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Mündel

mnd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Mündel

Bd. 3, Sp. 312
Der Mündel, des -s, plur. ut nom. sing. eine unmündige, der Vorsorge eines Vormundes anvertraute Person. Ich lasse mir die Wahl meines Mündels sehr wohl gefallen, Gell. Es stammet vermuthlich von Mund, Schutz, oder vielmehr von dem veralteten Zeitworte munden, schützen, und der Ableitungssylbe -el her, welche hier keine Verkleinerung, sondern eine Person bezeichnet, von welcher etwas gesagt wird, eine dem Schutze eines andern anvertrauete Person, und im engern Verstande, ein seiner Ältern oder doch des Vaters oder der Mutter beraubtes, und der Obsorge eines Vormundes anvertrautes minderjähriges Kind. In Ansehung des Geschlechtes sind die Mundarten, oder vielmehr nur einzelne Schriftsteller sehr verschieden. Manche gebrauchen es im ungewissen Geschlechte, die unmündige Person mag männlichen oder weiblichen Geschlechtes seyn, andere sagen im männlichen der Mündel und im weiblichen die Mündel, noch andere in beyden Fällen im männlichen Geschlechte. Die letztern scheinen die meiste Analogie für sich zu haben, weil Findel, welches in vielen Gegenden für Findling üblich ist, eben so gebraucht wird, es auch mehrere männliche Wörter auf -el gibt, welche von beyden Geschlechtern üblich sind, dergleichen z. B. Flegel, Tölpel, Teufel u. s. f. sind, wenn sie als Schimpfnahmen gebraucht werden. Da die Ableitungssylben -el, -ling oder -lein in vielen Fällen mit einander abwechseln, so ist in manchen Gegenden für Mündel auch Mündling und Mündlein üblich. Das mittelste, welches ohne Widerrede ein Masculinum allein ist, wird so wie Findling und Liebling von beyden Geschlechtern gebraucht; das letztere aber ist, vermuthlich weil man es für eine verkleinernde Form gehalten, ungewissen Geschlechtes, das Mündlein. Diejenigen, welche einen Mündel weiblichen Geschlechtes die Mündel nennen, müssen im Plural auch die Mündeln sagen, weil die weibliche Endung -el diese Form erfordert. Gottsched machte es in allen Fällen zu einem weiblichen Worte, dessen Plural dem Singular gleich sey; allein er hatte dazu wohl so wenig Grund als in andern ähnlichen Fällen.
2066 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mündelm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    mündel , mündelîn , mündelinc , münt- , m. , Mündel, minderjähriges Kind im Verhältnis zu seinem Vormund, der m.e. gö̂de…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mündel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Mündel , des -s, plur. ut nom. sing. eine unmündige, der Vorsorge eines Vormundes anvertraute Person. Ich lasse mir …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mündel

    Goethe-Wörterbuch

    Mündel dem Schutz eines Vormundes anvertraute Person Ein junger Mann..der..blödsinnig geworden war, wohnte als M. in mei…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mündel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mündel (lat. Pupillus , weiblich: Pupilla ), die unter Vormundschaft (s. d.) stehendeminderjährige Person; Mündelvermöge…

  5. modern
    Dialekt
    Mündeln.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Mündel n. : ' unter Vormundschaft stehender Minderjähriger ', Minnel [ Schandein Sprachsch. 42]. Südhess. IV 818 .

  6. Spezial
    Mündel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mün|del n. (-s,-) pupil (-ii) m. , orfe (orfi) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muendel

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von muendel 2 Komponenten

muen+del

muendel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

muendel‑ als Erstglied (11 von 11)

mündelgeld

DWB

muendel·geld

mündelgeld , n. geld von mündeln: mündelgelder, vormundschaftsgelder, in Sachsen, pecunia pupillorum. Frisch 1, 673 c .

Mündelgelder

Wander

muendel·gelder

Mündelgelder Die Mündelgelder schröpfen. – Parömiakon, 84. Sie veruntreuen, zum eigenen Vortheil verwenden. ( Judas der Erzschelm, I. )

Mündelgut

Campe

muendel·gut

○ Das Mündelgut , — es, Mz. — güter , ein dem Mündel oder den Mündeln gehöriges Gut, Eigenthum (Bonum minorum, Minorennen gut).

mündelîn

Lexer

mund·elin

mündelîn , mündel stn. BMZ dem. zu munt, mündchen. mündelîn Ms. Teichn. Reinfr. B. 257. 3850. Heldb. K. 30,28, mündlein Da. 142. 177. 251. 3…

Mündelrath

Campe

muendel·rath

○ Der Mündelrath , — es, Mz. — räthe . 1) Ein Rath, eine gerichtliche Behörde oder Gericht, welches für die Angelegenheiten der Mündel sorgt…

Mündelsache

Campe

muendel·sache

○ Die Mündelsache , Mz. — n , eine Sache, welche ein Mündel, oder das Eigenthum eines Mündels betrifft.

Mündelsicherheit

Meyers

muendel·sicherheit

Mündelsicherheit , bisher pupillarische Sicherheit genannt, die Sicherheit, die für auszuleihende Mündelgelder vom Gesetz verlangt wird. Nac…