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Neger

mnd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
18 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Neger

Bd. 14, Sp. 496
Neger (v. lat. niger, »schwarz«; Nigritier, Äthiopier), Menschenrasse Afrikas, deren Verbreitung verschieden gedeutet ist. Fr. Müller will zu den Negern nur die Völker des westlichen und mittlern Afrika gerechnet wissen, Peschel alle Völker vom Südrande der Sahara südwärts bis zum Gebiete der Hottentotten und Buschmänner und scheidet die N. in Sudânneger und Bantu (s. d.), Ratzel alle dunleln, wollhaarigen Afrikaner, mit Ausschluß der hellen Südafrikaner und hellern Nord- und Ostafrikaner. Die meisten N. haben hohe und schmale Schädel (Gesichtswinkel 66–67°), zu denen sich Vortreten des Oberkiefers und schiefe Stellung der Zähne (Prognathismus) gesellt. Dazu kommen meist wulstige Lippen, im allgemeinen schwache Behaarung des Körpers (im Gesicht und am Kopf wollig verfilzt) und schwacher Bartwuchs. Allen gemeinsam gilt die beharrliche Dunkelung der Haut in vielen Abstufungen, vom rötlichen Braun bis zum tiefsten Dunkelbraun, die auch von weit gröberer Textur ist als bei den Hellfarbigen. Den Geruch der Rasse führt Falkenstein auf öligere Beschaffenheit des Schweißes zurück, der bei unreinlicher Lebensweise leicht ranzige Säure entwickelt. Die mittlere Körpergröße beträgt 1,68 m (bei den Kaffern 1,80 m). Bemerkenswert sind: die Dicke des Halses, die verhältnismäßig geringe Biegung der Wirbelsäule, das enge, keilförmige Becken, die Dicke und Elastizität der Haut. Die körperliche Leistungsfähigkeit hat sich unter dem Druck besonderer Verhältnisse zu bedeutender Höhe entwickelt; weniger geeignet für ununterbrochene Arbeit, sind sie dem Europäer überlegen an Geschwindigkeit und stürmischem Kraftaufwand. Von Charakter heiter, eitel, gefallsüchtig, lügenhaft und sinnlich, aber sehr gelehrig, machen sie europäische Erzeugnisse mit großer Geschicklichkeit nach, eignen sich fremde Sprachen schnell an und sind in den Schulen rasch auffassende Schüler. Musik lieben sie sehr, in Holzschnitzerei, Eisenbearbeitung und Töpferei haben es aber nur einige Stämme weiter gebracht. Die Ehrfurcht vor dem Alter ist groß, ebenso der Einfluß der Mutter, weniger der des Vaters, auf die Kinder. Die Ehe (durch Kauf geschlossen) zeigt vielfach Vielweiberei. Die heranwachsenden Knaben (meist, aber nicht überall, beschnitten) wohnen abgesondert von den heranreifenden Mädchen. Menschenfresserei wird von einigen Völkern sehr geübt; der Aberglaube an die Wirksamkeit von Teilen menschlicher Leichen geht durch alle N. Auch die Ehrfurcht vor dem despotischen Herrscher, dessen Würde meist in derselben Familie forterbt, ist groß. Er ist Oberzauberer und erster Kaufmann des Volkes, Hüter des Feuers und stets von einem Rat von Ältesten umgeben. Die Sklaverei ist unter den Negern eine alte Institution; abgesehen von Haussklaven bestehen neben Dörfern der Freien oft ganze Sklavendörfer, die für die Herren Arbeiten verrichten, sonst aber ziemliche Freiheit genießen. Die Waffen (Speer, Wurfkeule, Streitaxt, Messer, Schild, Bogen und Pfeil) sind ziemlich roh gearbeitet. Unter allen Naturvölkern sind die N. die eifrigsten Ackerbauer, nur wenige bloß Viehzüchter, viele beides zugleich. Allgemein ist der Glaube an einen ältesten und höchsten Himmelsgott und zahlreiche Geister. Ahnenkultus ist ziemlich weit verbreitet, ebenso der Glaube an Fetische, die gegen Hexerei schützen; grausame Hexenprozesse sind die natürliche Folge. Der Glaube an die Unsterblichkeit wird vielfach durch Menschenopfer bei dem Begräbnis Vornehmer bestätigt. S. den Artikel »Afrika« (Bevölkerung, mit den Tafeln »Afrikanische Völker I und II« und »Afrikanische Kultur 1–111«). Die Sprachen der N. behandeln Fr. Müller im »Grundriß der Sprachwissenschaft«, Bd. 1 (Wien 1877) und Lepsius, »Nubische Grammatik« (Berl. 1880). Vgl. Waitz, Die Negervölker und ihre Verwandten (Leipz. 1860); R. Hartmann, Die Nigritier (Berl. 1876) und Die Völker Afrikas (Leipz. 1879); F. Müller, Allgemeine Ethnographie (2. Aufl., Wien 1879); Peschel, Völkerkunde (7. Aufl., Leipz. 1897); Schurtz, Katechismus der Völkerkunde (das. 1893); Ratzel, Völkerkunde, Bd. 2 (2. Aufl., das. 1895); Ranke, Der Mensch, Bd. 2 (2. Aufl., das. 1894); Fournier, La raza negra etc. (Valladolid 1901); Seidel, Das Geistesleben der Negervölker (Berl. 1904); Eastman, The negro, his origin, history, and destiny (Boston 1906).
4282 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nêgerc.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    nêger räumlich näher, zeitlich näher, verwandtschaftlich näher, io nêger blôt io grö̂ter hat, innerlich näherstehend, gō…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Neger

