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Mai II

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Mai II

Bd. 5, Sp. 749
Mai II Rhfrk māi, mäi; an der Saar in Merz, Saarbg, im trier. Hochw, WRand von Bitb mā, mE; WPrüm ; sonst Mosfrk māi, mEi; Siegld męi [Siegen męj]; Rip, Berg, SNfrk męi [in Aden, SAhrw hier u. da mE]; in der Selfk mEi, mEə; Klevld mai m.: 1.a. der Monat M.Bauernregeln. De M. kennt (kommt), wie de November verflegt Prüm-Ringhuschd. Blöhjt den Bom öm Allerhellge op et nej (neu), dann dürt den Wenter bes in de M. Klev. Angenies (21. I.) derbei, hondert Dag bis M. Sieg-ODollend. A. tingtäng, noch h. D. bis M.! beiern die Glocken von Eusk-Wichterich. Wenn de Schnä (Schnee) of de Spetz fällt, dann ger et (gibt es) M. Bernk-Fronhf. Suvill Newel em März, suvill Frost em M. Kobl-Winning. Arg gure Aprel, schlechter M. Zell-Mastershsn. Der Prel mott dem M. de Ohre (Ähren) liəvere SNfrk, Rip. De Aprel liewert dem M. halb Lab (Laub) un h. Hei Nahe. Märt schrapp, Aprel natt (nass), M. wärm gef de Mäjd en guje Gärf en Heu in den Ärm Geld. Trechene Mirz, nassen Aprel, kihle M. get vill Kur (Roggen) on Hei Bitb, Verbr.; A. trecken, M. nass fellt Scheier un Fass Merz, Verbr.; März drei, A. nass, M. leftig, van beiden was, get Kor on de Sack on Wein on't Fass Koch-Laub. M. köhl on nass föllt dem Bauer Scheuer on Fass Neuw-Rodenb, Allg., — fellt dem Bauer et Renfass (Regen-) Neuw-Dierd, Geilk-Süggerath, — der M. drüg un kalt verdirf alles met Gewalt Köln-Stdt. Es der M. nat on kühl, wiəsst (wächst) et wie en Donnerkil; es he äwwer warm un drammig, wiəsst et gar nich, Gottverdammich! NBerg. En kohle M. vill Gras un Hei Daun-Tettschd, Verbr; ne köhle M. un Ren (Regen) derbei göt got un ziggig (zeitig) och vill Heu Köln. Es et den örschten M. rengend (regnerisch), fallen de Kiərschen af Heinsb-Millen. Dämpig Weder am (im) M. brengt dem Bauer de Scheier voll Hei Bitb-Wiersd. Mai nat en wärm föllt den Bur den Därm Klev. Dröge M. drift den Bur den Angstschweit ut Geld Den März am Schwanz, den Aprel ganz, den M. nei halen sälen (selten) Trei (Treue) Prüm-Ringhuschd. Am (im) Aprel hält mer e Stendche stell, am M. deht et er (ihrer) zwee Prüm-Waxw, — am Brochmond drei, dann as et verbei Bitb-Kyllbgw. De Mäərz schött de Sterz, de A. deht, wat he well, de M. let (legt) noch döckes (oft) e kalt Ei MülhRh-BGladb, Sülzt; de M. es nit so gott, he leit noch en witt Ei NBerg; de M. hät och noch e Ei May-Andernach; der M. legt en den Nesselestruch en Ei uWupp. Et ös kennen M. so gut, of et krig jeden Pohl (Pfahl) sinnen wetten Hut Mörs-Neuk, — he setz op jede P. ne wisse Hot Köln-Stdt; et as ken Aprel esu got, e beschneicht dem Schifer (Schäfer) den Hot, un de M. noch emol er zwei Bitb-Dahlem. Et as ken M. su hess (heiss), et erkalt e Schnegger (Schneider) udder en Gess (Ziege) Prüm-Waxw, Wittl, Bitb, Prüm, Malm. Dat rötsch us (uns) em M. op gesagt, wenn im Februar sonnige Tage sind Sieg. Et Eng (Ende) van de M. (et letz