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weiblein

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weiblein n.

Bd. 28, Sp. 426
weiblein, n. , selten, mit durchbrechen des nat. geschlechts, f.: sie sei ... zu der alten weibli A. gekommen Gotthelf 1, 101. mhd. wîbelîn, wîbel mhd. wb. 3, 720b; Lexer 3, 814, deminutiv zu weib mit obd/md. l-suffix, älter und verbreiteter als md./nd. weibchen (s. d.). die form bewahrt alte dreisilbigk. gelegentl. bis ins 17. jahrh.: weibelein Alberus fabeln 49, 74 neudr.; Spangenberg gansk. 6, 327; Prätorius anthr. plut. 1, 110; Lindenborn Diogenes 2, 200. aus alem. mundart nimmt sie Göthe IV 3, 136 Weim. auf, wenn er Lavater schreibt: grüs dein wibele; entspr. das. 3, 4. 136. gerade alem. ist aber auch die verkürzung schon alt: wybly H. R. Manuel weinsp. 3630, die in weiblein allg. gilt. von den dial. abweichungen ist weibel am häufigsten lit. geworden: sprichw. klugreden (1548) 159b; J. Böhme 2, 82; Bräker 2, 176; Claudius Asmus 3, 158; Merck br. 2, 91; Novalis 1, 269; Tieck 5, 80; Holtei 13, 177. weiblen, als sing. Luther 10 ii 285 Weim., als plur. Fischart flöhaz 1281 neudr., hat keine nachfolge gefunden, weible gilt vorwiegend schwäb.: Guarinonius grewel d. verw. 114; Schubart ged. 3, 51; Auerbach 15, 199; Birlinger schw.-ausgsb. wb. 428a, weiberl bair.-östr.: Jahn Mozart 229, Hartmanns volksschausp. 48, 218; Meisl theatr. quodl. 1, 14. 139; Nestroy 1, 75; Ebner-Eschenbach 2, 208, kärnt. weibile, weibl Lexer 253. statt der normalen plur.-form weiblein bieten weiberlein: Ringwalt evang. Ovb; Vetter schutzschr. Pirckheimers (1614) 63; Werder Roland 234; Hammer hist. roseng. 8; Dannhawer cat.-milch 6, 314; Schirmer Virgils Än. (1668) 198; Treuer Dädalus 1, 301; Hoffmannswaldau ged. 3, 348; Zschokke 13, 257; G. Freytag 20, 133. um eine schicht jünger ist weibleins: Hnr. Müller leid. Jesus 225 Pasig; Lessing 5, 338; Schubart br. 2, 264; Schiller br. 1, 341 Jonas. alem. wibleni schweiz. volksl. 1, 158 Tobler. bedeutung. 11) auf menschliche verhältnisse angewendet wird das demin. entweder zum ausdruck der verachtung oder zur schmeichelei. beide richtungen sind in mhd. wîbelîn, das hierin frouwelin gleichsteht, schon bei seinem ersten auftreten im 13. jahrh. vorgedeutet, s. Kotzenberg man, frouwe, juncfrouwe (1907) 114. 1@aa) die frau als erwachsenes wesen verliert an würde, wenn im demin. von ihr geredet wird. begünstigt wird die entwicklung durch die d. bibel, die, um stärkere ausdrücke zu meiden, γυναικάριον der griech. und namentlich muliercula der lat. vorlage mit weiblein widerzugeben liebt, so 2. Tim. 3, 6: von den sint, di da durprechent di heuser, und furent di weiblein gevangen cod. Tepl. 2, 89 Huttler. weiter heiszt, ohne griech.-lat. vorbild, weiblein die Samariterin Joh. 4, 7ff. von Luther 2, 81 Weim. über Mathesius Sarepta 5a bis zu Weise pol. redner 536, die gelähmte frau Luc. 13, 11 bei Sachs 6, 305 Keller, Eva bei Alberus in Wackernagels kirchenl. 3, 890. echt in diesem an der bibel gebildeten ton sprechen spätere theologen: daher das griechische weiblin aus Syrophenicia Christo zu füszen fiel Nigrinus v. zäuberern 67; Eusebius schreibt von einem weiblein, so zwölff jahr den blutgang gehabt Dannhawer cat.-milch 5, 576; entspr. Schupp 177; Abr. a S. Clara etw. f. alle 2, 158. von der sprache der bibel geht auch die formel männlein und weiblein aus, die ihren eigenen, widerum respectlosen ton daher bekommt, dasz sie für die thierwelt (1. Mos. 7, 2ff., s. u.) geprägt ist. sie umfaszt aber nothwendig die menschen mit: von jedem lebenden geschöpfe hatte er ein paar erschaffen, ein männlein und ein weiblein J. M. Miller pred. 3, 215. die formel gilt weithin, in alter zeit ernsthaft: Alberus dict. FFiiija; Prätorius saturn. 