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Pīpe

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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15 in 10 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Pīpe f.

Bd. 4, Sp. 562
Pīpe f. [verbr.] 1. Blasinstrument. — 1.1. flötenähnliches, einfaches, aus einer Röhre mit Mundstück und Grifflöchern bestehendes Musikinstrument. — Ra.: Nū geht de Piep’n ūt’n Sack jetzt beginnt sie zu weinen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). He stöck de Piepen in’n Sack er gibt auf (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@WulfenWu || mehrf.). De Piepe in’n Sack doon sein Geld zurückhalten, z.B. bei unüberlegtem Kauf; Trümpfe zurückhalten, misstrauisch sein (WmWb || mehrf.). No der Püpe danzen gezwungenermaßen oder willenlos alles tun, was jmd. von einem verlangt (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@NiedersfeldNf). — 1.2. Orgelpfeife. — 2. Tabakspfeife. De Puipen hät eunen schönen Kopp (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@HeidelbeckHb). Do es mi de Pīpe bi ūtgōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Pīpe smǟket wīe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). He schmock ne lange Piep’m (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). De Pīpe stoppen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). Ne kalle Päipe smoiken kalt rauchen, ohne den Tabak anzuzünden (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). Hai lätt ’e Peïpe nit kalt wern (nicht ausgehen) (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). He stäck de Piep an (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). — Ra.: Daor is em de Piepe nich äs bi uutgaon das hat ihn nicht aufgeregt (WmWb). Eerst de Piepe uut un dann dat Peerd uut’n Graawen immer mit der Ruhe, sich nicht aus der Fassung bringen lassen (WmWb || ähnl. mehrf.). Hoi is wall dōe, wū ’e de Poip’m mit’n Finger ansticken kann ist in der Hölle (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Ät briennt iäm in de Pipe er leidet bei einer Sache, einem Geschäft, selbstverschuldeten Schaden (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@EickelWe). Ett ess emm in de Pipe gebrannt er ist betrunken (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). — Sprichw.: ’n Mann aohne Piep is ne Koh aohne Statt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Eune, deu anner langen Puipen geut, mot den Watersack (unterster Teil einer Tabakspfeife, in der sich Flüssigkeit ansammelt) missen (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). — 3. röhrenartiger Körperteil. — 3.1.1. Röhrenknochen. — 3.1.2. Schienbein. — 3.1.3. Markknochen für die Suppe (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HerdeckeHd). — 3.2. Luftröhre. — 3.3. Speiseröhre. — 3.4. Penis. — Ra.: Sik te Peïpe üutklopp’m Geschlechtsverkehr mit einer Frau haben (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || mehrf.); masturbieren (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). — Sagw.: De Pīpe es hǟil blïem’m, sach de Frau, do was eä Mann döä de Balkenlūke fallen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 4. röhrenartiger Gegenstand (WmWb). — 4.1. rohrförmiger, hohler Pflanzenstengel. De Pihpm sind ohpm (hohl) (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@GehlenbeckGb). De Peïpen mütt uppe stahn brüchiges Flachs (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@WormelnWo). — 4.2. Kaninchenbau (WmWb). — 4.3. Hosenbein (WmWb). — 4.4. Ofenrohr. Jeede Piepe is ’n halw Meeter breed, un den Ommen is twee Meeter hooge (WmWb). De Piepen häbbt acht Daage brannt (WmWb). — 4.5. Tülle am Kessel (WmWb). — 4.6. Rohr oder Luftkanal an der Drehmaschine oder Mühle (WmWb). — 4.7. Pappspule für das Schussgarn (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt), Spule am Webstuhl (WmWb). ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 6,685: Pfeife; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 9,583: Pīpe; HnVwb 2,587: Pfeife. Zus.:→ Adem~, Arm~, Awend~, Bak~, Balderjan~, Bast~, Blarre~, Blase~, Blok~, Böis~, Brum~, Büksen~, Dweªrs~, Ende~, Flarre~, Flöite~, Flöiteke~, Fōr-lǖde~, Glad~, Glas~, Gurgel~, Hakke~, Hap~, Haue~, Höi~, Holt~, Hōrn~, Hunds~, Huppe~, Immen~, Infanterī~, Īs~, Jeªger~, Kåld~, Kannen~, Kawelerī~, Knal~, Koffi~, Leªse~, Līre~, Lokke~, Lō²p-grāwen~, Lucht~, Lungen~, Lurre~, Mark~, Meªl~, Miᵉr-schūm~, Mō¹der~, Muts~, Nurre~, Ofetsērs~, Ōr~, Öªrgel~, Oªwen~, Pastōrs~, Porē~, Porßelein~, Rē¹d~, Reserwisten~, Ringel~, Rō²k~, Rōsen~, Rū~, Rūt~, Sap~, Schinde~, Schiᵉne~, Schiᵉr~, Schirm~, Schot~, Ssīpel~, Smo²ke~, Snāgel~, Snurre~, Spargel~, Stē²n~, Stūten-kǟrl~, Sūge~, Swung~, Tobak~, Twǟren~, Wachtel~, Wāter~, Wind~, Wiᵉsen~, Wissel~.
3449 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pipe

