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schaedel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schädel m.

Bd. 14, Sp. 1979
schädel, m. hirnschale; calvaria, cranium, caput Stieler 1750; mhd. schedel. die ältern dialekte und verwandten sprachen kennen das wort nicht, sondern gebrauchen dafür andere ausdrücke: ahd. gebal, ancha, hnol, hirniscala; altn. hauss, ags. héafodpanne, s. Grimm gramm. 3, 399. die herkunft des wortes ist dunkel; entlehnung aus mnd. schêdel 'scheitel' ist wol kaum anzunehmen (vgl. Weigand 2, 538. Kluge 293b). besonders spricht dagegen holl. schedel 'schädel' gegenüber scheiden, und älterm scheydel vertex Kilian. ein reim wie schedele: sedele bei Nicol. v. Jeroschin 14877 f. beweist allerdings nichts. die ältern wörterbücher und meisten belege bevorzugen die schreibung schedel; Stieler gibt schädel und schedel. erst in der classischen litteratur und bei Campe ist schädel durchgedrungen. mundartlich ebenfalls schädl, schedl; abweichend nur schârl am Erzgebirge Frommann 2, 237. vereinzelt als fem.: dasz einem die haare auf der schädel sausen. Claudius 1—2, 108. Bedeutung. AA. A@11) hirnschale schlechthin: biʒ ûf die beckenhûben starc, diu dar under im verbarc den schedel und die hirneschal. Konrad v. Würzburg troj. krieg 31071; daʒ (ross) traf Achilles unde sluoc dur schedel und dur hirne. 39531; aber ein weib warff ein stück von einem mülstein Abi Melech auff den kopff, und zubrach jm den schedel. richt. 9, 53; jre bosheit ist auff jren kopf komen, und jr frevel auff jren scheddel gefallen. Luther 8, 250a; ich dürmel wie ein gansz herein, dasz mir der schedel kracht. Garg. 93b; als unser fürst ... ich weisz nicht wem, das schwerdt aus beyden fäusten risz, und dem, der auf ihn schlug, nach brust und schädel schmisz. A. Gryphius 1, 74; wenn er die greisen haar von seinem schädel riesz und seufftzer, fluch und weh auf seinen sohn ausstiesz. 1, 104; 'ich schlage dir gleich den schädel ein, wenn du sie mir nicht kannst nennen!' und schlügst du mir auch den schädel ein, da könnt' ich ja nimmer reden. Göthe 2, 274. A@22) mit rücksicht auf das gehirn, das er einschlieszt: du sollst wunder sehen, dein gehirnchen soll sich im schädel umdrehen, wenn mein kreisender witz in die wochen kommt .. riesenplane gähren in meinem schöpfrischen schedel. Schiller räuber 1, 2 schausp. (s. 35); da krabbeln sie nun, wie die ratten auf der keule des Herkules, und studieren sich das mark [] aus dem schädel. ebenda (s. 28); schade nur, ewig schade für die unze gehirn, die so schlecht in diesem undankbaren schädel wuchert. kab. u. liebe 4, 3; bückst du dich doch vor manchem hohlen schädel. Tell 3, 3; die schädel leere stuben! werke 1, 269; gesteht nur, euer schädel, eure glatze ist nicht mehr werth als jene hohlen dort. Göthe 41, 101. A@33) häufig für den von fleisch und haut entblöszten schädelknochen als theil des skeletts, totenschädel: da sie aber hingiengen, sie zu begraben, funden sie nichts von jr, denn den schedel und füsze. 2n. 9, 35; seinen (Sauls) scheddel hefften sie (die Philister) ans haus Dagon. 1 chron. 11, 10; und das nakte gefild begonn zu kreisen, und aufzuwerfen schedel und rippen und kinnbacken und beine. Schiller räuber 5, 1 schauspiel; aus deinem schädel trinken wir bald deinen süszen wein, du Ungar! Gleim kriegsl. s. 12 neudruck (3, 9); weiland grosz und edel, nickte dieser schädel keinem grusze dank! Hölty 178 Halm; zum schädel, ohne zopf und schopf, zum nackten schädel ward sein kopf. Bürger 15b; hoch hinter dem garten vom rabenstein, hoch über dem steine vom rade blickt, hohl und düster, ein schädel herab, das ist ihr schädel, der blicket auf's grab. 62a; was grinsest du mir hohler schädel her? Göthe 12, 41; wenn banditen nur mit dolchen morden, bleicht man ihren schädel auf dem holz. Seume 5, 65 Hempel; aus deinem hohlen, morschen schädel schaut kein solcher himmel mehr voll seligkeit. Chamisso 2, 33 Koch. A@44) schädel in freierer verwendung für 'kopf', namentlich in der volkssprache Frisch 2, 167b (mit belegen). Frommann 3, 240, 2, 5. 5, 505. häufig übertragen für die geistige anlage und fähigkeiten eines menschen (vgl. 2): ich musz gestehen, er hat einen so verschmützten schettel, dasz sein gelbschnäblichter witz meine alte rencke weit übertölpelt. Schoch studentenleben D 2b (29, 4 Fabricius); und hette sie meinen stürmischen schedel nicht so wol gewust, ich weisz, sie hette ihn die stunde noch nicht für ihren gümpel angenommen. D 3b (30, 5). schädel für 'kopf' in redensarten, wie österr. du hast an dick'n schäd'l, du bist eigensinnig; wann si' der N. amahl was in sein schäd'l setzt, bringt ihm 's ka' teuf'l mehr auszer, von einem starrköpfigen; es geht nix in sein schäd'l, er hat kein talent, u. a. m. Hügel 133b. A@55) alter schädel für 'alter mann': ist nû iendert dekein alter schedel, der sich in den selben strik bestrûchet hât mit altmüeden beinen. Berth. v. Regensburg 413, 36 Pfeiffer; ein alter schedel. 416, 34. vgl. auch abe, abe, weiser schedel! mürbe knochen, fahret in die grube mit freuden! Schiller räuber 4, 3 schausp. BB. daneben laufen worte von derselben lautform in andern bedeutungen, bei denen der zusammenhang mit schädel 'hirnschale' wegen der unklarheit der herkunft eine offene frage bleiben musz. B@11) mhd. schedel ein trockenmasz, s. Lexer handwb. 2, 678. B@22) oberd. trümmer, zerbrochene stücke. so in der Schweiz mauernschädel für die überreste eines alten schlosses. Adelung. B@33) lusern. schädlen, plur., borsten Zingerle 49a.
5420 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schädel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schädel , S. Adelung Schedel .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schädel

