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Maue

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Maue

Bd. 5, Sp. 958
Maue das Wort, ndl. mouw, mhd. mouwe entsprechend, in Konkurrenz mit Arm, aber noch völlig darüber herrschend, ist lrhn. n. Prüm-Steffeln [abseits Mürlenb 1860], Daun-Esch, Schleid-Berg Dottel, Aden-Liers Dottel Dorsel, Ahrw-Remag, rrhn. n. einschl. Neuw-Etschd Bennau, Altk-Weierbusch u. dann zur Sieg hin n. der berg. Grenze allg., u. zwar Rip, Berg, Ruhr mǫ·u. f.; Monsch, Eup, Aach [auch Köln-Badrf, Bergh-NEmbt] u. SNfrk mǫ·u. m.; Klevld mou(), –ǫ m. [ Eup-Stdt; mū: WSelfk]; Pl. -ə(n), Demin. m·y.χə(n), –kə(n) [mχə NWNeuw, Sieg-Ägid; mykə WSelfk]: 1.a. Ärmel an einem Kleidungsstücke, Rock(s)-, Hembd(s)m., Puffm. aufgebauscht; de M.ə opströfe; en Bördchen an de M. nähne; he botz sech mot der M. de Nas af; der Elleboge küt em durch de M. Rip, Allg. RA.: Vüre wie e Klücke (Knäuelchen), meddse (mitten) wie e Mücke (Mäuchen), ochter (hinter) wie ne Rochelsteck (Stocheisen)? Rätsel von der Katze Heinsb. Dat würe drop de reəte M.ə das würde schlecht passen Aach-Stdt. Dat es ne Woghals, he verlüst (-liert) liewer en M. wie ne Arm Düss-Erkr, Sieg-Eudenb (riskiert). Sibbe Kenger (Kinder) halde mech de M. kahl machen mich arm Düss, Mettm; völl Kenner ärmt nech, se hollen (halten) öm bloss de M.ən kahl Ruhr. He hat (sech) de M.ə getiert sich fein gemacht Rheinb-Flamersh. De M. (et Mäuken) striken schmeicheln NBerg, Grevbr-Wevelinghv, — fege Köln-Stdt. Den hät et (sett et) achter de M.ə hinter den Ohren, ist ein Heimlicher; den höllt et achter de M.ə er verheimlicht es Klevld. Männeken on Fräuken packen sek am Mäuken Tanzld. der Kinder Elbf. Dohn et, et blif de net an der M. hange! kein übler Nachruf Bergh-Heppend. De Jong hät en Eərpelsbläk (Kartoffelbeet) an der M. hat die Nase an ihr geputzt Gummb. Du has en Schlejerbahn (Schlitter-) op dine M.! zu Kindern, die mit dem Ärmel die Nase putzen Heinsb. Nen Kohdreck op der M.ən es en Stot an de Frauen Sol. De hat jet op der M. ist reich Sol. Lat dech van den märr necks op de M. benden! nichts aufbinden, weis machen Klevld. Sich (jet) op de M. mache sich schön kleiden, sich herausputzen; sich wichtig machen, sich brüsten, aufschneiden; mach der nüs op de M.! bilde dir nur nichts ein Eusk, Sieg, MülhRh, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach, MGladb, Grevbr, Neuss; brös (brüste) de nüs op de M.! bilde dir nichts ein Sieg-Ägid; hei hät sek hellisch (höllisch) op de M.ə geflickt fein angezogen, sich sehr angestrengt Gummb, uWupp; et het sich op de M.ə gewöscht sich herausgeputzt Waldbr-Eckenhg; sich op de M. tiere dass. Eusk, Schleid; sech op de M. kratze dass. Rheinb-Meckenh, MGladb; sech op de M. schnuddern dass. Wermelsk; sech op de M. rotze dass. Sieg-Eitorf; du schwätzt der jet op en M.! du flunkerst Gummb-Nümbrecht. Dat schött der us der M. er kann es mühelos, ohne Vorbereitung machen, er versteht das; ech kammer et Geld doch net us de M.