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Operation

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Operation

Bd. 15, Sp. 72
Operation (lat.), soviel wie Handlung im allgemeinen; man spricht von merkantilen, finanziellen, strategischen, militärischen etc. Operationen (s. unten). In der Mathematik heißt O. jede Tätigkeit, die mit mathematischen Gebilden oder Begriffen, sie seien nun geometrisch (Figuren) oder arithmetisch (Zahlen), vorgenommen wird. Rechenoperationen, meist zusammenfassende Bezeichnung für die vier elementaren Rechnungsarten, aber auch für die Wurzelausziehung etc. Vielfach ist O. gleichbedeutend mit Algorithmus und bezeichnet eine nach bestimmten Regeln vorzunehmende Tätigkeit, namentlich die gesetzmäßig erfolgende Verknüpfung verschiedener Vorstellungen und Begriffe miteinander. Da jede O. selbst ein Begriff ist, so kann man auch verschiedene Operationen miteinander verknüpfen, also Operationen auf sie ausführen, auf diese Weise entsteht ein Operationskalkul, d. h. ein Operieren (Arbeiten) mit Operationen. Soweit dieser rein mathematisch ist, bildet er einen Zweig der Gruppen- oder Substitutionentheorie (s. d.), im übrigen ist er Gegenstand des von Boole, Robert Graßmann, Ernst Schröder u. a. geschaffenen Logikkalkul (Algebra der Logik). In der Medizin ist O. ein mechanischer Eingriff seitens des Arztes (Operateurs), vorgenommen am Körper des Kranken behufs Heilung oder Linderung von Krankheiten. In der Regel wird die Hand des Arztes von geeigneten Instrumenten unterstützt. Es gibt unblutige Operationen, wie Geraderichtung gekrümmter Glieder, das Beweglichmachen steifer Gelenke und ähnliches, und blutige, die mit Durchtrennung von Körpergewebe verbunden sind; letztere sind bei weitem häufiger. Selten wird subkutan operiert, d. h. ein Gebilde (Sehne) wird unter der Haut ohne deren Durchtrennung durch schnitten, indem man ein geeignetes schmales Messer in der Nähe durch einen kleinen Einstich einführt. Bei zweizeitigen Operationen sind zwei Akte der O. durch einen längern Zwischenraum getrennt. Man operiert z. B. einen Krankheitsherd in der Lunge, indem man die Brustwand durchschneidet, das die Lunge überziehende Brustfell an das Rippenfell näht und erst einige Tage später nach Verwachsung beider Brustfellblätter in das Lungengewebe einschneidet. Bei plastischen Operationen ersetzt man fehlende oder verstümmelte Teile durch Heranziehung, bez. Einheilung benachbarter Gewebsteile, z. B. eine fehlende Nase durch einen Hautlappen aus der Stirn. Schmerzlos operiert man durch allgemeine Betäubung (Narkose) oder Einspritzung gefühllosmachen der Flüssigkeiten in das Operationsgebiet. Blutleere (s. Amputation) wird durch Zusammenschnüren der zuführenden Schlagadern erzielt. Durch die Antisepsis (s. d.) sucht man Bakterienentwickelung in bereits infiziertem Operationsgebiet hintanzuhalten. Die Asepsis bezweckt durch Fernhaltung jeglicher Bakterieninfektion Wundkrankheiten zu verhüten. Die Haut des Kranken muß, möglichst nach vorausgeschicktem Bad, im Operationsgebiet rasiert, mit Seife, Alkohol und antiseptischen Flüssigkeiten gereinigt werden. Um bei der Narkose Erbrechen zu verhüten, soll der Kranke nüchtern