160; Gueintz rechtschr. 172, in neuerem conversationston stets mit leichtem spott: sie bemühte sich, die hochfliegenden männlein und weiblein wieder auf die erde ... herabzuziehen J. G. Jacobi 8, 48; ein halb dutzend lebendiger gestalten, männlein und weiblein Ebner-Eschenbach 1, 166; entspr. 4, 156; Laube 9, 17; Fontane I 1, 349; 6, 53; Grillparzerjb. 1, 155; Lamprecht d. gesch. 5 i 139. in alledem liegt anlasz genug, weiblein da zu brauchen, wo man die frau nicht ernst nimmt: wie nun die weiblin eine weil, bisz dasz einer gieng etlich meil, geschwetzet hetten und getruncken Fischart Eulensp. 31 v. 79 Hauffen; Merck ... spottete über das zudringen der weiblein (zu Lavater) Göthe I 28, 267 Weim., wo sie geistig nicht für vollwerthig gilt: alle unmittelbare aufforderung zum ideellen ist bedenklich, besonders an die weiblein 42 ii 209; armen und einfältigen herzens sind deine zuhörer, kinder und weiblein Raabe kinder v. Finkenrode4 270, bes. aber bei sittlich leichter auffassung: ob ihr wolt seyn die liebste mein, mein weiblein in mein kämmerlein Venusgärtl. 66 neudr.; die kerls sind vom teufel besessen ... lecken den weiblein die ellenbogen Göthe I 16, 70 Weim.; die weiblein lassen nach lust und belieben den buhlen ihre heimlichkeiten erfahren Bode Montaigne 2, 85; wenn der bunte vogel (der fahrende), den vielleicht ein weiblein begleitete ... in die saiten griff Freytag 14, 466, endlich mit ingrimmiger anerkennung: der mann ist feige vor allem ewig-weiblichen: das wissen die weiblein Nietzsche 8, 13. das bunte spiel dieser stimmungen wird noch lebendiger in den attributen, die weiblein erhält: bedauern und lob, das sie ernten, ist nicht ernst gemeint: Amor steckt von schalkheit voll, macht die armen weiblein toll Schlegels Shakespeare 1, 251; er ... überredt doch seinen beyschlaff und andere guote weiblein, das sie gar mit einander lebendige heiligen sein Nas antipap. eins u. hundert 3, 94a; man findt geschrieben, dasz ein frommes einfaltig weiblin war Fischart bienenk. (1588) 66b; romantische weiblein Gaudy 22, 84. um so ehrlicher sind die herabsetzenden beiwörter gemeint: armselig Schaidenreiszer Od. 85a; schlecht Federmann triumph (1578) 101; einfältig Harsdörffer frauenz.-gespr. 8, 266; elend Rondeau 708c; hysterisch Arndt briefe an freunde 74; unbedeutend Spitteler olymp. frühling 1 (1911) 158. auch das häufigste beiwort, alt, ist nie lob: von wannen sind in den spitalen ... so viel alte ... weiblin? Barth weibersp. N 1a. altes weiblein ist in den wb. früh beliebt als übersetzung von vetula Diefenbach gloss. 616c, dabei steht weiblein in dieser verbindung echter demin. nahe, da hohes alter kleiner erscheinen läszt: ein uraltes, gebücktes, verschrumpftes weiblein ist plötzlich aufgetaucht Raabe kinder v. Finkenrode4 76. 1@bb) anderseits gewinnt der name der frau an vertraulichkeit und reiz, wenn er ins demin. gesetzt wird. so kann weiblein einen bes. zärtlichen, verliebten, lustigen oder liebenswürdigen klang vor weib voraushaben: ich bin so glücklich, bin so froh: ein weiblein darf ich lieben Schubart ged. 2, 250; weil die ledigen bursche ihnen am wege aufpaszten vor tag und neckten die weiblein Mörike 1, 256 Göschen; und bring, da hast du meinen dank, mich vor die weiblein ohn gestank Göthe I 4, 194 Weim.; bis er von einem weiblein eingeholt wurde, das