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +5 Parallelbelege

    pipe, sw. f. Pfeife, Röhre: Luft- und Speiseröhre; penis; Röhrknochen; Brunnenröhre, überh. jede Wasserröhre; Röhre am O…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pipe

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Pipe , plur. die -n, das Hoch- und Oberdeutsche Pfeife, nach der Mundart des Niederdeutschen. Wir gebrauchen es nur …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pipe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pipe (engl., spr. paip, auch Butt ), Flüssigkeitsmaß zu 2 Hogsheads oder 126 Gallonen: in England ( Imperial P.) = 572,4…

  4. modern
    Dialekt
    Pipe

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Pipe Band 2, Spalte 2,885f.

  5. Sprichwörter
    Pipe

    Wander (Sprichwörter)

    Pipe 1. Wier bä der Pip äs, brocht nar afzedrên, esi kit et. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 858. 2. Em geit de Pîp u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pipe

247 Bildungen · 189 Erstglied · 57 Zweitglied · 1 Ableitungen

pipe‑ als Erstglied (30 von 189)

Pipe I

SHW

Pipe I Band 1, Spalte 861-862

Pipe II

SHW

Pipe II Band 1, Spalte 861-862

pîpe(gôt)

MNWB

pipe·got

° pîpe(gôt) , n. ( Gen. Sg. -des ) : Zubehörteile für Wasserleitungen, p.-des 14 gr vȫr tin unde vȫr mākelôn der blîeden pîpen (Brem. Jb. 2,…

Pipelei

GWB

pipe·lei

Pipelei Überempfindlichkeit, Kränkelei 1) ; ‘herkömmliche Piepeleien’ iSv übliche Wehwehchen Frau und Kinder befinden sich, außer den herköm…

pipelig

MeckWB

pipelig verzärtelt Ha Belsch ; wie pimpelig. — Me. 3, 1019.

Pipeline

Pfeifer_etym

pipe·line

Pipeline f. ‘Rohrleitung’ (besonders für Erdöl), Übernahme (Mitte 20. Jh.) von gleichbed. amerik.-engl. pipeline, einem Fachwort der amerika…

pîpelmûs

MNWB

pipel·mus

*° pîpelmûs , f. : piepende Maus, Piepmaus (Nd. Jb. 46, 64: Murnerische Nachtmusik; 1685).

pipeln

DWB

pip·eln

pipeln , verb. : er pipelt gar mit den augen ( s. pippeläugig), er kan die sonne nicht vertragen. Weise freimüth. redner 460 .

pipelné

LDWB1

pip·elne

pipelné [pi·pel·nẹ́] vb.intr. (pipelnëia) ‹pop, umor› saufen, viel Alkohol trinken → bëre, ciucé .

pipen1

MeckWB

pipen 1 pfeifen; vor der hd. Lautverschiebung aus lat. pīpare 'piepen' übernommen, daher hd. pfeifen; wegen der frühen Entlehnung im Meckl. …

pipen2

MeckWB

pipen 2 bloßes Füll- und Klangwort in Neckreimen: Hinrick Pinrick pipen papen Wo. V. 4, 103; im Bastlösereim: Pipen Papen Pasterjahn 611; au…

Pīpenǟrde

WWB

Pīpen-ǟrde f. Pfeifenerde (Tonart) ( Bek Vh).

pîpenbêⁱn

MNWB

pipen·bein

° pîpenbêⁱn , n. : Röhrenknochen des Unterschenkels , Schienbein, dat p. van dēme enkele an wente an dat knê (Locc. Hist. 126).

