Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
mana
‚Muskelwulst, Mähne, Helmbusch; capronae,
coma, iuba, torus‘. Daneben erscheint ein
wō-St. (vgl. dazu Franck [1909] 1971: § 136
Anm.) manauua in Gl. 2,702,46 (um 1000 oder
um die Mitte des 11. Jh.s, mfrk.) und wohl auch
als manha in Gl. 3,443,7 (Ende des 12. Jh.s,
obd.). Bei der letzten Form ist wohl -h- Hiat-
tilger nach Ausfall von -w- (vgl. dazu Franck
[1909] 1971: § 69, 5) und Ausfall von -a-. Un-
sicher ist, ob daneben auch ein m. n-St. mano
besteht (zum Mask. vgl. die afries. Form); der
Beleg Gl. 4,507,11 (= Gl. 5,104,23) mano . iu-
bas (Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.) kann
nämlich auch als Akk.Pl. mit -o statt -a (vgl.
dazu Braune-Reiffenstein 2004: § 207 Anm. 6)
oder als einfache Verschreibung aufgefasst
werden. – Mhd. man, mane st.f./m. ‚Mähne‘,
frühnhd. mäne f. (einmal m.) ‚Mähne (vor
allem von Pferden), dichtes Haarbüschel‘, nhd.
Mähne f. ‚langes, herabhängendes Haar am
Kopf und besonders an Hals und Nacken be-
stimmter Säugetiere, (scherzhaft) (beim Men-
schen) Haarschopf mit langem, dichtem, wal-
lendem Haar‘. Das ahd. Fem. mana wird im
Mhd. lautgesetzlich zu man, das sekundär in die
i-St. übertritt und einen Pl. mene bildet. Aus
diesem Pl. wird dann im 16. Jh. ein neuer Sg.
frühnhd. mäne, nhd. Mähne f. abstrahiert (Paul
[1916–1920] 1968: 2, 90).