vam M., der letzte M.) es de Start (Sterz) (der Stüpp Kref-Fischeln; de Knopp Dür-Gürzenich) van de Wengter Geld-Leuth, SNfrk, Jül, Dür, Düss; de letscht Woch vom M. es Wentersch Schwanz Birkf, Saarbr-Quierschd; letzten Dag M. ös Wöngktersch Stetz Eusk-Bessenich. — Blüht em M. de Esche, geft et grote Wäsche; grünt em M. de Eike, geft et grote Bleike (Bleiche) NBerg. Märzschure, die der Aprel us dure on der M. öm lure lange dauernd Monsch-Rollesbr. Et as ke M., et göt emol er zwei an einem Tage verschiedenes Wetter Trier-Schleidw. Völl Gewidder em M., röpp (ruft) (sengt) de Bur (Bäcker) juchhei! SNfrk, Rip, Saarbr. Rent's em M. of de Saaten, dann rent's Dukaten Saarbr-Güding. Regen in de M. es för et ganze Johr Brot en Höj (Heu) Klev. Wenn't den üərschte M. reəgent, geəven et gen Kiərsche Kemp. Wen schlöppt in de M., schreit in den Septembero weih!’ Geld-Kevelaer, Sieg-Fussh. — Em M. get et völl ze schnuffen, ävvel nicks ze ruffen viele Blüten, die aber nichts einbringen Grevbr. De M. mäckt van e (einem einzigen) Spier (Halm) twei Kref, Kemp. Der M. moss et Gras mache Jül-Linnich, — es de Grassmond Klev-Cranenbg; Gr., dat em Aprel wiəss (wächst), steht em M. fest Neuw-Ohlenbg. — Am erschte M. hät jedder Vuegel en Nes of en Ei, legge all de Vüəgel (Mösche) en Ei SNfrk, Klevld, — bütten (behalven) de Quartel (Wachtel) en de Schriet (Schnarrdrossel), die legge nou öhr Eier noch niet Klev, — de l. en de Baut (Ernte), dat et öhr dückmols raut, dat öhr de Mähjers met de Secht den Kopp afhaut Rees-Vehling (s. Var. bei Vogel, Müsche). Em Mont M. let kei Hohn en schin Ei Neuw-Bonef. — Enen Bejeschwarm in de M. ös so gut (es wert) en Fuhr (Kar, Fuder) Heuj Mörs, Allg., — es wert en Wurf Heu, en Schw. em Juni loəhnt kumm der Möh Siegld-Mittelhees; ene Schw. ine M. es so völl wert as en Rönd op de Weij (Weide) Mörs-Wallach. — Den üərschte M. mudden Oəhren en't Koəre siən Kemp; Maioəvend mott de Rogg in Ohren sin Mörs-Baerl; den ersten Sonndag in de M. mott gej Oəhre fende in den Rogg, et es in't Feld of in den Hoff Geld-Kevelaer. Aprel, den lewert de Mai den Halm van de Rogg, on de M., de l. de Juni de Ohre Geld. För halve M. mosste gene Geck noə de Wet (Weizen) schecke Heinsb. Wammer op Maidag noch fönf Spiere Wet (Weizen) onger ne Wann (Getreideschwinge) krige kann, soll mer en stohn lote Düss-NKassel. — Kappes (Weisskohl) in de M. geft Dinger äs en Ei, K. öm sont Jann geft D. äs en Wann Rees-Ringenbg, Klevld, SNfrk, NBerg (s. Kappes). M. us, Bochwess (Buchweizen) erus! Bergh-Blatzh Hüchelhv. So männigen Dag en de M., so m. Verdel Bocket geht schei Geld-Leuth. Örschte M. för Sonne (gesetzt), dat geəve Fläsche (Kürbisse) wie Tonne Erk-Grambusch. Am 1. Mai sollen die ersten Bohnen gesetzt werden, so vielfach angegeben, doch: Wer de Bunne setz för halver zwei em M., de setz noch ein- of zweimol Köln-Poulh; wer se setzt für'm halve M., der s. se geərn no mol of zweim. Sol-Leichl. Setz mich am (im) April, dan kommen eich, wan eich will; setz