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Leim(en)

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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34 in 20 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Leim(en) m.

Bd. 4, Sp. 916
Leim(en) m.: 1.a.α. 'aus Ton und Feinsand bestehende, schwere, klebrige, nahezu wasserundurchlässige Erde; Lehm', Leeme (lēmə, -ēⁿ-) [mancherorts südl. VPf südl. WPf verbr. übrige VPf u. WPf Höh 62], Lääme (lǟmə, -ǟⁿ-) [mancherorts südl. VPf südl. WPf vereinzelt übrige VPf u. WPf], Laame (lāmə, --) [verbr. NPf PS-Bruchw Bundth Schönau GH-Neubg LU-Altr PfId. 84 Bertram § 142], Laame (Alte), Leeme (Junge) [KB-Gauh], Leime [LU-Opp (in Erinnerung der Alten) Krebs 80], Leem (lēm, -ēⁿ-) [KU-Brück WD-Niedkch HB-Alth Medh IB-Ensh Gersh Rohrb RO-Dielkch Rockhs KB-Kerzh LU-Opp Oggh NW-Kallstdt], Lääm (lEm, -Eⁿ-) [KU-Breitb HB-Brenschb PS-Leim KL-Landstl Kaislt NW-Wachh LA-Wollmh Schnekkenburger 30, 44], Laam (lām) [KU-Cronbg Rothsbg Mang 132]; Auslandspfälzer: Leeme [Lambert Penns 98 Don-Schowe Torscha], Leem(e), Lääm(e), Loom(e), Laam(e), Loume, Leim, Loim [Krämer Gal 140]. Früher war L. neben Holz ein bedeutender Baustoff im Fachwerkbau, wo er (unter Beigabe von Häcksel) als Mörtel und Wandverputz, für die Füllung der Fächer (vgl. Fach 2 a, Gefach 1 b, Leim(en)gefach, Riegelwand), für die Herstellung von luftgetrockneten Lehmsteinen und Backsteinen Verwendung fand [LU-Böhl PfId. 84 Krebs 63]. Er wurde auch für die Umwickelung von Querhölzern für Zimmerdecken verwendet; vgl. Stroh-, Wickelleim(en). Außerdem wurden Wände und Fußboden aus L. gestampft [LA-Wollmh]. Zum Abbau des L. vgl. Leim(en)grube, -kaute, -kaule. RA.: Der hat Leeme in de Hose 'hat Angst' [ZW-Mauschb]. Der dut Dreck unner de L. mache (rihre) 'einen Plan durchkreuzen, intrigieren' [KU-Blaub LU-Muttstdt LA-Impfl Land PfId. 84]. Die Brautzeit soll nicht lange währen, weil befürchtet wird, 's kennt Dreck unner de L. gemach werre [KL-Reichb]. a. 1532: so soll man den leymen suchen vff der anderenn sitten [PfWeist. 268 (KB-Dreis)]. a. 1540: in guttem bauw zu handhaben, versteht sich an fenster, wändteiser, steinen, kalck, leimen, latten, leyen, nageln [ebd. 529]. a. 1574: Item 4 schilling han mir von 6 karch leymen geben [SSp, Kirchenrechnungen 63, Bl. 66 (AZ-Wernbg)]. a. 1587: des soll das kirspil die fhron thun, nemlich leim vnd stein dazu füren [PfWeist. 477 (KU-Eßw)]. a. 1588: Personen..., Welche allen den Leimen Angemacht, getretten ... auch ermelten schornßstain geclaibt; Laim zu Klaibung des großen Schornßstain im Bierhauß [WerschwSchR]. a. 1628: zweitels breit von der straßen leimen graben ungefärlich [PfWeist. 600 (NW-Fußgh)]. — β. 'lehmhaltiger Ackerboden'; vgl. Leim(en)boden 1. In Fräänsem gibt's Lääme un Lätte [NW-Freinsh]; vgl. Lett(en). — b.α. FlN, amtl. Lehmen [FR-Kl'karlb NW-Gimmdg], Langgewann im Leimen [NW-Mußb]. a. 1311: an dem leimen [Lam 1 92v (NW-Mußb)]. a. 1342: in dem leymen [ebd. 8v (NW-Hamb)]. a. 1703: im Rotental am gelben Laimen [Kurpf. 1178 (KL-H'spey)]. — β. ON, Dorf im Kr. PS, amtl. Leimen, mda. Lääme (lEmə). Neckname der Bewohner: Läämeʳ, hoscht die Kränk. Eine Scherzfrage s. Altrip; a. 1152: Leiman, a. 1362: Dorf zu den Leymen; in L. Lehmvorkommen, sonst im großen Umkreis Buntsandstein [Christmann SN I 351/52]. — 2. Stroh un Leeme 'Sauerkraut und Kartoffelbrei', ein pfälzisches Gericht [KU-Diedk Hebel 81]. — Ahd. leimo, mhd. leim(e); zur Etym. s. Kluge-Mitzka20 431, J. Trier Lehm, Etymologien zum Fachwerk, S. 10 ff., Marburg 1951. — Südhess. IV 275; Rhein. V 303 ff. Lehm; Els. I 587.
3362 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    leimenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    leimen swv. argillare Dfg. 47 b , n. gl. 33 a .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    leimenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    leimen , Adj. Vw.: s. lēmen (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leimen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Leimen , verb. reg. act. 1) Mit Leim verbinden, befestigen. Ein Bret leimen. 2) Mit Leim überziehen. So leimen die Buchb…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    leimen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    leimen a mit Klebstoff (dauerhaft) zusammenfügen, bes Holzteile; auch mBez auf Reparatur; meist im Bild u übertr, auch a…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leimen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Leimen , soviel wie Lehm.

