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schaefer

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schäfer m.

Bd. 14, Sp. 2002
schäfer, m. schafhirt, opilio, ovilio, pastor ovium. Stieler 1709. ableitung zu schaf; schon ahd. scaphare, ovilio Graff 6, 442; mhd. schâfære, schâffer, scheffer, md. schêfêre, schêfer Lexer handwb. 2, 628 f.; mnd. schaper, scaper Schiller-Lübben 4, 48b, nl. schaeper Kilian, und scheper: scepers die haer beeste scouwen. quelle aus den jahren 1430—50, s. zeitschr. für deutsches alterthum 1, 264; in neuern mundarten bair. schâfar, schaafar, schaffe Schm. 2, 377. Schöpf 585. Zingerle 49a. cimbr. wb. 226b, nd. schäper, scheper Dähnert 399b. brem. wb. 4, 606, schâper Schambach 180b, schaeper Woeste 225a, schaop'r Danneil 183b; daneben mit erweiterter ableitung schafler, schäfler, schaffeler und schâferer, schafferer Schm. a. a. o. Schöpf a. a. o. 11) im eigentlichen sinne einer, der schafe hütet; opilio hd. scheffer, schefer, scheuer ... nd. schepper Dief. gloss. 397b; ovilio schäffer nov. gloss. 275b; de wulve wolden vruntschop myt den schaperen anghan unde beden. quelle bei Schiller-Lübben a. a. o.; und Habel ward ein schefer. 1 Mos. 4, 2; guten tag, Brandfuchs! bist du als schäfer immer noch so lustig, als du als gärtner warst? Fr. Müller 3, 377; jener Pierre Vidal von Toulouse, der seiner herrin zu ehren in einem wolfsfell auf allen vieren umherlief, bis er von schäfern und schäferhunden halb todt gebissen und geprügeltwurde. Freytag bilder (1859) 1, 234; ain alte vettel: schlag auf und lasz tanzen und springen, so will ich zwen lang tutten her schwingen, die wil ich noch heur eim schefer geben, die werden im zu zwaien sackpfeifen eben. fastn. sp. 738, 32; wenn der schäfer scheren will. wunderhorn 1, 158 Boxberger; als .. flötend hirt und schäfer durch abendschatten schlich. Hölty 8 Halm; fleisziger schäfer, opilio sedulus ac frugalis Stieler 1709; häufiger und fast sprichwörtlich ein fauler schäfer; zur bezeichnung einer nachlässigen haltung: sich auflegen wie ein fauler schäfer u. ä. Spiess 205; es war ein fauler schäfer, ein rechter siebenschläfer, ihn kümmerte kein schaf. Göthe 4, 100 Weim. ausg. schäfer von schafhirt geschieden: niemand war ausgeschlossen nach solcher höch (dem kaiserthum) sich aufzupäumen, schäfer, ochsentreiber, säutreiber, schafhirten, küehirten, säuhirten. Aventin. chron. 1, 924, 11. dabei bezeichnet schäfer gewöhnlich [] den obersten hirten und aufseher des schafstalles, der sonst schafmeister (vgl. das.) heiszt. 22) in der idyllischen dichtung des 17. und 18. jahrh. als vertreter natürlicher unschuld und zärtlicher liebe; in diesem sinne der griechischen bukolischen dichtung der Alexandrinerzeit entlehnt, die sie in Arkadien zu localisieren pflegte: freylich hat er (Franz Moor) nicht gelernt, gleich dem schmachtenden schäfer Arkadiens, dem echo der grotten und felsen seine liebesklagen entgegen zu jammern. Schiller räuber 3, 1 schauspiel; seitdem entbrannte Chloris, jedoch für andre schäfer. seitdem fieng mancher schäfer aus Chloris augen feuer. Hagedorn 3, 66; was sollen manche schäfer wissen, dasz du bereit bist, sie zu küssen? ich sey allein der schäfer, der es weisz! Gleim 1, 112; winde, wie die in der goldenen zeit, die vom ohre des schäfers hoch zu der götter ohr flohn mit der schäferin ach. Klopstock oden (1771) 282; gefälligkeit raubt unserm schäfer (Endymion) oft die gunst, worauf umsonst die stolze schönheit hofft. Wieland 10, 139; an des baches stillen weiden sang Tiren mit nassem blick, klagte Phyllis seine leiden ... aber Phyllis sang zurück: 'schäfer, ich versteh' dich nicht! schäfer, ach ich glaub' es nicht'. Herder z. litt. u. kunst 7, 199; dem schäfer ist gar so weh. Göthe 1, 95; ihr einzigen, für die noch kein sonnet gegirret ... kein schäfer noch arkadisch starb. Schiller 1, 234 (an die Parzen); dort weint am grabe seiner schäferin ein schäfer. 1, 331 (Semele 2). daher auch gradezu für einen solchen tändelnden oder schmachtenden liebhaber, ohne dasz dieser damit wirklich als schafhirt bezeichnet werden soll: jetzt .. sollte ich zugeben, dasz er (Tellheim) sich verliebten träumereyen mit mir überliesze? dasz der ruhmvolle krieger in einen tändelnden schäfer ausarte? Lessing 1, 593; bald reist ein schäfer übers meer, bald hört er auf zu lieben. Gotter 1, 88; ihr (Climenens) mund erlaubt, dasz ich ihr schäfer sey! Uz 130 Sauer; welch süszem traume geb ich raum, der mich zum schäfer machet! ebenda; selig wären wir traun, selig, wie keiner ist, näm' ein friedliches thal uns in die blumen auf, frohe schäfer, ach, fiele nie das eiserne trennungsloos. Hölty 94 Halm (an meine freunde). 33) sprichwörter und redensarten: 3@aa) der schäfer ist verdächtig, der beim wolfe gevatter steht. Simrock sprichw. 8824. 3@bb) schäfer und schinder sind geschwisterkinder. 8823, vgl. Wander 4, 72, 26 u. 30. 3@cc) nd. et is doch een unnerscheed unner'n scheper un sinen köter, man musz die leute ansehen und einen unterschied machen. Dähnert 399a. 3@dd) das volk sagt der schäfer hütet, um die leichten gefleckten wolken (s.schäfchen 4, a) zu bezeichnen; nd. de schæper hödt. Woeste 225b. Frommann mundarten 5, 291 (um Fallersleben). Firmenich völkerst. 3, 188, 104 (grafschaft Mark). 44) zur bezeichnung anderer gegenstände. a) ein hund, der den schafen nachsetzt; vgl. schäfern. Stalder 2, 306. b) hocken am ende eines ackers, die weniger als zehn und daher vom zehnten befreit sind, endehocken, freihocken. Adelung.
5411 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schæferstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    schæfære , schæfer stm. schäfer. opilio sumerl. 48,67. Diefenb. gl. 197. David ein schêfer was rittersp. 533.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schäfer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schäfer , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schäferinn, eine Person, welche die Schafe weidet, deren Geschäft e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schäfer