mich am M., dan k. eich en't zwei (gleich) sagt die Kartoffel Trier-Schleidw, Bitb, Daun. — Wässert mer em Aprel or M., da gerret en wisse Hutt (Haut), dodronner geəht eim det ganze Gras kaput, der hät Wiese on kein Heu Siegld, Altk, — kreit Gromich un kei Hei Neuw-Bonef. Wer nit heut em M., de h. och nit em Bäu (Ernte) Köln-Poulh. — Früher erhielten die Knechte vom 1. M. bis Bartholomäus (24. VIII.) Vesperbrot mit aufs Feld; auch begann dann der Mittagsschlaf (Enonger) MGladb, Grevbr. Wenn am 1. M. der Garten noch nicht umgegraben ist, erhält der Besitzer in der Nacht zum 1. M. einen Faulbaum in die Erde gesteckt Siegld-Eisern. Wenn de 1. M. net wür, sett der Schöllmester ken Erzeriser (Erbsenreiser) MGladb-Rheydt. — RA.: Rent (regnet) et em M., ös de Aprel eröm scherzh. gesagt Rheinb-Neuk; kräht der Hahn am erschten M., ös gewöss der A. verbei Altk-Willr; fuərzt der Bur em M., es der A. verbei Mettm-Haan. — Oha, M., sät der Krotsch (Frosch)! gesagt, wenn man sich mit Behagen zu Bett legt Aach-Warden. Dem steckt der M. er ist übermütig Erk-Elmpt. Du kanns mir de M. pife! abschl. Antw. Bo-Küdinghv. De süht us wie e Rüs-chen (Rose) em M. so gesund uWupp. Na der M. kömmp och ene Brommert auf Lachen folgt oft Weinen Kemp. Wieviel Uhr ist es? Antw.: En Vierdel op halve M. MGladb. — Scherzfr. Wohin geht et Hohn, wenn et us demei (dem Ei) küt? En den Juni MülhRh, Grevbr. Wann es et gefihrlech, lans en Heck te gonn? Em M., dann es alles am schete (schiessen) on am utschlonn MGladb. — Im Kinderld. Rosen en (u.) min Hünneke (Huhn), heij, wat sin wej in de M., wor de moje (schönen) R. stohn; heij, wat sin wej in de M., M., M.! Klev. Alles nei macht der M., kemmt der Lehrer met der Gei (Geige), met dem Stecke en der Hand on schläht de Buwe aus der Bank; utsch, u., wie duht das so weh, morge komm eich gar nemmeh! Rhfrk, Mosfrk. Eia, popeia, kouch dat Kengchen en Eiche, kouch em en of k. em zwei; no de Posche (Ostern) könnt der M.; öm der M., da könnt et Lauf (Laub), dat dat Kengche net en daugt! Aach-Stdt. Nina Nötche, gel (kaufe) dem Kengkche e Flötche, g. em en, g. em zwei, no de Posche kömmp der M.! Dür. Heio, bombeio, öm Summer kömmt der Maio, dann kälft de Koh, dann let (legt) dat Hohn, dann hät dat Könd vill ze dohn! Altk-Nauroth, Waldbr-Holpe. Eio, popeio, em Bösche geht der Maio; wann all die Kenner spiəle gohn, dann muss ech bi de Wiən (Wiege) stohn (usf.) Waldbr-Frohnenbg. Heio, bombeio, im Sommer kommt der Maio, gehn de Kinner Blumen brechen, muss ich bei der Wie (Wiege) stehn; geht de W. gitschgatsch, schlof, du kläner Drecksack! Saarbr. En ne M., en ne M., jeder Vogel let en Ei; komm, Jann, dreschen, met dat schärpe Messer wohl dat Flöttschen Hals afschniən, sag dat Fl. pip, p., p.! Bastlösespr. Mörs. Et gieng enne Pater lans die Kant, ond hej was in de M., M., M., ond hej was in de M. (der P. geht immer am Kreise der Kinder entlang); hej kreg sin Anneke bei de Hand (hej nohm en Nönneke bej de Hand), ond hej was