LauneVerl 394 2 übertr; (metaphor) für einen Pastor daß Ihr [der neue Pastor] so jung und so friedfertig seid, ohne deßwegen schwach zu sein; denn freilich ist's auch kein Vortheil für die Heerde, wenn der S. ein Schaf ist GWB37,156,2 BriefPastors [1773] 3 (Ehren-)Mitglied der literar Gesellschaft ‘Arkadia’ (sd) daß man..mich zu bestimmen suchte, mich in die Arcadia1) als einen namhaften S. aufnehmen zu lassen GWB32,215,9 ItR Zwar hatten die werthen S., im Freien auf grünem Rasen sich lagernd, der Natur hiedurch näher zu kommen gedacht GWB32,218,1 ItR Syn zu 1u2 GWBHirt zu 1 GWBHüter 1) zur Sache s Komm in FfA I 152,1423f Sofia FrysS.F.
4765 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schæferstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    schæfære , schæfer stm. schäfer. opilio sumerl. 48,67. Diefenb. gl. 197. David ein schêfer was rittersp. 533.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schäfer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schäfer , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schäferinn, eine Person, welche die Schafe weidet, deren Geschäft e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schäfer

    Goethe-Wörterbuch

    Schäfer bes beim jungen Goethe noch im Kontext der Rokoko-Anakreontik u ihrer Idealisierung des Schäferlebens, wobei nic…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schäfer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schäfer , 1) Johann Wilhelm , Literarhistoriker, geb. 17. Sept. 1809 in Seehausen bei Bremen, gest. 2. März 1880 in Brem…

  5. modern
    Dialekt
    Schäfer

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schäfer [ʿSáfər O. U.; ʿSǽfər Str. W. ] m. wie hochd. allg. D e r S. hat d Schäf enus uf d Weid gfüe h …

  6. Sprichwörter
    Schäfer

    Wander (Sprichwörter)

    Schäfer 1. Böse Schäfer lieben bissige Hunde. 2. Böse Schäfer machen fette Wölfe. – Winckler, IV, 56. 3. Der Schäfer geh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaefer

183 Bildungen · 170 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schaefer

schaf + -er

schaefer leitet sich vom Lemma schaf ab mit Suffix -er, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schaefer 2 Komponenten

scha+efer

schaefer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaefer‑ als Erstglied (30 von 170)

schäferabend

DWB

schaefer·abend

schäferabend , m. : unser leben ist kein schäferabend, kein abend vollendeter arbeit. Dya Na Sore 1, 230.

schäferart

DWB

schaefer·art

schäferart , f. : wohl mancher wär' in liebespein nach schäferart gestorben. Bürger 16 b .

schäferau

DWB

schaefe·rau

schäferau , f. au, wo schäfer leben ( vgl. DWB schäfer 2): der ( liebesgott, der ) voll blöder unschuld schien, herrschet auf den schäferaue…

schäferausdruck

DWB

schaefer·ausdruck

schäferausdruck , m. ein bei den schäfern gebräuchlicher ausdruck: zu balken steigen, ein schäferausdruck für sterben. Voss 2, 368, 10 .

Schäferbickel

RhWB

schaefer·bickel

Schäfer-bickel Wend-Marping m.: im Anfangsvers beim Fingerratesp.: Bommernickel, Sch., wievell Hore (Hörner) hat der Bock?

schäferbrief

DWB

schaefer·brief

schäferbrief , m. zärtlicher liebesbrief: sobald ich nur diese schäferbriefe aus meinem briefgewölbe voll brieftaschen oder briefranzen wied…

Schäferbrünnlein

PfWB

schaefer·bruennlein

Schäfer-brünnlein n. : FlN, ein Brunnen, Schäfeʳbrinnel. Den kleinen Kindern erzählt man, sie kämen aus dem Sch. [ GH-Kuhdt ]. SHW Südhess. …

schäferbursch

DWB

schaefer·bursch

schäferbursch , m. bursch, der die schafe hütet: habe dir jüngst was wunderliches von einem schäferburschen vernommen. Fr. Müller 3, 370 .