    Goethe-Wörterbuch

    Schäfer bes beim jungen Goethe noch im Kontext der Rokoko-Anakreontik u ihrer Idealisierung des Schäferlebens, wobei nic…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schäfer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schäfer , 1) Johann Wilhelm , Literarhistoriker, geb. 17. Sept. 1809 in Seehausen bei Bremen, gest. 2. März 1880 in Brem…

  5. modern
    Dialekt
    Schäfer

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schäfer [ʿSáfər O. U.; ʿSǽfər Str. W. ] m. wie hochd. allg. D e r S. hat d Schäf enus uf d Weid gfüe h …

  6. Sprichwörter
    Schäfer

    Wander (Sprichwörter)

    Schäfer 1. Böse Schäfer lieben bissige Hunde. 2. Böse Schäfer machen fette Wölfe. – Winckler, IV, 56. 3. Der Schäfer geh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaefer

183 Bildungen · 170 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schaefer

schaf + -er

schaefer leitet sich vom Lemma schaf ab mit Suffix -er, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schaefer 2 Komponenten

scha+efer

schaefer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaefer‑ als Erstglied (30 von 170)

schäferabend

DWB

schaefer·abend

schäferabend , m. : unser leben ist kein schäferabend, kein abend vollendeter arbeit. Dya Na Sore 1, 230.

schäferart

DWB

schaefer·art

schäferart , f. : wohl mancher wär' in liebespein nach schäferart gestorben. Bürger 16 b .

schäferau

DWB

schaefe·rau

schäferau , f. au, wo schäfer leben ( vgl. DWB schäfer 2): der ( liebesgott, der ) voll blöder unschuld schien, herrschet auf den schäferaue…

schäferausdruck

DWB

schaefer·ausdruck

schäferausdruck , m. ein bei den schäfern gebräuchlicher ausdruck: zu balken steigen, ein schäferausdruck für sterben. Voss 2, 368, 10 .