in de M. (tanzt mit ihr); et sall wäll op et schreie gohn, ond hej was in de M., all mät en Klätske afgedohn (mit einem kleinen Schlage abgemacht), ond hej was in de M. Kreissp. Mörs-Orsoy. — Volksgl. u. Volksbr. In der Nacht zum 1. Mai (Walpurgisnacht) treiben die Hexen ihr Spiel; sie reiten auf Besen zu ihren Versammlungsorten Allg.; um sie von den Häusern abzuhalten, machte man früher drei Kreuze an die Türen (mit Kohlen aus dem kirchl. Karsamstagsfeuer) Hunsr; das Vieh im Stalle wurde gesegnet Bitb. — Die jungen Burschen, die sogenannten Hexen, treiben allerhand Unfug, sie hängen Eggen, Pflüge, Karren in die Bäume oder fahren sie in den Weiher; Wagenräder werden vertauscht; sie stellen den Holzbock umgekehrt vor die Haustüre; Türen werden ausgehängt u. weggetragen, die Fenster mit Kalk gestrichen; mit Vorliebe vertauschen sie Geräte von in Feindschaft lebenden Nachbarn, damit die Gegner am andern Tage zur Suche zusammenkommen; man steckt allzu lebenslustigen oder in schlechtem Rufe stehenden Mädchen einen stumpfen Besen an die Haustüre oder ans Fenster oder in den Schornstein, oder man streut ihnen Häcksel (von der Haustür bis zum Gemeindestier- oder Saustall), oder man malt ihnen Männer aufs Scheunentor oder stellt Strohmänner vor die Türe Verbr. ist dieser Brauch durch das Rhfrk, Mosfrk, OBerg, SRip; in Koch-Pommern zieht die schulentlassene Jugend mit Giesskannen, Blasinstrumenten udgl. auf eine benachbarte Höhe, um dort den Hexengesang anzustimmen; um Mitternacht werden Heiraten prophezeit Schleid-Hellenth; es sollen in dieser Nacht Geldfeuer brennen; wer solches Feuer holte, hatte am andern Morgen Goldstücke statt Kohlen Wippf-Bechen. Am Vorabend wurden an die Stalltüren drei Kreuze gemalt, damit die Hexen das Vieh nicht verhexen konnten Nahe. Man holt in aller Frühe altes Laub von einer Eiche u. gibt es, ohne zu sprechen, dem Vieh; dann bekommt es kein Aufblähen; man kehrt rund um das Haus, damit kein Ungeziefer oder unliebsame Tiere hineinkommen Altk-NErb. Vor etwa 60—70 Jahren wurde am Vorabend zum 1. M. um einen Baum getanzt u. dabei gesungen: Heissa in de M., Pater, gef de Nonn en Suhn, en dät mag gej wäll dickwils duhn; heissa in de M.! Emmerich. — Die Namengebung des Viehs fand früher im OBerg am 1. M. statt; in der Morgendämmerung ging der Hirt auf eine Bergstelle, die von der Sonne zuerst beschienen wurde; schweigend schnitt er dort ein frisches Buchenreis; dann eilte er zum Hof zurück, wo unterdes die einjährigen Rinder aus dem Stalle in den Hof gebracht worden waren; jedes schlug er mit dem Reis (Schwissel) dreimal auf den Hals, sprechend: Quech, qu., qu.; breng Melch en de Strech (Zitzen), den Weng (Wein) küt en de Berke, en Namen krit de Sterke (Rind); den Saft küt en de Böken (Buchen), en Namen well ech söken (suchen); et Grönt (Grüne) küt op de Echen, Rüs-chen (Rös-chen) salls de heschen, salls op den Namen hüren, bes mer zum Beil dech führen, quech, qu., qu., breng Melch en de Strech! (Sülzt). — Reinigung