  6. modern
    Dialekt
    Leim(en)

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Leim(e n ) , Leimet [Laim S. bis Banzenh. ; Láimə Mü. Wittenh. ; Laima Ensish. Ruf. Su. Dü. Rapp. ; Làima Ingersh. Katze…

  7. Sprichwörter
    Leimen

    Wander (Sprichwörter)

    Leimen Leimen (s. Lehm). 1. Du verstehst den Leimen, sollst ein Hafner werden. – Mayer, II, 187. 2. Einem den Leimen (s.…

  8. Spezial
    Leimenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Leimen , n проклейка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leimen

125 Bildungen · 108 Erstglied · 14 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von leimen 2 Komponenten

lei+men

leimen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leimen‑ als Erstglied (30 von 108)

leimen I

SHW

leimen I Band 4, Spalte 275-276

leimen II

SHW

leimen II Band 4, Spalte 275-276

Leimenei

SHW

Leimen-ei Band 4, Spalte 275-276

Leimenfach

SHW

Leimen-fach Band 4, Spalte 275-276

Leimenfeld

SHW

Leimen-feld Band 4, Spalte 275-276

Leimenfurz

SHW

Leimen-furz Band 4, Spalte 275-276

Leimenhaus

SHW

Leimen-haus Band 4, Spalte 277-278

Leimenhohl

SHW

Leimen-hohl Band 4, Spalte 277-278

Leimenloch

SHW

Leimen-loch Band 4, Spalte 277-278

leimen als Zweitglied (14 von 14)

kleimen?

KöblerAhd

*kleimen? , sw. V. (1a) nhd. beschmieren ne. spread (V.) Vw.: s. bi-

abschleimen

DWB

abschleimen , timum adimere, den schleim entziehen, wegnehmen: gerste, zucker abschleimen, die fische im teich abschleimen, die schnecken ab…

anleimen

DWB

anleimen , agglutinare, nnl. aanlijmen: ein bret dem andern anleimen; wo er sich anleimt mit dem eignen blut. Schiller.

einleimen

DWB

ein·leimen

einleimen , glutine inserere, nnl. inlijmen, schw. inlimma, dän. indlime: blätter, breter einleimen.

schleimen

DWB

schlei·men

schleimen , verb. zu schleim. 1 1) schleim absetzen, hervorbringen, verursachen, intrans., oblimare, limum facere, pituitam movere Stieler 1…

tōkleimen

KöblerMnd

tōkleimen , sw. V. nhd. zuschmieren, zukleben E.: s. tō (2), kleimen L.: Lü 408b (toklêmen)

verschleimen

DWB

versch·leimen

verschleimen , verb. mit schleim ausgefüllet werden; part. verschleimt, pituitosus Kirsch cornuc. 2, 312 ; in diesen verschleimten magen. Le…

vorleimen

DWB

vor·leimen

vorleimen , verb. , glutine praecludere, obfirmare Stieler 1056 ; vor etwas mit leim befestigen Adelung; Campe.

zuleimen

DWB

zuleimen , v. , Stieler 1056 ; Adelung; Schottel t. haubtspr. (1663) 566 ; nl. toelijmen: ihnen ( den wilden tauben, die man als locktauben …

Ableitungen von leimen (3 von 3)

beleimen

DWB

beleimen , glutine firmare. Stieler 1056 .

entleimen

DWB

entleimen , glutine liberare, losleimen, deglutinare. Maaler 104 d , nnl. ontlijmen.

verleimen

DWB

verleimen , verb. 1 1) durch leim befestigen, mit leim überziehen, mhd. verlîmen nach der lesart er verlîmdeʒ dem Gâlotten wîslîche in sîner…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „leimen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leimen/pfwb?formid=L01424
MLA
Cotta, Marcel. „leimen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leimen/pfwb?formid=L01424. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leimen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leimen/pfwb?formid=L01424.
BibTeX
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