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morast

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

morast m.

Bd. 12, Sp. 2527
morast, m. sumpffläche, sumpf und kot; wie die undeutsche betonung morást zeigt, ein lehnwort. es ist zunächst im mnd. als moras vorhanden (Schiller-Lübben 3, 118a), und hier wol in begrifflicher anlehnung an das niederd. môr moor; im mnl. als marasch i. maerasch palus, lacus (Kilian), welche form auf altfranz. maresc lache, sumpf zurückgeht, und damit in das romanische gebiet weist: franz. später marais, wallonisch maras, im Hennegau marache, ital. marese, mittellat. mariscus, sämmtlich ableitungen von mare, was auch ansammlung von wasser, teich u. ähnl. bedeuten konnte (vergl. Diez wb. d. rom. spr. 1, 264. Littré 2, 436a). im nhd. erscheint das wort zuerst im 16. jahrh. in der der mnd. gleichen form morasz (Schütz Preuszen 9, s. d. stelle nachher unter 1), wol auch als maras, worauf die unter morastig angeführte adjectivform marassig aus dem 17. jh. weist, als morasch: morasch, gräben, pfützen, feuchte awen und wiszmäder. Minderer kriegs artzney (1620) s. 28; im späteren 17. jahrh. erst findet sich mit angetretenem schlieszendem t (wie in palast, alt palas) unser heutiges morast; ins engl. übergegangen als morass, ins dänische als morads, ins schwed. als moras. es bedeutet. 11) eine sumpffläche, zusammenhängendes, ausgebreitetes sumpfland: morasz, locus palustris, sumpf Schottel 1365; morast, palus, paludes Stieler 1292; der mohrast, palus Steinbach 2, 74 (die schreibung, um einen etymologischen zusammenhang mit mohr = moor hervorzuheben); hielten sich auch die Preuszen umher in irer gewarsam zwischen gesümpf und morassen. Schütz Preuszen 9; ein morast, der nicht breiter war, als etliche acker, war seine lust, dasz er drüber springen solte. Chr. Weise erzn. 100 Braune; das ganze delta war ein unbewohnter morast. Kant 9, 9; ich bilde mir einen morast ein, in dem ich versunken wäre. je geschwinder man sich heraus [] arbeiten will, desto tiefer sinkt man. Lessing 12, 239; ein tiefer morast trennte die beiden heere. Schiller hist.-krit. ausg. 9, 4; es ist nicht ohn, wer auf morast sich wagt, (wie schön er überdeckt mit immer-frischem grase, das unter ihm bald reist gleich einem schwachen glase,) hat (doch zu spät) die kühne lust beklagt. A. Gryphius (1698) 1, 215; und Wrangel wäre ganz mit stumpf und stiel in gräben und morast vernichtet worden. H. v. Kleist prinz Friedr. von Homburg 5, 5; der plur. zunächst moraste: viel arme Pohlen, welche sich ausz furcht in den groszen wildnissen und morasten aufgehalten. Schuppius 386; dann aber mit umlaut moräste: eine republik steigt aus morästen empor. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 11; herr bruder! sag es uns, wo geht die reise zu? nach Holland nimmermehr; hier hats zu viel moräste (: gäste). Günther 664; moräste voller koth verkehrten sich in feld; die wälder in palläste. Lichtwer schriften 209; du ungeheuer! mir scheuszlicher, als es geschwollen in morästen nistet! H. v. Kleist Amphitryon 3, 11. 22) sumpf als stoff, kot aus dem die sumpffläche besteht; mit manigfachem streifen an die bedeutung 1: kam ich zu einem groszen see, welcher mich dem Genfer see nicht ungleich däuchte, doch voller wüsterei, morasz, dämpfichten stinkenden nebels. Philander 1, 335; so kann der beste weg nicht anders als durch versuche gefunden werden, bei welchen dann mancher freilich im morast untergeht. Lichtenberg 7, 21; die hitze (im Vesuv) bricht zusammen durch eine rauhe bahn mit ihren wilden flammen, wirft schrecklicher gestalt des berges glieder ausz, und jaget mit geschrei bisz an des himmels hausz den stinkichten morast, von dessen schwarzen sande, der pech und schwefel hält, kein ort im ganzen lande sich frei und sicher weisz. Opitz 1, 32; wie diese (ente) taucht, wie jene schnatternd ruht; wie im morast die gelben schnäbel spielen. Hagedorn 2, 159; hier watet bis ans knie geschürzt ein nönnchen im morast, dort glitscht ein mönch im laufen. Wieland 22, 76 (Oberon 2, 34). 33) bildlich verwendet: durch dornenvolle thäler, und schlüpfrigen morast des irrthums und der fehler. Brockes 1, 440; wie kot im allgemeineren sinne: der mensch entstehet aus morast, und watet eine weile im morast, und macht morast, und gährt wieder zusammen in morast. Schiller räuber 4, 2.
4198 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Morást

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Morást , des -es, plur. die -aeste. 1) Tiefer Koth auf der Oberfläche der Erde, weiches mit Wasser vermischtes Erdre…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Morast

    Goethe-Wörterbuch

    Morast 1 sumpfiges Gelände; gelegentl mBez auf die Randzone von Gewässern, das Watt; auch im Bild [ betr die Gründung Ro…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Morast

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Morast , größere Strecke versumpften und unzugänglichen Landes; vgl. Bruch, S. 471, Moor und Sumpf.

  4. modern
    Dialekt
    Morast

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Morast Band 4, Spalte 380 Morast 4,380

  5. Sprichwörter
    Morast

    Wander (Sprichwörter)

    Morast 1. Besser der eigene Morast als der fremde See. ( Estland. ) 2. Im Morast ist ein grosser Fuss gut, in der Kirche…

  6. Spezial
    Morast

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mo|rast m. (-[e]s,-e/Moräste) 1 (sumpfiges Land) parü (-s) m. 2 (Schlamm) paltan (-s) m. 3 ‹fig› (Brei, dickflüssige Mas…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit morast

22 Bildungen · 17 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von morast 2 Komponenten

mor+ast

morast setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

morast‑ als Erstglied (17 von 17)

Morastrech

SHW

Morast-rech Band/Spalte unbekannt

morasterde

DWB

morast·erde

morasterde , f. die erde als morast: wenn die seele mancher menschen ... zu zart und fein für diese morasterde ist: so ist es auch oft der k…

morastig

DWB

mora·stig

morastig , adj. sumpfig, kotig, betont morástig: morastig, palustris. Frisch 1, 669 b ; eine morastige gegend. ein morastiger weg. ein moras…

morastisch

DWB

moras·tisch

morastisch , adj. morastähnlich, morastartig: ich ( der kategorische imperativ ) setze die ... vernunft auf den thron, den diese ewige geset…

morast als Zweitglied (4 von 4)

salzmorast

DWB

salz·morast

salzmorast , m. stelle, wo man das seewasser verdunsten läszt, um meersalz zu gewinnen. Jacobsson 3, 495 b . vgl. DWB salzmarsch .

urmorast

DWB

-morast K. Jul. Weber Deutschland 1, 18 ,

waldmorast

DWB

wald·morast

waldmorast , m. : oft aus waldmorästen hervorgetriebene hauer scheuchst du mit bellender meut' in die flucht. Voss Virgil 1, 249 ( Georg. 3,…

Ableitungen von morast (1 von 1)

urmorast

DWB

-morast K. Jul. Weber Deutschland 1, 18 ,