sein. Die Hände des Arztes werden wie die Haut des Kranken behandelt; vielfach werden jetzt vom Operateur Gummihandschuhe getragen. Die Überkleider des Arztes sind in strömendem Dampf keimfrei gemacht. Häufig tragen jetzt die Ärzte baumwollene Kopfmasken, um zu verhüten, daß von Haupt- und Barthaar herabfallende Stäubchen die Wunde infizieren. Instrumente und Verbandstoffe werden in strömendem Dampf sterilisiert. Bei tiefen Wunden wird Abfluß der Wundflüssigkeit durch eingelegte Röhrchen (Drains) ermöglicht. Reine Wunden werden genäht, infizierte nur lose ausgestopft. Gegen Abkühlung des Kranken muß das Operationszimmer stark geheizt sein; auch Operationstische mit Warmwasserheizung sind gebräuchlich. Der Raum muß hell sein und gute Beleuchtungseinrichtungen besitzen. Fußboden und Wände müssen eine solche Beschaffenheit haben, daß sie den Anforderungen der Antiseptik und Aseptik entsprechend gereinigt werden können. Man streicht deshalb die sorgfältig geglätteten Wände mit Öl oder bekleidet sie mit Glasplatten. Auch der Fußboden muß aus undurchlässigem Material bestehen. Außer dem Operationstisch und einem Operationsstuhl, Waschtisch etc. enthält das Operationszimmer auch Wasserleitung, einen Sterilisierapparat etc. Militärische Operationen (Heeresbewegungen) sind die Unternehmungen größerer Heeresteile. Es gehören zu denselben sowohl die Märsche als auch Schlachten und Gefechte. Über Operationen auf der innern und äußern Linie s. Innere und äußere Linie. Die Gesamtheit der Operationen bis zur endgültigen Entscheidung bildet einen Feldzug (s. d.). Der Operationsplan bezeichnet den zunächst zu erreichenden Zweck und die dafür einzuschlagenden Wege; er kann nur auf kurze Zeit vorher entworfen werden, da ein Gefecht stets neue Vorbedingungen zu weiterm Handeln gibt. Jede O. ist auf ein bestimmtes Ziel (Operationsobjekt), meist die feindliche Armee selbst, gerichtet; die Vernichtung der letztern entscheidet in der Regel den Feldzug, wenn auch nicht immer sofort. Die Landschaft, in der eine O. ausgeführt wird, nennt man das Operationsfeld oder -Gebiet. Die Ausgangspunkte der O., von denen die Truppen ihre Nachschübe etc. beziehen, auf die sie nötigenfalls zurückgehen, in engerm Sinn ein leicht zu verteidigender Abschnitt, z. B. ein Fluß mit festen Plätzen, in weiterm meist das eigne Land, bilden die Operationsbasis, die Eisenbahnen und Straßen, die von derselben in Richtung auf das Operationsziel führen, die Operationslinien (s. Etappe). Der Operationsbefehl bezieht sich nur auf die Operationen, während der getrennt davon ausgegebene Tagesbefehl (Korps- etc. Tagesbefehl) den innern Dienst betrifft. Die Operationsbefehle werden von allen Kommandostellen mit deren Titel bezeichnet (Korpsbefehl, Divisionsbefehl etc.) oder mit der durch die Truppeneinteilung gegebenen Stelle (Avantgardenbefehl, Vorposten-, Detachementsbefehl).
5932 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    operationf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    operation , f. aus franz. opération, lat. operatio ( s. operieren), im allgemeinen eine bestimmte verrichtung, unternehm…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Operation