Schäferbickel

RhWB

schaefer·bickel

Schäfer-bickel Wend-Marping m.: im Anfangsvers beim Fingerratesp.: Bommernickel, Sch., wievell Hore (Hörner) hat der Bock?

schäferbrief

DWB

schaefer·brief

schäferbrief , m. zärtlicher liebesbrief: sobald ich nur diese schäferbriefe aus meinem briefgewölbe voll brieftaschen oder briefranzen wied…

Schäferbrünnlein

PfWB

schaefer·bruennlein

Schäfer-brünnlein n. : FlN, ein Brunnen, Schäfeʳbrinnel. Den kleinen Kindern erzählt man, sie kämen aus dem Sch. [ GH-Kuhdt ]. SHW Südhess. …

schäferbursch

DWB

schaefer·bursch

schäferbursch , m. bursch, der die schafe hütet: habe dir jüngst was wunderliches von einem schäferburschen vernommen. Fr. Müller 3, 370 .

schäfercharacter

DWB

schaefer·character

schäfercharacter , m. character eines schäfers, besonders in der bukolischen dichtung ( vgl. DWB schäfer 2): anstatt 'ohne zorn und falten' …

schäferchor

DWB

schaefer·chor

schäferchor , m. : im maimond tanzt ein schäferchor dir hundert frohe reigen vor. Bürger 48 a .

schäferdichter

DWB

schaefer·dichter

schäferdichter , m. bukolischer dichter, idyllendichter: Vosz wird ... wenn er fortfährt, sich so in die sitten und denkungsart des volks hi…

schäferdönchen

DWB

schäferdönchen , n. geschichte, mährchen, wie sie sich schäfer erzählen (dönchen aus nd. döneken eigentlich ' tönchen ', liedchen, brem. wb.…

Schäferdüppen

RhWB

schaefer·dueppen

Schäfer-düppen šī:fəšdøpən Malm n.: ein blecherner Topf oder zwei Töpfe nebeneinander, zum Essentragen für den Schäfer, späterhin auch für d…

schäfereden

DWB

schaefe·reden

schäfereden , n. paradies für schäfer: ach, der bardejüngling ( Klopstock ) schuf damals noch sein schäfer-eden! Herder z. litt. u. kunst 3,…

schäferei

DWB

schaefe·rei

schäferei , f. , mhd. schæferîe, md. schêferŷe, schêffereie seit dem 14. jahrh. Lexer handwb. 2, 629 . Weigand 2, 539 , nl. schaeperie Kilia…

schäferelegie

DWB

schaefer·elegie

schäferelegie , f. : wir wollen uns begnügen, eine schäferelegie von ihr ( madame Desfoulieres ) anzuführen. Ramler Batteux 1, 388 .

Schäferēy

Adelung

schaefe·rey

Die Schäferēy , plur. die -en, eine Anstalt, wo Schafe in Menge gehalten und gewartet werden, ingleichen der Ort, wo sie gehalten werden, un…

schäferfeier

DWB

schaefer·feier

schäferfeier , f. : grosz war diese schäffer-feir. Rist Parnasz 652 ; es naht sich eine schäferfeier und singt und jauchzt aus voller brust.…

schäferfest

DWB

schaefer·fest

schäferfest , n. : das arkadische schäferfest suchte seines gleichen, excellenz. Gutzkow ritter v. geiste 2 1, 306.

schaefer als Zweitglied (12 von 12)

Hofschäfer

PfWB

hof·schaefer

Hof-schäfer m. : 'Schäfer im Klosterhof'. a. 1621: Häußlin ... so iezundt dem Hofschöffer [WerschwSchR, Bl. 4]. —

lohnschäfer

DWB

lohn·schaefer

lohnschäfer , m. : ihre ( der schäfer ) bestallung ist unterschiedlich, indem sie entweder, als lohnschäfer, um lohn und deputat dienen, ode…

opernschäfer

DWB

opern·schaefer

opernschäfer , m. : hier konnte ich mich nicht länger enthalten, über diesen opernschäfer zu lachen. Rabener (1755) 2, 50 .

Pachtschäfer

Adelung

pacht·schaefer

Der Pachtschäfer , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schäfer, welcher die Schäferey gepachtet hat; zum Unterschiede von dem Lohn- und Menge- o…

setzschäfer

DWB

setz·schaefer

setzschäfer , m. schäfer, der mit einem gewissen procentsatz am gewinn und verlust der schafzucht betheiligt ist. öcon. lex. (1744) 2546. Ad…

triftschäfer

DWB

trift·schaefer

triftschäfer , m. : ihre ( der schäfer ) bestallung ist unterschiedlich, indem sie entweder als lohnschäfer um lohn und deputat dienen, oder…

Weichselschäfer

DWB

weichsel·schaefer

Weichselschäfer , m. mitglied des Danziger dichterkreises Stieler geh. Venus 47 neudr., gebildet nach Pegnitzschäfer.

Ableitungen von schaefer (1 von 1)

unschäferlich

DWB

unschäferlich , adj. Gervinus gesch. d. d. dicht. 3, 273 . —