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lanze

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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23 in 21 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

lanze f.

Bd. 12, Sp. 188
lanze, f. lancea. 11) das altfranz. lance, lanche, provenz. lansa, span. lanza, das auf lat., vielleicht aber schon aus gallischem oder germanischem munde entlehntes lancea zurückgeht (vgl. Diez wb. der rom. spr. 1, 242), wird, nicht vor dem 12. jahrh., mit andern rittermäszigen ausdrücken, herübergenommen, als selteneres und elegantes wort im sinne des älteren sper, und mit diesem wechselnd; vergl. dô gab man mir ein ander sper. Lichtenstein 263, 9, und nachher: aldâ traf in diu lanze mîn. 20; im (Partonopier) wart ein scharpfiu lanze geboten in die rehte hant. Parton. 5224, gegen Partonopier sîn sper dô brach. 5277; alhie vlouc sper unde sper, ros unde ros, man unde man sô vîentlîche einander an, daʒ dâ vil michel schade ergie ... swes ieman mit dem swerte oder mit der lanzen gerte, daʒ hæte er dâ, daʒ vander. Trist. 473, 34. 474, 2; und aus der gleichheit der bedeutung entspringt das compositum lantsper lancea (für lanz-sper) Dief. 317a. die lanze war eine ritterliche turnierwaffe: lanze, lancea, hasta equitum. im turniren und sonsten führten sie nur die ritter, kein knecht durfte damit bewaffnet sein. quelle bei Frisch 1, 576c; aber in der spätern technischen sprache der ritterlichen übungen wird sie zunächst nicht mehr genannt (dafür spiesz oder sper: ein todkranker begunt zu schreien, als ob er mit einem spies, des er vil gepflegen, uf der ban wer, und nach solichem geschrai redet er vast ernstlich: du boser veint, du hast nichts an mir, und will dich mit disem sper uberwünden. Wilw. v. Schaumburg 56); bis auf die adelichen ringelrennen des 17. und 18. jh., wo wieder mit der lanze von bestimmter form gestochen wird (Eggers kriegslex. 2, 27). in der gewöhnlichen sprache erhält sich das wort: lantzen, lancea, .i. quasi cuspis. voc. inc. theut. m 1b; lancea, ein langer spiesz, ein lantz. Dasyp. (über die im 16. jh. aufkommende umdeutung des landsknechts in lanzknecht vgl. sp. 137), bald nun mit speer oder spiesz identificiert, bald ihm entgegengesetzt: da sprach der herr zu Josua, recke aus die lanzen in deiner hand gegen Ai. Jos. 8, 18; und glenzet beide, spies und lanzen. Hiob 39, 23; den hamer achtet er wie stoppeln, er spottet der bebenden lanzen. 41, 20; wenn auch in dürftiger verwendung, die erst einem häufigeren gebrauch seit der 2. hälfte des 18. jahrh. weicht, wo die lanze als ritterliche waffe oft genannt wird: ich bin so stolz als einer, desz lanze feindesblut geröthet hat. Klopstock 9, 191; diese lanze, blinkt sie dir genug? 231; meine lanze will ich haben! H. v. Kleist Käthch. von Heilbr. 4, 1; und warfen die lanzen auf ihn! Klopstock 9, 195; da die lanzen noch flogen, die schwerter noch blinkten. 205 und statt der antwort liefen alle stracks den bäumen zu, wo ihre lanzen hingen, und die knappen bei den hohen rossen standen. Wieland 18, 15 (Geron der adeliche); als ich (beim turniere) um deine lanze jüngst den eichenkranz dir wand. Stolberg ged. (1779) 77; und dann eröffneten die schranken sich; da stampften pferde, glänzten helm und schilde, da drängten sich die knappen, da erklang trompetenschall, und lanzen krachten splitternd. Göthe 9, 136; und die zehen mohrenritter hat ein wilder schreck gefaszt; schild und lanze weggeworfen, fliehn sie über berg und thal. Uhland ged. 261; [] jener hub sich in den bügeln, wuthvoll seine lanze schwingend. 277; die lanze nahm er in die hand und thät den schild aufraffen. 