in roten strümpfen rüstig daher wanderte Keller 6, 132. mit alledem ist das wort gut geeignet, intime bez. erst der geliebten, dann der gattin zu werden. normalerweise steht es dabei im sing.: min herzliebs wiblin, din schriben ist mir worden privatbr. d. mittelalters 2, 65 Steinhausen; so kan ein frischer mann der jugend sich erfreuen, desz weibleins, dasz ihn libt ihr lebenlang mit treuen Rist Parnasz 165; denn kein kummer nagt den mann, den solch weiblein trösten kann F. L. Stolberg 1, 29; da hast du, lieber Kestner, ein stück arbeit, das lies deinem weiblein vor Göthe IV 2, 92 Weim.; s wibli zärtlich für gemahlin Seiler basl. 314b. bei mehrheit der gatten ist auch der plur. möglich: unsere weiblein halten rath Langbein 31, 138. leicht springt die bed. dann um in die andere 'weibliche angehörige': sei doch so gut und lasz mir von den weiblein eine bordüre zu einer blauen tapete aussuchen Schiller an Körner 6, 29 Jonas. 'ehefrau' kann weiblein auch beim menschlich beseelten thier bedeuten: er führt eins mein weiblein beym wäszrigen see Reinicke fuchs (1650) 371. — hier ist nun auch ehrlich lobendes attr. möglich: das geschlachtest weiblin Fischart ehzuchtb. 193 Hauffen; jung Eyering prov. 2, 506; schön Ayrer dram. 4, 2735; vornehm Zimmermann einsamk. 1, 283; artig Caroline 1, 269 Waitz; hold Voss 3, 230. 22) von fabelwesen und dämonen weiblicher natur wird weiblein gebraucht zunächst soweit sie zwergisch gedacht sind: ein weiblein einer elen lang Zeiller handb. 2, 560, gern nochmals demin.: nun stand vor wenigen nächten ein weiblein an meinem lager, ganz klein Fouqué alts. bilders. 2, 66; ward ihm ein kleines weiblein zugeführt (von zwergen) Grimm sagen 1, 20. nachmals auch von hexen Prätorius blocksb. 96; beitr. z. anthr. Bayerns 7, 117, engeln Holtei 40 jahre 1, 145, feen Schmeller cimbr. 170, nebelwesen Laistner nebels. 256. 33) das weibliche thier heiszt in alter sprache weib (s. o. sp. 347). das demin., das Adelung 5 (1786) 121 hier allein gelten läszt, stellt sich seit etwa 1400 ein: also nu ... worent in die arche gangen ... von allen tieren und gefügele wibelin und mennelin Königshofen städtechr. 8, 243. vielleicht nicht zufällig geht der Straszburger chronist voran, als allg. ausdruck über das ganze thierreich hin ist wîbli gerade in den mundarten des südwestens bes. fest: Martin-Lienhart 2, 781; Seiler basl. 314; Lenz vgl. wb. f. Handschuhsheim 76. die äuszere ursache des sprachgebrauchs erkennt Rondeau 708: die weiblein der thieren sind insgemein kleiner als die männlein — aber dieser ausdruck scheint nach th. 6, 1596 nicht jünger zu sein als weiblein und unser wort wird früh auf gattungen angewendet, bei denen der gröszenunterschied nicht ins auge fällt: von schlangen Pauli schimpf u. ernst 108 Österley; Sachs 16, 489 Keller-Götze, von fischen Stumpf Schwytzerchr. 134a; Abr. a S. Clara etw. f. alle 2, 228, bienen Luwig (1716) 2420. dagegen gilt der grund bei der häufigsten anwendung, der auf vögel: vil vögel lasen jre weiblin daheym ... und fligen sie nach speis im feld umb Fischart ehzuchtb. 186 Hauffen, die vom 16. jahrh. bis in lebende mundart allgemein ist. früh heiszen gerade die weibchen der groszen vögel so: vom habicht handb. gr. berichts (Tüb. 1501) zs. f. d. phil. 13, 368, adler Heusslin Gesners vogelb. 3a, pfau Herr feldbau 177b; Faustbuch (1587) 22 neudr. die kleineren stellen sich, wohl zufällig, erst später ein: taube Heusslin 240b, sperling Guarinonius grewel d. verw. 1104, fink Prätorius winterfl. 9, schwalbe das. 132, wachtel allg. haushalt.