des Dorfbrunnens durch die Mädchen, worauf er von den Burschen mit Maibäumen am Rande geschmückt wurde (veralt.) OBerg, bes. uAgger. — Am 1. M. schossen die Knaben den Vogel mit Kilbög (Armbrust), u. die Mädchen flochten Kränze Kemp-SPeter; Vogelschiessen durch die Schützen noch in Heinsb-Rathm. — In den M. schicken, durch sonderbare Aufträge (Wurschthaspel, Tapethowel, Dachschere udgl. holen) zum Narren halten Verbr. Saar, Siegld s. auch Maibütschel, –frosch, –gans, –geck, –kalb, –küken, –ochse, –panz; guck emol, do leit en Ei; heit is der erschte M.! Saarbr. Wer zuletzt am 1. Mai aus dem Bette sich erhebt, wird mit dem Rufe ‘quack’ begrüsst Merz-Mond. — In der M.nacht wird der M. eingesungen (in den Städten vielfach noch von den Gesangvereinen), u. dabei werden Eier, Speck, Geld geheischt, etwa mit folg. Liede: Moren han mer erschten M., Feier-Rosen-Blümelein, ei du wackeres Mägdelein; schwarze Klutz het gut gelät (gelegt), se het mir och en Ei metbrät; sing de Eier dicke, losst er ens zorücke; sing se awwer klen, dann geft er zwei für en usf. (mit vielen Strophen) OBerg, Schleid. — Ein volkstüml. Ansingelied: Om de Posche (Ostern), da gäht sech de Fasten aus, on dann länge sech och de Dage, dann kömmt sech der M., der genögleche M. met alle sinne gröne Bladere; eja, hopsa, valderadera, dat ech dech, Lefche, dinne M. vergoss! Aach-Kohlschd. — S. weitere Bräuche bei Maibaum, –boz, –eier, -fest, –feuer, –lehn, –meis-chen u. Mai 2, Kuckuck. — b. Twester M. der erste Sonntag im M., an dem die von Geld-Twisteden das Fest des hl. Quirinus feiern; wenn gej noə onse M. goəht, kommt t'hüs marr es newe! so laden sie zum Besuche für diesen Tag ein. — c. M. maken die Stelle wechseln, vom Gesinde Rees-Elten, Klev-Cranenbg Grieth Till (s. Wk. V 9). — 2.a. der M. Sg. t. α. m. junges Birken- oder Buchen-, Heckenlaub, für Futterzwecke, bes. für Ziegenfutter; M. holle; de Gess (Ziege) friss jetz nüs as M. Rip, Allg. (nicht Rhfrk.) — β. n. Weidenbusch, Weide; em Frehjohr, wenn det M. geaht wenn sich von den M.schossern im Frühlingssaft der Bast zum Flötenmachen ablösen lässt; nom M. goh zum Flötenmachen Siegld-Freudenbg (m.) Netphen Obersd. — γ. m. gekretzelter M. Farnkraut Ahrw-NBreisig, Neuw-Unkel. — b. Mai (setze den Vokal ein!), Pl. -ən m. (Saarbg-Wellen f.) belaubter Zweig, Birken-, Buchenstämmchen, zum Schmucke Allg. (nicht Birkf) [Selfk Sg. mEjə, Pl. mE:j oder mEi, Pl. mę·i.; Erk-Elmpt māi, Pl. mę·i.ə, meist ma·i.ər; in der Selfk auch Demin. mE·i.kə; Eusk mę·i.χə; WBitb mā:jən Sg. u. Pl.; Koch-Beuren, Rheinb-Strassf, Sieg-Bellinghsn KlBöding mę·i.