    Goethe-Wörterbuch

    Schädel mehrf Sche- 1 Körperteil, bes als Sitz der Geisteskräfte; mehrf ‘jdm den S. einschlagen’ oä in (massiver) Bedroh…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schädel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schädel ( Hirnschädel , Cranium ; hierzu Tafel »Schädel des Menschen« mit Text), im weitern Sinne das Kopfskelett der Wi…

  4. modern
    Dialekt
    Schädel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Schädel [ʿSátl Gebw. Co. Eckirch ; ʿSatl Ndhsn. Bisch. Geisp. K. Z. Betschd. ; ʿSætl Str. ] m. Schädel.…

  5. Sprichwörter
    Schädel

    Wander (Sprichwörter)

    Schädel 1. Am Schädel sieht man niemals recht, wer war der Herr, wer war der Knecht. Die Grabschrift auf einen Junker un…

  6. Spezial
    Schädelm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Schädel , m череп , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaedel

151 Bildungen · 54 Erstglied · 96 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schaedel 2 Komponenten

scha+edel

schaedel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaedel‑ als Erstglied (30 von 54)

Schädelabbildung

GWB

schaedel·abbildung

Schädelabbildung anatom Darstellung des Schädels zu wiss Zwecken GWB N7,199,17 PrincPhilZool II Syn GWB Schädelzeichnung Beatrice Frank B.F.