341; die lanze wird dann auch antiken helden beigelegt: und den göttergleichen Sarpedon enttrugen die edeln streitgenossen der schlacht. hart quält ihn der nachgeschleppte lange speer. denn keiner bemerkt und bedachte vor eile, ihm zum gang aus dem schenkel die eschene lanze zu ziehen. Bürger 229a; rasch dann schwang und entsandt er die weithinschattende lanze, sieh, und er traf dem Eupeithes des helms erzwangige kuppel, und nicht hemmete solche den speer, durch stürmte das erz ihn. Odyss. 24, 522. Es heiszt eine lanze brechen (vgl.lanzenkrach jüng. Tit. 2723), aber in der technischen sprache hiesz es vielmehr sper brechen, später stangen brechen, spiesz brechen (letzteres in obscöner übertragung Zimm. chron. 2, 123, 8): der den höchsten preisz uber die schranken zu stechen mit neün und vierzig stangen die er gebrochen erlangt het. anfang ursprung und herkommen des thurnirs (Siemern 1530) bl. 170a; nû wer möhte diu sper elliu bereiten her diu mîn her Îwein dâ brach? Iwein 3736; in erreit ûfme gevilde Dodines der wilde und brach ûf im sîn sper. 4697; erst seit dem 17. jahrh. lanze brechen: ritterspiel, waren: in hohen zeugen stechen, uber die schranken stechen. lanzen brechen. spiesz brechen. Philander 2 (1643) 417; auch bildlich eine lanze mit jemand brechen, sich mit ihm in streit einlassen; um einer Lais gunst sah ich gebrochne lanzen. Gotter 1, 303; und keiner brach so zierlich eine lanze. Wieland 18, 306; die lanze einlegen, unter dem arme fest anlegen: beide legten ihre lanzen ein, bedeckten mit dem schilde sich, und rennten die rosse spornend auf einander los. 15; mit eingelegter lanze sprengt der alte gegen ihn. Stolberg ged. (1779) 83; auch bildlich für jemand eine lanze einlegen, vertheidigend, schützend; in der alten sprache sagte man sper under slahen: mit ganzer kunst si diu sper under diu arme sluogen. Wigalois 171, 6; erst später einlegen: jedoch hauptman Nienenan, der legt die glän (lanze) ein, und rannt inn vollem ritt dem mönch auf die brust. Garg. 254c. lanze in einem obscönen bilde: bemüh dich die schleudernde lanze zu senken, ihr christlicher blutdurst begehrt sich zu tränken. Günther 930. 22) lanze, der die lanze führende, mittellat. lancea (Ducange-Hentschel s. v.); der ritterliche held: in dem wilden kriegestanze brach die schönste heldenlanze, Preuszen, euer general. M. v. Schenkendorf. 33) in der modernen kriegskunst wird die spieszwaffe, die die ulanen führen, lanze genannt; die krieger selbst daher auch lanzenreiter. 44) lanze, bei den wallfischfängern, ein spiesz zum fangen der wallfische und walrosse. Frisch 1, 576c. 55) bei den jägern ein kleiner spiesz mit langem leicht zu lösenden stiele, bei der saujagd gebraucht. Jacobsson 2, 558a. 66) bei den bildhauern ein plattes auf einer seite rund zulaufendes werkzeug, dessen sie sich zum modellieren in thon und wachs bedienen. ebenda. 77) lanze, das eiserne stäbchen, welches in den thönernen bombenformen angebracht wird und dieselbe frei in der luft hält, wenn die bombe gegossen wird. Eggers kriegslex. 2, 28. 88) auch eine art ladeschaufeln zu kanonen, die lanzenförmig gebildet sind, nennt man lanzen. ebenda. 99) lanze, das aderlaszeisen, sonst lanzette: ich habe auch nie keinen mit einem messer, lanzen oder anderen instrumenten aufgethan. Würz pract. der wundarzn. 181.
6765 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LANZEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    LANZE swf. lanze, waffe des fußvolkes. sarjande mit langen starken lanzen schärpfen unde ganzen Parz. 183,14. fünf tûsen…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lanzeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    lanze , F. nhd. „Lanze“, Stoßlanze, Wurflanze Hw.: s. lenze (1); vgl. mhd. lanze E.: s. afrz. lance, F., Lanze; lat. lan…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lanze