Pīpenboªrn

WWB

Pīpen-boªrn m. Röhrenbrunnen (Lippe Oesterh ).

Pipenbœhn

MeckWB

pipen·boehn

Pipenbœhn m. Reimwort im Tanzlied Gaus uppe Däl: Uns' oll Vadderbraudersœhn Set up 'n hogen Pipenbœhn Wi Biend ; das rechte Wort ist Stubenb…

pîpenbōrer

MNWB

pipen·borer

*° pîpenbōrer , m. : Handwerker der Brunnenrohre oder hölzerne Wasserleitungen bohrt (Nd. Jb. 47, 63: Braunschweig 1576).

pîp(en)born(e)

MNWB

pipen·borne

pîp(en)born(e) , m. ( Gen. Sg. -s ) : Brunnen dem Wasser durch Rohrleitungen zugeführt wird, Röhrenbrunnen, de kunst des p.s ; vȫr de wāterk…

pipe als Zweitglied (30 von 57)

bārpîpe

MNWB

bar·pipe

° bārpîpe, f. : eine tiefgestimmte Orgelpfeife , Bärpfeife, ê(i)ne b. van sös vö̂ten lûdende (Zs. Hamb. Gesch. 38, 300).

bokpîpe

MNWB

bok·pipe

° bokpîpe, f. : Dudelsack (Gosl. Tafelamt 1507).

bûrpîpe

MNWB

bur·pipe

° bûrpîpe, f. : eine Baßpfeife der Orgel, Bauerpfeife (Zs. Hamb. Gesch. 38, 312); oder = bārpîpe ?, s. d.

dwērpîpe

MNWB

dwer·pipe

° dwērpîpe, f. : Abzweig einer Hauptwasserleitung , wor de meyster māket ên nîge werk alse êne nîge d. unde ênen nîgen post dê bê(i)derleye …

e.espîpe

MNWB

e.-espîpe Holunderrohr, Röhre aus Holunderholz als Spritze;

Faßpipe

BWB

Faßpipe Band 2, Spalte 2,887

Flötpipe

Wander

floet·pipe

Flötpipe Flötpipen sind hoelde (hohl). ( Westf. ) Sagt man spottweise statt: weit entfernt, oder: mit nichten.

Gießpipe

BWB

Gießpipe Band 2, Spalte 2,887

hērdenpîpe

MNWB

herden·pipe

° hērdenpîpe, f. : Hirtenpfeife, Angelica silvestris , „Fistula pastoris Herdenpipe ... Dyascorides ... sprikt/ dat dyt kruet sik breidet up…

holpîpe

MNWB

hol·pipe

holpîpe , f. , Rohrflöte 8' im Orgelwerk. S. auch holflöite.

kōlepîpe

MNWB

kole·pipe

° kōlepîpe, f. : Behältnis für Kohlen, 2 ß der Prûseschen sülf ander vȫr de kōle ût der k.n tô bringende (Zs. Nds. 1870, 109).

koppelpîpe

MNWB

koppel·pipe

° koppelpîpe, f. : eine Orgelpfeife, Gemshorn ?, „Camena, floyte ” (De Man 171). pîpgrôve, ~hârinc, ~kanêl, ~kanne, ~krût, ~lôk, ~ōven, ~stê…

lollikenpîpe

MNWB

lolliken·pipe

lollikenpîpe , lulleken- , lulken- , f. , Sackpfeife , Dudelsack. S. noch lulken-, lulle-.

Ableitungen von pipe (1 von 1)