    Goethe-Wörterbuch

    Operation 1 (natürlicher) Prozeß, Vorgang, Ablauf, auch: Entwicklung; einmal mBez auf seelische Regung daher hatten wir …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Operation

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Operation , im Allgemeinen Verrichtung, Thätigkeit; O. in der Heilkunde, s. Chirurgie. O. en in der Kriegskunst, die Thä…

  4. modern
    Dialekt
    Operationf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Operation f. : wie schd., Oberazjoon, -joⁿ (obərads'jōn, -jōⁿ) [mancherorts, Krämer Gal 158], -jan [ KU-Bedb NW-Freinsh …

  5. Spezial
    Operationf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Operation , f операция , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit operation

44 Bildungen · 16 Erstglied · 28 Zweitglied · 0 Ableitungen

operation‑ als Erstglied (16 von 16)

operational

FiloSlov

operational , adj операциональный , п

Operationalismus

FiloSlov

Operationalismus , m операционализм , м

Operationsgelder

DRW

operation·s·gelder

Operationsgelder, pl. Finanzmittel für den Unterhalt der Reichstruppen die operations-gelder aber sollen ... dem crays-einnehmer gelifert we…

Operationskasse

DRW

operation·s·kasse

Operationskasse, f. Einnahmestelle der Operationgelder ruͤckstand ... an geld zu denen crays- regiments- und operations-cassen 1694 Moser,St…

operationsplan

DWB

operation·s·plan

operationsplan , m. entwurf zu einer ( militärischen ) operation: zu hause sitzt der fürst und macht einen operationsplan. d. j. Göthe 2, 11…

operationstag

DWB

operation·stag

operationstag , m. : runde peruque, die der operateur am operationstage von einem prediger leihen soll. Frankf. gel. anz. (1772) 389, 1 neud…

operation als Zweitglied (28 von 28)

Schönheitsoperation

RDWB1

Schoenheit·s·operation

Schönheitsoperation f (kein Bezug zu "красота") пластическая операция, косметическая операция

Augenoperation

GWB

augen·operation

Augenoperation mBez auf Staroperation Stillings verunglückte A. [Operation Var ] GWB 29,199 DuW Plp vgl GWB Augenkur Staroperation Christa D…

geistesoperation

DWB

geiste·s·operation

geistesoperation , f. : beim studiren des gedachten werkes merkt' ich mir selbst und meinen innern geistesoperationen auf. Göthe 32, 175 .

geldoperation

DWB

geld·operation

geldoperation , f. : die abhängigkeit, in welcher der staat ( Baden ) bei allen gröszeren geldoperationen von den geldmächten in Frankfurt a…

Kooperation

Pfeifer_etym

operieren Vb. ‘handeln, verfahren’ (1. Hälfte 16. Jh.; in militärischem Sinne seit 19. Jh.), ‘Wirkung zeigen, wirken’ (Mitte 16. Jh., besond…

kriegsoperation

DWB

kriegs·operation

kriegsoperation , f. opération de guerre: die kriegsoperationen .. fortzusetzen. Göthe 30, 83 ; um die lebhaftigkeit seiner kriegsoperatione…

Militäroperation

GWB

militaer·operation

Militäroperation ‘Militair Operation’ für ein von einer milit Einheit durchgeführtes öffentliches Spektakel GWB B4,41,15 ChStein 9.6.79 Rüdi…

Nachtoperation

GWB

nacht·operation

Nachtoperation (leicht abwertend) für einen Versuch im Dunkeln (Camera obscura); mBez auf das Nachstellen des zweiten Newtonschen Experiment…

Naturoperation

GWB

natur·operation

Naturoperation zu einer bestimmten Wirkung führender Vorgang im Naturreich indem wir..von erhitzenden N-en [ betr vulkanisches Feuer ] sprec…

Nierenoperation

PfWB

nieren·operation

Nieren-operation f. : wie schd., -oberazjoon, -oberazjooⁿ [ PS-Geisbg , mancherorts]. SHW Südhess. IV 990 . —

Rechnungsoperation

GWB

rechnung·s·operation

Rechnungsoperation Kalkulation; in bildl Zshg Der erste Theil deiner Bekenntniße [ Lavaters ‘Pontius Pilatus’ 1(1782) ] ..hat mir großes Ver…

Riesenoperation

GWB

riesen·operation

Riesenoperation für ein umfangreiches, aufwendiges Unternehmen [ Werther: ] denen ists wohl, die ihren Lumpenbeschäftigungen, oder..ihren Le…

verstandesoperation

DWB

verstande·s·operation

verstandesoperation , f. , vgl. verstandesfunction, -thätigkeit: der schein entsteht, als wäre diese art der wahrnehmung ( das sehen ) eine …

wahloperation

DWB

wahl·operation

wahloperation , f. : dasz der wahl-kommissar die vornahme der wahl-operation ... nicht mehr verweigern könne. stenogr. berichte des preusz. …