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Musen

ahd. bis Dial. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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23 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Musen

Bd. 14, Sp. 298
Musen (Musae), in der griech. Mythologie ursprünglich wahrscheinlich Quellnymphen, dann die Göttinnen des Gesanges, später auch die Vorsteherinnen der verschiedenen Dichtungsarten und überhaupt der Künste und Wissenschaften. Als Begründer ihres Kults werden Thraker genannt am Olympos in der Landschaft Piërien (daher ihr Name Piëriden und nach einem Berg und einer Quelle derselben Landschaft Pimpleïden) und am Helikon in Böotien bei den Städten Askra und Thespiä, von denen letztere später die Aussicht über ihren Dienst und die Museia genannten fünfjährigen musischen Wettkämpfe führte. Nach der gewöhnlichen Sage sind sie Töchter des Zeus und der Mnemosyne (s. d.). Ursprünglich wurden am Helikon drei verehrt: Melete (»Nachdenken«), Mneme (»Gedächtnis«) und Aoide (»Gesang«). Schon Hesiod gibt die gewöhnliche Neunzahl mit folgenden Namen: Kleio, Euterpe, Thaleia, Melpomene, Terpsichore, Erato, Polyhymnia, Urania, Kalliope. Über die einzelnen s. die betreffenden Artikel. Als ihr Lieblingsaufenthalt galt der Helikon mit den Quellen Aganippe und Hippokrene und der Parnassos mit der Kastalischen Quelle, als ihr Meister und Führer Apollon (daher Musagetes genannt), als ihre Genossinnen die Charitinnen. Sie gelten in der alten Zeit für ewig jungfräulich; doch wurden allmählich berühmte Sänger der Mythenzeit zu ihren Söhnen gemacht. Ursprünglich ist ihre Tätigkeit eine gemeinsame; die Überweisung besonderer Wirkungskreise und Attribute an die einzelnen entstammt späterer Zeit. In Rom wurden sie mit den Kamenen (s. d.) identifiziert. Auch die bildende Kunst stellte die M. anfangs in der Dreizahl dar mit Flöte, Leier und Barbiton. Die Neunzahl wurde sehr häufig in Statuen, Reliefs und Gemälden behandelt. Die jetzt noch beliebten, namentlich in der Römerzeit gern wiederholten Musenlypen haben sich, wie es scheint, erst in der hellenistischen Epoche entwickelt. In Relief finden sich außer auf verschiedenen Sarkophagen (z. B. dem Pariser Sarkophag des Louvre, s. Abbildung) die M. auch vereint in der sogen. Homer-Apotheose des Archelaos von Priëne (Britisches Museum, London). Unter den erhaltenen Statuengruppen sind die bekanntesten die im Vatikan, die künstlerisch bedeutendste, die in Madrid und die des Berliner Museums. Vgl. Deiters, Über die Verehrung der M. bei den Griechen (Bonn 1868); Rödiger, Die M. (Leipz. 1875); Bie, Die M. in der antiken Kunst (Berl. 1887).
2398 Zeichen · 34 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mûsensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    ? mûsen sw. v. ( oder mussen ? ); as. mûsian ( anders As. Hwb. S. 283 s. v. mussian, s. u. ); vgl. mhd. muosen, muosiere…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mûsenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    mûsen stn. swelch vuohs sich sînes mûsens schamt Msh. 2,251 a . die katz die lest nit von irm mausen Fasn. 702,32.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    musen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    musen, sw. v. mausen, auf die Mäusejagd ausgehen, catillare; fig. stehlen.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Musenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Musen , v. intrs . u. trs . 1) Mausen. 2) I N. D. ernsthaft nachdenken. 3) * * Flüstern. Fulda. D. Musen .

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Musen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Musen , bei den Griechen die Göttinen der schönen Künste und Wissenschaften, deren Zahl von 3 bis 9 sich erweiterte, Töc…

  6. modern
    Dialekt
    musen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    muse n [mýsə allg.; màùsə N. ] 1. heimlich stehlen, durchstöbern, durchsuchen, mausen, auskundschaften. Dë r must d ganz…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit musen

65 Bildungen · 58 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

musen‑ als Erstglied (30 von 58)

musenalmanach

DWB

musen·almanach

musenalmanach , m. jahrbuch gesammelter gedichte: der Göttinger musenalmanach seit 1770, nach dem vorbilde des franz. almanach des muses sei…

Musenalmanache

Meyers

Musenalmanache , jährlich erscheinende Sammlungen dichterischer Erzeugnisse, kamen zur Zeit der wieder auflebenden Poesie der Deutschen um d…

musenbach

DWB

musen·bach

musenbach , m. Hippokrene: hier quillt der musenbach, der geist und feuer bringt. Günther 583 .

musenbahn

DWB

musen·bahn

musenbahn , f. bahn der dichtkunst: der mir die kindische seele weckte fernher zu flammender siegesahnung, weckte zu künftiger musenbahn. St…

musenberg

DWB

musen·berg

musenberg , m. Parnassus: er war stets wieder vom musenberg herabgerutscht, so hoch man ihn auch hinaufgezogen hatte. J. Paul heiml. klagel.…

Musenbrot

Wander

musen·brot

Musenbrot Musenbrot ist saurer (schwärzer, schwerer) als Commisbrot. – Breslauer Zeitung, 1864, Nr. 301.

