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Etappe

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Etappe

Bd. 6, Sp. 135
Etappe (franz., v. deutschen »Stapel«, daher ursprünglich soviel wie Stapelplatz, Warenniederlage), Marschstation oder Halteplatz bei Militärtransporten. In Deutschland ist das Etappenwesen geregelt durch die Kriegsetappenordnung vom 14. Mai 1902 und die Militäreisenbahnordnung vom 18. Jan. 1899. Es soll die rückwärtigen Verbindungen der operierenden Armee mit der Heimat zur Heranziehung des Nachschubes aller Bedürfnisse für die Armee sowie für die Zurückführung von Kranken, Verwundeten, Kriegsgefangenen, Kriegsbeute etc. aufrecht erhalten, für die Unterbringung und Verpflegung der zu und von der Armee gehenden Personen wie auch für die Erhaltung und Sicherung der Verbindungslinien, der Herstellung und den Betrieb flüchtiger Eisenbahnen innerhalb des besetzten feindlichen Gebiets und für die Verwaltung des letztern Sorge tragen. Das Etappenwesen wird von einem Generalinspekteur des Etappen- und Eisenbahnwesens (Generalleutnant) geleitet. Ihm sind unterstellt: a) die Etappeninspektionen, deren je eine für jede selbständig operierende Armee ernannt wird, b) der Chef des Feldeisenbahnwesens, c) der Generalintendant der Armee als Chef des Feldintendanturwesens, d) die Chefs des Feldsanitätswesens und e) der Etappentelegraphie, f) des Feldpostwesens, also alle den Verkehr, die Verwaltung und Krankenpflege leitenden Behörden. Die Vorbereitungen sind im Frieden so getroffen, daß der ganze Apparat mit der Mobilmachung seine Tätigkeit beginnen kann. In jedem Armeekorpsbereich ist ein Etappenanfangsort, der eine Hauptbahnstation ist, bestimmt. Dort werden die dem Armeekorps nachzuführenden Transporte gesammelt, die zurückkehrenden zerteilt. Von da gehen sie nach der auf jeder zur Armee führenden Bahnlinie bestimmten Sammelstation, von wo die aus den verschiedenen Korpsbezirken zusammenfließenden Transporte in ganzen Zügen nach dem Kriegsschauplatz abgesandt werden. Der Bahnbetrieb endet im Etappenhauptort, wo die Verteilung und Absendung der zu und von der Armee gehenden Personen und Güter erfolgt, und von wo Etappenstraßen, auf diesen durchschnittlich alle drei Meilen Etappenorte mit einer Etappenkommandantur, zu den Armeekorps angelegt werden. Die Etappeninspektionen haben ähnliche Organisationen wie die Generalkommandos, es gehören zu ihnen ein Chef des Stabes, Adjutanten, Feldgendarmerieoffizier, Etappen-Intendant,-Generalarzt,-Auditeur,-Telegraphendirektor, Armeepostdirektor, Oberroßarzt, Feldzahlmeister und zur Überwachung der Bevölkerung, der Presse etc. ein Zivilverwaltungsbeamter. Ihre ausführenden Organe sind die Etappenkommandanturen; sie haben den ganzen Durchgangsverkehr von und zu der Armee zu vermitteln, für die Sicherung der Verkehrswege und Telegraphenanlagen zu sorgen, Lazarette, Pferdedepots, Magazine etc. einzurichten, auch für die Verteidigung des Etappenorts, für die Unterdrückung von Aufständen in ihrem Bereich wie für die polizeiliche Ordnung in demselben Sorge zu tragen, zu welchem Zweck ihnen Feldgendarmen und die Besatzung des Etappenorts, die Etappentruppen, zur Verfügung stehen. Ihnen liegt ferner die Unterbringung und Verpflegung der Truppen in ihrem Bereich ob, wozu Etappenmagazine durch Intendanten und Etappenlazarette durch den Etappenarzt eingerichtet werden. Bahnhöfe an den Etappenorten erhalten in der Regel besondere Bahnhofskommandanten, denen die Verpflegung durchpassierender Truppen zufällt. Vgl. Ott, Das Kriegsetappenwesen des Deutschen Reichs (Münch. 1896). – Die Römer besaßen ein sehr entwickeltes und wohlorganisiertes Etappenwesen; an den vorzüglichen Heerstraßen scheinen die Mansiones, die im Postverkehr Hauptstationen mit Nachtquartier bildeten, als Etappenorte für die marschierenden Truppen gedient zu haben. Preußen hatte vor 1866 zur Verbindung seiner getrennten Provinzen durch Hannover und Hessen Etappenstraßen und Etappenkommandanturen in Hersfeld, Hildesheim und Wetzlar. Österreich hat für seine Truppenmärsche im Frieden in seinen Marschroutenverzeichnissen ein das ganze Land umfassendes Netz mit Etappenorten aufgestellt. Im Kriege liegt das Etappenwesen in den Händen der »Armeeintendanz«, der zweiten Abteilung des Armeehauptquartiers, die sich wieder in je eine Militär- und Verwaltungs-Abteilung gliedert. Ein Mangel ist die Trennung der Eisenbahn vom Etappenwesen. Frankreich hat sein Etappenwesen nach 1871 in allem Wesentlichen streng nach deutschem Muster organisiert; in Rußland ist neuerdings (soweit es die eigenartigen Verhältnisse der russischen Armee gestatten)dasselbe geschehen. Vgl. Militäreisenbahnwesen.
4546 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Etappef.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +2 Parallelbelege