Schädelabteilung

GWB

schaedel·abteilung

Schädelabteilung Bereich des Schädels, Segment (zur Systematisierung) Die Schädelabtheilungen erschienen im 12. Bande GWB N7,264 Morph Var B…

Schädelamulette

Meyers

Schädelamulette , aus Leichenschädeln ausgesägte Schädelstücke, die in vorgeschichtlicher Zeit als wundertätige Amulette getragen wurden. In…

Schädelbalken

Meyers

schaedel·balken

Schädelbalken , die paarigen Knorpelspangen ( Trabeculae cranii ), die bei der Entwickelung des Schädels an der Basis des häutigen Schädelro…

Schädelbasisbruch

LDWB2

Schä|del|ba|sis|bruch m. (-[e]s, ...brüche) ‹med› fratöra dla basa dla crëpa f.

Schädelbau

GWB

schaedel·bau

Schädelbau anatom: Systematik der Schädelkonstruktion Es verbindet sich durch diesen Fortsatz das Jochbein jederzeit mit dem Schlafbein, und…

schädelbecher

DWB

schaedel·becher

schädelbecher , m. ein aus einem totenschädel bereiteter becher, schädel als trinkgefäsz. über die altgermanische sitte des trinkens aus men…

Schädelbein

GWB

schaedel·bein

Schädelbein für einen der Knochen, aus denen sich der Schädel zusammensetzt; wohl irrtümlich für das Schläfenbein (os temporale) Man sehe..d…

schädelberg

DWB

schaedel·berg

schädelberg , m. für Golgatha ( vgl. schädelstätte): hat nicht der höchste selbst sein höchstes wunderwerck auf Salems schädelberg vollbrach…

Schädelbildung

GWB

schaedel·bildung

Schädelbildung kraniolog: Entstehung u Entwicklung des Schädels S. aus Wirbelknochen GWB N13,224,14 Morph Plp Beatrice Frank B.F.

schädelbohrer

DWB

schaedel·bohrer

schädelbohrer , m. instrument, womit der wundarzt eingedrückte schädel durchbohrt, um sie in die höhe zu ziehen, trepan, hauptbohrer. Adelun…

schädelform

DWB

schaedel·form

schädelform , f. gestalt des schädels Campe, längliche oder runde schädelform als kriterium der rasseneintheilung.

Schädelfragment

GWB

schaedel·fragment

Schädelfragment Zum Behuf der Zootomie wird gewünscht..Theile von Skeletten, als Extremitäten von bedeutenden Geschöpfen, Wirbelknochen, S-e…

Schädelgebirge

Campe

schaedel·gebirge

◬ Das Schädelgebirge , — s, Mz . gl. ein Gebirge gleichsam, d. h. ein außerordentlich hoher Haufe von Schädeln. Während auf Schädelgebirg ' …

schädelhaut

DWB

schaedel·haut

schädelhaut , f. die haut, mit welcher der schädel bekleidet ist, pericranium Nemnich : auf zum messer der schlacht taumelt er ( der Huron )…

Schädel II

RhWB

Schädel II PfWB ElsWB LothWB m.: 1. -E:d-, –ē:d-, Pl. -dəln Wagenkasten u. zweiräderige Karre mit grossem Ladekasten u. hohen Rädern, zum Um…

Schädelkopp

MeckWB

schaedel·kopp

Wossidia Schädelkopp m. wie das Vor. in verdeutlichender Zs.: achter MeckWB up 'n MeckWB Schädelkopp (1907) Wa Waren@Ziddorf Zidd .

