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Nachdruck

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Adelung
Anchors
18 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Nachdruck

Bd. 3, Sp. 367
Der Nachdruck, des -es, plur. die -drücke. 1. Von dem Zeitworte nachdrücken, so fern es im Oberdeutschen gleichfalls nachdrucken lautet. 1) Die Handlung des Nachdrückens; ohne Plural. (a) Eigentlich, die Handlung des wiederhohlten Druckes. So ist der Nachdruck bey dem Pressen des Weines die zweyte[] stärkere Pressung nach der vorher gegangenen geringern. Bey den Jägern wird das Wiederkauen des Rothwildbretes der Nachdruck genannt, S. Nachdrücken. (b) Im figürlichen Verstande, eine angewandte große Kraft zu bezeichnen, und zwar so wohl eine physische Kraft. Etwas mit vielem Nachdrucke angreifen. Mit außerordentlichem Nachdrucke reden, so wohl mit vieler Kraft in der Stimme, als auch mit heftiger Bewegung des Gemüthes. Als auch im moralischen Verstande. Einer Sache den Nachdruck geben, ihren Fortgang beschleunigen. Geld gibt allen Sachen den besten Nachdruck. Ohne Nachdruck handeln. Die Ermahnungen haben keinen Nachdruck, wenn sie ihre Kraft nicht auf den Willen des andern äußern. Der Nachdruck eines Wortes, dessen Eigenschaft, da es außer der Hauptidee noch fruchtbare Nebenideen erwecket. Einige wagen es hier auch im Plural, besonders wenn sie von den Nachdrücken eines Wortes reden; allein es bleibt doch allemahl ungewöhnlich und streitet wider die Analogie der Abstracten dieser Art. 2) Was durch den Nachdruck oder zweyten Druck erhalten wird; wo der Plural nur von mehrern Arten üblich ist. So ist im Weinbaue der Nachdruck derjenige Most, welcher durch die zweyte stärkere Pressung erhalten wird, im Gegensatze dessen, welcher entweder von selbst aus den Trauben rinnt, oder nur durch eine schwache Pressung erhalten wird, und welcher der Vorlauf, Vorschuß, Vordruck heißt. Er wird auch der Nachschuß oder Nachlauf genannt. 2. Von dem Zeitworte nachdrucken, ist der Nachdruck so wohl die Handlung, da eine Schrift von neuen gedruckt wird, wo es doch im engern Verstande am üblichsten ist, von einem solchen wider Willen des rechtmäßigen Verlegers unternommenen Drucke, als auch von einer auf solche Art nachgedruckten Schrift selbst.
2055 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nachdruck

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Nachdruck , des -es, plur. die -drücke. 1. Von dem Zeitworte nachdrücken, so fern es im Oberdeutschen gleichfalls na…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    2Nachdruck

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Nachdruck starke Betonung, Akzent, wodurch die Bedeutung od Dringlichkeit von etw hervorgehoben wird; meist bezogen au…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nachdruck

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Nachdruck , die Vervielfachung einer Schrift, musikalischen Composition, Zeichnung durch einen Unberechtigten; früher ko…

  4. modern
    Dialekt
    Nachdruck

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Nachdruck [Nótrùk Bf. ] m. das Ergebnis des zweiten Pressens von Trauben, Nusskernen, Mohnsamen, Raps u. dgl.

  5. Sprichwörter
    Nachdruck

    Wander (Sprichwörter)

    Nachdruck Der Nachdruck (vnd das End) thuts in allen Dingen. – Petri, II, 102; Henisch, 887, 5; Sailer, 187. Was du bego…

  6. Spezial
    Nachdruck, fotografischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Nachdruck , m , fotografischer перепечатка , ж , фотографическая

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nachdruck

17 Bildungen · 17 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von nachdruck 2 Komponenten

nach+druck

nachdruck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nachdruck‑ als Erstglied (17 von 17)

nachdrucken

DWB

nach·drucken

nachdrucken , verb. zu nachdruck 1, ein schrift- oder bildwerk wiederholt ( besonders unrechtmäsziger weise ) abdrucken. Stieler 345 ; ein b…

nachdrucken

FWB

1. ›(jm.) militärisch nachrücken, nachsetzen‹; ütr.: ›(jm.) Hilfe leisten, helfen‹; 2. ›(ein Druckwerk) nachdrucken‹

nachdrucker

DWB

nach·drucker

nachdrucker , m. nachdrucker, ein buchdieb. Henisch 757 ; nachtrucker Simpl. 2, 504, 4 K. Stieler 345 ; der unrechtmäszige verleger, d. i. d…

nachdruckerei

DWB

nach·druckerei

nachdruckerei , f. beschäftigung des nachdruckers; bildlich nachahmung, nachäffung: meine optische nachdruckerei der wirklichkeit. J. Paul w…

nachdruckerisch

DWB

nachdrucker·isch

nachdruckerisch , adj. : büchersäle und zwei jährliche büchermessen — die nachdruckerische in Frankfurt nicht einmal gezählt — überschreien …

Nachdrucksunwesen

GWB

nachdruck·sunwesen

Nachdrucksunwesen Mit Recht beklagen Sie sich, daß das Nachdrucks-Unwesen mit der lieben Preßfreyheit im östreichischen erst recht überhand …

nachdrucksvoll

DWB

nachdruck·s·voll

nachdrucksvoll , adj. und adv. voll nachdrucks, sehr nachdrücklich: eine nachdrucksvolle wahrheit, rede; nachdrucksvoll antworten u. dgl.

nachdruckszeichen

DWB

nachdruck·s·zeichen

nachdruckszeichen , n. : nachdruckszeichen wird von denen lehrern der grammaticke das ausrufungszeichen genennet. Zedler 23, 80 .

Nachdruckverfahren

FiloSlov

nachdruck·verfahren

Nachdruckverfahren , n способ , м перепечатки книг без изготовления нового набора

nachdruckwein

DWB

nachdruck·wein

nachdruckwein , m. der durch den nachdruck (2, 1) gewonnene wein, vinum tortivum. Aler 1429 a ; nachtruckwein Fischart Garg. F 3 a (1617 G 2…