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Lanze , plur. die -n. 1) Ein Spieß überhaupt, in welcher weitern Bedeutung dieses Wort noch in verschiedenen einzeln…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lanze

    Goethe-Wörterbuch

    Lanze einmal -tze Schaubühne 36,31 Regeln fSchauspieler 1 Stoß- od Stich- (vereinzelt auch Wurf-)Waffe mit langem Schaft…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lanze

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Lanze , uralte Stoßwaffe, auf langem Schaft eine eiserne Spitze, kam bei der Reiterei seit dem 16. Jahrh, allmälig ab un…

  6. modern
    Dialekt
    Lanzef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Lanze f. : 1. wie schd., Lanz (lḁnds, lands) [ZW-Battw, vereinzelt, Christmann 86 Lambert Penns 97]. — 2. 'ein dicker Kl…

  7. Sprichwörter
    Lanze

    Wander (Sprichwörter)

    Lanze 1. Besser eine Lanze führen, die den Elefanten fehlt, als einen Bogen, der den Hasen trifft. ( Tamul. ) 2. Die bes…

  8. Spezial
    Lanze

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lan|ze f. (-,-n) lanza (-zes) f. ▬ eine Lanze für jdn. brechen ‹fig› (jdn. verteidigen) rumpí na lanza por valgügn; defë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lanze

377 Bildungen · 64 Erstglied · 313 Zweitglied · 0 Ableitungen

lanze‑ als Erstglied (30 von 64)

Lanzeleⁿstandeⁿ

Idiotikon

Lanzeleⁿstandeⁿ Band 11, Spalte 1046 Lanzeleⁿstandeⁿ 11,1046

Lanzelōt

KöblerMhd

lanze·lōt

Lanzelōt , M.=PN nhd. Lanzelot Q.: Lanc, Parz (1200-1210), PleierGar, Ring, Tannh, Wigam E.: Herkunft ungeklärt?, vielleicht aus dem Kymr. W…

lanzenartig

GWB

lanzen·artig

lanzenartig daß eine von Neuholland sich herschreibende Akazie aus dem Samen mit gefiederten Blättern aufgeht und sich nach und nach in einz…

lanzenberühmt

DWB

lanzen·beruehmt

lanzenberühmt , part. δουρικλυτός : Idomeneus, dem lanzenberühmten feldherrn. Stolberg 11, 71 . Bürger 202 b ( Il. 2, 645).

lanzenblatt

DWB

lanzen·blatt

lanzenblatt , n. 1) das blattförmige eisen einer lanze. 2) eine fledermausart, auch kleeblattnase genannt. Nemnich 4, 1561 .

Lanzenboote

Meyers

Lanzenboote , aus 12–16 Lanzen mit Hilfe eines Felles herzustellende Boote; sie dienen im Aufklärungsdienst der Kavallerie wie die Faltboote…

Lanzenborn

RhWB

lanzen·born

Lanzen-born -tsəbən Aach-Stdt m.: die Quelle des im Aachener Walde entspringenden, den Marktbrunnen speisenden u. wie der Brunnen selbst Ma…

lanzener

DWB

lanz·ener

lanzener , m. der eine lanze führt: und des lanzeners freundin, die esche. Voss bei Campe.

Lanzenfechten

Meyers

lanzen·fechten

Lanzenfechten . Das Fechten der Reiterei mit der Lanze erreicht seine Erfolge durch geschickte Handhabung der Waffe wie durch gewandte Leitu…

lanzenfest

DWB

lanzen·fest

lanzenfest , n. kirchenfest zu ehren der wiederaufgefundenen lanze, womit Christi seite durchstochen ward.

lanzenfisch

DWB

lanzen·fisch

lanzenfisch , m. chaetodon lanceolatus, aus der gattung der klippfische. Nemnich 2, 988 .

lanzengefecht

DWB

lanzen·gefecht

lanzengefecht , n. : es hatte das meiste, das trefflichste kriegsvolk unter ihm sich gerüstet, begierig zum lanzengefechte. Bürger 205 a .

lanzengeübt

DWB

lanzen·geuebt

lanzengeübt , part. : als .. ihm Mynes erlag und Epistrophos, lanzengeübte krieger. Bürger 203 a ; kommen wird ein tag, der die heilige Ilio…

lanzengewaltig

DWB

lanzen·gewaltig

lanzengewaltig , part. : so folgte der Mauren lanzengewaltiges volk den Numidiern. Pyrker Tunis. 12, 173 .

