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1. Mönch

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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17 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

1. Mönch

Bd. 3, Sp. 267
1. Der Mönch, des -es, plur. die -e, ein Wort, welches nur in verschiedenen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist, theils eine Art von Säule, eine verlängerte Spitze, ein hervor ragendes Ding, theils aber auch ein Werkzeug zum Stoßen oder Schlagen zu bezeichnen. So heißt die senkrechte Spindel an einer Wendeltreppe, um welche sich dieselbe drehet, bey einigen der Mönch im Niedersächsischen aber ohne Nasenlaut und mit einer Ableitungssylbe der Mäkeler. Auch diejenige Spindel auf dem Gipfel eines Thurmes oder andern Gebäudes, welche den Kopf träget, wird in einigen Gegenden der Mönch, im Nieders. aber gleichfalls der Mäkeler genannt, welchen letztern Nahmen in Niedersachsen auch diejenige Säule oder Spindel führet, worauf eine Windmühle ruhet. Im Hüttenbaue ist der Mönch, der Stämpel, womit die Kapellen in die Ringe oder Nonnen fest gestoßen werden. An einem Hohlwerke, einer größten Theils veralteten Art die Dächer mit Hohlziegeln zu decken, heißt derjenige Ziegel, welcher mit auswärts gekehrter erhabener Seite auf zwey Hohlziegel geleget wird, der Mönch, dagegen diese Nonnen genannt werden. In dem Teich- und Wasserbaue ist der Mönch oder Wassermönch der in die Höhe gerichtete Spund oder Zapfen in dem Ablasse eines Teiches, welcher auch der Schutzkolben und Schlägel genannt wird, und den Teich zu- oder abzuschützen dienet; daher auch wohl der ganze Ablaß mit der dazu gehörigen Rinne durch den Damm, in deren Öffnung der Kolben passet, der Mönch genannt wird. In Bremen heißt die kleine Pumpe in den Häusern, zum Behufe des durch die Stadt geleiteten Röhrwasser, eine Micke, welches Wort bloß in dem Geschlechte und durch den Mangel des Nasenlautes von Mönch unterschieden ist. Anm. Fast alle Wortforscher sehen dieses Wort als eine bloße Figur von dem folgenden dritten Mönch, Monachus, an, in welcher Meinung sie noch dadurch bestärket werden, daß der zu einem Mönche gehörige andere, gemeiniglich hohle Theil, in manchen Fällen den Nahmen einer Nonne führet, S. dieses Wort. Allein dergleichen weit hergehohlte Figuren streiten wider die Analogie nicht nur der Deutschen, sondern aller übrigen Sprachen.[] Die Ähnlichkeit dieses und des folgenden Wortes mit Mönch, Monachus, ist bloß zufällig. Das n vor dem Hauche ist der bloße Nasenlaut, wie unter andern auch aus den oben angeführten gleichbedeutenden Niederdeutschen Wörtern erhellet. Unser Mönch scheinet also, so fern es etwas Erhabenes bedeutet, zu Macht, manch, groß, viel, magnus, michel, μεγας, meh oder mehr, und andern dieses Geschlechtes zu gehören. Im Schwed. ist Manke der erhabene Theil des Halses an den Lastthieren, die Mähne, der Kamm. Indessen scheinet in einigen der angeführten Fälle auch der Begriff des Schlagens und Stoßens mit in Betrachtung zu kommen, da es denn zu unserm Mange und Handgemenge und dem Schweizerischen mangle, streiten, kämpfen, gehören würde. Im Schwed. ist Manga ein Mauerbrecher und Mangel ein Gefecht. Das Holländ. Moker bedeutet einen Schmiedehammer, und im Niedersächsischen heißt der Strauß- oder Kämpfhahn Mönnick. In eben dieser Mundart wird ein Schilderhäuschen Monnik und Monk genannt, welches aber wieder zu einem andern Stamme zu gehören scheinet; vielleicht mit eingeschaltetem Nasenlaute zu Mach, Gemach, Schwed. Mak. Ob das Wort Mönch in der alten Oberdeutschen Redensart, einem den Mönch stechen, d. i. ihm die Faust zeigen, so daß dabey der Daumen stehe, welche mit der R. A. einem die Feigen weisen gleichbeudeutend ist, auch zu einem der vorigen Fälle gehöre wage ich nicht zu entscheiden. Mönch, Monachus, scheint wenigstens keinen Anspruch darauf zu haben.
3594 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Mönch

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Der Mönch , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches nur in verschiedenen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist, thei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mönch

    Goethe-Wörterbuch

    Mönch einmal archaisierend pl ‘Münche’ 5 1 ,195 Vs 8 1 weltlichen Ansprüchen entsagende, sich in einem klösterlichen Leb…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mönch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +4 Parallelbelege

    Mönch , 1) ein abgerundeter Schneegipfel der Finsteraarhorngruppe in den Berner Alpen, nordöstlich von der Jungfrau, 410…

  4. modern
    Dialekt
    Mönch

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Mönch das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk minĭχ, me- ; Mosfrk mi- [ Merz-Merching mu- ; Bitb , Wittl-Pantenbg , SPrüm mī- …

  5. Sprichwörter
    Mönch

    Wander (Sprichwörter)

    Mönch 1. Alte Mönch' und Nonnen soll man nicht zusammen lassen, denn wenn man zween kalte Stein wider einander reibet, s…

  6. Spezial
    Mönch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mönch m. 1 frater (-tri) m. 2 pater (patri) m. 3 (Dachziegel) plata de tët (ciaola) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moench

179 Bildungen · 168 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

moench‑ als Erstglied (30 von 168)

Mönchacker

PfWB

moench·acker

Mönch-acker , Münch- m. : FlN, mda. Menchakkeʳ [ KB-Rams ], Minch- [KB-Eisbg LA-Impfl]. a. 1560: von dem Minchacker vor der Oberpforten [KSc…

mönchader

DWB

moench·ader

mönchader , f. ader eines mönches, sinnbildlich für die art desselben; im sprichwort ihn rührt die mönchader, er ist wie ein bettelmönch: pe…

mönchallein

RhWB

moench·allein

mönch-allein munĭχalē:n  uWupp 1870 (im RhKlaaf), Bergh-Hüchelhv Adj.: ganz a., einsam.

möncharmut

DWB

moench·armut

möncharmut , f. armut eines mönches: das unser keiner hat mügen sehen, das müncharmut ja kein armut ist, noch heiszen kan. Luther 6, 28 b .

