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mânkopf

ahd. bis mhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

mânkopf

mahalônAWB sw.v. II, seit Anfang des 9. Jh.s
in Gl., NBo, Nps: ‚anklagen, beschuldigen, zur
Rechenschaft ziehen; arguere, decuriare, in-
terpellare, mallare, postulare‘, in dinge maha-
lôn ‚in der Gerichtsverhandlung anklagen‘,
mahalôn fora fogate ‚beim Richter verklagen,
anschwärzen; contendere iudice‘ (mhd. ma-
helen, mehelen, kontrahiert mælen sw.v. ‚vor
Gericht laden, gerichtlich befragen, ankla-
gen‘; ae. mađelian sw.v. ‚reden, sprechen‘; vgl.
afries. urmēla sw.v. ‚preisgeben‘: < westgerm.
*maþlōi̯e/a-, eine Ableitung von urgerm. *maþ-
la-). Denom. Bildung. Vgl. DRW 8, 1595 f. S.
mahal. – bimahalônAWB NBo: ‚anklagen‘. Belegt
sind nur kontrahierte Formen wie bimâlôt. –
mahalskaz*AWB m. a-St., Gl. 3,415,35 (um 1175):
‚Brautgabe; arrabo‘ (mhd. mahelschaz, kontra-
hiert mâlschaz st.m. ‚Brautgabe, bes. der Ver-
lobungsring‘, frühnhd. mahelschaz m. ‚Braut-
gabe‘, ält. nhd. mahlschatz m. ‚dss.‘, nhd.
mdartl. schweiz. ma[he]lschatz ‚Brautschatz,
Ehegabe‘ [Schweiz. Id. 8, 1655 f.]; mndl. mael-
scat m. ‚Brautschatz‘). Vgl. Dt. Wb. 12, 1458;
DRW 9, 7 f. Determinativkomp. mit subst. VG
und HG. S. mahal, skaz. – mahalstatAWB f. i-St., Gl.
1,424,12 (Anfang des 9. Jh.s, alem.[-frk.]) und
im M: ‚Gerichtsort; curia‘, zi deru mahalsteti
faran ‚zur Gerichtsstätte ziehen‘ (mhd. mahel-
stat st.f. ‚Gerichtsstätte, Richtstätte, Wohn-
platz‘, frühnhd. malstatt f. ‚Versammlungsort,
Stätte für rechtsrelevante Handlungen, Richt-
stätte, Kampfplatz, Geburtsort‘, formelhaft für
‚Ort und Zeit‘ in der Verbindung mit ‚Stunde,
Tag, Zeit‘, ält. nhd. mahlstatt f. ‚dss.‘, nhd.
mdartl. schweiz. ma[he]lstat[t] f. ‚Versamm-
lungsort für Rechtshandlungen, Richtstätte,
Sammelplatz‘ [Schweiz. Id. 11, 1753 ff.], els.
maalstatt f. ‚Kampfstätte, Schlachtfeld‘ [Mar-
tin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 2, 619], bair.
malstatt f. ‚Ort, der für eine Zusammenkunft
festgelegt wurde‘ [Schmeller, Bayer. Wb.² 1,
1581; 2, 793], schwäb., pfälz. †mahlstatt f.
‚Stätte der Gerichts- oder Ratsversammlung‘
[Fischer, Schwäb. Wb. 4, 1394 f.; Christmann,
Pfälz. Wb. 4, 1121
], thür. mahlstatt f. ‚Gerichts-
und Versammlungsstätte‘ [Spangenberg, Thür.
Wb. 4, 430], in übertragener Bed. ndsächs. māl-
stēde f. ‚Freistätte beim Kriegenspiel‘ [Jung-
andreas, Ndsächs. Wb. 8, 472]; mndd. mālstat,
mālstede f. ‚Örtlichkeit, wo eine rechtliche, po-
litische oder geschäftliche Handlung vorge-
nommen wird, Rechtsgebiet, Bannmeilenbe-
zirk‘; mndl. maelstat f. ‚Richtstätte, Wohnstät-
te‘; vgl. frühmndl. maelstede ‚Richtstätte‘ [a.
1278]; ae. mæđelstede m. ‚Gerichtsstätte, Ver-
sammlungsplatz, Kampfplatz‘). Zur Bed. und
den Belegen vgl. DRW 9, 9 ff. Determina-
tivkomp. mit subst. VG und HG. S. mahal, stat.
mahaltagAWB m. a-St., in WH: ‚Hochzeitstag; dies
desponsationis‘ (mhd. maheltac st.m. ‚Verlo-
bungstag‘, mâltac st.m. ‚Gerichtstag‘, frühnhd.
maltag m. ‚Versammlung der dörflichen Ge-