lanzenheer

DWB

lanzen·heer

lanzenheer , n. : dort stehet in dem feld in blaich und gelber farb, gleich einem lanzenheer manch zitterende garb. Weckherlin 765 .

lanzenhieb

DWB

lanzen·hieb

lanzenhieb , m. hieb mit der lanze. bei pferden eine rinnenförmige vertiefung am halse, die nicht häufig vorkommt. Nemnich. vgl. lanzenstich…

lanzenkampf

DWB

lanzen·kampf

lanzenkampf , m. : denn Paris will dem tapfern Menelas zu lanzenkampf, des weibes halber, stehn. Bürger 154 a .

lanzenkiel

DWB

lanzen·kiel

lanzenkiel , m. die feder unter dem bilde einer lanze: Ulrich Hutten mit obscuren derbe lanzenkiele brach. Göthe 3, 173 .

lanze als Zweitglied (30 von 313)

Ɉohannspflanze

Campe

Die Ɉohannspflanze , Mz. die — n, s. Campe Ɉohannskraut .

Ölpflanze

Campe

Die Ölpflanze , Mz. — n , eine Pflanze, deren Same oder Frucht Öl giebt. Stieler.

Aaspflanze

Campe

aas·pflanze

Die Aaspflanze , Mz. die — n, der Name einer ausländischen Pflanzenart von starkem aashaftem Geruche, der selbst die Aasfliegen anlockt, so …

ADVENTIVPFLANZE

DWB2

adventiv·pflanze

DWB2 ADVENTIVPFLANZE f. : DWB2 DWB2 1928 adventivpflanzen, ankömmlinge, sind pflanzen, die aus ihrem ursprünglichen verbreitungsgebiet durch…

ALPENPFLANZE

DWB2

alpen·pflanze

DWB2 ALPENPFLANZE f. DWB2 im plur. gebräuchlich, alpine pflanzen: DWB2 1801 sie (d. liebe) gleicht den alpenpflanzen, die sich vom einsaugen…

AMPELPFLANZE

DWB2

ampel·pflanze

DWB2 AMPELPFLANZE f. DWB2 zu ampel 3 . in blumenampeln aufzuhängende zierpflanze mit herabhängenden trieben: DWB2 1891 an dem im Kaplande he…

Arzeneipflanze

Campe

arzenei·pflanze

Die Arzeneipflanze , Mz. die — n, eine Pflanze, die ein Arzeneimittel abgiebt, zur Heilung von Krankheiten gebraucht wird (officinelle Pflan…

Áschenpflánze

Adelung

aschen·pflanze

Die Áschenpflánze , plur. die -n. 1) Der Nahme einer ausländischen Pflanze; Cineraria, L. 2) In einigen Gegenden auch des Beyfußes, S. diese…

balanzé

LDWB1

balanzé [ba·lan·zę́] I vb.tr. (balanzëia) balancieren, bilanzieren, ausgleichen II vb.intr. schweben, schwingen III loc.vb. balanzé fora aus…

Balsampflanze

Adelung

balsam·pflanze

Die Balsampflanze , plur. die -n, eine Art ausländischer Pflanzen, welche Balsam von sich geben, Amyris, L.

Beilpflanze

Adelung

beil·pflanze

Die Beilpflanze , plur. die -n, eine Pflanze aus eben dieser Classe, welche in dem mittägigen Amerika einheimisch ist; Securidaca, L.

Bèsenpflanze

Adelung

besen·pflanze

Die Bèsenpflanze , plur. die -n, bey den neuern Kräuterkennern, der Nahme einer Amerikanischen Pflanze, welche in Jamaica als Thee gebraucht…

blattpflanze

DWB2

blatt·pflanze

blattpflanze f . (zu DWB2 1 ): ⟨1855⟩ Freytag (1886)4,335. 2000 Hilbig provisorium 2 43.

Bürstenpflanze

Adelung

buersten·pflanze

Die Bürstenpflanze , plur. die -n, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches, ein Pflanzengeschlecht, deren Blumen einer Bürste gle…