Mönchberg

PfWB

moench·berg

Mönch-berg m. : FlN, amtl. Mönchberg [ NW-Leistdt ], Münchberg [ KL-Ottbg ].

mönchelei

DWB

moench·e·lei

mönchelei , f. das sich gehaben wie ein mönch: münchelei Schottel 330 a . vergl. das folgende.

möncheln

DWB

moench·eln

möncheln , verb. : aliud ( als möncherei ) est münchelei, sich gehaben und gestalten wie münche, münchelen, monachisare, ut ita dícam, von m…

mönchen

DWB

moen·chen

mönchen , verb. zum mönche machen. 1 1) im eigentlichen sinne, mhd. münechen: monachatus gemünchat Dief. nov. gloss. 256 a ; münchet man ein…

mönchen

FWB

1. refl.: ›sich in ein Kloster begeben, ins Kloster eintreten‹; trans.: ›jn. in ein Kloster geben‹; 2. ›jn. entmannen; (ein Tier) kastrieren…

Mönchenarbeit

RhWB

moenchen·arbeit

Mönchen-arbeit (s. S.) Sieg-Honnef , Schleid-Lückerath , Rheinb-GrBüllesh , Dür , Jül , Aach , Erk , Heinsb , MGladb , Kemp , Kref , Mörs , …

Mönchengang

RhWB

moenchen·gang

Mönchen-gang uWupp, Düss-Hilden m.: ein ohne Erfolg gebliebener G. in geschäftlichen Dingen.

Mönchen-Gladbach

PfWB

moenchen·gladbach

Mönchen-Gladbach ON : Stadt im Rheinland, nur in der RA.: Die is vun Minche-Gladbach, von einer flachbusigen Frau, in Anspielung auf glatt =…

Mönchenhafer

RhWB

moenchen·hafer

Mönchen-hafer (s. S.) m.: 1. H.rispe ohne Körner Sieg-Ägid . — 2. Sabadillsamen, als Mittel gegen Ungeziefer MüEif , Dür .

mönchenhaft

DWB

moenchen·haft

mönchenhaft , adj. und adv. mönchisch. Frisch 1, 668 c ; s. die stelle unter mönchisch.

mönchenhandel

DWB

moenchen·handel

mönchenhandel , m. streithandel unter mönchen: da hat der bischof von Mainz gesaget: es ist ein mönchenhandel, sie werden ihn wol selbs vert…

Mönchenkappe

RhWB

moenchen·kappe

Mönchen-kappe f.: nur übertr. 1. -kępχə n. Kapuzinerkresse, tropaeolum majus Aden-Liers , Rheinb-Kirchh MüEif , Sieg-ODollend , Kemp-Dülken …

Mönchenkapützchen

RhWB

Mönchen-kapützchen Eusk-Wichterich Stdt n.: Kapuzinerkresse, tropaeolum majus.

moench als Zweitglied (7 von 7)

bergmönch

DWB

berg·moench

bergmönch , m. daemon montanus, um so natürlicher, da die bergleute mönchische kutten tragen.

bettelmönch

DWB

bettel·moench

bettelmönch , m. nnl. beddelmonnik, Franciscaner, Dominicaner: dieweil sie vom bettlenden oder heischenden orden sind. bienenk. 238 b .

Hofmönch

Wander

hof·moench

Hofmönch Hofmönch und Klosterritter taugen nicht; halb Fisch, halb Mann, ist weder Fisch noch Mann. – Klosterspiegel, 43, 2.

klostermönch

DWB

kloster·moench

klostermönch , m. im voc. theut. 1482 q 7 a klostermunch cenobita. auch mhd. clôstermunch Jeroschin 60 d . vgl. klosternonne .

predigermönch

DWB

prediger·moench

predigermönch , m. ein mönch vom predigerorden: ein wuocherer hort sagen, wie das die predigermünch kein brot hetten in irem kloster. Pauli …

wassermönch

DWB

wasser·moench

wassermönch , m. 1) ' piscis habitu monachi ' neuer schauplatz der natur 9, 572, der dugong, auch wassermann ( s. d. 4). 2) zapfen in einem …

Ableitungen von moench (4 von 4)

entmönchen

DWB

entmönchen , monachum exuere: frater Alexius gab mir die kleidung eines geistlichen ... ich entmönchte mich sogleich und ward wieder mann (s…

entmönchung

DWB

entmönchung , f. dasz die mönche selbst zu dem heilsamen werke ihrer entmönchung willige und dankbare hände bieten würden. Wieland 15, 291 .

Unmönch

Campe

○ Der Unmönch , — es, Mz. — e , einer der kein Mönch ist, wie auch, einer der den Mönchsstand entehret, ein Ungeheuer von Mönch. »Dergleiche…

Unmönchlich

Campe

Unmönchlich , adj . u. adv . nicht mönchlich.