ə schüdde; dat flüg em us der M. Rip, Allg.; he deist (zieht) gern us der M. er prahlt gern Waldbr-Eckenhg; sech us de M. kratze sich herausputzen Eusk-NDrees; de Ärms üt de M.ə steke tüchtig arbeiten Geld. De kickt de Schelm ut de M. Geld-Leuth; dor kömmt den Ap (Affe) üt de M. er lässt seine bis dahin versteckte Ansicht zutage treten Emmerich. En Knippsten (Klicker) dürch de M. lopen loten ein Kindersp., wobei man den Kl. in die M. schiebt u. den Unterarm aufwärts hebt u. abwärts senkt u. den Kl. in der Hand wieder auffängt Gummb. Der hät jet (necks) en de M.ə er ist (nicht) stark; hej het wat in de M. sitten Ruhr; de hät Mattes en de M.ə Rip, Allg., — Mostert en de M.ə Aach-Kornelimünster; jet e jen M.ə ha heimliche Absichten haben, etwas vorschützen Aach, Eup. He hat der Schelm e de (jen) M. hat lustige Streiche vor, ist hinterlistig, ihm ist nicht zu trauen Malm, Eup, Aach, Dür, Kemp, Geld, Sieg-ODollend; du has den Sch. en de M. mot mer! du willst mich überlisten Malm-Weywertz. Mach der nicks on (in) de M.! bilde dir nichts ein, du lügst Ahrw-Ramersb. Den höllt (hält) wat in de M.ə er will das vertuschen Rees-Brünen. De moss iərsch en de M., dann küt de och en't Kamisol von einem, der zu rasch mit etwas fertig werden will Köln-Frechen; möt de Zeck (Zeit) köt Jann en et Wammes on Griet en de M. Dür-Gey. Et es besser en er Kau (Korb) wie en er M. sagt der kleine Pächter, der sein kleines Anwesen mit einem grösseren vertauscht u. dort mehr zu gewinnen hofft Sieg-Scheiderhöhe. Dem Schnider seng Frau, die petsch en de M. bei zu engem Ärmel Dür-Merzenich. Ene Hot (Hut) met M.ə scherzh. übertrieben aufgemachter Frauenhut; en Mus met M.ə scherzh. Sieg-ODollend. He strickt (streicht) met der M. am Armenhus (Arresthus) förbi er ist sehr arm u. heruntergekommen (er stiehlt) Elbf. Enge met der M. krige Aach, Allg. Komen all die Heren met den bongten Feren (bunten Federn), k. all die Frauen met den krusen M.ən usf. aus einem Kniereiterld. Nfrk. Ömmes üəver de M. striken ihm schmeicheln NBerg. Dat es jet för der M. von einem flatterhaften Mädchen Aach-Merkst. — b. das Hemd auf der Brust als Aufbewahrungsstelle des Taschentuches, wenn im Sommer Kittel u. Weste ausgezogen sind; M.ən an die Weste angenähte Ärmel Prüm-Mürlenb 1860. — c. Pl. Pulswärmer Ruhr, Dinsl. — 2. übertr. a. Mutterscheide der Kuh uWupp 1870. — b. ein nach Art einer Maue in ein anderes Feld hineinragendes Ackerstück Gummb-Berghsn. — c. in der Wend.: Övver de M. haue vom Schmiede, mit dem Hammer so schlagen, dass er zunächst von unten hinauf einen Kreis beschreibt, ehe er sein Ziel trifft Sieg-ODollend.
5512 Zeichen · 154 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    MaueDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Die Maue , Mz. — n , im N. D. die Ärmel.