schäfercharacter

DWB

schaefer·character

schäfercharacter , m. character eines schäfers, besonders in der bukolischen dichtung ( vgl. DWB schäfer 2): anstatt 'ohne zorn und falten' …

schäferchor

DWB

schaefer·chor

schäferchor , m. : im maimond tanzt ein schäferchor dir hundert frohe reigen vor. Bürger 48 a .

schäferdichter

DWB

schaefer·dichter

schäferdichter , m. bukolischer dichter, idyllendichter: Vosz wird ... wenn er fortfährt, sich so in die sitten und denkungsart des volks hi…

schäferdönchen

DWB

schäferdönchen , n. geschichte, mährchen, wie sie sich schäfer erzählen (dönchen aus nd. döneken eigentlich ' tönchen ', liedchen, brem. wb.…

Schäferdüppen

RhWB

schaefer·dueppen

Schäfer-düppen šī:fəšdøpən Malm n.: ein blecherner Topf oder zwei Töpfe nebeneinander, zum Essentragen für den Schäfer, späterhin auch für d…

schäfereden

DWB

schaefe·reden

schäfereden , n. paradies für schäfer: ach, der bardejüngling ( Klopstock ) schuf damals noch sein schäfer-eden! Herder z. litt. u. kunst 3,…

schäferei

DWB

schaefe·rei

schäferei , f. , mhd. schæferîe, md. schêferŷe, schêffereie seit dem 14. jahrh. Lexer handwb. 2, 629 . Weigand 2, 539 , nl. schaeperie Kilia…

schäferelegie

DWB

schaefer·elegie

schäferelegie , f. : wir wollen uns begnügen, eine schäferelegie von ihr ( madame Desfoulieres ) anzuführen. Ramler Batteux 1, 388 .

Schäferēy

Adelung

schaefe·rey

Die Schäferēy , plur. die -en, eine Anstalt, wo Schafe in Menge gehalten und gewartet werden, ingleichen der Ort, wo sie gehalten werden, un…

schäferfeier

DWB

schaefer·feier

schäferfeier , f. : grosz war diese schäffer-feir. Rist Parnasz 652 ; es naht sich eine schäferfeier und singt und jauchzt aus voller brust.…

schäferfest

DWB

schaefer·fest

schäferfest , n. : das arkadische schäferfest suchte seines gleichen, excellenz. Gutzkow ritter v. geiste 2 1, 306.

schaefer als Zweitglied (12 von 12)

Hofschäfer

PfWB

hof·schaefer

Hof-schäfer m. : 'Schäfer im Klosterhof'. a. 1621: Häußlin ... so iezundt dem Hofschöffer [WerschwSchR, Bl. 4]. —

lohnschäfer

DWB

lohn·schaefer

lohnschäfer , m. : ihre ( der schäfer ) bestallung ist unterschiedlich, indem sie entweder, als lohnschäfer, um lohn und deputat dienen, ode…

opernschäfer

DWB

opern·schaefer

opernschäfer , m. : hier konnte ich mich nicht länger enthalten, über diesen opernschäfer zu lachen. Rabener (1755) 2, 50 .

Pachtschäfer

Adelung

pacht·schaefer

Der Pachtschäfer , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schäfer, welcher die Schäferey gepachtet hat; zum Unterschiede von dem Lohn- und Menge- o…

setzschäfer

DWB

setz·schaefer

setzschäfer , m. schäfer, der mit einem gewissen procentsatz am gewinn und verlust der schafzucht betheiligt ist. öcon. lex. (1744) 2546. Ad…

triftschäfer

DWB

trift·schaefer

triftschäfer , m. : ihre ( der schäfer ) bestallung ist unterschiedlich, indem sie entweder als lohnschäfer um lohn und deputat dienen, oder…

Weichselschäfer

DWB

weichsel·schaefer

Weichselschäfer , m. mitglied des Danziger dichterkreises Stieler geh. Venus 47 neudr., gebildet nach Pegnitzschäfer.

Ableitungen von schaefer (1 von 1)

unschäferlich

DWB

unschäferlich , adj. Gervinus gesch. d. d. dicht. 3, 273 . —