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Neger , des -s, plur. die -n, Fämin. die Negerinn, aus dem Franz. Negre, und dieß von dem Latein. niger, eine Benenn…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Neger

    Goethe-Wörterbuch

    *Neger Angehöriger des negriden Menschentypus, insbes Schwarzafrikaner; nur pl wollen wir..diesem [ dem Volk der Israeli…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Neger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Neger , vom lat. niger , schwarz, Mensch mit schwarzer Hautfarbe, der sog. äthiopischen Race angehörig, s. Afrika und Me…

  5. modern
    Dialekt
    Neger

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Neger unzufriedener Mensch, Plagegeist, weinerlicher Junge Ingersh. Katzent. Rchw. Meis.

  6. Sprichwörter
    Neger

    Wander (Sprichwörter)

    Neger 1. Auch der Neger wird weiss geboren. – Altmann VI, 394. 2. Der Neger im Süden arbeitet blos unter der Peitsche ei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit neger

64 Bildungen · 53 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

neger‑ als Erstglied (30 von 53)

Negerfarbe

SHW

Neger-farbe Band 4, Spalte 951-952

Negerkopf

SHW

Neger-kopf Band 4, Spalte 951-952

Negerkuß

SHW

Neger-kuß Band 4, Spalte 951-952

Negerlippe

SHW

Neger-lippe Band 4, Spalte 951-952

Negerbüchsli

Idiotikon

Negerbüchsli Band 4, Spalte 1004 Negerbüchsli 4,1004

Nēgerdoªrp

WWB

Nēger-doªrp n. a) Negerdorf. — b) Vorort ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

Negerdörper

MeckWB

neger·doerper

Wossidia Negerdörper wurden die Orte Lu Ludwigslust@Alt Kaliß AltKal , NKal und GSchmöl, KSchmöl genannt Döm. Me. 3, 773.

Negerdorf(f)

Idiotikon

Negerdorf(f) Band 13, Spalte 1500 Negerdorf(f) 13,1500

negêren

MNWB

nege·ren

+° negêren , swv. , verneinen, ablehnen (Lüb. Urt. 4, 373).

Negerfett

MeckWB

neger·fett

Wossidia Negerfett n. herabsetzend amerikanisches Schmalz (1887) Ha Hagenow@Redefin Red ; Syn. Tacksenfett. Me. 3, 773.

Negerfurz

PfWB

neger·furz

Neger-furz m. : 'Erdnuß', scherzh., Pl. Necheʳ - fäʳz, Negeʳ- [Zweibr ( Wilms Alph. 39) Pirmas ( Kieffer 56)]; vgl. Erd- 2, PfWB Negernuß . …

negerin

DWB

nege·rin

negerin , f. die schwarze, die mohrin: ihr seid gewisz ein weiszer, dasz ihr dieser stockfinstern nacht lieber ins antlitz schaut als einer …

Negerköpfe

Meyers

Negerköpfe , s. Kautschuk , S. 787.

Negerkolonie

GWB

neger·kolonie

*Negerkolonie Ansiedlung schwarzafrikanischer Sklaven in den britischen Kolonien Nordamerikas als Reservoir an Arbeitskräften [ über das Aus…

nêgerkôp

MNWB

neger·kop

+° nêgerkôp , nâer- Näherkauf, Wiederkauf, Wiederkaufsrecht (fries. niarkâp ).

Negerkopf

PfWB

neger·kopf

Neger-kopf m. : Schimpfw. für einen dunkelhäutigen Menschen, -kopp [ KU-Schmittw/O ]. SHW Südhess. IV 951 and. Bed.; RhWB Rhein. VI 129 . —

neger als Zweitglied (10 von 10)

Buschneger

MeckWB

busch·neger

Wossidia Buschneger m. die Bewohner der Dörfer der Rostocker Heide im Munde der Seeleute Ro Rostock@Warnemünde Warn ; auch die aus dem Fisch…

minnegêr

Lexer

minn·eger

minne-gêr stm. si hât mich verwundet alsô sêre dur mîn herze mit ir minnegêre Msh. 2,181 b .

pîneger

Lexer

pine·ger

pîneger , pîniger stm. ib. quäler, peiniger, cruciator, tortor Dfg. 159 b . 589 c . md. pînegêre Evang. M. 18,34. vgl. pîner;

Potnēger

WWB

pot·neger

Pot-nēger m. [ die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid Bch Dor] IdW.: Hä süht ut as ’n Pottneger ist sehr dreckig ( die krfr. Städte …

Pottneger

RhWB

pott·neger

Pott-neger Mörs-Asbg , Düss-Kettwig m.: in der Wend.: Schwart (brun) wie ennen P.

Sottneger

MeckWB

sott·neger

Wossidia Sottneger m. Schornsteinfeger Wi; schmutziger Mensch Ro.

Ableitungen von neger (1 von 1)

nêger(e)

MNWB

nêger(e) näher, näher gelegen, c. D. r. näher an, zu, nêger der strâten näher an der Straße, nêger kōmen näher herankommen , näher verwandt,…