  2. modern
    Dialekt
    Mauef.

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

     Maue f. : ' Speicher für Heu, Getreide ', Mau [ Buffington Penns Var. 243].

  3. Sprichwörter
    Maue

    Wander (Sprichwörter)

    Maue 1. Dat hät dä us dem Mau geschött. ( Bedburg. ) Verse ût de Maue schüdden. D.h. aus dem Stegreif Verse machen. ( Dä…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maue

329 Bildungen · 329 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

maue‑ als Erstglied (30 von 329)

Maüch

ElsWB

mau·ech

Maüch [Mòìχ Steinbr. ] m. und f. hinterlistige Person. s. auch Much II. — Schweiz. 4, 57.

maüch(e)lig

ElsWB

maüch(e)lig [mòìχlik Hlkr. Logelnh. ; mòìχəlik Dü. ] Adj. ( vom Wetter und von der Luft ) dunstig, düster; im Sommer, wenn die Berge in weit…

maüchen

ElsWB

maue·chen

maüche n [màiχə Osenb. ] essen. We nn d e nit m. wi lls t, se (so) hes t scho n g e maücht. — Schweiz. 4, 59.

maüchig

ElsWB

maüchig [màiχik Katzent. ] Adj. alternd, zusammenfallend, von Menschen. Er wurd efange m. — Schweiz. 4, 57.

maüklen

ElsWB

maue·klen

maükle n [màiklə Geberschw. ] 1. refl. sich verdunkeln, trüb werden mit Neigung zu Regen, vom Wetter. Ich glaüb, m i r könne n nit use n ge …

maüklig

ElsWB

mau·eklig

maüklig Adj. bewölkt, düster: m. Wëtter; d e r Himmel is t m. Ensish.

mauelich

RhWB

maue·lich

mauelich -āu- Trier-Mehring Adj.: weich, wollig, warm haltend, von Kleidungsstücken.

maueln

RhWB

mau·eln

maueln, mäueln schw.: 1. -ǫ·u.- miauen Erk-Elmpt . — 2. -ǫ·u.- aussetzen, tadeln ebd.; -·y. Schleid-Reifferschd .

Mauelpick

RhWB

maul·pick

Mauel-pick Dür-Birkesd Sg. t. m.: ein Spiel mit Klickern.

Mauenfet

WWB

mauen·fet

Mauen-fet n. [ Lst Bür Isl Arn] große Armkraft, kräftige Arme, Muskelkraft. Do maut me Maugenfett echter daun dafür muss man die Armmuskeln …

Mauenfrīen

WWB

mauen·frien

Mauen-frīen n. [WMünsterl] kurzes, unseriöses Verhältnis (z.B. auf der Kirmes).

Mauenfrīerīe

WWB

Mauen-frīerīe f. kurzes, unseriöses Verhältnis. Sunne Mauenfrijerije kem bij de Soldaoten all hendig vör ( Bor Bh).

Mauenhiᵉmede

WWB

Mauen-hiᵉmede n. Hemd mit langen Ärmeln (Ravensbg SchonL ).

mauen I

RhWB

mauen I = miauen, schreien s. bei mau II.

mauen II

RhWB

mauen II -ǫ·u.- schw.: 1. heimlich entwenden, stibitzen; dann möss et gemaut sin Aach , Eup , Elbf . — 2. einen m. können, meistern können; …

Mauenkīl

WWB

mauen·kil

Mauen-kīl m. dreieckiger Einsatz unter den Ärmeln ( Sos Sd).

Mauenrump

WWB

mauen·rump

Mauen-rump m. gestrickte, wollene Unterjacke mit langen Ärmeln ( WmWb ).

Mauenscholk

RhWBN

Mauen-scholk Heinsb m.: -schürze (s. Wb).

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APA
Cotta, M. (2026). „maue". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/maue/rhwb?formid=M02684
MLA
Cotta, Marcel. „maue". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/maue/rhwb?formid=M02684. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „maue". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/maue/rhwb?formid=M02684.
BibTeX
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