Musenbrotstück

PfWB

musenbrot·stueck

Musenbrot-stück n. : = Musenbrot . Schdännig hawwe Musebrotschtücker, ang'faulte Äppel unn Zuckerschtückscher in de Stuwwe rumgelege [PfRsch…

musenbruder

DWB

musen·bruder

musenbruder , m. bruder in der dichtkunst: was machst du? singst du neue lieder den nymphen an der Zorga vor? hört Chloe zu? sind musenbrüde…

Musenerzeugnis

GWB

musen·erzeugnis

Musenerzeugnis dichterisches Werk; im offiziellen Sprachduktus u leicht distanzierend daß ich..jedes Musen-Erzeugniß nur dem Lustrum aneigne…

mûsenest

MNWB

muse·nest

mûsenest gloss. als „mus(i)um” (Brev. Benth.; Dief. 19), „murium” (Dief. 11; Liljebäck Gl. 38).

musenfleisz

DWB

musen·fleisz

musenfleisz , m. fleisz in der dichtkunst: auf schulen paarten wir den jungen musenfleisz. Günther 575 .

Musenfreude

GWB

musen·freude

Musenfreude durch Beschäftigung mit Werken der bildenden Kunst hervorgerufenes Vergnügen; in der Vbdg ‘Kunst- und Musenfreuden’, wohl in Auf…

musenfreund

DWB

musen·freund

musenfreund , m. : er schry: du musenfreund, Apollens werter sohn! Drollinger 161 ; so allgemein sind die gesetze vom wahren schönen und vom…

Musengabe

GWB

musen·gabe

Musengabe natürliches, angeborenes Dichtertalent; in der Vorstellung der von den Musen als göttlichen Wesen verliehenen Begabung B36,158,26 …

musengeist

DWB

musen·geist

musengeist , m. : disz ist ein wahrer musengeist, der weniger in die gelage als auf den berg der musen reiszt. Günther 164 .

Musengesang

GWB

musen·gesang

Musengesang Darbietung der Musen als künstlerische Gestaltung der Götterversammlung auf dem Olymp [ Hephaistos: ] Diesen [ Götter- ] Saal er…

musengott

DWB

musen·gott

musengott , m. Apollo: der musen- und sonnengott. J. Paul Tit. 3, 188 ; und wäre Müllners musengott ein satyr auch. Platen 300 .

Musengünstling

Campe

musengunst·ling

Der Musengünstling , — es, Mz. — e , ein Günstling der Musen; besonders ein vorzüglicher Dichter, welchen die Musen gleichsam vor andern beg…

Musengunst

GWB

musen·gunst

Musengunst die von den Musen gegebene Inspiration; ‘durch M.’ Alles was du denkst und sinnest,|..Druckst du aus durch M. 2,160 Alles was du …

musenhaft

DWB

musen·haft

musenhaft , adj. den musen gemäsz, dichterisch oder künstlerisch bequem: wie der gesellig geborne mensch sich öfters den süszen trug vorbild…

musenhaftruhig

GWB

musenhaft·ruhig

musenhaft-ruhig den schönen Künsten gemäß in abgeschiedener Umgebung so schien..Wieland, dem bereits die höchste literarische Muße gegönnt w…

Musenhalle

Campe

musen·halle

◎ Die Musenhalle , Mz. — n , eine den Musen, d. h. den Künsten und Wissenschaften geweihete Halle; besonders wenn Gegenstände der Künste und…

musenhaus

DWB

musen·haus

musenhaus , n. vom theater: sagen sie mir, wie es kommt, herr Roscius, immer ist voll ihr musenhaus, und es stehn unsere tempel so leer? ( p…

musenherd

DWB

musen·herd

musenherd , m. : der weimarische musenherd. W. E. Weber in den bl. für lit. unterh. 1846 s. 163.

musenhügel

DWB

musen·huegel

musenhügel , m. wie musenberg: kraft welcher ( glut ) sich mein fusz, iedoch in demuths-schranken, (denn ehrgeiz stürzt sich selbst) zum mus…

musen als Zweitglied (3 von 3)

gimusen

KöblerAhd

gimusen , sw. V. (1a) Vw.: s. gimussen*?

schmusen

DWB

schmu·sen

schmusen , verb. reden, worte machen; jüdisch-deutsch nach schmus gebildet: einem schmusen, durch reden bei einem handel den vermittler mach…

spasmûsen

MNWB

° spasmûsen (spatz-) , swv. , gespasmûset sîn up auf unerlaubte Genüsse erpicht sein (Nic. Gryse Spegel M 4 b ).

Ableitungen von musen (4 von 4)

bemūsen

WWB

be-mūsen V. [ Min Lippe] bestehlen.

ermûsen

Lexer

er-mûsen swv. BMZ heimlich wegnehmen, mit dat. u. acc. Wolk.

vermusen

PfWB

ver-musen schw. : ' umbringen ', eigentl. 'zu Mus schlagen', übertreibend für verhauen 1. Ich kinnt'n grad veʳmuse! [PS-Erfw, RO-Lettw Kaisl…

zermusen

DWB

zermusen , verb. , zu mus ( th. 6, 2728) zerdrücken, s. musen ( th. 6, 2737): dasz er im den ... kopf ( durch einen streich ) zermuoszet (15…

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „musen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/musen/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „musen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/musen/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „musen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/musen/meyers.
BibTeX
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