Schädellage

Meyers

schaedel·lage

Schädellage ( Hinterhauptslage ), diejenige Meyers Kopflage (s. d.) der Frucht in der Gebärmutter, bei der das Hinterhaupt der vorliegende T…

schaedel als Zweitglied (30 von 96)

Brummschädel

RDWB1

Brummschädel m (Lakune) у кого-л. голова трещит идиом. , разг. ; у кого-л. голова как котёл идиом. , разг. ; у кого-л. голова раскалывается …

Affenschädel

Campe

affen·schaedel

Der Affenschädel , des — s, d. Mz. w. d. Ez. 1) Der Schädel eines Affen, oder ein ihm ähnlicher. 2) Ein Name des Dorant oder Orant (Antirrhi…

Armadillschädel

GWB

armadill·schaedel

Armadillschädel Blumenbach versprochen: .. A. GWB T3,428 [ vgl zu Herrn Hofr. Blumenbach. Schädelsammlung desselben GWB T3,18 v 7.6.01 ] Chr…

Bärenschädel

GWB

baeren·schaedel

Bärenschädel [ betr Fossilienfund ] ein completter .. B. aus der Muggendorfer Höhle [ in Oberfranken ] GWB B31,202,5 August [23.6.19] uö den…

Balänenschädel

GWB

balanen·schaedel

Balänenschädel Walfischschädel 1) daß Sie den durch Ihre Bemühungen angeschafften B. dem osteologischen Kabinett abtreten wollen GWB B36,198…

birnenschädel

DWB2

birnen·schaedel

birnenschädel m . sich nach oben hin verjüngender kopf eines menschen. ironisch: 1917 Meyrink gesicht 14. 1962 Marg Demetrius 1,28.

Bronzenormalschädel

Meyers

Bronzenormalschädel , von Ranke angegebene bronzene Nachbildung eines Schädels, dessen Inhalt genau bestimmt worden ist. Er dient zur Kontro…

brummschädel

DWB2

brumm·schaedel

brummschädel m . schmerzender, benommener kopf: ⟨1887⟩ Liliencron s. w. (1904)6,65. 1999 thür. wb. 1,1032.

Calavērasschädel

Meyers

Calavērasschädel , ein im goldführenden, tertiären Kies bei Altaville in Kalifornien 1866 zusammen mit Mörsern, Mühlen, Pfeilspitzen etc. au…

Dachschädel

PfWB

dach·schaedel

Dach-schädel m. : 'Kopf', scherzh., Dachschädel [ ZW-Gr'bundb ], -schärel [ KU-Reiffb ]. Eich hau der äns uf dei D. [ KU-Reiffb ]; vgl. PfWB…

Dodenschädel

MeckWB

doden·schaedel

Wossidia Dodenschädel m. Totenschädel; übertr. Kahlkopf: hei mit 'n Dodenschädel Ha Hagenow@Belsch Belsch .

Dummschädel

PfWB

dumm·schaedel

Dumm-schädel m. : = PfWB Dummkopf , -schädel [ PS-Gersb ], -schärel [ PS-Burgalb KU-Schmittw/O ]. SHW Südhess. I 1820 . —

Elefantenschädel

GWB

elefant·en·schaedel

Elefantenschädel -ph-, auch Bindestrich- u Getrenntschr als Gegenstand der osteol Betrachtung iZshg mit dem Zwischenknochen (s Elefantenzahn…

Entenschädel

GWB

enten·schaedel

Entenschädel als Objekt vergleichender osteol Untersuchungen GWB N8,163,25 BeschreibgZwKnoch Syn GWB Entenkopf Eva Beck E. B.

eselsschädel

DWB

esel·s·schaedel

eselsschädel , m. cranium asini. Steinhöwel dec. 411, 25. 29 . ed. 1580. 2, 28 eselschedel.

Fohlenschädel

GWB

fohlen·schaedel

Fohlenschädel einmal ‘Folenschedel’ Ein F. [ als Knochenpräparat fürs Osteol Museum ] .. Dieser .. besonders merkwürdig weil er auf den Stir…

Fuchsschädel

GWB

fuchs·schaedel

Fuchsschädel in Beschreibung einer osteol Zeichnung GWB N8,284 Morph ZwKnoch Plp uö Dorothee Schröter D. S.

Ableitungen von schaedel (1 von 1)

urschädel

DWB

urschädel , m. , Brehm tierleben (1890 ff. ) 7, 639. —