meinde, auf der Rechtspositionen festgelegt
und Zinsen abzuliefern sind‘, nhd. mdartl. bad.
mahltag m. ‚Verlobungs-, Hochzeitstag‘ [Ochs,
Bad. Wb. 3, 532], pfälz. †mahltag m. ‚Gerichts-
tag‘ [Christmann, Pfälz. Wb. 4, 1121]; ae. māl-
dæg m. ‚Übereinkunft, Tag, an dem die Braut-
gabe festgelegt wird‘; aisl. máldagi m. ‚Ver-
einbarung, Abmachung, Vertrag‘). Vgl. DRW
9, 11 f. Determinativkomp. mit subst. VG und
HG. S. mahal, tag. – mahenhoubit*AWB n. a-St., Gl.
3,540,12 (13. Jh.): ‚(Schlaf-)Mohn, Mohnkap-
sel; codion‘ (Papaver somniferum L.; vgl. Mar-
zell [1943–79] 2000: 3, 561. 564) (ält. nhd.
mohnhaupt n. ‚Fruchtkapsel des Mohns‘, nhd.
mdartl. rhein. mohnhäupter n.pl. ‚Mohn‘ [Mül-
ler, Rhein. Wb. 5, 1225], schles. mohnhaupt n.
‚Mohnkapsel‘ [Mitzka, Schles. Wb. 2, 887];
vgl. thür. mohnhäuptle n. ‚Mohnkapsel‘ [Span-
genberg, Thür. Wb. 4, 687], osächs. mohnhäupt-
lein n. ‚Samenkapsel des Schlafmohns, Mohn-
blume‘ [Frings-Große, Wb. d. obersächs. Mdaa.
3, 237], siebenbürg.-sächs. magehäuptchen n.
‚Samenkapsel des Mohns‘ [Schullerus, Sieben-
bürg.-sächs. Wb. 7, 18]). Zusammenrückung
mit subst. VG im Gen. und subst. HG. S. mago²,
houbit. – mahenkopf*, mânkopfAWB m. a-St., Gl.
3,553,33 (Hs. 14. Jh., Zeit des Gl.eintrags un-
bekannt): ‚Mohnkapsel; codion‘ (nhd. Mohn-
kopf m. ‚Mohnkapsel‘; mndd. mānkop m.co-
dion, opium, papaver‘; mndl. maencop m.
‚Mohnkapsel‘). Zusammenrückung mit subst.
VG im Gen. und subst. HG. S. mago², kopf.
Vgl. magenkopf*. – mahensaf*AWB m. a-St., Gl. 3,
544,19 (13. Jh.): ‚Mohnsaft, Opium; opium
(mhd. mâhensaft st.m., nhd. Mohnsaft m.
‚Milchsaft des Mohns‘). – Ahd. Wb. 6, 87 ff.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 404. 474. 583. 781. 834. 925;
Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 98. 752; Schützeichel⁷
212 f.; Starck-Wells 394 f.; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 6, 222 (mahensaf* s. v. magen-
saf). 227 (1 Beleg mahalôn s. v. mahalen). 228 f.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mânkopf

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    mahalônAWB sw.v. II, seit Anfang des 9. Jh.s in Gl., NBo, Nps: ‚anklagen, beschuldigen, zur Rechenschaft ziehen; arguere…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mânkopfstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    mânkopf stm. mohnkopf. codion sumerl. 56,33.

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Zerlegung von mankopf 2 Komponenten

man+kopf

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Cotta, M. (2026). „mankopf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mankopf/ewa
MLA
Cotta, Marcel. „mankopf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mankopf/ewa. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „mankopf". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mankopf/ewa.
BibTeX
@misc{lautwandel_mankopf_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„mankopf"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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