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Mai

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PfWB
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Mai m.

Bd. 4, Sp. 1124
Mai1 m.: 1. der Kalendermonat Mai, Mai [verbr. SWPf mittl. u. südl. VPf O-PS mancherorts (durch hochspr. Einfluß neben anderen, älteren F.) übrige Pf], Maai (māi) [verbr. WPf (außer SWPf) westl. NPf mancherorts nördl. VPf vereinzelt übrige VPf Christmann Kaulb 24 Mang 131 Müller Dietschw 49 Schneckenburger 30 Karch Dahn/Wilgws/Iggb 58, verbr. Don Gal Buch], (mi, seltener mḁi) [verbr. östl. NPf vereinzelt übrige Pf Höh 61 Heeger Südostpf. 12 Gal-Dornf], Moi [Lambert Penns 106], (męi) [westl. WPf (Altenhofer 20)], Mää [LA-Altd Böbing Essing Gommh Impfl Nd'hochstdt Land Venn GH-Freckf Freisb], Määⁿ [GH-Weingt], (mE, mi, mi) [mittl. VPf (Bertram § 146)]; Syn.: Mai-, Wonnemonat. Im Moi do kumme / Die Bletter un Blumme; / Was iss es doch immer im Moi so schee! [Birmelin Penns Gezw. 78]. RA.: Der is aa am 17. Mai gebor 'ist homosexuell veranlagt' (verhüllend, auf § 175 des Strafgesetzbuches anspielend) [Kaislt]; vgl. Spinatstecher. SprW.: Die erscht Lieb un de Mai gehn selte ohne Froscht vebei [Krieger 36 Feierowend 1952, Nr. 18, S. 1]. Am Erschde M. schickt mer de Esel ins Hai [Don-Gottlob]. BR.: Esch de Mää recht kihl un naß, fillt er'm Bauer Scheier un Faß [GH-Hatzbühl, (so und in Var.) verbr.]. Trockner März, nasser April, kihler Mai bringt viel Frucht un Hai [KU-Hinzw, in Var. IB-Rubh KU-W'mohr FR-Bockh NW-Geinsh Don-Gottlob]. Owets Daa (Tau) un kihl im Moi bringt viel Woi un aa viel Hoi [PennsDeitsch-Eck 4. 5. 1935, in Var. KU-W'mohr RO-Odh NW-Kallstdt GH-Zeisk]. Kihler Mai, singt der Bauer juchhei [RO-Obd, verbr.]; Var. s. juchhei. De April kann rase, wann nore de Mai hält Maße [KU-Nerzw]. Stecksch mich im April, kumm ich, wann ich will. Stecksch mich im Mai, kumm ich glei, von der Kartoffelsaat [GH-Vollmw Wilde 118]. Im Mai muß 'm Schäfer de Kill (Kittel) uf'm Leib verfaule (weil es viel regnen soll) [KU-Blaub, mancherorts WPf]. Imkerspruch: E Schwarm im Mää, e Fuder Hää; e Schwarm im Jun, e fettes Huhn; e Schwarm im Jul, e Ferrerspul [BZ-Dierb, in Var. verbr.]. WR.: Dunnert's im April, macht de Mai was er will [GH-Kand]. Scherzh.-ironisch: Dunnerts im Mai, is de April vebei [Rockhs, KL-Landstl GH-Kand]. Is der Maai aach noch so gut, er schneet 'm Bauer uf de Hut [Gal-Dornf]. Die letscht Woch M. is Winders Schwanz [KU-Bedb]. Der Letzte Mai heißt der Winterschwanz [Schandein Bav. IV,2 378]. Volksgl.: Ehen, die im M. geschlossen werden, verheißen Unglück [KL-Hütschhs]. Wer im Moi gebore is, wärd net alt [Fogel Beliefs Penns Nr. 4]. Der erscht M. wescht mer die Sunneflecke 'Sommersprossen' mit Daa (Tau) [ebd. Nr. 1635]. Uf der Erscht, Zwett un Dritt M. wescht mer die Warze mit Daa un schlaggt sich sie hiⁿ, wu mer sie hiⁿhawwe will [ebd. Nr. 1721]. VR.: Im Mai hot jeder Vochel seiⁿ Ei, hot jeder Baam seiⁿ Bläätche un jeder Borsch seiⁿ Mädche [E. Christmann in: Pfälz. Volkszeitung 3. 5. 1950]. Weitere VR. s. popeia, bumbei(j)a. Ruf der Kinder am 1. Mai: Am Erschde Mää werren d' Hämmel geroppt, am Zwette werren se g'schoort, am Dritte werren se lousgeloßt [GH-Schwegh]. Brauchtum: In der Nacht zum 1. Mai (s. Hexennacht) streuen die Burschen vor den Häusern heiratsfähiger Mädchen Blumen, in GH-Schaidt nackte Hure ('Herbstzeitlosen'); in ZW-Schmitshs werden Birken vor das Haus gestellt. In LU-Böhl bekommen die Mädchen von ihren Burschen einen Blumenstrauß übers Tor geworfen. Um Mädchen zu ärgern, streut man ihnen Spreu, Häcksel oder Sägmehl vor das Haus, in RO-Mannw bestreicht man es mit Kalk, in LA-Diedf legt man Wingertsteine vor die Tür. Vermutete Liebe wird kundgetan, indem man von der Tür des Mädchens zur Tür des Burschen roten Sand oder Häcksel streut [ZW-Marthh]. Ein Mädchen, das noch ungebunden ist, bekommt einen Mann ans Haus gemalt [SP-Dudhf BZ-Dernb]; vgl. Maibutz(en) 2, -männchen. In der Nacht zum 1. Mai geht mer hexe (s. hexen 2) [verbr., vorn. WPf], Maai(e) stekke, vgl. Maien 1 a β [KU-Bedb PS-H'einöd KL-Mackb] (von Älteren auch Unfug treiwe, Unheil anstelle genannt): Dabei werden Geräte (Wagen, Pflüge oder ihre Teile) zerlegt und versteckt oder verschleppt, Türen ausgehängt, Schornsteine zugestopft. Zum Schutz vor hexen werden an Haus und Stall Kreuze gemacht [HB-Beed]. Am ersten Maitag reiten die Burschen mit geschmückten Pferden in de Mai [GH-Schwegh]. »Vom ersten Mai an muß der Kuhhirte zuerst ausfahren mit seiner Herde, während sonst der Schweinehirte es thut« [Schandein Bav. IV,2 378]. Weitere Volksbräuche s. Hexennacht, Maibutz(en), -baum, Maien, Maigrün, -männchen, -nacht, -strauß, -wisch. (nicht nach) a. 1550: Wer in diesem gericht seßhafftig ist mertz vnd mey, feuer vnd flam heltt [PfWeist. 472 (KU-Eßw)]. — 2. FlN, die etymologisch zu M. gehören, s. Maien 2. — Südhess. IV 492/93; Rhein. V 749 ff.; Lothr. 350; Els. I 637.
4784 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch
    mai

