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salse

ahd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

salse f.

Bd. 14, Sp. 1702
salse, f., aus mlat. ital. salsa Diez4 280, das franz. sauce, gesalzene brühe, dann überhaupt brühe, tunke, beigusz, bair.-östr. saft von verschiedenen früchten zur dicke eines syrups eingesotten. Schm.2 2, 271. Höfer 3, 59. Hügel 131b, salse, soos intinctus, condimentum, eintunkelse, saulse. Schottel 1391, mhd. salse Lexer 2, 585, auch verkürzt zu sals: diu sals, die man macht aus seinem (des zitwers) pulver, ist guot für die âmaht und für daʒ swinteln. Megenberg 426, 10; salsa vel salsum ein salcze, salcz, salsen, seltze, selsz Dief. gloss. 508c, salse, sälcz nov. gloss. 325. die durch anlehnung an salz entstandene nebenform salze hat sich, wie die belege zeigen, bis in die neuere zeit erhalten: wenn man cinamomum pulvert und eʒ an salsen stat gibt mit eʒʒen, so machet eʒ lustig. Megenberg 362, 3; [] dise salse ist guot zuo scheffinen braten. unde zuo huenren unde zuo vischen. unde heiʒet agraʒ. altd. kochb. Haupts zeitschrift 5, 13; und solt also fleisch essen in der selben nacht, am fewr gebraten, und ungesewrt brot, und solt es mit bitter salsen essen. 2 Mos. 12, 8; ire visch kochen sy (die Ägypter) auff zwo manier, etlich rohe an der sunnen gebraten, etlich in einer saltzen oder saltzsulen gekocht. Franck weltbuch (1562) 9a; den saft ... für salsen genossen. Thurneisser beschreib. influent. wirkungen aller erdgewächse (1578) 105; ein salsen oder brühe von kräutern gemacht. Hulsius dittion. (1616) 483; da mischte (l. mischten) sich ihre thränen gleichsam als eine bittere salse unter alle speisen. Chr. Weise kl. leute 17; der bronnen kressen ist jetzund (im januar) zu salsen und zu artzneyen tüchtig und gut zu sammeln. Hohberg 1, 107a; allerley salsen zu machen. 231; die grünen salsen macht man von brunkresse, löffel-kraut, alliaria, ex herbâ tenerâ erucae, wie auch vom waitzsaher im frühling. 231b; in kleiniu goltvaʒ man nam, als ieslicher spîse zam, salssen, pfeffer, agraz. Parz. 238, 27. in mancherlei bildlichen wendungen: denn auf ein wölfenen braten gehört ein hündene saltzen. Mathesius Sar. (1572) 83b; und (musz ich) dafur dem almechtigen dancke, daʒ er mir bei diesem wolgebratenen wiltpret des lieben psalters auch so eine sawre salzen des creutzes, die mir meine zunge und schmacke erfrischet und aufgeweckt, gesetzt hatt. quelle von 1574 bei Dief.-Wülcker 828; die nachrede vom kanapee, welche die frau schwiegermutter ihrem herrn schwiegersohn getreulich, und oft wohl mit bittern salsen ... vorsetzte. Hippel lebensl. (1859) 1, 171; sîn salse was diu hungernôt, diuʒ (das fleisch) im briet unde sôt, daʒ eʒ ein süeʒiu spîse was. Iwein 3279; solche salsen von rautenkraut gehört auf den ungetreuen mann. Schade sat. u. pasqu. 1, 78, 42; drum sollen wir zur fahrt (zum sterben) uns unverzüglich schürtzen, und unser schirmungs-lamb mit bitren salsen würtzen. Rompler 74; nd. wormit konde men sick laten sehn und hören, .. wen men nicht mit fremder salse bi hogen lüden wolde sine discours beströwen und bekrüden? Lauremberg scherzged. 48 (3, 409) neudruck. in Baiern gebraucht man in wendungen wie e rechte salzin das wort im sinne von 'possen, streich'. Schm. 2, 274.
3163 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    salse

