Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Nachen m.
Nachen m.
Nachen m. ‘Kahn, Boot’, ahd. nahho (11. Jh.), mhd. nache, asächs. nako, mnd. (selten) āke, mnl. ake, achche, nl. aak, aengl. naca ‘Nachen, Einbaum’, anord. nǫkkvi ‘Boot’, eigentlich ‘ausgehöhlter Baumstamm’ (germ. *nakwa-), haben keine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten. Geht man von einer frühen Bedeutung ‘aus einem Stamm gehauenes Boot, Einbaum’ aus, so ist eine allerdings unsichere Verbindung mit aind. nágaḥ ‘Baum, Berg’ und ein daraus gewonnener Ansatz ie. *nogu̯o- bzw. *nagu̯o- ‘Baum’ möglich. Oder kann in der Wortgruppe eine germ. Weiterentwicklung der Wurzel ie. *nāu- ‘Schiff’, vgl. aind. náuḥ, griech. ná͞us (ναῦς), lat. nāvis ‘Schiff’, gesehen werden? Nachen (dessen -n aus den flektierten Kasus) gilt heute am Mittel- und Niederrhein (in den Mundarten Achen, Aken, Ache mit Schwund des anlautenden, als Rest des unbestimmten Artikels empfundenen Nasals wie im Nl.); anderwärts von Kahn und Boot verdrängt. In der Literatursprache bis zur Klassik insgesamt selten gebraucht, gilt Nachen seitdem als dichterisch bzw. gehoben.