    Etappe f. ‘Teilstrecke, Abschnitt’, als militärischer Terminus ‘besetztes Hinterland, Nachschubgebiet’. Ausgangswort ist…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Etappe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Etappe (franz., v. deutschen »Stapel«, daher ursprünglich soviel wie Stapelplatz, Warenniederlage), Marschstation oder H…

  3. modern
    Dialekt
    Etappef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Etappe f. : ' Nachschubgebiet hinter der Front ', Soldatenspr. Er war im Krieg immer in de Edappe [GH-Kand, verbr. (1930…

  4. Spezial
    Etappe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Etap|pe f. (-,-n) tapa (tapes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit etappe

40 Bildungen · 22 Erstglied · 18 Zweitglied · 0 Ableitungen

etappe‑ als Erstglied (22 von 22)

Etappensau

SHW

Etappen-sau Band 2, Spalte 295-296

Etappendelegierter

Meyers

etappe·n·delegierter

Etappendelegierter , Beauftragter des kaiserlichen Kommissars und Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege, der einer Krankentransp…

etappenhengst

DWB2

etappe·n·hengst

etappenhengst m. abwertend für nicht an der front eingesetzte soldaten: 1934 Tügel Blehk 86. 1966 zeit 16,16.

etappenschwein

DWB2

etappe·n·schwein

etappenschwein n. abwertend für nicht an der front eingesetzte soldaten: 1928 Vring Suhren 94. 1965 Pörtner gestern 43.

etappenstadt

DWB2

etappe·n·stadt

etappenstadt f. : ⟨1919⟩ Tucholsky 1,330 G.-T./R. 1965 frankf. allg. ztg. 298,3.

etappenstraße

DWB2

etappe·n·strasse

etappenstraße f. : 1865 qu. dt. politik Österreich 5,1,3 S. 1938 Methner gouverneure 382. DWB2 2 zu etappe 2 :

Etappenvertrag

Meyers

etappe·n·vertrag

Etappenvertrag , Vertrag über Einräumung eines Durchzugsrechts (s. d.) für Truppen, einer Etappenstraße (s. Etappe ).

etappenziel

DWB2

etappe·n·ziel

etappenziel n. : 1961 ebd. 11,39. 1974 Ruehl machtpolitik 50. Arbeitsstelle

etappe als Zweitglied (18 von 18)

Bindetappe

WWB

binde·tappe

Binde-tappe. Binnetapp ca. 40 cm langer, vorn spitzer Holzpinn zum Strohbinden Kr. Büren Bür Kr. Büren@Verlar Ve .

Bǖketappe

WWB

buk·etappe

Bǖke-tappe m. ⟨ -tappen ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Heiden Hn ), -tabben ( Kr. Halle Hal Bh) ⟩ Zapfen zum Ablassen des Wassers aus dem Beu…

²Füchtetappe

WWB

fuecht·etappe

²Füchte-tappe m. Füchtentabben „Zacken an der Kiefer“ (zum Aufhängen und Trocknen von Erbsen, Bohnen, Lupinen) ( Kr. Halle Hal Bh).

Gänsetappe

PfWB

ganse·tappe

Gänse-tappe , Gänse-tappsche f. : = PfWB Gänsefuß 1 a, Pl. Gänsedappe [ SP-Mechth ], Gänsdappsche [ LU-Friesh ]. SHW Südhess. II 1085 ; BadW…

Håldetappe

WWB

halde·tappe

Hålde-tappe m. Zapfen, womit das Sensenblatt am Sensenbaum befestigt wird (Frbg.) ( Kr. Olpe Olp Ab).

Lekketappe

WWB

Lekke-tappe m. [ Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Kr. Iserlohn Isl Alt] 1. Person, die gerne nascht, gerne Leckerbisen isst. — 2. „Telle…

licketappe

KöblerMnd

lick·etappe

licketappe , N. nhd. Zapfenlecker, Pfropfenlecker, Leckermaul E.: s. licken, tappe L.: MndHwb 2, 822 (licketappe), Lü 205b (licketappe) Son.…

Sāgetappe

WWB

sage·tappe

Sāge-tappe [ Kr. Olpe Olp Mes] Zapfen, mit dem das Blatt am Sensenbaum befestigt wird.

Seißenetappe

WWB

seissene·tappe

Seißene-tappe [verstr.] Zapfen am hinteren, dicken Teil des Sensenblattes, womit das Blatt am Sensenbaum befestigt wird (Frbg.).

Settetappe

WWB

sette·tappe

Sette-tappe Pflanzstock (Frbg.) ( Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid Alt Hs).

tiletappe

KöblerMnd

tile·tappe

tiletappe , M. nhd. Dilltap, plumper läppischer Mensch, törichter Mensch, ungeschickter Mensch, alberner Mensch, Tölpel E.: ?, s. tappe (1) …

Tippetappe

PfWB

tippe·tappe

 Tippe-tappe : fingierter ON im Rätsel: 's kummt e Mann vun Tippe-Tappe; er hot e Rock vun siebzich Placke un e rode Bart (der Hahn) [ Buch…

Tǖnetappe

WWB

tuen·etappe

Tǖne-tappe m. Person, die langweilig spricht (Frbg.) ( Kr. Wiedenbrück Wie Gü).

tīletappe

KöblerMnd

tīletappe , M. Vw.: s. tiletappe

Windetappe

WWB

winde·tappe

Winde-tappe m. Knüppel, mit dem das Halteseil, die Kette über dem Heubaum gespannt wird ( Kr. Büren Bür Vn).