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    salse Frank, Hss. S. 80 ( Rc ) zu: [ habete ] sal [ in vobis, et pacem habete inter vos, Greg., Cura 3,22, PL 77,89C = M…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SALSEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SALSE swf. brühe, tunke. ital. salsa , franz. sauce Diez wb. 302. sîn salse was diu hungernôt Iw. 126. in kleiniu goltva…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    salseF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    salse , F. nhd. aus Gewürzen und Salzen bereitete Tunke oder Brühe, Gewürz zu Speisen (F. Pl.), gewürzte Beispeise, gesa…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Salse

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Salse , plur. die -n, ein im Hochdeutschen ungangbar gewordenes Wort, welches indessen noch im Oberdeutschen üblich …

  5. modern
    Dialekt
    Salsef.

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia Salse f. a. Spr. Tunke, Sauce: 'Wen men nicht mit fremder Salse bi hogen Lden Wolde sine discours bestrOewen u…

  6. Sprichwörter
    Salse

    Wander (Sprichwörter)

    Salse A z'widarö Salsse. ( Oberösterreich. ) Eine zuwidere, widerwärtige Salse. Unter »Sals« versteht man den dick einge…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit salse

24 Bildungen · 18 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

salse‑ als Erstglied (18 von 18)

salselaðr

KöblerAn

salselaðr , st. M. (a) nhd. Zukost Hw.: s. sallaðr L.: Vr 461b

salsemente

KöblerMnd

salsemente , N. Vw.: s. salsamente

salsendorn

DWB

salsen·dorn

salsendorn , m. eine staude, berberis vulgaris, deren beeren wegen ihres bitteren geschmacks zu salsen verwandt werden. Nemnich 1, 591 . Pri…

salsenkraut

DWB

salsen·kraut

salsenkraut , n. name von pflanzen mit säuerlichem geschmack ( vergl. das vorige ). 1) salsekraut, erysimium alliaria Nemnich, oder sisymbri…

salsenkrūt

KöblerMnd

salsen·krūt

salsenkrūt , N. nhd. Sauerampfer ÜG.: lat. acetosa?, rumex acetosa? E.: s. lat. salsa?, F., gesalzene Brühe; s. lat. salsus, Adj., gesalzen,…

salsenmahl

DWB

salsen·mahl

salsenmahl , n. : ich schmecke von der ersten wiege nichts als ein bittres salsen-mahl. Chr. Gryphius poet. wälder 1, 140 .

salsenmehl

DWB

salsen·mehl

salsenmehl , n. so übersetzt Bürger in seiner Ilias das griech. οὐλοχύται ( vgl. lat. mola salsa ): die andern ordneten die hekatomb' indess…

salseschüzzele

KöblerMhd

salse·schüzzele

salseschüzzele , F. nhd. „Salseschüssel“ Q.: Pilgerf (1390?) (sazschüzzel) (FB salseschüzzel) E.: s. salse, schüzzele W.: s. nhd. (ält.) Sal…

Salsette

Herder

sal·sette

Salsette , 10 QM. große Insel, Bombay gegenüber; berühmt durch die Höhlentempel beim Dorfe Kennery, buddhistischen Ursprungs.

salse als Zweitglied (6 von 6)

heringssalse

DWB

hering·s·salse

heringssalse , f. dasselbe: bald stockt die red im dürren halse, von braten, fisch und heringssalse, wo nicht gefeuchtet wird. Voss 4, 191 .

hērensalse

KöblerMnd

hēren·salse

hērensalse , F. nhd. eine würzige Soße E.: s. hēre (4), salse L.: MndHwb 2, 284 (hêrenprȫvene/hêrensalse)

wassersalse

DWB

wasser·salse

wassersalse , f. wachholdermus, weil es harntreibend ist Holfert-Arends 3 214 (-salze auch -sulz). —

weichselsalse

DWB

weichsel·salse

weichselsalse , f. tunke deren wesentlicher bestandtheil der saft der sauren kirsche ist: Germ. 9, 207; kuchenmeysterey (1530) a 6 b . —