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mai

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    mai- s. mei-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mai

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Mai , die Maie, u. s. f. S. in May.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mai

    Goethe-Wörterbuch

    Mai auch ‘May’ u ‘Maj’, einmal ‘Maÿ’; dt flekt: Gen -(’)s od -en, Dat stets -en, auch lat flekt: (in Punkt a und d) Gen …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mai

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Mai , Angelo, geb. 1781 zu Schilpario in der Provinz Bergamo, einer der verdientesten Philologen und Alterthumsforscher,…

  6. modern
    Dialekt
    Mai

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Mai II [Mæi Lorenzen Büst Harsk. Altw. ] f. Besuch: M. bekomme n Lorenzen Harsk. Uf d M. ge h n, e M. mache n Büst . Dër…

  7. Sprichwörter
    Mai

    Wander (Sprichwörter)

    Mai 1. Auf nassen Mai kommt trockner Juni herbei. – Orakel, 492; Boebel, 92. Die Abhängigkeit der Juniwitterung von den …

  8. Spezial
    Mai

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mai m. (-[e]s,-e) ma m. ▬ am 9. Mai ai 9 de ma; im Mai de ma. ✒ Mai kühl und nass, füllt Scheun und Fass la plöia de ma …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mai

1.027 Bildungen · 1.025 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

mai‑ als Erstglied (30 von 1.025)

Mai(en)baum

BWB

Mai(en)baum Band 1, Spalte 1,1468–1472

Maiandacht

SHW

Mai-andacht Band 4, Spalte 493-494

Maibampel

SHW

Mai-bampel Band 4, Spalte 493-494

Maibaum

SHW

Mai-baum Band 4, Spalte 493-494

Maiberg

SHW

Mai-berg Band 4, Spalte 493-494

Maiblume

SHW

Mai-blume Band 4, Spalte 493-494

Maibowle

SHW

Mai-bowle Band 4, Spalte 493-494

Maibraut

SHW

Mai-braut Band 4, Spalte 493-494

Maibrunnen

SHW

Mai-brunnen Band 4, Spalte 493-494

Maierbse

SHW

Mai-erbse Band 4, Spalte 495-496

maiern

SHW

mai-ern Band 4, Spalte 495-496

Maifest

SHW

Mai-fest Band 4, Spalte 495-496

Maifeuer

SHW

Mai-feuer Band 4, Spalte 495-496

Maifrost

SHW

Mai-frost Band 4, Spalte 495-496

Maigans

SHW

Mai-gans Band 4, Spalte 495-496

Maigebet

SHW

Mai-gebet Band 4, Spalte 495-496

Maigibs

SHW

Mai-gibs Band 4, Spalte 495-496

Ableitungen von mai (2 von 2)

ermaien

DWB

sich ermaien , oblectare se tempore maji, sich erlustigen in fröhlicher zeit des frühlings, im wonnemonat, wo maitänze gehalten werden, dann…

maie

DWB

maie , m. und f. grüner baum, zweig oder strausz. das wort ist nichts anderes als der oben sp. 1469 fg. aufgeführte monatsname mai, nur in s…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „mai". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mai/pfwb?formid=M00240
MLA
Cotta, Marcel. „mai". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mai/pfwb?formid=M00240. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mai". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mai/pfwb?formid=M00240.
BibTeX
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