Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Marge
Marge
marginal Adj. ‘am Rande befindlich, nebensächlich’, Entlehnung (16. Jh.) von frz. marginal (oder nlat. marginalis?) ‘an den Rand geschrieben’. Zu lat. margo (Genitiv marginis) ‘erhöhte Einfassung, Rand’ (einer Handschrift, eines Buches), ‘Grenzgebiet’ (s. 1Mark). Marginale n. ‘Randbemerkung’, aus gleichbed. nlat. marginale, Plur. marginalia, substantiviertem Neutrum von nlat. marginalis ‘den Rand betreffend, am Rand notiert’ (vgl. gleichbed. mfrz. marginal Adj.), eine Bildung zu lat. margo (s. oben). Als geläufiges Wort der Buchdrucker erscheint es seit dem 16. Jh. in lat., seit Anfang des 18. Jhs. in dt. Flexion, und zwar meist im Plural Marginalien; später belegt sind singularische Formen wie Marginal n. (2. Hälfte 19. Jh.), Marginale n. (1. Hälfte 20. Jh.) und (aus dem Plur. rückgebildet) Marginalie f. (Mitte 20. Jh.?). Marge f. ‘(Handels)spanne, Spielraum, Differenz’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. frz. marge, eigentl. ‘Rand, Saum’, aus lat. margo (s. oben).