-lex. 1 c 2b. die zahmen (huhn Aitinger jagdb. 12; ente Amaranthes frauenz.-lex. 464) sind darum selten, weil hier die geschlechter eigene namen haben. das gleiche gilt unter den säugethieren vom hausvieh, darum ist hier weiblein zwar als zusammenfassendes fem. beliebt: admissura ... die zeit der zulassung der männlinen zu den weiblinen under dem vieh Calepinus XI ling. 34b, aber von den einzelnen gebraucht bleibt es selten: vom schaf Stumpf Schwytzerchr. 655a, hund Fröreisen Arist. nubes 666 ff. Dähnhardt, ziege Harsdörffer frauenz.-gespr. 3, 114, jedesfalls seltener als vom wild: Ryff spiegel d. gesundh. 48b; Ludwig (1716) 2420; vom reh handb. gr. berichts, zs. f. d. phil. 13, 370, marder Harsdörffer t. secr. 1 Jii 8, kaninchen Ludwig 2420, wildschwein Döbel jägerpr. 1, 24. hier wagt sich das demin. selbst an die gröszten thiere, an den weibl. elefanten Eppendorff Plinius 8, 43; Xylander Polybius 149, die bärin Münster kosmogr. 407, das nilpferd Grimmelshausen vogeln. 2, 602 Keller. 44) vom weiblein bei pflanzen ist seit Alberus dict. Gg 4a oft die rede. anthropomorphe vorstellungen geben unverkennbar den ausgangspunkt: die andern (schwämme sind) weich und nicht so dick, welche man ... weiblen nennet Heyden Plinius 386; entspr. B. Faber thes. (1587) 1041b; das weiblein unter pflantzen und bäumen, dasjenige von zweyen arten, so die schwächere ist Ludwig 2420, auch symbolismus spielt hinein: der eine baum manlicher art ... der sonnen gehört, der ander aber das weiblein gehört dem mon zu Rollenhagen ind. reisen 30. dennoch ist auch die auffassung der wiss. botanik, die die nur stempel tragende blüthe weiblich (s. d.) nennt, früh vorhanden: findt er dasz der baum ein mendle ist, straifft er die blüe herab, scheubts ins tuch, schwingt sich wider herab und volgendts an einen andern dattel-baum, so ein weible sein soll, wider hinauff, strewt di blüe aus dem tuoch uff des weibles blüe Krafft reisen 95 Haszler. widerholt begegnen das weiblein des waldfarn Sebiz feldb. 57, vereinzelt das des eisenkrauts Bock kreuterb. 43, ehrenpreis Sebiz 216, bingelkrauts das. 458, zungenkrauts Neumark n. t. palmbaum 288. 55) wo sachen weiblein heiszen, ist ein anthropomorpher ausgangspunkt stets erkennbar: die alchymisten nennen gold das männlein, silber das weiblein von der verbindung, die sie im schmelztiegel eingehen Paracelsus 2, 136 B; Thurneysser m. alchymia 7; körperlich ist gedacht, wenn in Wien (Hügel 187 f.) weibl'n die haften mit runder öffnung heiszen, in die die zugehörigen schlieszhaken eingreifen, s. mönch und nonne th. 6, 2491. 7, 882; nach entfernter ähnlichkeit der gestalt (wie die jungfrau des Berner Oberlands) heiszt ein berg bei Lienz in Tirol böses weibele Bädeker Südbayern 24 348.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    weibleinn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    weiblein , n. , selten, mit durchbrechen des nat. geschlechts, f.: sie sei ... zu der alten weibli A. gekommen Gotthelf …

  2. 18./19. Jh.
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    Weiblein

    Goethe-Wörterbuch

    Weiblein [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weiblein

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Ableitung von weiblein

weib + -lein

weiblein leitet sich vom Lemma weib ab mit Suffix -lein.

weiblein‑ als Erstglied (2 von 2)

weibleinkraut

DWB

weiblein·kraut

weibleinkraut , n. els. wèiwələkrut sumpfdotterblume Martin-Lienhart 1, 533 a , wol weil sich die elfischen wibele ( das. 2, 781 a ) in s. n…