ər, Pl. -ərə; Siegld męj, Pl. męjər n.]; ne M. voll Kirsche Monsch, Köln, Neuss; ne Wolberemai Waldbeerstrauch Aach. RA.: Dem send se met ene grusse M. langs der Mongk gegange er ist ein Grünschnabel Aach-Würselen. — Maien setzt man an die Häuser zu Fronleichnam, Kirmes, vor dem Hause eines zu Feiernden, bes. bei Respektspersonen (Pastor, Bürgermeister, Schützenkönig), bei Hochzeiten, Einzügen in neue Wohnungen. — Im bes. nennt man das bebänderte Fichtenstämmchen, das beim Richtfest auf den Dachfirst gesteckt wird, M.; der M. opsetze (steəke); der M. könnt op et Hus Bo, Aach, SNfrk, Klevld. — Der M. op der Kar bei dem letzten Erntewagen; der M. enfahre (enbrenge) NRip, SNfrk. — Maie fahre Wagen mit Maien am Vorabend der Sommerkirmes durch die Stadt fahren Kemp. — Wer von den Mägden um St. Jann im Juni das Möhrenfeld noch nicht von Unkraut gereinigt hat, erhält darauf ene düəre (dornen) M. gesteckt, u. die Knechte foppen: ihr krit plaz ene Mann ene M.! Grevbr-Wickr. — M.ən werden den Mädchen in der M.nacht von den Burschen gesteckt (gestellt, gesatz, geschlage (Heinsb), gestipp (Sieg-OCassel)), besonders im Anschluss an das M.lehn; man stellt den M. an die Haustüre, ans Schlafkammerfenster, aufs Dach, in den Schornstein (oft unter waghalsigen Kletterkünsten), bes. wird das Haus der M.königin ausgezeichnet; Birken-, Tannen-, Buchsbaumzweige gelten dem unbescholtenen, beliebten Mädchen; doch kargt man auch nicht mit Schandmai: Faulbaumzweig derjenigen, die sich morgens früh nicht gern aus dem Bette erhebt; Kirschbaumzweig (blühender Weissdornzweig, Vogelbeerenstrauss) derjenigen, bei der jeder Junge ankommt (heraufklettern kann); Stechpalme dem katzigen Mädchen; Eichenzweig dem knurrigen M.; Pappel- oder Espen- oder Weidenzweig der Klatschbase; Wacholder der Kratzbürste; blühender Raps der Falschen; Holunder (Häcksel, Kaff, Eierschalen, geknickter Erlen- oder Tannenzweig, Dorne oder Distel auf dem Mist) der gefallenen Schönen; ein Schlehenzweig der Bettseicherin; einer alten Jungfer oder einer, die ins Kloster gehen will, ein verdorrter Ast, eine dürre Tanne. Weə ene böke M. hät, mott er sech ene (Freier) söke (suchen); de birke müəge net wirke; die dänne send treu; Kiərsche send allemalks Gecke; ene döəre, die hant jet an sech MGladb-Hardt. An ene Kiərschebom gohn se all plöcken, an de Döən, do bliven se all dran hange Schleid-Eicks. — RA.: Enem der M. steəken iron. einen hereinlegen Erk-Elmpt. Wem mer nit will, dem sticht mer Meie den ich nicht leiden kann, den achte ich auch nicht Simm-Horn; wem mer hold is, dem steckt mer M.ə Saarbr. — c. f. übertr. α. Gerüststange Saarbg-Wellen. — β. verächtl. listiges Weib Aach-Stdt 1836; schäl M. Schimpfw. Ahrw-Remag; en al M. neugieriges altes Weib Siegld-Freudenbg.
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    ma III in mālīχt = mag leicht s. mögen.

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Cotta, M. (2026). „maiii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/maiii/rhwb?formid=M00568
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Cotta, Marcel. „maiii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/maiii/rhwb?formid=M00568. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „maiii". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/maiii/rhwb?formid=M00568.
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